Thailands Küche der starken Aromen

Fermentierte Zutaten gehören zur kulinarischen Identität

Sataw-Bohnen sorgen bei Pad Sataw Goong für den typischen Geschmack des Gerichts der südthailändischen Küche. Foto: Superheang168/Adobe Stock
Sataw-Bohnen sorgen bei Pad Sataw Goong für den typischen Geschmack des Gerichts der südthailändischen Küche. Foto: Superheang168/Adobe Stock

BANGKOK: Wer zum ersten Mal über einen thailändischen Nachtmarkt schlendert, erlebt oft zunächst einen kleinen Kulturschock. Zwischen brutzelnden Woks, dampfenden Suppentöpfen und frisch gegrilltem Seafood liegt ein Duft in der Luft, der für viele Besucher ungewohnt intensiv wirkt. Manche Gerüche erinnern an reifen Käse, andere an feuchte Erde, fermentierten Fisch oder kräftige Gewürze. Doch genau darin liegt das kulinarische Geheimnis Thailands. Neben den bekannten Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig und scharf spielt in der thailändischen Küche vor allem ein weiterer Faktor eine entscheidende Rolle: das Aroma.

In Thailand gilt unter Feinschmeckern eine fast schon unausgesprochene Regel: Je intensiver ein Gericht riecht, desto größer ist meist seine geschmackliche Tiefe. Was für unvorbereitete Besucher zunächst abschreckend erscheinen mag, gilt für viele Thais als Versprechen besonderer Qualität. Gerade die kräftigen, fermentierten und teilweise schwefelartigen Noten verleihen zahlreichen traditionellen Gerichten ihre unverwechselbare Identität.

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Christian 01.06.26 12:54
Man muss leider sagen, in Touristengebieten schmeckt es nicht so gut wie auf dem Land beispielsweise.

Oft fehlen alleine schon die Blätter und Gewürze sowie Pilze, die man schon in Bangkok nicht bekommt. Deutlich wurde es mir wieder nach einer Lieferung nach Bangkok mit einer 20kg Ladung diverser Gewürze und dem Rat, die mal zu verwenden.

Koh Samui finde ich beispielsweise übel, teilweise bekomme ich Durchfall oder es fehlt die Schärfe, was mir in Bangkok vor meiner Wohnung nicht passiert.

Mittlerweile fermentiere ich schon selbst, denn das schmeckt einfach besser. Mir ist in Deutschland mal mit vergessenen Shrimps (die in Ingwer, gemörserten Chilis und einigen weiteren Gewürzen lagen in einer Schüssel im Sommer ein Unfall passiert und die rochen Tage später so extrem lecker…



Norbert Schettler 31.05.26 16:10
Roger Matzinger
Das sehe ich etwas differenzierter. Ich bin mir sicher, auch in jeder Touri Hochburg finden sich Restaurants, die noch die "wahre Kost" anbieten. Nicht unbedingt an der Promenade oder Beachroad, abseits davon, in kleinen Gassen oder Straßen wird man meistens fündig. Und die Einheimischen gehen ja auch in Restaurants. Selbst hier im Isan muss ich erst ausprobieren, wo mir das Essen am besten schmeckt, wobei ich manche Sachen gar nicht in den Mund nehmen würde. Sei es wegen dem Geruch oder dem Aussehen, muss ich nicht haben. Das Farangs die Thai Küche kaputt machen, halte ich für übertrieben. Kochen tun ja die Thais und die packen in Topf und Pfanne, was der Kunde wünscht. Und schauen Sie mal auf Mc Burger oder Chicken aus Kentucky, da gehen Thais auch gerne hin. Machen sie deshalb ihre eigene Küche kaputt?
Roger Matzinger 31.05.26 14:45
Würzige Thai-Küche
Die würzige Thai-Küche wird leider von den Farangs langsam aber kontinuierlich abgewürgt. In Touristen armen Gebieten ist es noch möglich die vielfälltigen, wunderbaren Thaigerichte zu geniessen. Kommt man aber in die Nähe von Touristenregionen wird es schwierig diese Gerichte zu bekommen. Sie sehen zwar noch so aus, aber die Würze fehlt, es ist fade. Man kann zwar Prick Nam Plah bestellen und darüber geben, aber das ist halt nicht mehr die wahre Kost. Die Farangs hört man laufend "aber nicht scharf" und "kein Knoblauch, Korriander, etc." die Köche und Köchingen dürfen gar nicht mehr tun, was sie gelernt haben.
Der Trend kann vermutlich nicht mehr gestopt werden. Die Farangs machen die Thaiküche kaputt.
Ingo Kerp 31.05.26 14:10
Was starke "Aromen" anbelangt, das merkt man schnell und hat es in der Nase, wenn man über den Wochenmarkt geht. Eine undefinierbare teils braune Tunke wabert in den Töpfen und das "Aroma" von Fermentiertem zieht einem durch die Nase und läßt den Eßwunsch schnell sinken.

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