BANGKOK: Die thailändische Einwanderungsbehörde hat mehr als 30 ausländischen Staatsangehörigen die Einreise verweigert, nachdem im Zuge des Konflikts im Nahen Osten verstärkte Kontrollmaßnahmen eingeführt wurden. Nach Angaben von Pol Maj Gen Choengron Rimpadee, Sprecher des Immigration Bureau, wurden in den vergangenen 13 Tagen insgesamt 870 Ausländer eingehend befragt.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten äußerten Teile der thailändischen Öffentlichkeit die Sorge, dass das Land zu einem Ausweich- oder Umsiedlungsort werden könnte, mit möglichen Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften. Diese Befürchtungen wurden zuletzt durch Falschinformationen in sozialen Netzwerken verstärkt. Dort war behauptet worden, dass mehr als 400.000 Israelis sich in Thailand niedergelassen hätten.
Etwa 30.000 Israelis leben in Thailand
Die Einwanderungsbehörde stellte jedoch klar, dass sich diese Zahl auf sämtliche Ein- und Ausreisen israelischer Staatsbürger im Jahr 2025 bezieht. Tatsächlich lebten derzeit rund 30.000 Israelis im Königreich. Gleichwohl bezeichnete Choengron diese Zahl als relativ hoch. Tourismusbehörden, lokale Polizeidienststellen und Einwanderungsbeamte hätten deshalb ihre Kontrollen in verschiedenen Regionen verstärkt.
Vereinzelt kam es in beliebten Reisezielen für israelische Besucher, darunter Pai in der Provinz Mae Hong Son sowie Koh Phangan in der Provinz Surat Thani, zu ablehnenden Reaktionen gegenüber israelischen Staatsbürgern. Gleichzeitig riet die israelische Regierung ihren Bürgern in Thailand zu erhöhter Vorsicht im Hinblick auf die persönliche Sicherheit.
Behörden aktualisieren Ausländerdaten
Die thailändischen Behörden wurden angewiesen, ihre lokalen Datensätze zu aktualisieren und dabei insbesondere ausländische Gemeinschaften aus 18 Staaten des Nahen Ostens sowie aus Ländern, die direkt in den Konflikt involviert sind, zu berücksichtigen.
Reisende, die im Rahmen der visumfreien Einreise nach Thailand kommen, müssen künftig strengere Kontrollen durchlaufen. Dabei werden unter anderem Reisepläne, Unterkunftsnachweise und Rückreisetickets überprüft. Bestehen Zweifel an den Angaben, wird die Einreise unmittelbar verweigert.
Hilfe für Ausländer wegen Luftraumsperrungen
Darüber hinaus sehen die Maßnahmen auch Unterstützung für Ausländer vor, die aufgrund von Luftraumsperrungen derzeit nicht in ihre Heimatländer zurückkehren können. In solchen Fällen werden Überziehungsstrafen erlassen. Betroffene können ihren Aufenthalt jeweils um 30 Tage verlängern, sofern sie eine entsprechende Bescheinigung ihrer Botschaft vorlegen.
Choengron betonte, dass es den Behörden nicht um die Zahl der ausländischen Besucher gehe, sondern um deren Verhalten. Allein im Jahr 2025 wurden 3.249 Visa von Ausländern widerrufen, die Straftaten begangen oder öffentliche Unruhe verursacht hatten. Besonders betroffen waren touristische Zentren wie Pattaya, Phuket, Koh Samui und Koh Phangan. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres wurden bereits 972 Visa entzogen, so der Sprecher.