BANGKOK: Die thailändische Regierung treibt die geplante Neuordnung des Ministeriums für Tourismus und Sport voran. Künftig sollen die Zuständigkeiten für den Tourismus vom Sportbereich getrennt und mit dem Kulturministerium zusammengeführt werden. Das kündigte Vizepremierminister Pakorn Nilprapunt an, der auch die Aufsicht über die Kommission für die Entwicklung des öffentlichen Sektors (OPDC) führt.
Nach seinen Angaben ist der Gesetzentwurf inzwischen fertiggestellt und wurde am Mittwoch (24. Juni 2026) an das Kabinettssekretariat übermittelt. Dort soll er zunächst an die zuständigen Behörden weitergeleitet werden, damit diese Stellungnahmen zur geplanten Verwaltungsstruktur abgeben können. Die Konsultationsphase soll nach Einschätzung Pakorns nicht länger als einen Monat dauern. Anschließend werde der Entwurf voraussichtlich im kommenden Monat oder spätestens im August dem Kabinett zur Beratung vorgelegt.
Neuordnung braucht Zeit und Sorgfalt
Nach der Zustimmung des Kabinetts soll das Gesetzgebungsverfahren im Repräsentantenhaus fortgesetzt werden. Verläuft der Zeitplan wie vorgesehen, könnte das Gesetz noch im Laufe dieses Jahres in Kraft treten.
Pakorn erklärte, dass die Ausarbeitung des Gesetzestextes vergleichsweise unkompliziert gewesen sei. Deutlich anspruchsvoller sei hingegen die Neuorganisation der Behördenstrukturen sowie die Umverteilung von Personal in den Regionalbüros. Die Regierung gehe deshalb schrittweise vor, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen.
Reformentwurf vor Kabinettsberatung
Bereits Anfang der Woche hatte Tourismus- und Sportminister Surasak Phancharoenworakul erklärt, dass die Arbeiten an der Reform gute Fortschritte erzileten. Derzeit würden die künftige Aufgabenverteilung, die Zuordnung der Behörden sowie die Personalstruktur zwischen den beiden Ministerien abgestimmt. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Rahmenentwurf im kommenden Monat abgeschlossen und anschließend dem Kabinett zur grundsätzlichen Billigung vorgelegt werden könne, bevor er ins Parlament eingebracht werde.
Nach den bisherigen Plänen sollen das Tourismusministerium künftig unter anderem das Department of Tourism, die Thailändische Tourismusbehörde (TAT), die Designated Areas for Sustainable Tourism Administration (Dasta) sowie die Touristenpolizei umfassen. Der Sportbereich soll dagegen das Department of Physical Education, die Sports Authority of Thailand (SAT) und die Thailand National Sports University bündeln.
Zuständigkeiten werden neu verteilt
Besondere Aufmerksamkeit gelte Behörden, deren Aufgaben bislang beide Bereiche betreffen. Dazu zähle insbesondere das Büro des Staatssekretärs des bisherigen Ministeriums. Personal und Zuständigkeiten sollen dort entsprechend der fachlichen Qualifikation und der betrieblichen Erfordernisse neu verteilt werden.
Nach Ansicht von Surasak soll die Reform die Verwaltungsabläufe effizienter gestalten und für klarere politische Zuständigkeiten sorgen. Die Zusammenführung von Tourismus und Kultur soll zudem dazu beitragen, Thailands kulturelle Stärken – darunter Küche, Traditionen, lokale Lebensweisen und das kulturelle Erbe – stärker als touristische Angebote zu vermarkten.
Behörden arbeiten künftig enger zusammen
Gleichzeitig betonte der Minister, dass auch künftig eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Behörden notwendig bleibe. Ziel sei es, bürokratische Hürden abzubauen, das Vertrauen in den Tourismus- und Sportsektor zu stärken und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes weiter zu verbessern.