BANGKOK: Ein gemeinsamer Einsatz des Department of Business Development (DoBD), des Ausschusses des Repräsentantenhauses für Geldwäschebekämpfung und Drogenunterdrückung sowie weiterer Behörden hat in Bangkoks Stadtbezirk Huai Khwang mutmaßliche Verbindungen zwischen mehreren Unternehmen und Online-Glücksspielnetzwerken aufgedeckt. Im Mittelpunkt der Ermittlungen standen mögliche Strohmann-Konstruktionen (Nominee Shareholding), Geldwäsche sowie verdächtige Zahlungssysteme.
Kontrolliert wurden am Dienstag (23. Juni 2026) insgesamt fünf Betriebe, darunter Restaurants, Garnelen-Angelanlagen und ein Wellness- und Spa-Betrieb. Nach Angaben von DoBD-Generaldirektor Poonpong Naiyanapakorn wurden bei drei Unternehmen Hinweise auf mögliche Rechtsverstöße festgestellt, während bei zwei Betrieben keine Unregelmäßigkeiten entdeckt wurden. An der Aktion waren neben der Anti-Nominee-Einheit des DoBD unter anderem Beamte des Bezirksamtes Huai Khwang, der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) sowie der Wirtschaftskriminalpolizei beteiligt.
Verdacht auf Strohmannfirmen
Huai Khwang gilt als Stadtbezirk mit einer besonders hohen Zahl chinesisch geführter Unternehmen, insbesondere im Gastronomiebereich. Die Ermittler konzentrierten sich auf Betriebe, bei denen der Verdacht bestand, dass thailändische Staatsangehörige als Strohmann-Anteilseigner für ausländische Investoren eingesetzt werden.
Bei einem Unternehmen, das eine Garnelen-Angelanlage betreibt, entdeckten die Ermittler Werbematerial mit Bezug zu Online-Glücksspielseiten. Die Polizei beschlagnahmte daraufhin Buchhaltungsunterlagen sowie technische Geräte, die im Zusammenhang mit mutmaßlichen Glücksspielaktivitäten stehen könnten.
Ein Direktor in zwei Unternehmen
In einem chinesischen Suppenrestaurant stellten die Behörden Verbindungen zu zwei Unternehmen fest. Nach den Ermittlungen fungierte derselbe ausländische Staatsangehörige in beiden Firmen als Direktor und Anteilseigner.
Zudem wurden Einnahmen des Restaurants direkt auf das private Bankkonto des ausländischen Direktors überwiesen und nicht auf ein Firmenkonto. Auch in diesem Fall fanden die Ermittler Hinweise auf Werbung für Online-Glücksspielseiten. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass zwei weitere registrierte Unternehmen dieselbe Geschäftsadresse nutzen.
Weitere Spur im selben Gebäude
Ein weiterer untersuchter Fall betraf einen Wellness- und Spa-Betrieb, dessen Anteilseigner und Direktoren ausschließlich thailändische Staatsangehörige sind. Während der Kontrolle entdeckten die Behörden im dritten Stock desselben Gebäudes ein weiteres Unternehmen, das Amulette und Talismane verkauft und sich im gemeinsamen Besitz thailändischer und chinesischer Anteilseigner befindet. Die Geschäftsräume waren zum Zeitpunkt der Kontrolle jedoch geschlossen.
Die sichergestellten Beweismittel werden nun weiter ausgewertet. Sollten die Ermittlungen ergeben, dass Finanztransaktionen oder private Bankkonten zur Verschleierung von Vermögenswerten aus Straftaten genutzt wurden, drohen den Verantwortlichen Strafverfahren nach den thailändischen Geldwäschegesetzen.
Haft für Nominee-Konstruktionen
Ausländischen Investoren, die Strohmann-Anteilseigner nutzen, sowie Personen, die ihre Namen für solche Konstruktionen zur Verfügung stellen, drohen Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren, Geldstrafen zwischen 100.000 und einer Million Baht oder beide Strafen zugleich.