Mehr Solarstrom für Thailand

Regierung stellt neuen Energieplan bis 2050 vor

Solarenergie soll nach dem neuen Stromentwicklungsplan eine tragende Rolle in Thailands künftiger Energieversorgung übernehmen. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Solarenergie soll nach dem neuen Stromentwicklungsplan eine tragende Rolle in Thailands künftiger Energieversorgung übernehmen. Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Die thailändischen Energiebehörden stehen kurz vor der Veröffentlichung eines neuen Stromentwicklungsplans (Power Development Plan, PDP), der den Ausbau sauberer Energiequellen beschleunigen und den steigenden Strombedarf des Landes decken soll. Eine besondere Rolle spielen dabei Rechenzentren, deren wachsender Energieverbrauch als wichtiger Treiber für den Ausbau der Stromversorgung gilt.

Der neue PDP soll den Zeitraum von 2026 bis 2050 abdecken und als zentrale Strategie für die künftige Stromversorgung dienen. Gleichzeitig soll er Thailand auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2050 unterstützen. Nach Angaben von Energieminister Akanat Promphan sieht der Plan vor, künftig 70 Prozent der Stromerzeugung aus sauberen Energiequellen zu gewinnen. Davon sollen 60 Prozent auf erneuerbare Energien wie Solarstrom entfallen, weitere zehn Prozent auf moderne emissionsarme Technologien, darunter kleine modulare Kernreaktoren (Small Modular Reactors, SMR).

Kompakte Reaktoren im Energieplan

SMR sind kompakte Kernkraftwerke mit einer Leistung von bis zu 300 Megawatt und damit etwa einem Drittel der Größe herkömmlicher Reaktoren. Nach Einschätzung der Behörden soll insbesondere der staatliche Energieversorger EGAT die Entwicklung dieser Technologie vorantreiben. Bis zur möglichen Inbetriebnahme könnten jedoch rund zehn Jahre vergehen, da neben der technischen Umsetzung auch die gesellschaftliche Akzeptanz aufgebaut werden müsse.

Der zuvor erarbeitete PDP 2024, der einen Anteil erneuerbarer Energien von 51 Prozent bis 2037 vorsah, wurde nach Kritik und politischen Veränderungen verworfen. Im neuen Plan stehen vor allem Solarenergie sowie Technologien im Mittelpunkt, die die Abhängigkeit von importierten Brennstoffen verringern sollen. Dazu zählen Batteriespeichersysteme (Battery Energy Storage Systems, BESS), mit denen überschüssiger Solarstrom gespeichert werden kann. Sinkende Kosten dieser Speichertechnologie verbessern nach Einschätzung der Behörden die Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energien gegenüber Strom aus importiertem Flüssigerdgas.

Strompreis soll stabil bleiben

Nach Angaben von Wattanapong Kurovat, Generaldirektor des Energy Policy and Planning Office, basiert der Plan auf einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von zwei bis 2,5 Prozent pro Jahr über einen Zeitraum von 24 Jahren. Gleichzeitig soll der Strompreis bei rund vier Baht pro Kilowattstunde stabil gehalten werden. Der staatliche Energieversorger EGAT soll auch künftig mindestens 30 Prozent der Stromerzeugung übernehmen.

Geplant ist außerdem die Einführung eines sogenannten Demand-Response-Managements. Haushalte und Unternehmen sollen ihren Stromverbrauch während Spitzenlastzeiten freiwillig reduzieren und im Gegenzug Preisnachlässe auf ihre Stromrechnung erhalten. Dadurch soll der Bedarf an neuen Kraftwerken verringert werden.

Ruf nach intelligenten Stromnetzen

Vertreter der Energiebranche fordern darüber hinaus, intelligente Stromnetze (Smart Grids) in den neuen Entwicklungsplan aufzunehmen. Nach Ansicht von Nopadej Karnakuta, Vorsitzender des Power Producer Industry Club im Verband der thailändischen Industrie, könnten Smart Grids die Stromverteilung effizienter gestalten und die wachsende Digitalwirtschaft unterstützen. Trotz hoher Investitionskosten könnten diese Netze Schwankungen bei der Einspeisung von Solar- und Windenergie besser ausgleichen und zugleich umfangreiche private Investitionen anziehen.

Der Stromentwicklungsplan soll noch bis Ende Juni dieses Jahres fertiggestellt werden. Anschließend ist die Vorlage beim Energiepolitischen Verwaltungsausschuss im Juli vorgesehen, bevor im August eine öffentliche Anhörung stattfinden soll.

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Oliver Harms 26.06.26 11:10
Jetzt geht es hier auch los
Der 238 Megawatt Speicher Bollingstedt in Schleswig-Holstein kann bei Volllast genau 1,5 Stunden Strom liefern und dann war es das mit dem Märchen von der Strom Speicherung gewesen.Dafür hat die Anlage Milliarden gekostet die man besser sinnvoll in Atomkraftwerke investieren hätte, da schon der Abbau seltener Erden zur Herstellung der Speicher Akkus ganze Landschaften verseucht und unbewohnbar gemacht hatte.
Genauso wenig kann man klimaneutral werden, selbst der Regenwald oder Wüsten sind nicht klimaneutral.
Genau so wenig sind Lebewesen von den Mikroorganismen bis zum Wal klimaneutral.

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