Thailand und China bauen Kooperation aus

Beide Staaten planen Aktionsplan und engere Zusammenarbeit

Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul (r.) begrüßt Chinas Außenminister Wang Yi (l.) beim offiziellen Empfang im Government House in Bangkok.; Bild: epa/Royal Thai Government
Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul (r.) begrüßt Chinas Außenminister Wang Yi (l.) beim offiziellen Empfang im Government House in Bangkok.; Bild: epa/Royal Thai Government

BANGKOK: Thailand und China wollen ihre bilateralen Beziehungen ausbauen und die Zusammenarbeit in mehreren Bereichen vertiefen. Darauf verständigten sich beide Seiten bei Gesprächen in Bangkok, bei denen eine Weiterentwicklung der langjährigen Partnerschaft angestrebt wurde.

Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul empfing am Freitag (24. April 2026) den chinesischen Außenminister Wang Yi, Mitglied des Politbüros, zu einem offiziellen Besuch im Regierungssitz. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Stärkung der Beziehungen sowie die Ausweitung praktischer Kooperation.

Fünf Bereiche für engere Kooperation

Nach Angaben der stellvertretenden Regierungssprecherin Rachada Dhnadirek konzentrierten sich die Gespräche auf fünf zentrale Bereiche, mit denen die strategische Partnerschaft zu einem umfassenderen und stärker ergebnisorientierten Rahmen ausgebaut werden soll.

Beide Seiten einigten sich grundsätzlich auf die Ausarbeitung eines gemeinsamen „Aktionsplans“, der an den jeweiligen nationalen Entwicklungsstrategien ausgerichtet werden soll. Ziel ist es, konkrete Fortschritte insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Technologie und Sicherheit zu erzielen und die Zusammenarbeit stärker auf messbare Ergebnisse auszurichten.

Bilaterales Gespräch im Regierungssitz: Beide Seiten beraten über den Ausbau der strategischen Zusammenarbeit.; Bild: epa/Royal Thai Government
Bilaterales Gespräch im Regierungssitz: Beide Seiten beraten über den Ausbau der strategischen Zusammenarbeit.; Bild: epa/Royal Thai Government

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf hochrangigen politischen Kontakten. China lud Anutin zu einem offiziellen Besuch ein. Thailand sprach im Gegenzug eine Einladung an den chinesischen Ministerpräsidenten Li Qiang aus, die von chinesischer Seite grundsätzlich angenommen wurde. Termine sollen über diplomatische Kanäle abgestimmt werden. Mit Blick auf regionale Entwicklungen verwies Wang Yi auf die sich verbessernden Beziehungen zwischen Thailand und Kambodscha und äußerte die Hoffnung auf weitere Fortschritte. Die thailändische Seite bekräftigte ihr Engagement für Dialog und konstruktive Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten.

Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität

Breiten Raum nahm zudem die sicherheitspolitische Zusammenarbeit ein. Beide Länder wollen ihre Anstrengungen im Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität verstärken, insbesondere gegen Online-Betrugsnetzwerke, die in der Region zahlreiche Menschen betreffen. Eine engere Koordinierung der Strafverfolgungsbehörden soll daher als Schwerpunkt in den geplanten Aktionsplan aufgenommen werden.

Darüber hinaus vereinbarten beide Seiten, bestehende bilaterale Mechanismen, gemeinsame Aktivitäten sowie regelmäßige Treffen auf verschiedenen Ebenen zu intensivieren, um eine kontinuierliche und überprüfbare Weiterentwicklung der Zusammenarbeit sicherzustellen.

Anutin dankte China abschließend für die Unterstützung Thailands auf internationaler Ebene und äußerte die Erwartung einer weiteren Vertiefung der Beziehungen auf der Grundlage gegenseitigen Vertrauens.

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Chris Jomtien 27.04.26 17:12
@Norbert Mayer
Das Buch kenne ich. Bezüglich Thailand halte ich die allgemeinen Befürchtungen jedoch nicht für zutreffend.
Roman Knöpfel 27.04.26 07:46
Die Cinesen
machen es halt geschickter als die Amis, die weltweit ihre Armee stationiert hat!
Die Schätzungen gehen bis 800 Stützpunkte in über 80 Ländern aus.
Aber mit Waffen bringt man ja Frieden, nicht Krieg...
Norbert Mayer 26.04.26 14:20
@Chris Jomtien - einfach lesen ...
Platte Rückmeldungen bringen niemanden weiter, aber zum Beispiel lesen ("Die lautlose Eroberung" wäre weiterführend und aufklären, extrem gut recherchiert und dokumentiert) oder konkrete Eigenerfahrungen von/mit solchen "Hilfsprojekten" in mehreren Ländern weltweit. CJ, ich kann Ihnen solche Infos nur empfehlen, das vermeidet dann Fehleinschätzungen.
Norbert Mayer 25.04.26 18:30
Träumen darf jeder, langfristig denken
Träumen darf natürlich jeder. Nur : Thailand ist kein Partner für China, lediglich Absatzmarkt, auch bei eAutos. Wer weltweit die Abhängigkeiten und "Knebelverträge" sieht, mit denen sich "das Reich der Mitte" mittel- und langfristig unsägliche - auch territoriale -Zugriffe verschafft, bei seinen Nachbarländern, aber eben auch weltweit, der sollte eher Skepsis walten lassen. Übergriffe und Abhängigkeiten werden folgen.
Ingo Kerp 25.04.26 14:10
Schon die geografische Nähe zu China macht es für Thailand interessant mit dem Land zu kooperieren. Hinzu kommt die Tatsache, das Trump sich redlich müht sein Land zu destabilisieren und somit China den Weg zur wirtschaftlichen Nr. 1 ebnet. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Thailand und China zeigt sich inzwischen auch verstärkt auf der Straße, beim Anblick der hier fahrenden chinesischen Elektroautos.

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