BANGKOK: Thailändische Auslandsreisende und Ausländer mit ständigem Wohnsitz in Thailand wurden um ihre Meinung zu einer staatlichen Ausreisesteuer in Höhe von 1.000 Baht gebeten. Damit soll verhindert werden, dass Einheimische übermäßig viel Geld im Ausland ausgeben. Das Finanzministerium kündigte diese Woche öffentliche Anhörungen im Internet an.
Das Finanzministerium hat den Fragebogen für die öffentliche Anhörung auf seiner Webseite veröffentlicht und erklärt, dass es öffentliche die Meinung zu einer Notverordnung über eine Ausreisesteuer hören will, die auf einem Gesetz aus dem Jahr 1983 beruht. Mit den öffentlichen Anhörungen sollen die Auswirkungen bewertet werden, so das Ministerium.
Die Anhörungen sind für den 3. bis 17. Mai 2023 angesetzt.
Dem Fragebogen zufolge sollen thailändische Staatsbürger und Ausländer mit ständigem Wohnsitz in Thailand eine Ausreisesteuer von 1.000 Baht für Flugreisen und 500 Baht für Land- und Seereisen zahlen.
In den der Umfrage beigefügten Informationen hieß es, dass die Steuer der Regierung Einnahmen verschaffen und die Bevölkerung von übermäßigen Ausgaben im Ausland abhalten solle, wobei der Schwerpunkt auf der Verringerung des Handelsdefizits liege.
Charoen Wangananont, Präsident der Thai Travel Agents Association (TTAA), sagte, dass der Fragebogen überraschend veröffentlicht wurde, obwohl er im Rahmen des öffentlichen Anhörungsverfahrens so weit wie möglich verbreitet werden sollte, damit die Auswirkungen auf die Bevölkerung und Reiseveranstalter beurteilt werden können.
„Das Prinzip und der Abgabensatz machen überhaupt keinen Sinn, da Thailand noch nie ein Problem mit einem Handelsdefizit im Tourismus hatte, da die Einkünfte aus dem Ausland 70 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachen, während die Ausgaben für das Ausland bei 30 Prozent liegen. Außerdem sind 1.000 Baht bei der derzeitigen Wirtschaftslage zu teuer“, mahnte der TTAA-Präsident.
Er sprach sich gegen die vorgeschlagene Abgabe aus und kritisierte, dass diese unrealistisch sei. Wenn die Regierung eine solche Steuer vorschlagen wolle, solle sie die Folgen sorgfältig abwägen, da sie große Auswirkungen auf den Tourismus haben könnte, die die geschätzten Einnahmen des Staates übersteigen würden, so Khun Charoen.
„Als wir die Umfrage das erste Mal sahen, dachten wir, dass es sich um eine Fake News handele, denn es ist nicht der richtige Zeitpunkt für einen solchen Schritt. Wenn die Regierung wirklich glaubt, dass sie eine Ausreisesteuer erheben muss, hätte sie dies vor der Pandemie tun sollen, als die Tourismusindustrie einen Aufwärtstrend verzeichnete. Auch der Abgabensatz sollte angemessener sein“, sagte er.
TTAA-Vizepräsident Chotechuang Soorangura sagte, dass jeder Ausreisesteuer ein Entwicklungsplan beigefügt werden sollte, damit die Menschen, die sie zahlen, wissen, wofür die Einnahmen von der Regierung verwendet werden.
Er sagte, dass einige Länder, wie z.B. Japan, eine Ausreisesteuer erheben, der Preis aber nur 1.000 Yen pro Person beträgt, was etwa 250 Baht entspricht.
„Abgesehen davon, dass es sich um einen sehr teuren Steuersatz handelt, mangelt es an Transparenz, da die Regierung nicht klarstellen kann, wie sie das Geld verwenden wird, was dazu beitragen würde, Korruption zu verhindern. Eine weitere Sorge ist die 300-Baht-Touristensteuer, die in naher Zukunft von Ausländern erhoben werden soll“, fügte Khun Chotechuang hinzu.