Thai-Airlines reagieren auf Ölpreisschock

Steigende Treibstoffkosten belasten den Luftverkehr

Steigende Kerosinpreise zwingen thailändische Fluggesellschaften dazu, Flugpläne anzupassen und Kapazitäten zu reduzieren. Archivbild: epa/Barbara Walton
Steigende Kerosinpreise zwingen thailändische Fluggesellschaften dazu, Flugpläne anzupassen und Kapazitäten zu reduzieren. Archivbild: epa/Barbara Walton

BANGKOK: Steigende Kerosinpreise setzen thailändische Fluggesellschaften trotz höherer Ticketpreise zunehmend unter Druck. Nach Angaben der Airlines ist der Anteil der Treibstoffkosten an den Betriebsausgaben im Mai von zuvor 30 bis 35 Prozent auf rund 60 Prozent gestiegen. Die Unternehmen reagieren mit Kapazitätskürzungen, Anpassungen bei Flugplänen sowie weiteren Sparmaßnahmen.

Anawat Leelawatwatana, Senior Vice-President für Finanzen und Buchhaltung bei der börsennotierten Fluggesellschaft Bangkok Airways, erklärte, dass das Unternehmen bereits im ersten Halbjahr Verbindungen mit geringer Nachfrage und schwacher Rentabilität reduziert oder angepasst habe. Die Strecke Bangkok–Phnom Penh wurde demnach von drei auf einen täglichen Flug mit kleineren ATR72-600-Maschinen reduziert. Zudem verringerte die Airline die tägliche Frequenz auf den Strecken Bangkok–Phuket von sechs auf fünf sowie Bangkok–Krabi von drei auf zwei Flüge.

Kerosinpreise steigen massiv an

Nach Unternehmensangaben sind für den Zeitraum vom zweiten bis zum vierten Quartal rund 25 bis 26 Prozent des benötigten Treibstoffvolumens durch Preisabsicherungen gedeckt. Zwar habe Bangkok Airways einen Hedging-Preis von etwa 80 US-Dollar pro Barrel sichern können, doch der zwischenzeitliche Anstieg der Kerosinpreise auf bis zu 170 US-Dollar pro Barrel werde als außergewöhnlich hoch bewertet. Zusätzliche Treibstoffzuschläge und höhere Flugpreise könnten die gestiegenen Kosten nicht vollständig ausgleichen.

Um die Betriebskosten zu senken und gleichzeitig die Ticketpreise an die Nachfrage anzupassen, setzt die Fluggesellschaft verstärkt auf kleinere Maschinen mit geringerem Treibstoffverbrauch. Bis Ende des Jahres sollen zwei weitere ATR72-600 sowie je nach Verlauf der Leasingverhandlungen ein oder zwei Airbus A319 oder A320 zur Flotte hinzukommen. Die Gesamtflotte würde damit auf 22 bis 26 Flugzeuge anwachsen.

Thai AirAsia erhöht Ticketpreise

Auch Thai AirAsia meldete steigende Belastungen durch hohe Treibstoffpreise. Die Fluggesellschaft erhöhte die durchschnittlichen Ticketpreise für Neubuchungen seit April auf rund 2.700 Baht, nachdem der Durchschnittspreis im ersten Quartal mit 1.836 Baht die gestiegenen Kerosinkosten nicht mehr gedeckt habe.

Siraphop Paphatthananan, Senior Manager für Investor Relations bei Asia Aviation, dem Hauptaktionär von Thai AirAsia, erklärte, dass das Unternehmen die Treibstoffpreise für Mai auf Basis der im April gesicherten Preise kalkuliert habe. Damals hätten die Preise für Jet-A1-Kerosin zeitweise rund 200 US-Dollar pro Barrel erreicht.

Thai AirAsia senkt Sitzplatzangebot

Die Airline reduzierte ihre Sitzplatzkapazität im zweiten Quartal um zwölf Prozent, um sie an die erwartete Nachfrage anzupassen. Sollten die Nachfrage weiter sinken oder die Treibstoffpreise erneut stark steigen, könnten zusätzliche Flugkürzungen oder weitere Tarifänderungen folgen.

Zur Begrenzung der Auswirkungen schwankender Ölpreise sicherte Thai AirAsia nach eigenen Angaben rund 15 Prozent des Treibstoffbedarfs im zweiten Quartal zu einem Preis von etwa 50 US-Dollar pro Barrel ab. Gemeinsam mit der Airlines Association of Thailand beantragte das Unternehmen zudem Steuererleichterungen bei der Verbrauchssteuer auf Treibstoff.

Airlines erwarten weiter hohe Kosten

Nach Einschätzung der Fluggesellschaften dürften sich die Treibstoffpreise künftig im Bereich von 150 bis 170 US-Dollar pro Barrel bewegen. Vor Beginn des Konflikts im Golfraum lagen die Preise noch bei etwa 85 bis 90 US-Dollar. Die Unternehmen beobachten die Entwicklung nach eigenen Angaben täglich.

Siraphop erklärte weiter, dass der Krieg nicht nur die Betriebskosten erhöht habe, sondern sich auch negativ auf die Reiselust auswirke. Tourismus gelte in wirtschaftlich unsicheren Zeiten häufig als verzichtbare Ausgabe. Thai AirAsia verschiebt deshalb die ursprünglich für Ende dieses Jahres geplante Auslieferung neuer Flugzeuge auf Anfang kommenden Jahres. Nach Angaben des Unternehmens verfügt die Airline derzeit weiterhin über ausreichende Kapazitäten innerhalb ihrer bestehenden Flotte von 62 Flugzeugen, von denen im ersten Quartal 55 im Einsatz waren.

Thai AirAsia hofft auf Gewinnrückkehr

Für die kommende Hauptsaison rechnet die Fluggesellschaft dennoch mit einer Rückkehr in die Gewinnzone. Erwartet werden stabilere Energiepreise, höhere Ticketpreise und eine stärkere Nachfrage im Tourismusgeschäft.

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Oliver Harms 23.05.26 15:10
Da kann man nur hoffen
Da man zu gerne bei den Wartungsarbeiten spart, kann man nur hoffen, daß es nicht soweit kommen wird.
Charly Otto 23.05.26 13:16
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"Thai AirAsia senkt Sitzplatzangebot"
ach ja??? gibt es jetzt künftig Stehplatztickets auch?


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