Testverweigerung gilt als Alkoholfahrt

Polizei verschärft Vorgehen gegen Trunkenheit am Steuer

Polizei kündigt strengere Maßnahmen gegen Alkohol am Steuer an: Wer einen Atemalkoholtest verweigert, muss künftig mit denselben Konsequenzen wie bei einer Alkoholfahrt rechnen. Bild: thanarak/Adobe Stock
Polizei kündigt strengere Maßnahmen gegen Alkohol am Steuer an: Wer einen Atemalkoholtest verweigert, muss künftig mit denselben Konsequenzen wie bei einer Alkoholfahrt rechnen. Bild: thanarak/Adobe Stock

BANGKOK: Die thailändische Polizei hat darauf hingewiesen, dass die Verweigerung eines Alkoholtests künftig rechtlich wie Trunkenheit am Steuer gewertet wird. Der stellvertretende nationale Polizeichef Pol Gen Samran Nualma erklärte, dass die Maßnahme Teil der Verkehrsdiziplinpolitik für das Jahr 2026 sei, die eine landesweit konsequente Durchsetzung der Verkehrsregeln vorsieht.

Alkohol am Steuer stelle ein erhebliches Risiko für die öffentliche Sicherheit dar und müsse transparent sowie einheitlich geahndet werden.

Betrunkener Fahrer greift Polizisten an

Ein aktueller Vorfall am Freitag (20. Februar 2026) verdeutlichte nach Angaben der Behörden die Gefahren: Ein sichtbar alkoholisierter Fahrer verweigerte den Atemtest, versuchte zu fliehen und griff Verkehrspolizisten an, bevor er festgenommen wurde. Spätere Untersuchungen ergaben einen Blutalkoholwert von 126 mg/dl und damit deutlich über dem gesetzlichen Grenzwert. Gegen den Verdächtigen wurden mehrere Anklagen erhoben.

Bis zu ein Jahr Haft bei Alkoholfahrt

Nach dem Land Traffic Act drohen bei Trunkenheit am Steuer Geldstrafen zwischen 5.000 und 20.000 Baht, Haftstrafen von bis zu einem Jahr oder beides. Gerichte können zudem den Führerschein aussetzen oder entziehen. Kommt es zu Unfällen mit schweren Verletzungen oder Todesfolge, kann die Haftstrafe auf bis zu zehn Jahre steigen. Wiederholungstäter müssen innerhalb von zwei Jahren mit verschärften Sanktionen rechnen, darunter Geldstrafen von bis zu 100.000 Baht und der Entzug der Fahrerlaubnis.

Die Polizei betonte, dass die Verweigerung eines Alkoholtests rechtlich als Schuldeingeständnis gewertet werde und dieselben Strafen nach sich ziehe.

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Michel Maillet 23.02.26 15:00
@Ram
Bei Verweigerung eines Atemlufttestes oder sogar Bluttest wird von der Polizei davon ausgegangen dass der Alkoholgehalt im Blut den gesetzlich legalen Wert von 0,05% oder 0,02% für Fahrer unter 20 Jahren, professionelle Fahrer, Inhaber eines zweijährig gültigen FS und (so stehts im Gesetz) die 0,02% bzw. 0,2 Promille gelten auch für die, die ohne FS unterwegs sind! Anders als in DE gibt es meiner Kenntnis nach keine zusätzlichen festgeschriebenen Werte wie 1,1 oder ab 1,6 zur verminderten oder kompletten Schuldunfähigkeit ab 3 Promille. (Klingt erstmal gut, das deutsche Gesetz? Man säuft über 3 Promille und ist schuldunfähig...leider besteht der Nachteil dass man in eine geschlossene Anstalt eingewiesen werden kann. Und die Versicherung zahlt natürlich auch nicht) In Thailand wird der Richter (nicht die Polizei) in so einem Fall die Details in seinem Urteilsspruch berücksichtigen und den höchsten messbaren Promillewert unterstellen und eine ihm angemessenen scheinende Strafe verhängen. Die Polizei welche in diesem Fall keine Strafe festlegt (Gewaltentrennung) geht also von keinem konkreten Alkoholwert aus, sondern geht davon aus dass der Alkoholwert über dem erlaubten Niveau liegt, um den Verkehrssünder der höheren Instanz zu übergeben.
Rudolf Ram 23.02.26 13:10
Grübel...
"Die Polizei betonte, dass die Verweigerung eines Alkoholtests rechtlich als Schuldeingeständnis gewertet werde und dieselben Strafen nach sich ziehe."

Grundsätzlich ist das OK aber in diesem Fall: von welchem Alkoholwert geht die Polizei dann aus , um die Strafe festzulegen?

Ingo Kerp 22.02.26 16:10
Nun ja, das mit dem Führerschein entziehen funktioniert nicht in jedem Fall. Es geht nur dann, wenn auch einer vorhanden ist. Bevor eine Strafe von 5.000 bis 20.000 THB bezahlt werden muß, gibt es sicherlich auch den sog. "kleinen Dienstweg" bei dem es nicht so teuer ist.

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