Taliban greifen Provinzhauptstadt im Osten an

Taliban griffen das Polizeihauptquartier in Baghlan an. Foto: epa/Ajmal Omari
Taliban griffen das Polizeihauptquartier in Baghlan an. Foto: epa/Ajmal Omari

KABUL: Die militant-islamistischen Taliban setzen in Afghanistan ihre Militäroffensiven fort. In der Nacht zum Montag haben sie die Provinzhauptstadt Mehtarlam der Provinz Laghman im Osten des Landes angegriffen. Lokalen Behördenvertretern zufolge konnten die Islamisten den Sicherheitsring rund um die Stadt durchbrechen und griffen das zentrale Gefängnis an. Ein Fall der Stadt habe durch ankommende Verstärkung mit Spezialkräften noch verhindert werden können.

Angaben zu möglichen Opfern gab es zunächst nicht. Einem Gouverneurssprecher zufolge sind im Zuge der Kämpfe rund 100 Sicherheitskräfte wegen Vernachlässigung ihrer Pflichten verhaftet und nach Kabul geschickt worden. Davor hatten lokale Journalisten berichtet, Sicherheitskräfte hätten sich den Taliban ergeben.

Provinzräten zufolge gab es in derselben Provinz auch weitere Gefechte in den Bezirken Alingar und Alischang. Diese seien ohne Verstärkung gefährdet, an die Islamisten zu fallen, hieß es weiter. Erst vergangene Woche mussten sich die Sicherheitskräfte aus dem Bezirk Daulat Schah in Laghman zurückziehen.

Die Taliban griffen seit Sonntagabend (Ortszeit) zudem Sicherheitskräfte in mehreren Bezirken der Provinz Baghlan im Norden des Landes an. Im Bezirk Gusargah-e Nur seien mindestens acht Soldaten getötet worden, sagten Provinzräte. Sporadische Gefechte habe es auch rund um die Provinzhauptstadt Pul-e Chumri gegeben.

Seit Beginn des offiziellen Abzugs der US- und Nato-Truppen aus Afghanistan am 1. Mai haben die Taliban mehrere Offensiven im Land gestartet. Einige konnten die Sicherheitskräfte zurückschlagen, andernorts stehen sie schwer unter Druck. Seit Anfang Mai fielen vier Bezirke an die Islamisten. Die Moral der regulären Polizei- und Armeekräfte scheint angeschlagen, die Hauptlast der Kämpfe tragen die Spezialkräfte. Es ist unklar, ob die US-Armee aktuell die afghanischen Sicherheitskräfte mit Luftschlägen unterstützt.

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Norbert Kurt Leupi 26.05.21 19:10
Afghanistan / Herr Michael Meier
In Afghanistan gibt`s nur einen Sieger , die Taliban ! Alle andern ca.50 Staaten die sich in den Konflikt eingemischt und dabei unzählige Tote zu verzeichnen haben , sind LOSER ! Dazu kommen noch Milliarden von Steuergeldern die man in den afghanistanischen Sand gesetzt hat ! Der Waffenproduzent der Taliban in Pakistan sagte schon vor Jahren: " Wir haben keinem der Invasoren versprochen , eine Demokratie nach Ami-Gusto zu instalieren " !
Michael Meier 26.05.21 15:00
@ Werner
Haben sie die letzten 40 Jahre verpennt ? Die Taliban sind alles Mögliche , aber feige sicher nicht ! Seit 1978 hat zuerst die UDSSR und danach die USA mit Verbündeten Dresche bekommen . So was haben wir gerne , bequem im Sessel sitzen und große Lippe riskieren. Schicken sie ihre eigene Kinder zum sinnlosen Sterben nach Afganistan .
werner spierling 26.05.21 14:35
Wie kann es sein das ein Land das Militärisch von deutschen Soldaten und der deutschen Polizei ausgebildet wird seit Jahrzehnten,und ist einfach nach dem Abzug der deutschen nicht in der Lage diese Verbrecherischen Feiglingen von Taliban zu erledigen.Das einfache Militär flieht vor den feigen Taliban die selbst eine gute Ausbildung bekommen.Wo soll das noch Enden.Was macht eigentlich unsere Nato wofür haben wir unsere Elitesoldaten ,die verdeckten Einsätze wie sie die Fremdenlegion macht .Traurig der Westen mit seinen Möglichkeiten für Frieden zu sorgen.