PHANG NGA: Die Similan-Inseln gehen in eine fünfmonatige Pause. Ziel ist der Schutz der Umwelt und die strengere Kontrolle von Touranbietern. Ab Oktober gelten neue Regeln für Besucher und Veranstalter.
Thailands Marine-Juwel nimmt sich eine Auszeit: Wie das Nachrichtenportal „The Thaiger“ berichtet, werden die weltbekannten Similan-Inseln vom 16. Mai bis einschließlich 14. Oktober für Touristen gesperrt. Die Behörden wollen während dieser Zeit geschädigte Korallenriffe erholen lassen, Renovierungen im Nationalpark durchführen und strengere Richtlinien für künftige Besucher etablieren.
Strikte Schließung während der Regenzeit
Die Schließung fällt mit dem offiziellen Beginn der Regenzeit zusammen, die in der Andamanensee starke Winde und gefährliche Strömungen mit sich bringt. Warawut Saengthong, kommissarischer Leiter des Mu Ko Similan Nationalparks, betonte, dass neben Umweltaspekten auch die Sicherheit der Touristen ausschlaggebend für die Maßnahme sei.
Während der letzten Öffnungsperiode seien wiederholt Probleme aufgetreten: Einige Fährunternehmen hätten Reisenden keine Verhaltenshinweise gegeben, andere hätten das fragile Ökosystem durch unsachgemäßes Anlegen oder Abfallentsorgung geschädigt. Auch illegale Fischereiaktivitäten innerhalb des Schutzgebiets seien dokumentiert worden.
Neue Vorschriften ab Oktober
Nach der Sommerpause erwartet die Besucher ein neues Zugangssystem: Ab dem 15. Oktober müssen alle Tickets vorab digital erworben werden. Die Buchung erfolgt ausschließlich online mittels Reisepass- oder Personalausweisnummer. Die neuen E-Tickets sollen Missbrauch verhindern und eine bessere Besuchersteuerung ermöglichen.
Die Behörden kündigten empfindliche Strafen für Veranstalter an, deren gebuchte Namen nicht mit den tatsächlichen Touristen übereinstimmen. Beim ersten Verstoß drohen 5.000 Baht Strafe, beim zweiten 20.000 Baht und beim dritten sogar 100.000 Baht. Wiederholungstätern droht der Entzug der Arbeitserlaubnis.
Mehr Kontrolle für nachhaltigen Tourismus
Neben der Ticketreform wird die Parkverwaltung die Infrastruktur erneuern, Schulungen für Anbieter durchführen und strengere Standards für Umwelt- und Verhaltensrichtlinien durchsetzen. Ziel sei es, zum Start der nächsten Saison ein klar geregeltes und umweltfreundliches Besucherkonzept zu gewährleisten.
Die Similan-Inseln umfassen eine Fläche von rund 140 Quadratkilometern und gelten als eine der beliebtesten Tauchregionen Asiens. Berühmt sind sie für ihre glasklaren Gewässer, imposante Granitformationen und ihre Artenvielfalt mit Meeresschildkröten, Mantas und Korallenriffen.
Wachsende Belastung durch Massentourismus
In den vergangenen Jahren haben Umweltschützer mehrfach gewarnt, dass der zunehmende Besucherstrom den Nationalpark stark belaste. Neben physischer Zerstörung durch Anker oder unachtsame Schnorchler zählen insbesondere Müllprobleme und eine schwache Durchsetzung der Regeln zu den Herausforderungen.
Die aktuelle Schließung ist Teil eines landesweiten Programms zur ökologischen Erholung belasteter Naturziele. Auch andere Schutzgebiete, wie beispielsweise auf den Surin-Inseln, nutzen regelmäßig saisonale Sperrungen zur Regeneration.
Regeneration durch Ruhe
Die temporäre Schließung beliebter Tourismusziele hat sich in Thailand bereits mehrfach als wirksames Instrument für den Naturschutz erwiesen. So erholte sich etwa Maya Bay auf Koh Phi Phi nach ihrer dreijährigen Sperrung sichtbar. Die Wiederkehr von Riffhaien, der Rückgang von Mikroplastik und die Wiederbesiedlung durch empfindliche Korallenarten wurden von Forschern dokumentiert.
Auch auf den Similan-Inseln hofft man nun auf ähnliche Effekte. Die Erfahrungen aus den letzten Jahren zeigen, dass selbst stark geschädigte Ökosysteme bei konsequenter Erholung in der Lage sind, sich in Teilen zu regenerieren – ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft des thailändischen Ökotourismus.