KOH SAMET: Die Zeiten sind ernst, doch werden sich die Thais das Leben durch politische, wirtschaftliche oder soziale Probleme letztendlich nicht verleiden lassen. Das zeigt sich stets besonders eindrucksvoll auf Koh Samet, das als Bangkoks traditionelle Hausinsel fungiert. Für westliche Urlauber hingegen präsentiert sich das T-förmige Eiland aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zur Hauptstadt bzw. dem Suvarnabhumi-Airport als ideales Ziel, um die ersten unbeschwerten Badefreuden des Thailand-Urlaubs zu genießen, oder die letzten tropischen Sonnenstrahlen vor dem Rückflug einzufangen.
Die letzten unbekannten Inseln Thailands schicken sich an, einen Reisekatalog nach dem anderen zu erobern… Doch um das einst von Travellern entdeckte Badeziel Koh Samet ist es still geworden. Das steht im Gegensatz zur Realität: Nachdem einige der seit Jahren beklagten Probleme eingedämmt werden konnten und neue, behagliche Strandresorts entstanden sind, präsentiert sich das T-förmige Eiland - Hausinsel der nur 200 Kilometer entfernten Hauptstadt Bangkok sowie der nahe gelegenen Urlaubermetropole Pattaya- in einem neuen Gewand.

Obwohl Koh Samet (auch: Samed) eher von dichter Gestrüppvegetation als spektakulärem Regenwald überzogen ist und hier keinerlei Wasserfälle rauschen, vermag es die Besucher als reizvolles Sonnen-, Strand- und Schlemmerparadies zu erfreuen. Denn hier locken herrliche, von dichtem Grün aus Palmen und Kasuarinen gesäumte Badebuchten mit dem angeblich weißesten Sand des Königreichs, meist glasklare Meeresfluten, ganzjährige Wassertemperaturen um die 30 Grad und sogar in den Monaten der Monsunzeit verblüffend wenig Niederschlag.
Wie man herrlich schlemmen kann
Die größten Schlemmerfreuden Koh Samets liegen im Genuss von fangfrischen Meeresfrüchten, die natürlich besonders gut in der Atmosphäre von Strand-Restaurants munden - wobei die Servicekräfte zuweilen etwas träge wirken. Am Hat Sai Kaew Beach beginnt die Vorbereitung auf die Strand-Bufetts bereits gegen 15 Uhr mit dem Ausbreiten von Bastmatten und gemütlichen Bodenkissen. Besonders üppig, frisch und günstig ist das Seafood-Angebot der benachbarten Restaurants Kid & Food und Ploy Talay, die mit Preisaufklebern versehenen Tellergerichten locken. Zu deftigen Grillspießen (50-80 Baht), einer Portion leckerer Jakobsmuscheln (100 Baht), einem halben Kilogramm Krebse (250 Baht) oder einem gegrillten Fisch (200-300 Baht) mundet vor allem gebratener Reis (50 Baht). Unter den hohen Bäumen des Restaurants Jep`s indes kann man sich auf gemütlichem Bambus-Mobiliar mit westlichen Köstlichkeiten wie Tsatsiki (85 Baht), Mousaka (150 Baht), Enchiladas oder Chili Con Carne (je 195 Baht) verwöhnen lassen. Große und deftige Portionen erfreuen in der ebenfalls am Ao Pai Beach liegenden Samed Villa - wie z.B. Spaghetti Carbonara (120 Baht) oder Zürchergeschnetzeltes mit Pilzen, Rösti und Salat (180 Baht). Besondere Genüsse in gediegenem Umfeld verspricht das neue Restaurant Buzz am Ao Phrao Beach, das allein schon durch seine inselweit einzigartige, avantgardistische Architektur besticht. Die exzellenten Thai-Gerichte (150-200 Baht) sollten im Rahmen der fünfgängigen Menüs (400-700 Baht) genossen werden.
Spezial-Tipp
Mit einer kleinen Seilzugfähre zu erreichen ist das Stelzenhotel Unseensamedresort (Tel. 038-644164, www.unseensamedresort), das sich als weitläufige Holzplattform mit urgemütlichen Sitzecken und bunten Blumen vor der Nordküste Koh Samets findet. Die Glastische des illustren Restaurants bestechen nicht nur durch ihren direkten Blick in die Meeresfluten, sondern auch dadurch, dass die Gäste ihre Beine luftig über dem Wasser baumeln lassen müssen. Die Frische des Seafoods, das für Kilopreise zwischen 500 Baht und 1.000 Baht zubereitet wird, ist durch die schwimmenden Fischkäfige garantiert.

Bis auf die kleine Siedlung Ban Nadan ist die knapp sieben Kilometer lange, bis zu 125 Meter hohe Insel seit 1981 als Nationalpark (Eintritt 200 Baht) ausgewiesen. Doch konnten sich die Hotelbetreiber vor einigen Jahren in zähen Verhandlungen mit den Behörden überwiegend durchsetzen. Als Folge sind die meisten Hotels renoviert und durch neue, stilvolle Luxusresorts ergänzt worden. Obwohl einige Strände eng bebaut sind, fügen sich die meisten Anlagen erfreulich harmonisch in die ursprüngliche Natur ein. Und wer Ruhe sucht, kann noch immer idyllische Buchten mit nur einem einzigen Strandresort finden.
Die reichlich vorhandenen Mücken und streunende Hun- de können den Inselgenuss zuweilen etwas trüben. Und obwohl das Wasser weiterhin weitgehend mit Tankschiffen herbeigeschafft werden muss, mahnt kaum ein Hotel zum sparsamen Umgang oder bedächtigem Wäschewechsel. Erheblich verbessert haben sich jedoch die Müllentsorgung und die Transportmöglichkeiten. Über eine erweiterte Straße dringen die neuen, lindgrünen Inseltaxis nun sogar bis in den tiefen Südzipfel der Insel vor.
Die reizvollsten Badestrände
Die gesamte Ostküste besteht aus feinsandigen Badebuchten, die sich durch malerische Felsvorsprünge voneinander ab-grenzen. Sie sind – hier in Nord-Süd-Richtung beschrieben – durch einen Fußpfad verbunden, der im Hinterland von einer staubigen Naturstraße flankiert wird. Obwohl der einen Kilometer lange Hauptstrand Hat Sai Kaew (Diamond Beach) von westlichen Besuchern zuweilen wegen seiner Wochenend-Touristen aus Bangkok bzw. der dichten Infrastruktur aus Hotels, Restaurants, Geschäften und Liegestühlen verschmäht wird, empfiehlt er sich mit seinem schneeweißen Puderzucker-Sand als einer der schönsten Strände Thailands – zumal sich die meisten Bauten im flankierenden Grün verstecken. Die jungen Besucher aus der Hauptstadt verbreiten eine gesellige Beachparty-Stimmung, es gibt allerlei Sportmöglichkeiten und umfangreiche Serviceleistungen. Wer diese Vorzüge nutzen, aber ruhiger wohnen möchte, sollte sich in den südlich benachbarten, sehr viel kleineren, seichten Sandbuchten Ao Pai (Bamboo Bay) oder Ao Pudsa einquartieren.
Ruhiger als der Hauptstrand und der eigentlich ebenfalls sehr schöne, aber vorwiegend von Tagesausflüglern aus Pattaya und entsprechend viel Bootsverkehr geprägte Ao Wong Duan (Malibu Beach) ist der Ao Thian Beach (Candlelight Beach). Er präsentiert sich als eine mit Findlingen landschaftlich wunderschöne, fast einen Kilometer lange und sehr saubere Sandbucht. Als Geheimtipp kann die idyllische Mini-Bucht Ao Nuan die Travellerherzen höher schlagen lassen. Sie ist so klein, dass sie auf vielen Landkarten gar nicht erst eingezeichnet ist - und lockt mit einer entsprechend einsamen, naturnahen Idylle. Exklusives Strandleben bieten – ebenfalls jeweils nur von einem einzigen Resort flankiert – der stille Ao Wai Beach und der an der schmalsten Stelle der Insel im tiefen Süden gelegene, paradiesische Ao Kiew Beach. Gleich mit zwei Fünf-Sterne-Hotels als neuer Luxusstrand gilt der 250 Meter lange Ao Phrao Beach (auch Coconut Bay oder Paradise Beach), der zugleich auch der einzige an der gesamten Westküste ist. Er erfreut mit besonders schönem Sand, stattlichen Mangrovenbäumen und spektakulären Sonnenuntergängen.
Wo es sich nett übernachten lässt
Die ehemalige Traveller-Insel erfreut mittlerweile mit einem breiten Angebot an Unterkünften. Die hier aufgeführten Doppelzimmer-Preise verstehen sich meist als Walk-in-Raten in der Hochsaison bzw. an den Wochenenden. Vereinzelt lassen sich noch Unterkünfte für 300–400 Baht finden, bessere Zimmer gibt es ab 1.500 Baht, Boutiquehotels nehmen mindestens 4.000 Baht (sind aber über Internet zuweilen erheblich günstiger zu buchen). Wegen des Andrangs aus Bangkok sollte das Eiland nicht unbedingt an Wochenenden oder thailändischen Feiertagen besucht werden.
An der Zufahrtsstraße zum Hat Sai Kaew Beach liegt zwischen Geschäften und Restaurants das preiswerte Moss Man House (Tel. 038-644.017). Die 16 Zimmer (1.000-1.500 Baht) sind sauber, gut ausgestattet und bieten im Obergeschoss sogar einen Balkon mit Blick ins Grüne. Als beste Anlage des Hauptstrands gilt das Sai Kaew Resort (Tel. 038-644.195-7, Fax 038-644.194, www.samedresorts.com) mit 119 Zimmern (ab 4.700 Baht, Beachfront Cottage 7.300 Baht), die teilweise durch originelle Außenbäder gefallen.

In einer hübschen Gartenanlage am Ao Pai Beach verteilen sich – leider etwas klein und dicht aufeinander – die Bungalows der Samed Villa (Tel. 038-644.094, Fax 038-644.093, www.samedvilla.com) mit 40 Zimmern (1.400-3.200 Baht). Das Hotel zählt zu den am längsten etablierten Unterkünften, wird von professioneller, Schweizer Hand geführt und überrascht mit dem einzigen (gewiss künstlichen) Wasserfall der Insel. Eine relaxte Atmosphäre und schöne, teilweise im Schatten hoher Bäume liegende Holzbungalows bietet das Tubtim Resort am Ao Pudsa Beach (Tel. 038-644.025-7, www.tubtimresort.com) mit insgesamt 65 Zimmern (600– 1.000 Baht, mit AC 1.500– 2.800 Baht).
Ein preisgünstiges Hideaway findet sich mit dem familiär geführten Ao Nuan Resort (Tel. 081-781.4875, rechtzeitige Reservierung empfohlen) am beschaulichen Ao Nuan Beach. Komplett aus Naturmaterialien und mit kreativen, naturnahen Details errichtet, verfügt es über lediglich zehn Zimmer (700-800 Baht, mit Innenbad 1.500 Baht), die sich eindrucksvoll in einen Dschungelhang einfügen. Im traditionellen Thai-Stil errichtet ist das Baan Thai Resort am Ao Thian Beach (Tel. 038-644.322, www.baanthaisangthain.com) mit 17 etwas kleinen, aber recht behaglichen Zimmern in anmutigen Stelzengebäuden aus altem Edelholz (2.000 Baht, mit Meeresblick 2.500 Baht).
Behaglichen Inselgenuss verspricht das Ao Phrao Resort (Tel. 038-644.100-3, Fax 038-644.099, www.samedresorts.com). Es schmiegt sich mit seiner Holzarchitektur und 52 geschmackvollen Zimmern (6.000 - 12.000 Baht, zuweilen 50 Prozent Rabatt) wunderschön an einen tropisch grünenden Hang des Ao Phrao Beach, während es am Meer mit einem beschaulichen Terrassen-Restaurant lockt.
Spezial-Tipp
Zu den landesweit schönsten Hotels zählt das luxuriöse Paradee Resort (Tel. 038-644.288, Fax 038-644.290, www.paradeeresort.com) am Ao Kiew Beach. Es verfügt über insgesamt 40, mindestens 100 Quadratmeter große Luxusvillen (15.000-30.000 Baht, die einzige Suite-Villa sogar 80.000 Baht), die fast alle mit einem eigenen Wasserbecken verwöhnen. Die Architektur und Bepflanzung der Anlage fasziniert genauso wie die stilvolle, behagliche Ausstattung der Zimmer.
Was nach Sonnenuntergang lockt
Angesichts der Nähe zu den Nightlife-Metropolen Bangkok und Pattaya wirkt das Nachtleben der Insel vergleichsweise bescheiden - und spielt sich vorwiegend am Hat Sai Kaew Beach ab. Nach 22 Uhr konzentrieren sich die Nachtschwärmer auf den Matten und Kissen vor dem Ploy Talay Bar & Pub. Hier locken allabendliche Feuershows und im rückwärtigen Bereich ein Nachtclub mit Livemusik (ab 21 bis gegen 2 oder 3 Uhr). Serviert werden diverse Biersorten (80 Baht), Wein (Glas 100 Baht) und illustre Cocktails wie "Easy Money" oder "Orgasm" (120- 140 Baht). Ebenfalls klimatisiert sind der überschaubare Karaoke- und der Coyote-Schuppen der Reggae Bar (ab 22.30 Uhr), die zudem über szenische Sitzmöglichkeiten im Außenbereich verfügt. Als längster etablierter Nachtspot Koh Samets lockt die Freiluftbar Naga, die mit einer kleinen Tanzfläche und Lichtorgel unter Palmen aufwarten kann. Die Cocktails (120-150 Baht, Buckets 300 Baht) schmecken jedoch leider etwas synthetisch und werden lediglich in schnöden Plastikbechern serviert. Am Ao Thian Beach angesagt ist die Horizons Bar (kleines Bier 40-50 Baht, alle Cocktails 140 Baht).
Spezial-Tipp
Das am Ao Thian Beach liegende, urige Apache erscheint als abenteuerlichste Bar der Insel (Biere 50-60 Baht, Cocktails 100-300 Baht). Es führt mit einem filigranen, freakig im Carabao-Stil mit Büffelschädeln und Skulpturen dekorierter Bambussteg auf das Meer hinaus, während die daran befestigten, urgemütlichen Sala-Plattformen über dem Wasser zu schweben scheinen.
Welche Ziele einen Ausflug lohnen
Von besonderem Reiz sind die Korallenriffe bei Koh Talu, die mit kleinen Südsee-Stränden gesegnete Robinson-Insel Koh Mun Nok, das königliche Schildkrötenprojekt von Koh Mun Nai oder die Insel Koh Kudee mit dem höchsten Aussichtspunkt der Region. Die Mindestteilnehmerzahl der Schnellboot- Ausflüge beträgt meist sechs Personen, während Verpflegung und Schnorchelaus-rüstung inklusive sind. Die Samed Villa (s.o.) bietet Touren wie "Snorkeling around the island" (2,5 Stunden, 360 Baht) oder "Coral Island" (vier Stunden, 520 Baht) an, wobei es 50 Prozent Ermäßigung für Kinder gibt. Für die Erkundung der tieferen Unterwasserwelten empfehlen sich Udi`s Dive Shop, Tel/Fax 038-644122, www.kohsametdiveschool.info, oder Samed Scuba, Tel. 038- 644100-3, www.samedresorts.com. Tagestouren (mit zwei Durchgängen 3.500 Baht) locken vor allem zu den Weichkorallen von Koh Chan, den Weihnachtsbaum-Würmern von Hin Sapan oder dem maritimen Doppelfelsen Alhambra Rock. Professionell geführte Schulungskurse gibt es vom "Bubble Maker" (3.000 Baht) bis zum Dive Master (ca. 30.000 Baht). Zum umfangreichen Inselspaß-Angebot von Jimmy`s Tour, Tel. 089-8321627, zählen zum Beispiel Angeltouren (zwei Stunden, 3.500 Baht), Wasserski (30 Minuten 1.500 Baht) oder Bananenboot-Ritte (30 Minuten, 1.500 Baht).
Spezial-Tipp
Besonderer Beliebtheit er-freuen sich die Ausflüge von Sinsamut Group Tour, Tel. 087-2142067. Neben den "Sunset Trips" (2,5 Stunden, 400 Baht) und einer "Four Island Tour" (fünf Stunden, 600 Baht) wird auch ein "Seven Island Adventure" (1.200 Baht) angeboten, das in sieben Stunden zu den sieben, bis zu 30 Kilometer entfernten Nachbarinseln des Khao Laem Ya-Nationalparks führt. Einige Inseln können mit kurzen Wandertouren erkundet werden, doch im Mittelpunkt dieser erlebnisreichen Tour stehen natürlich Sonnenbäder mit Bade- und Schnorchelfreuden.