Sagenumwobene Schildkröte in Vietnam einbalsamiert

Foto: mongabay.com/Timothy Mccormack/ATP
Foto: mongabay.com/Timothy Mccormack/ATP

HANOI (dpa) - In Vietnams Hauptstadt Hanoi wird seit wenigen Tagen der einbalsamierte Körper einer vermutlich mehr als hundert Jahre alten Schildkröte ausgestellt. Das Tier mit dem Namen Cu Rua hatte bis zu seinem Tod im Januar 2016 im Hoan-Kiem-See (auch: Schwertsee) in Hanois Innenstadt gelebt. Es wurde als letzter Nachkomme der Schildkrötengottheit Kim Qui verehrt.

«Cu Rua war so wichtig für die vietnamesische Kultur, weil sie für den Schutz unseres Landes gegen Angreifer stand», erklärte der Biologe Ha Dinh Duc. Der Legende nach sollten die Schildkröten am Grund des Hoan-Kiem-Sees ein magisches Schwert bis zu dem Zeitpunkt bewachen, an dem Vietnam erneut verteidigt werden muss.

Welcher Art Cu Rua angehörte, ist umstritten. Duc und andere vietnamesischen Biologen sind der Ansicht, die Schildkröte habe zu einer Art gehört, die nur im Hoan-Kiem-See vorkomme. Internationalen Wissenschaftlern zufolge handelt es sich bei dem sagenumwobenen Tier dagegen um eine Jangtse-Riesenweichschildkröte, von der nur noch vier überlebende Exemplare bekannt sind.

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