BANGKOK: Am Montag (31. März 2025) wurde um 10.00 Uhr wurde das Gebäude A des Regierungszentrums Chaeng Watthana in Bangkok evakuiert, nachdem auffällige Risse und eine sichtbare Neigung festgestellt worden waren, berichtet Thai PBS.
Nach ersten Berichten ging die Bewegung vom Bereich des Zentralen Konkursgerichts aus, insbesondere ab der 6. und 7. Etage. Der Zugang zum Gebäude wurde umgehend gesperrt. Ingenieure sollen die Statik und Sicherheit der Struktur untersuchen – ein genauer Zeitpunkt für die Inspektion steht noch nicht fest.

Personen, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Gebäude aufhielten, berichteten von spürbaren Erschütterungen sowie Rissen in den Wänden. Laut Zeugenaussagen kam es kurz nach Arbeitsbeginn zu einem starken Rütteln, das vor allem im Bereich des Konkursgerichts wahrgenommen wurde. Über das interne Lautsprechersystem wurde eine sofortige Evakuierung angeordnet.
Die Evakuierung wurde inzwischen abgeschlossen. In unmittelbarer Nähe, insbesondere im angrenzenden Gebäude B, sollen sich ebenfalls Risse gebildet haben. Zwar liegt dort nach aktuellem Stand keine akute Einsturzgefahr vor, doch die Wahrnehmung einer zunehmenden Neigung sowie wachsende Abstände zwischen den Verbindungsgängen der Gebäude geben Anlass zur Sorge. Einige Mitarbeitende berichten zudem von Symptomen wie Schwindel und Unwohlsein in Folge der Erschütterungen.

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Tage nach dem schweren Erdbeben am Freitag (28. März 2025), das mit einer Stärke von 8,2 auf die Richterskala die Region Mandalay in Myanmar erschütterte. Das Beben war auch in zahlreichen thailändischen Provinzen deutlich zu spüren – besonders stark in Bangkok. Infolge des Bebens kam es zu erheblichen Schäden, unter anderem stürzte ein 30-stöckiges Bürogebäude der Rechnungsprüfungsbehörde ein. Dabei wurden mindestens zehn Todesopfer und 78 Vermisste gemeldet.

Das thailändische Ministerium für öffentliche Arbeiten hat angekündigt, rund 200 Ingenieure zur Überprüfung betroffener Gebäude einzusetzen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen innerhalb einer Woche vorliegen.
Einige staatliche Stellen im Regierungszentrum haben mittlerweile auf Homeoffice umgestellt, während andere Einheiten auf eine Freigabe durch die zuständigen Ministerien warten. Die allgemeine Anspannung unter den Mitarbeitenden ist hoch. Bisher hatte es in Gebäude A lediglich reguläre Brandschutzübungen gegeben – nun wird über die Notwendigkeit umfassender Notfallpläne und Sammelpunkte diskutiert.