Pattaya im Rausch der Gerüche

Pattaya im Rausch der Gerüche

Einem Leser stinkt die Cannabis-Legalisierung:

Die Stadt macht immer wieder durch ihre wechselnden Duftmarken auf sich aufmerksam. Manche angenehm, wie Parfum, frische Wäsche, Räucherstäbchen oder die Nase verzaubernder blühender Jasmin.

Andere weniger. Jeder kennt den ätzenden Gestank, der aus den Abwasserschächten nach oben zieht, von Müllcontainern, die mit offener Klappe nach Verrottung stinken, vom Abgasnebel, der aus den tausenden Auspuffrohren geblasen kommt und seinem vielfältigen Gemisch diverser Kohlenwasserstoffe.

Eine ganz neue Erfahrung dürfen unsere Geruchssensoren neuerdings erleben. Seite an Seite zu unserer Logia frönt vermutlich ein Späthippie dem exzessiven Cannabiskonsum. Je nach Windrichtung wird der süßlich moderige Dunst mehrmals am Tag zu uns rübergeblasen, was ein „Oh Gott, der qualmt schon wieder!“ auslöst. Im Condo ist Ganja-Rauchen angesagt. Es wird leider nicht kontrolliert und kümmert niemanden.

Hat man den Geruch einmal identifiziert, wird man ihn nicht mehr los. Aus welcher Richtung auch immer, kommt er, wie der Nebel des Grauens auf einen zugewarbert. Sei es auf der Straße, auf dem Markt oder der Bierbar.

Neulich setzte sich einer am Strand an den Nebentisch und baute fachmännisch einen Joint. Ziemlich perfekt, symmetrisch, ca. 20 cm lang, nach untern verjüngt. Die Spitze kunstvoll gezwirbelt. Geraucht hat er ihn glücklicherweise erst beim Spazieren am Meer.

Was solls, wir sind im Kifferparadies. Nicht verwunderlich, wo doch gefühlt alle hundert Meter ein Weedshop mit einem überdimensionalen Marihuana-Blatt Werbung für sein Vernebelungsprodukt macht.

Wieder ein neues Label für die Stadt der vielen Möglichkeiten. Nase zuhalten, ist leider auch keine Option.

Joachim Brenske, Pattaya


Die im Magazin veröffentlichten Leserbriefe geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. DER FARANG behält sich darüber hinaus Sinn wahrende Kürzungen vor. Es werden nur Leserbriefe mit Namensnennung veröffentlicht!

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