«Frankfurter Rundschau» zu Zinserhöhung der EZB
Dieses Jahr hatte man sich auch in der ETB anders vorgestellt.
Nach erfolgreicher Inflationsbekämpfung sollten die Leitzinsen noch eine Weile bleiben, wo sie sind: Bei zwei Prozent steht seit Juni 2025 der Einlagensatz, den Geschäftsbanken bekommen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Bis 2027 hätte das niedrige Niveau eine Konjunkturbelebung möglich machen sollen. Doch es kam anders. Der EZB-Rat hat die Leitzinsen leicht erhöht, der Einlagensatz steht künftig bei 2,25 Prozent. Die Währungshüter reagierten damit auf den Anstieg der Inflation seit dem Beginn des Iran-Kriegs. Öl und Gas haben sich stark verteuert und die Rate in der Eurozone auf drei Prozent getrieben. Der Zinsschritt ist umstritten, denn gegen solche externen Preisschocks kann er wenig ausrichten. Eine Bremse gegen zu starke Nachfrage - eigentlich der Zweck von Zinserhöhungen - ist das Letzte, was die Konjunktur brauchen kann. Aber die EZB-Verantwortlichen haben der Inflationsbekämpfung den Vorrang gegeben.
Eurokurs gefallen - EZB-Referenzkurs: 1,1537 US-Dollar
FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist gefallen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1537 (Mittwoch: 1,1539) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8667 (0,8666) Euro.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86330 (0,86228) britische Pfund, 185,21 (185,19) japanische Yen und 0,9221 (0,9222) Schweizer Franken fest.
Gestiegene Inflation: EZB hebt Zinsen erstmals seit 2023 an
FRANKFURT/MAIN: Mit der ersten Zinserhöhung seit fast drei Jahren stemmt sich die Europäische Zentralbank (EZB) gegen den Inflationsschub infolge des Iran-Kriegs. Die Euro-Währungshüter heben den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent an, wie der EZB-Rat in Frankfurt entschied. Zuletzt hatte die Notenbank den Zins, den Geschäftsbanken für bei der EZB geparkte Gelder bekommen, siebenmal in Folge bei 2,0 Prozent belassen.
Bas: Entlastung nach Tankrabatt-Aus möglich
BERLIN: SPD-Chefin Bärbel Bas deutet mögliche weitere Maßnahmen zur Entlastung der Verbraucher nach dem geplanten Aus des Tankrabatts Ende Juni an. Der Rabatt sei für zwei Monate festgelegt, bis zum Sommer und darüber hinaus werde man die Lage aber beobachten und «natürlich andere Entscheidungen vielleicht noch treffen müssen», sagte die Arbeitsministerin im ZDF-«Morgenmagazin». Der hinter den hohen Energiepreisen stehende Iran-Konflikt gehe ja weiter. Auf die Frage nach möglichen Entlastungen sagte Bas: «Wenn es zu großen Belastungen kommt, werden wir sicherlich darüber auch nochmal reden müssen.»
ADAC: 12-Uhr-Tankregel verursacht Rekordpreischwankungen
MÜNCHEN: Die seit 1. April für Tankstellen geltende Beschränkung auf nur noch eine Benzinpreiserhöhung am Tag verursacht laut ADAC so hohe Preisschwankungen im Tagesverlauf wie nie zuvor. Die Differenz zwischen Höchst- und Tiefstpreis eines durchschnittlichen Tages lag demnach für den Liter Super E10 bei 14,6 Cent, bei Diesel waren es sogar 18,4 Cent je Liter. Das teilte der Autoclub in München mit.
Reiche will mit neuem Heizgesetz «Politik des Misstrauens» beenden
BERLIN: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht im geplanten neuen Heizgesetz eine Chance für einen Neustart bei der «Wärmewende». Die CDU-Politikerin sagte im Bundestag: «Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz ziehen wir einen Schlussstrich unter eine Politik des Misstrauens.» Die Bundesregierung ersetze Heizungszwänge durch Technologieoffenheit. «Wir geben den Menschen die Freiheit zurück, selbst zu entscheiden, mit welchen Systemen sie ihr Haus beheizen und wie sie ihr Haus modernisieren wollen.»
EZB erwartet wegen Krieg mehr Inflation und weniger Wachstum
FRANKFURT/MAIN: Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet wegen des Iran-Kriegs mit mehr Inflation und weniger Wirtschaftswachstum im Euroraum. Im wahrscheinlichsten Szenario erwartet die Notenbank für dieses Jahr eine Teuerungsrate von durchschnittlich 3,0 Prozent. Der Wert liegt deutlich über der mittelfristig angepeilten Marke von 2,0 Prozent. Die EZB erwartet im laufenden Jahr zudem nur noch 0,8 Prozent Wachstum, 2027 dann 1,2 Prozent. Damit senkte die Notenbank ihre Prognose wegen der Kriegsfolgen und höherer Energiepreise erneut.
Ökonomen sehen Russlands Wirtschaft am Limit
KIEL: Mehr als vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine gerät Russlands Wirtschaft laut einem Bericht von Ökonomen an ihre Grenzen. Moskau habe seine Geldreserven fast vollständig verbraucht - die Wirtschaft stehe im «Endstadium», heißt es im «Kiel Report» des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und des Stockholmer Institute of Transition Economics. «In den ersten Jahren des Krieges gegen die Ukraine hat sich die russische Wirtschaft als widerstandsfähiger erwiesen, als viele erwartet hatten, doch nun sind die Reserven aufgebraucht», sagte Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft.
Wenig Tarifbindung: Deutschland hinkt EU-Vorgaben hinterher
FRANKFURT/DÜSSELDORF: Nur knapp die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland arbeitet in tarifgebundenen Unternehmen. Damit schneidet die Bundesrepublik im europäischen Vergleich schlecht ab - und ein von der EU geforderter Aktionsplan der Bundesregierung fehlt noch immer. Das kritisiert das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Obwohl die Frist für betroffene EU-Staaten Ende 2025 abgelaufen ist, gehört die Bundesrepublik demnach zu sechs EU-Ländern ohne entsprechenden Maßnahmenkatalog.
Mercedes-Benz will Rüstungsgeschäft ausbauen
STUTTGART: Der Autobauer Mercedes-Benz sieht weiteres Potenzial für Spezialfahrzeuge im Sicherheits- und Verteidigungsbereich. Produktionsvorstand Michael Schiebe sagte laut Mitteilung in Stuttgart: «Der Anteil von Fahrzeugen und Fahrgestellen für Sicherheits-, Rettungs- und Verteidigungszwecke liegt aktuell noch unter einem Prozent unseres Gesamtabsatzes.» Man sehe hier jedoch ein strategisches Entwicklungsfeld, das man aktiv und in Kooperation mit Partnern gestalten werde. Mercedes-Benz produziert seit über 45 Jahren entsprechende modifizierte Fahrzeuge.