Neues aus dem Ausland am Sonntag

Neues aus dem Ausland am Sonntag

Israel greift nach Raketenangriff aus Gaza Hamas-Ziele an

TEL AVIV: Nach Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen hat die israelische Luftwaffe in der Nacht zu Montag erneut Ziele in dem Palästinensergebiet angegriffen. «Unsere Kampfjets und Flugzeuge haben als Reaktion auf die auf Israel abgefeuert Rakete unterirdische Terroreinrichtungen der (Palästinenserorganisation) Hamas getroffen», schrieb die israelische Armee auf Twitter. «Wir machen die Hamas für alle Aktivitäten verantwortlich, die von Gaza ausgehen.» Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.

Zuvor war eine Rakete vom Gazastreifen aus in Richtung Südisrael geschossen worden. Sie war laut IDF von der Raketenabwehr Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden. Laut «Jerusalem Post» wurden die Angriffe unter anderem auch gegen eine Anlage zur Herstellung von Beton, der zum Bau von Tunneln benötigt wird, geflogen. Darüber hinaus sei unterirdische Infrastruktur angegriffen worden.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben. Zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen kommt es immer wieder zu Konfrontationen. Unterhändler Ägyptens und der Vereinten Nationen setzen sich regelmäßig für eine Beruhigung der Lage ein. Rund zwei Millionen Einwohner leben unter sehr schlechten Bedingungen in dem Küstenstreifen.


Sprengstoffanschlag an Grenzzaun zu Syrien vereitelt

TEL AVIV: Israel hat eigenen Angaben zufolge einen Sprengstoffanschlag am Grenzzaun zu Syrien vereitelt. Das teilte das israelische Militär (IDF) in der Nacht zu Montag via Twitter mit. «Wir haben gerade einen Versuch von vier Terroristen vereitelt, Sprengstoff in der Nähe des Sicherheitszaunes zwischen Israel und Syrien zu platzieren», schrieb das IDF. Die Streitkräfte und Flugzeuge hätten diese Gruppe beschossen, ein Treffer sei identifiziert worden. «Wir sind auf jedes Szenario vorbereitet und machen das syrische Regime für alle Ereignisse in Syrien verantwortlich.»

Laut Bericht der «Jerusalem Post» seien die «vier Terroristen» von einer Spezialeinheit entdeckt worden, als sie Spengladungen entlang des Zauns anbrachten. «Die Terroristen wurden von einem Flugzeug der IDF und lokalen Bodeneinheiten eliminiert.» Die eigenen Streitkräfte hätten keine Verluste erlitten. Ende Juli hatte die israelische Armee eine Verstärkung ihrer Truppen im Norden des Landes angekündigt.


Viele Tote bei Überfall auf Gefängnis

KABUL: Bei einem Überfall zur Befreiung von Gefangenen aus einem Gefängnis im Osten Afghanistans sind am Sonntag mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die bisher unbekannten Angreifer zündeten vor dem Gefängnis in der Nähe von Dschalalabad, der Provinzhauptstadt von Nangarhar, eine Autobombe, ehe sie in das Gebäude eindrangen. Zeitgleich wurden nach Angaben der örtlichen Behörden eine Reihe von anderen Gebäuden unter Beschuss genommen, es entwickelte sich ein heftiges Gefecht mit Sicherheitskräften.

Nach ersten Berichten gab es viele Opfer, vor allem unter der Zivilbevölkerung. Die Zahlenangaben schwankten zwischen einem und sieben Todesopfern, die Zahl der Verletzten wurde zunächst mit bis zu 25 angegeben. Genauere Angaben waren jedoch wegen der anhaltenden Gefechte nicht möglich, hieß es. Bei dem Angriff seien zudem zahlreiche Häftlinge aus dem Gefängnis entkommen, teilten die Behörden mit.

Die Taliban wiesen jede Verantwortung von sich, da sie über das Wochenende eine landesweite dreitägige Feuerpause verkündet hatten. Die Provinz Nangarhar galt früher als Hochburg des Terrormiliz Islamischer Staat.


Chef von mächtigem Kartell festgenommen

MEXIKO-STADT: In der mexikanischen Stadt Apaseo el Alto ist José Antonio Yépez Ortiz alias «El Marro», der Chef des mächtigen Verbrecherkartells Santa Rosa de Lima, festgenommen worden. «Ich möchte Sie darüber informieren, dass heute Morgen in einer gemeinsamen Operation von staatlichen und bundesstaatlichen Streitkräften der Hauptanführer einer kriminellen Gruppe, die in der Region Laja-Bajio im Bundesstaat Guanajuato operiert, verhaftet wurde», schrieb der Gouverneur des Bundesstaates Guanajuato, Diego Sinhue Rodríguez Vallejo, auf Twitter am Sonntag.

In einer Erklärung der Staatsanwaltschaft hieß es, fünf weitere Personen seien verhaftet, ein Arsenal sichergestellt und eine entführte Unternehmerin aus Apaseo el Alto, dem Ort der Festnahme, befreit worden. «El Marro» werde in das Hochsicherheitsgefängnis «El Altiplano» gebracht, schrieb Mexikos Sicherheitsminister Alfonso Durazo auf Twitter. Er werde einem Bundesrichter vorgeführt, der den Haftbefehl wegen organisierter Kriminalität und Benzindiebstahls erlassen habe.

Der Bundesstaat Guanajuato ist einer der gefährlichsten Mexikos. Das dort aktive Kartell Santa Rosa de Lima ist vor allem in Benzindiebstahl verwickelt und war zuletzt für eine Gewaltwelle verantwortlich. Die Gruppe von Yépez Ortiz kämpft mit dem besonders gewalttätigen Verbrechersyndikat Cártel de Jalisco Nueva Generación (CJNG) um Territorium.


1000 Teilnehmer beim finnischen Biertreiben auf Fluss nahe Helsinki

HELSINKI: Ob Luftgitarren-WM oder Frauentragen: Wenn es um kuriose Veranstaltungen geht, dann sind die Finnen meistens ganz weit vorne mit dabei. Viele der traditionellen Sommervergnügen der Finnen müssen wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr aber ausfallen - doch eine ungewöhnliche Veranstaltung haben sie am Wochenende dennoch über die Bühne gebracht: Etwa 1000 Menschen haben sich nach Angaben der Zeitung «Helsingin Sanomat» am Samstag am Kaljakellunta, dem alljährlichen Biertrinken im Gummiboot oder auf anderen schwimmenden Unterlagen auf einem Fluss bei Helsinki, beteiligt. Der Polizei zufolge lief alles reibungslos ab, wie die Zeitung berichtete.

«Kaljakellunta» bedeutet im Grunde, sich biertrinkend auf einem Gewässer treiben zu lassen. «Kalja» ist Finnisch für Bier, «kellunta» steht für «treiben». Die Veranstaltung wurde 1997 von ein paar Freunden ins Leben gerufen und ist seitdem immer weiter gewachsen, so dass zu Spitzenzeiten bis zu 5000 Teilnehmer dabei waren. Auch in anderen finnischen Orten fing man in den vergangenen Jahren an, ein ähnliches Biertreiben zu veranstalten.

Seit Samstag sind in Finnland wieder öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen mit mehr als 500 Menschen erlaubt. Auf der Webseite zum Kaljakellunta wurde angesichts der Pandemie darauf hingewiesen, dass die Veranstaltung keinen offiziellen Organisator habe und deshalb auch nicht abgesagt werden könne - schließlich könnten die Leute einfach mit ihrem Gummiboot aufkreuzen und darin Bier trinken.


Fast 100 Menschen an wohl vergiftetem Alkohol gestorben

NEU DELHI: Die Zahl der Toten nach dem Genuss von vermutlich vergiftetem Alkohol ist im Norden Indiens binnen weniger Tage auf fast 100 gestiegen. Bis Sonntag seien 98 Tote gemeldet worden, teilte die Polizei im Bundesstaat Punjab mit. Die Opfer, hauptsächlich arme Bauern und Arbeiter in drei Bezirken von Punjab, hatten am Mittwoch den Alkohol getrunken, der ersten Ermittlungen zufolge die Chemikalie Methanol enthielt, wie ein Polizeisprecher sagte. Die ersten Toten wurden am selben Tag gemeldet. Die Polizei beschlagnahmte daraufhin bei Razzien in verschiedenen Dörfern Hunderte Liter illegal gebrauten Alkohols und nahm 25 Menschen fest.

In Indien floriert das Geschäft mit illegal gebrautem Alkohol, weil er deutlich günstiger ist als der kommerziell produzierte. Er enthält aber oft Methanol, das beispielsweise in Frostschutzmittel verwendet wird. Die Chemikalie kann Blindheit verursachen und zum Tode führen. Jährlich sterben im 1,3-Milliarden-Einwohner-Land laut Regierungsangaben rund tausend Menschen nach dem Genuss solchen Alkohols. Dieser jüngste Vorfall ist der bisher folgenschwerste in diesem Jahr.

Die meisten Toten gab es mit 75 im Bezirk Tarn Taran, wie die Polizei weiter mitteilte. In den Städten Amritsar und Batala starben bisher 23 Menschen. Mitglieder der Oppositionspartei Aam Aadmi hielten Proteste in verschiedenen Orten von Punjab ab und warfen der Regierung «Fahrlässigkeit» vor, die zum Tode der meist armen Menschen geführt habe. Die Regierung von Punjab setzte bisher einige Verbrauchssteuern aus und suspendierte sechs Polizisten vom Dienst. Zudem ordnete sie Ermittlungen an und kündigte an, die Hersteller hart zu bestrafen.


Suche nach acht US-Soldaten nach Unglück auf See eingestellt

WASHINGTON: Nach einem Unglück während einer Routineübung im Meer vor Kalifornien ist die Suche nach acht vermissten US-Soldaten eingestellt worden. Insgesamt waren 16 Soldaten des Marine Corps und der Marine (Navy) am Donnerstag mit einem Gepanzerten Amphibischen Truppentransporter (AAV) vor der Küste der südlichsten Kanalinsel San Clemente Island unterwegs, als Wasser ins Innere drang und das Fahrzeug sank, wie aus einer Mitteilung am Sonntag hervorging.

Von acht geborgenen Soldaten sei einer gestorben, zwei weitere seien im kritischen Zustand im Krankenhaus. Eine ausgedehnte 40-stündige Suche, bei der neben Schiffen auch Helikopter zum Einsatz kamen, brachte keine Hinweise auf den Verbleib der acht Vermissten. Die genauen Umstände des Unglücks würden ermittelt, hieß es.


Britischer Politiker soll Frau vergewaltigt haben

LONDON: Ein ehemaliger britischer Staatssekretär ist Medienberichten zufolge unter dem Vorwurf von Sexualdelikten vorübergehend festgenommen worden. Eine frühere Mitarbeiterin des Parlaments hat den Mann demnach angezeigt. Der Politiker habe die junge Frau mehrmals zum Sex gezwungen, berichtete die «Sunday Times». Sie sei so traumatisiert gewesen, dass sie ins Krankenhaus musste. Die Taten sollen während einer Beziehung der beiden stattgefunden haben.

Die Vorfälle fanden nach Angaben der Polizei zwischen Juli 2019 und Januar 2020 statt. Scotland Yard sprach - ohne einen Namen zu nennen - lediglich von einem «Mann in der Fünfzigern», der auf Kaution wieder freigelassen wurde. Er müsse sich Mitte August wieder melden. Die Straftaten sollen an drei Orten in London stattgefunden haben, darunter in Westminster. Dort befindet sich das Parlament.

Die regierende Konservative Partei teilte mit, sie nehme die Vorwürfe sehr ernst. Weiter wollte sie sich nicht zu den Anschuldigungen äußern. Der britische Minister für Wohnungswesen, Robert Jenrick, sagte am Sonntag in einem Interview von Times Radio, dass das Parlament ein sicherer Ort für Frauen sein müsse. «Es gab eindeutig einige sehr schwierige Vorwürfe und Fälle in den letzten Jahren.»


Protestanten und Juden gedenken gemeinsam in Auschwitz

AUSCHWITZ/BERLIN: Erstmals haben Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), des Zentralrats der Juden in Deutschland und des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma gemeinsam im ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz in Polen der dort Ermordeten gedacht. In einem Gedenkakt mit Kranzniederlegungen erinnerten sie am Sonntag an die Schoa - die Ermordung der europäischen Juden - und den Völkermord an den Sinti und Roma.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sagte nach Angaben eines Sprechers, es werde nie zu begreifen sein, wie Menschen anderen Menschen so etwas antun könnten. «Auch der jahrhundertealte christliche Antijudaismus - so müssen wir Christen voller Scham feststellen - hat den mörderischen Antisemitismus gefördert. Das gemeinsame Gedenken heute hier ist für mich deswegen ein sehr berührendes Zeichen.» Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sagte, aus Auschwitz folge der Auftrag, gemeinsam für die Demokratie einzustehen, «die nie wieder in die Nähe einer menschenverachtenden Politik rücken darf».

An dem Gedenken nahm auch der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, teil. Der 2. August ist der Europäische Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma. Die Nationalsozialisten ermordeten im besetzten Europa über eine halbe Million Sinti und Roma.


Junges Mädchen erschossen

STOCKHOLM: In Schweden ist ein Mädchen im Teenageralter erschossen worden. Sie sei in der Nacht zum Sonntag in der Nähe einer Tankstelle in der Gemeinde Botkyrka bei Stockholm angeschossen worden und später ihren Schussverletzungen erlegen, teilte die Stockholmer Polizei am Vormittag mit. Das Mädchen sei unter 15 Jahre alt gewesen. Die Polizei ermittelt nun wegen Mordes, hat aber noch keinen Verdächtigen festgenommen.

Die Hintergründe der Schüsse waren zunächst völlig unklar. Nach Informationen der Zeitung «Expressen» soll das Mädchen im Jahr 2007 geboren und nicht das Ziel der Tat gewesen sein.

Die Schüsse waren nicht der einzige nächtliche Vorfall in der schwedischen Hauptstadtregion: Gegen Mitternacht stieß ein kleines Fahrzeug mit drei jüngeren Insassen an einer Kreuzung in Täby nördlich von Stockholm mit einem Streifenwagen im Einsatz zusammen. Einer der drei verletzten Insassen starb noch in der Nacht im Krankenhaus. Die drei waren nach Polizeiangaben mit einem sogenannten Leichtfahrzeug unterwegs, einem kleinen Auto, das aufgrund seiner kleinen Größe den Status eines Mopeds hat. Auch hier ist die getötete Person schwedischen Medienberichten zufolge minderjährig gewesen. Polizisten wurden bei dem Unfall nicht verletzt.


Trotz Verbot: Brände im brasilianischen Amazonas-Gebiet nehmen zu

RIO DE JANEIRO: Im brasilianischen Amazonas-Gebiet nimmt die Zahl der Feuer trotz eines Abbrenn-Verbots von Flächen weiter stark zu. In den neun brasilianischen Bundesstaaten mit Anteilen am Amazonas-Becken stieg die Zahl der Brände im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als 20 Prozent, wie Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung Inpe vom Samstag zeigten. Demnach wurden im Juli diesen Jahres 6804 Feuer registriert, 5318 waren es im Juli 2019 gewesen. Damit werden Befürchtungen verstärkt, dass das Jahr 2020 für den Regenwald in Brasilien noch schlimmer werden könnte als das Vorjahr, in dem der Wald schon großflächig in Flammen stand.

Allein am Donnerstag machten die Satelliten 1007 Feuer in Amazonien aus. Es ist Greenpeace Brasil zufolge der Negativ-Rekord an Feuern für einen Juli-Tag in 15 Jahren. «Das Dekret, das die Brände auf dem Papier verbietet, funktioniert nicht, wenn es im Feld nicht auch mehr Überwachung gibt» sagte Greenpeace-Aktivist Rômulo Batista. Mitte Juli hatten Umweltminister Ricardo Salles und Präsident Jair Bolsonaro das Abbrennen von Flächen im Amazonas-Gebiet und im Pantanal, dem größten Sumpfgebiet der Welt, für 120 Tage verboten.

Bolsonaro ist ein Befürworter der wirtschaftlichen Ausbeutung Amazoniens. Seine Regierung plant, die Streitkräfte des Landes bis 2022 im Kampf gegen Abholzung und Brände im Amazonas-Gebiet einzusetzen. Umweltschützern zufolge können die Streitkräfte die illegale Zerstörung des Waldes aber nur kurzfristig eindämmen und nicht die Arbeit der von Bolsonaro geschwächten Umweltbehörden ersetzen.


36 Corona-Infizierte auf norwegischem Schiff - auch ein Deutscher

OSLO: Mindestens 36 Crew-Mitglieder eines in Norwegen vor Anker liegenden Passagierschiffs haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Unter ihnen sei auch ein deutscher Staatsbürger, teilte die norwegische Reederei Hurtigruten mit. 33 andere Betroffene kämen aus den Philippinen, je einer aus Frankreich und aus Norwegen. Keiner von ihnen zeige Anzeichen einer Krankheit. Insgesamt sind derzeit noch 154 Crew-Mitglieder an Bord der «Roald Amundsen».

Das Expeditionsschiff liege weiter im nordnorwegischen Tromsø vor Anker und werde isoliert, Passagiere befänden sich keine an Bord. Planmäßig hatte die «Roald Amundsen» am Freitagnachmittag in Richtung Spitzbergen in See stechen sollen - die Reise wurde jedoch abgesagt, nachdem am Freitag die ersten Infektionen bei vier Besatzungsmitgliedern des Schiffes bekanntgeworden waren. Diese vier Personen kamen in ein Universitätskrankenhaus.

Alle Passagiere, die auf den beiden am 17. und 24. Juli begonnenen Touren mit der «Roald Amundsen» unterwegs gewesen seien, seien über die Lage informiert worden, hieß es. All diese Passagiere müssten für zehn Tage in Quarantäne. Norwegischen Medienberichten zufolge handelt es sich insgesamt um rund 380 Passagiere.


Welche Rolle spielen Aerosole bei der Corona-Übertragung?

GEMÜNDEN (WOHRA)/BERLIN: Welche Rolle virushaltige Partikel in der Luft bei der Ansteckung mit dem Coronavirus spielen, ist unter Wissenschaftlern umstritten.

Ein Team der Harvard Medical School veröffentlichte vor Kurzem eine Analyse, in der sie argumentieren, dass die Virus-Übertragung über die sogenannten Aerosole nicht der dominante Infektionsweg sein könne. So stecke ein Erkrankter weniger Menschen an als bei anderen von Aerosolen übertragenen Krankheiten, schreiben sie unter anderem. Der frühere Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin, Gerhard Scheuch, hält dem entgegen, das gerade die sehr kleinen Teilchen von unter 5 Mikrometern stundenlang in der Luft schweben - und dann eingeatmet werden könnten. Einig sind sich die Forscher, dass vor allem in geschlossenen Räumen die Ansteckungsgefahr am größten ist.


ABU DHABI: Emirate nehmen erstes arabisches Atomkraftwerk in Betrieb

Als erster arabischer Staat haben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ein Atomkraftwerk in Betrieb genommen. Das teilte der emiratische Vizepräsident und Emir von Dubai, Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktum, am Samstag mit. Auf lange Sicht will das rund zehn Millionen Einwohner zählende Land ein Viertel seines Energiebedarfs mit dem Akw mit 1400 Megawatt Leistung decken. Die Bauarbeiten für die vier Reaktoren begannen 2012 unter Führung der südkoreanischen KEPCO. Das Nachbarland Saudi-Arabien will in den nächsten 20 Jahren bis zu 16 Atomreaktoren bauen.


Deutscher UN-Botschafter befürchtet «Scherbenhaufen» wegen USA

NEW YORK: Der deutsche UN-Botschafter Christoph Heusgen warnt angesichts der Abkehr der US-Regierung von Abkommen und Bündnissen vor einem Zusammenbruch der gemeinsamen Wertebasis. Unabhängig davon, wer in Washington regiere, müsse für die multilaterale Zusammenarbeit geworben werden. «Sonst wird das ein Scherbenhaufen», sagte Heusgen der «Rheinischen Post» (Samstag). Der Rückzug der USA aus der Kulturorganisation Unesco, dem Weltklima-Abkommen, dem Atomdeal mit dem Iran und der Weltgesundheitsorganisation WHO sei bedauerlich. Allerdings gebe es auch Bereiche «wie etwa Sanktionen gegen Nordkorea, bei denen die USA ein großes Interesse daran haben, dass die Vereinten Nationen funktionieren», sagte Heusgen.


Papst tauscht einen Privatsekretär aus: Italiener Salerno ernannt

ROM: Papst Franziskus hat den italienischen Priester und Vatikan-Diplomaten Fabio Salerno zu einem seiner Privatsekretäre berufen. Das teilte Vatikansprecher Matteo Bruni am Samstag in Rom mit. Der 41-Jährige löse den Ägypter Ioannis Lahzi Gaid ab, der sich weiterhin im Höheren Komitee zur Brüderlichkeit um den muslimisch-katholischen Dialog bemühe. Salerno war bisher im Staatssekretariat für die Beziehungen zu anderen Staaten tätig.


Frankreichs Unterhaus billigt Ausweitung künstlicher Befruchtung

PARIS: Die französische Nationalversammlung hat die Legalisierung der künstlichen Befruchtung auch für lesbische Paare und unverheiratete Frauen in zweiter Lesung gebilligt. Über den nach Streit mit dem Senat überarbeiteten Paragraphen muss nun der Senat erneut entscheiden. Bisher ist die künstliche Befruchtung nur heterosexuellen Paaren erlaubt, die keine Kinder zeugen können. Gegen die Reform gibt es Kritik katholischer Verbände und rechter Politiker.


Brexiteers und Verwandte: Streit um Johnsons Oberhaus-Vorschläge

LONDON: Dem britischen Premierminister Boris Johnson wird bei der Besetzung neuer Mitglieder des Oberhauses Vetternwirtschaft vorgeworfen. Er schlägt Kritikern zufolge 36 vor allem linientreue Brexit-Anhänger sowie seinen Bruder Jo für das House of Lords vor. Es dürfte damit auf 830 Mitglieder anschwellen. «Wir brauchen keine 830 Leute», schimpfte der Sprecher des Oberhauses, Lord Norman Fowler, in der BBC. «Das ist lächerlich, weil es viel zu viele für unsere Aufgaben sind.» Damit hätte das Oberhaus etwa 200 Mitglieder mehr als das Unterhaus. Der einst für Johnson unbequeme Ex-Unterhaussprecher John Bercow schaffte es nicht auf die Liste.


Iran: Anführer einer monarchistischen Oppositionsgruppe verhaftet

TEHERAN: Der iranische Geheimdienst hat der iranischen Agentur Isna zufolge den Anführer der monarchistischen Oppositionsgruppe «Tondar» (Donner), Dschamschid Scharmahd, verhaftet. Die Organisation mit Sitz in den USA gilt als militärischer Arm der Gruppe «Königliche Vereinigung Irans» und war angeblich 2008 an einem Anschlag auf eine Moschee in Schiras mit 14 Toten und über 200 Verletzten beteiligt. Weitere Anschläge in Teheran seien vereitelt worden, teilte der Geheimdienst laut Isna vom Samstag mit.


Bootsmigranten fliehen aus Quarantäne in Südspanien

CARTAGENA: Insgesamt 59 Bootsmigranten aus Algerien sind nach Angaben der Regionalregierung der spanischen Region Murcia aus einer Quarantäne-Einrichtung geflohen. Dort seien sie nach Kontakten mit Corona-Infizierten eingewiesen gewesen, berichtete die Zeitung «La Verdad» am Samstag. Die Menschen seien in der vergangenen Woche mit Booten über das Mittelmeer nach Spanien gekommen und sollten 14 Tage in einer Sporthalle bei Cartagena bleiben. Bei einer Suchaktion wurden am Wochenende einige von ihnen wieder aufgegriffen.


Polen erinnert an die Opfer des Warschauer Aufstands

WARSCHAU: Polen hat an den Warschauer Aufstand gegen die deutsche Besatzung vor 76 Jahren erinnert. Am Samstag läuteten landesweit Kirchenglocken und heulten Sirenen. Die deutsche Botschaft setzte die Flaggen als Symbol für die «tiefe Trauer und Schande über die grausamen Verbrechen der deutschen Besatzer im Kampf gegen die Warschauer» auf Halbmast. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki erinnerte an das Vorgehen der Besatzer. Am 1. August 1944 hatte sich die Polnische Heimatarmee erhoben. Nach 63 Tagen war der Aufstand niedergeschlagen. Etwa 200.000 polnische Soldaten und Zivilisten waren getötet, etwa eine halbe Million wurden deportiert.


Islands Präsident für zweite Amtszeit vereidigt

REYKJAVIK: Der isländische Präsident Gudni Jóhannesson ist für vier weitere Jahre im Amt vereidigt worden. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wurde die Zeremonie am Samstag im Parlament vor lediglich 30 Gästen gefeiert. Es gab keine Handschläge und der übliche Gottesdienst in der Kathedrale in Reykjavik fiel aus. Jóhannesson ist seit 2016 Präsident und sehr beliebt.


Facebook sperrt Profile radikaler Bolsonaro-Anhänger weltweit

SÃO PAULO: Facebook hat die Profile radikaler Anhänger des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wie von der Justiz verfügt nun weltweit gesperrt. Dies berichteten brasilianische Medien unter Berufung auf das weltgrößte Online-Netzwerk am Samstag. Ein Richter hatte Facebook zuvor vorgeworfen, die Profile entgegen seiner Anweisung nur im Inland gesperrt zu haben. Er hatte am Freitag deswegen eine Strafe von 1,92 Millionen Reais (312.000 Euro) pro Tag verhängt und nicht ausgeschlossen, den brasilianischen Facebook-Chef persönlich haftbar zu machen.

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