Neues aus dem Ausland am Sonntag

Neues aus dem Ausland am Sonntag

Mexiko und Kuba schließen Kooperationsvertrag im Gesundheitssektor

HAVANNA: Mexiko und Kuba haben eine engere Zusammenarbeit im Gesundheitssektor vereinbart. Kubas Staatschef Miguel Díaz-Canel und Mexikos Präsident Manuel López Obrador unterzeichneten am Sonntag in Havanna ein entsprechendes Abkommen. Vereinbart wurde eine Zusammenarbeit im medizinischen und wissenschaftlichen Bereich. Kuba ist bekannt dafür, häufig Ärzte in andere Länder zu schicken, um bei medizinischen Notlagen zu helfen. Auch in Mexiko kommen immer wieder Mediziner aus Kuba zum Einsatz.

In seiner Rede verurteilte López Obrador das Wirtschaftsembargo der USA gegen die sozialistische Karibikinsel und kritisierte, dass Kuba offenbar nicht zu dem Amerika-Gipfel in vier Wochen in Los Angeles eingeladen werden soll. Díaz-Canel dankte seinem Kollegen für die Unterstützung und sagte: «Mexiko kann immer auf Kuba zählen.»

In Havanna beendete der mexikanische Staatschef López Obrador eine seiner wenigen Auslandsreisen. Der Linksnationalist hatte in den vergangenen Tagen Guatemala, El Salvador, Honduras und Belize besucht. López Obrador reist fast nie ins Ausland und hat die Nachbarländer in Mittelamerika bislang noch nicht besucht. Seit seinem Amtsantritt 2018 hat er erst vier Auslandsreisen unternommen - drei davon in die USA.


Zahl der Toten bei Gasexplosion in kubanischem Hotel steigt auf 31

HAVANNA: Die Zahl der Todesopfer bei der Gasexplosion in einem Luxushotel im Zentrum der kubanischen Hauptstadt ist auf 31 gestiegen. Bergungstrupp mit Spürhunden suchten am Sonntag in den Trümmern des Hotels Saratoga in Havanna nach weiteren Opfern. Unter den Toten seien vier Minderjährige und eine schwangere Frau, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. 24 Menschen wurden demnach in Krankenhäuser behandelt, 30 weitere Leichtverletzte konnten bereits wieder entlassen werden.

Am Freitag hatte eine starke Explosion das Hotel Saratoga in Havannas Altstadt großteils zerstört. Nach ersten Erkenntnissen war ein Gastank explodiert, als gerade Flüssiggas angeliefert wurde. Wegen der Coronavirus-Pandemie war das bekannte Fünf-Sterne-Hotel, wenige Schritte vom Kapitol entfernt, seit etwa zwei Jahren geschlossen. Am kommenden Dienstag sollte es wiedereröffnet werden. Die unteren drei Etagen des neoklassizistischen Gebäudes waren völlig verwüstet, wie auf Bildern zu sehen war. Die Wucht der Explosion riss die Fassade weg, von der Straße aus waren die zerstörten Zimmer zu sehen.

Der Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequelle des sozialistischen Inselstaates. Vor der Pandemie arbeiteten rund eine halbe Million der etwa elf Millionen Kubaner in der staatlichen Tourismusindustrie, die 2020 rund zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmachte. Der Tourismus auf Kuba hatte schon 2019, unter anderem wegen verschärfter US-Sanktionen, einen Rückgang erlebt.


AfD fliegt im Norden bundesweit erstmals wieder aus einem Landtag

KIEL: Die AfD ist bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein erstmals in Deutschland wieder aus einem Landesparlament geflogen. Die Partei um ihren Spitzenkandidaten Jörg Nobis erhielt am Sonntag laut vorläufigem Ergebnis nur 4,4 Prozent und scheiterte damit an der Fünf-Prozent-Hürde. Erst 2017 hatte die AfD im nördlichsten Bundesland überhaupt den Einzug in den Landtag geschafft. Umfragen hatten die Partei vor der Wahl noch bei fünf bis sechs Prozent gesehen.

Nobis machte internen Streit als Ursache für die Niederlage aus. «Interner Streit wird vom Wähler nicht goutiert», sagte er. Bereits vor der Wahl hatte die AfD im Landtag ihren Fraktionsstatus eingebüßt. Die zunächst fünfköpfige Fraktion zerfiel, weil der Partei nur drei Abgeordnete blieben. Eine Fraktion muss mindestens vier Politiker haben. Die frühere AfD-Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein wurde aus Partei und Fraktion ausgeschlossen. Frank Brodehl verließ die AfD und trat später in die Splitterpartei Liberal-Konservative Reformer ein.


Costa Ricas Präsident will Neustart: mehr Bildung, weniger Korruption

SAN JOSÉ: Costa Ricas neuer Präsident Rodrigo Chaves hat bei seinem Amtsantritt Investitionen in die Bildung und einen entschlossenen Kampf gegen die Korruption angekündigt. «Die Widersprüche unseres Landes schmerzen uns und machen das Leben unserer Bürger schwerer, als es in einem demokratischen, friedliebenden und so reichen Land wie dem unseren sein sollte», sagte der Staatschef nach seiner Vereidigung am Sonntag. «Ich weiß, dass die Herausforderung schwer erscheint und das ist sie auch, aber lasst uns nicht in Hoffnungslosigkeit verfallen und das Dunkle siegen lassen.» Zur Amtseinführung kam unter anderem der spanische König Felipe VI. nach Costa Rica.

Der frühere Finanzminister Chaves von der sozialdemokratischen Partei PPSD hatte sich Anfang April in einer Stichwahl gegen Ex-Präsident José María Figueres von der Zentrumspartei PLN durchgesetzt. «Wir werden das Haus nicht nur in Ordnung bringen, sondern es neu aufbauen», sagte Chaves in seiner Antrittsrede. «Ein Wandel ist dringend nötig. Ich werde keine Niederlage akzeptieren. Costa Rica muss keine Niederlage hinnehmen.»

Costa Rica mit seinen rund fünf Millionen Einwohnern gilt als eines der politisch stabilsten Länder in Mittelamerika. Es ist ein beliebtes Urlaubsziel. Das für seine Artenvielfalt bekannte Land ist Vorreiter bei der Erzeugung von erneuerbarer Energie. Es hat einen großen Teil des Staatsgebiets unter Naturschutz gestellt. Neben der Landwirtschaft wurden zuletzt der Ökotourismus und die IT-Branche zu immer wichtigeren Wirtschaftszweigen. Trotzdem hat auch Costa Rica mit sozialer Ungleichheit, Korruption, Hunger und Drogenhandel zu kämpfen.


Ermittlungen nach mysteriösem Tod von drei US-Touristen auf Bahamas

NASSAU: Nach dem mysteriösen Tod von drei US-Touristen in einem Ferienresort auf den Bahamas haben die Behörden des Karibikstaats Ermittlungen eingeleitet. Die Toten würden nun zunächst offiziell identifiziert, dann werde ein Pathologe nach der Todesursache suchen, teilte der stellvertretende Premierminister Chester Cooper am Sonntag mit. Polizei, Gesundheits- und Tourismusministerium sowie die US-Botschaft arbeiteten demnach eng zusammen. «Unsere Gedanken und Gebete gelten den betroffenen Familien», hieß es in der Stellungnahme.

Am Freitag waren in einem Resort auf der Insel Exuma drei US-Bürger tot in ihren Hotelzimmern gefunden worden. Die Touristen hatten zuvor mit Übelkeit ein Krankenhaus aufgesucht und sich untersuchen lassen, sagte Gesundheitsminister Michael Darville. Eine weitere Urlauberin aus den USA wurde in eine Klinik auf der Hauptinsel New Providence geflogen. Nach Einschätzung des Gesundheitsministerium besteht keine Gefahr für die anderen Feriengäste in der Anlage. «Wir glauben, das war ein Einzelfall an einem bestimmten Ort», sagte Minister Darville.


Syriens Präsident Assad auf Kurzbesuch in Teheran

TEHERAN: Der syrische Präsident Baschar al-Assad ist am Sonntag zu einem Kurzbesuch nach Teheran gereist. Laut Nachrichtenagentur Isna traf er sich in der iranischen Hauptstadt mit dem obersten Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, sowie Präsident Ebrahim Raisi. Details zu beiden Treffen sollten noch bekanntgegeben werden. Assad sei noch am Sonntag nach Damaskus zurückgekehrt.

Nach 2019 war dies Assads zweiter Iran-Besuch seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien 2011. Der Iran hat in den letzten 11 Jahren Assads Regierung stets unterstützt. Außerdem betrachtet die iranische Führung Syrien als einen seiner engsten Verbündeten im Konflikt mit dem Erzfeind Israel.


CDU-Fraktionschef Koch für Fortsetzung der Jamaika-Koalition

KIEL: Schleswig-Holsteins CDU-Fraktionschef Tobias Koch möchte trotz des absehbar hervorragenden Wahlergebnis die Jamaika-Koalition im Norden fortsetzen. «Für uns gilt das, was wir vor der Wahl gesagt haben, auch nach der Wahl. Wir würden uns eine Fortsetzung von Jamaika wünschen», sagte Koch am Sonntag im NDR-Fernsehen. Fünf Jahre gute Zusammenarbeit von CDU, Grünen und FDP sprächen für sich. «Ich finde eine Dreier-Konstellation hat sich hier sehr bewährt in Schleswig-Holstein.»

Der Prognose zufolge kann die CDU auf 41 bis 43 Prozent der Stimmen hoffen. Bestätigt sich dieses Ergebnis, könnte die CDU mit nur einem Koalitionspartner regieren. Möglich wären neben der FDP und den Grünen möglicherweise auch der Südschleswigsche Wählerverband (SSW).


Chefin der nordirischen Alliance-Party: Unterstützen Brexit-Vertrag

BELFAST: Die Chefin der nordirischen Alliance Party, Naomi Long, hat nach der Wahl zum Regionalparlament in dem britischen Landesteil ihre Unterstützung für den Brexit-Sonderstatus der Provinz bekräftigt. Angesichts der aktuellen Kräfteverhältnisse werde das Regionalparlament die als Nordirland-Protokoll bezeichnete Vereinbarung nicht kippen, sagte Long der Deutschen Presse-Agentur am Wochenende.

Zu Spekulationen, die britische Regierung unter Premierminister Boris Johnson könne das Abkommen einseitig aufkündigen, sagte Long: «Die britische Regierung sollte sich darauf konzentrieren, Stabilität herzustellen.» Sie fügte hinzu: «Bisher haben sie Nordirland und das Protokoll dazu benutzt, um auf Stimmenfang in England zu gehen. Sie sind nicht an unserer Stabilität interessiert. Sie denken nur an Boris Johnson und sein politisches Überleben.»

Die Alliance Party will den Streit zwischen Befürwortern einer Vereinigung Nordirlands mit der Republik Irland und den Anhängern der Union mit Großbritannien hinter sich lassen. Bei der Wahl am Donnerstag konnte sie die Zahl ihrer Mandate mehr als verdoppeln und ist nun drittstärkste Kraft hinter der katholisch-republikanischen Sinn Fein und der protestantisch-unionistischen DUP.

Sinn Fein darf als stärkste Kraft erstmals das Amt der Regierungschefin stellen. Damit es dazu kommt, muss sich aber auch die DUP auf eine Einheitsregierung einlassen. Bislang verweigert sie das aus Protest gegen das Nordirland-Protokoll und fordert von der Regierung in London, die Vereinbarung umgehend außer Kraft zu setzen. Der DUP zufolge schadet die Regelung der nordirischen Wirtschaft. Sinn Fein, die Alliance Party und andere Parteien bestreiten das. Spätestens 2024 soll das nordirische Regionalparlament über das Abkommen abstimmen.


Fall von Affenpocken in England festgestellt

LONDON: In England ist ein Fall von Affenpocken registriert worden. Der mit dem seltenen Virus Infizierte habe sich mutmaßlich in Nigeria damit angesteckt und sei dann nach Großbritannien gereist, teilte die britische Gesundheitsbehörde am Wochenende mit. Der Mann werde in London im Krankenhaus von Spezialisten behandelt und seine Kontaktpersonen würden als Vorsichtsmaßnahme kontaktiert. «Es ist wichtig, zu betonen, dass Affenpocken sich nicht leicht von Mensch zu Mensch verbreiten können und das Risiko für die Öffentlichkeit sehr gering ist», sagte Colin Brown von der UK Health Security Agency einer Mitteilung zufolge.

Eine Übertragung des Virus kann passieren, wenn Menschen engen körperlichen Kontakt zueinander haben. Üblicherweise verlaufen Erkrankungen der Behörde zufolge mild und klingen innerhalb einiger Wochen ab. Allerdings kann es vereinzelt auch schwerere Fälle geben. Zu den Symptomen bei Affenpocken gehören Fieber, Kopfschmerzen, geschwollene Lymphknoten sowie ein Ausschlag, der oft im Gesicht beginnt und sich dann auf andere Körperteile ausbreitet.

Die Affenpocken wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals 1970 in Afrika bei Menschen registriert. Sie seien seit dem nachweislich in über zehn Ländern des Kontinents aufgetreten. Die Erreger können von verschiedenen Tierarten übertragen werden. Die Viren wurden laut WHO vereinzelt durch Reisende exportiert unter anderem in die USA, nach Israel und auch schon 2018 nach Großbritannien.

Die Pocken des Menschen gelten seit 1980 nach einer großen Impfkampagne weltweit als ausgerottet.


Waldbrände in Sibirien weiten sich aus - auch Häftlinge sollen helfen

OMSK: Immer mehr russische Regionen in Sibirien melden die Ausbreitung starker Waldbrände. In der Region Irkutsk am Baikalsee wüteten insgesamt 13 Brände auf einer Fläche von rund 700 Hektar, wie die Nachrichtenagentur Interfax am Sonntag unter Berufung auf den Gouverneur des Gebiets, Igor Kobsew, berichtete. In der gesamten Region gilt bereits seit Samstag der Notstand, zwei Menschen sind bei einem Feuer in einer Gartenanlage ums Leben gekommen. Brände wurden auch aus den Regionen Kemerowo, Kurgan und Omsk gemeldet.

Am angespanntesten ist die Lage nach wie vor in der Region Krasnojarsk. Dort sollen nach einem Bericht des Fernsehsenders NTW in der Ortschaft Gromadsk Häftlinge und Wachpersonal der örtlichen Gefängnisanstalt zu Löscharbeiten ausgerückt sein, weil die Feuerwehr überfordert gewesen sei. Insgesamt standen im Gebiet Krasnojarsk offiziellen Angaben zufolge zuletzt rund 1000 Hektar Wald und Steppe in Flammen. Mehrere Ortschaften wurden bereits zerstört. Bislang wurden aus der Region sieben Todesopfer gemeldet.

Im Gebiet Omsk wurde derweil der Bürgermeister der Stadt Nasywajewsk, Viktor Lupinos, nach einem verheerenden Brand festgenommen. Dem Politiker wird vorgeworfen, Brandschutz und Feuerbekämpfung nicht ausreichend organisiert zu haben. Das Feuer soll bereits am Freitag rund 100 Häuser in der Stadt und den anliegenden Ortschaften vernichtet haben.


Rekord: Sherpa bezwingt Mount Everest zum 26. Mal

KATHMANDU: Der nepalesische Bergführer Kami Rita hat zum 26. Mal den Mount Everest bestiegen und damit seinen eigenen Rekord ausgebaut. Der 52-Jährige habe den Gipfel des mit gut 8848 Metern höchsten Berges der Welt am Samstag gegen 18.55 Uhr Ortszeit mit zehn weiteren Sherpas erreicht, teilte seine Expeditionsfirma mit. Aufgabe der von Kami Rita angeführten Gruppe war es, mit Seilen die Routen für Bergsteiger aus dem Ausland vorzubereiten.

Kami Rita hatte den Everest erstmals 1994 bezwungen. Er erklomm auch mehrere andere Achttausender im Himalaya. Sherpas sind eine ethnische Gruppe aus dem Himalaya, deren Angehörige häufig als Führer und Träger für Bergsteiger arbeiten.

Wegen der schwierigen Witterungsbedingungen ist die Hauptsaison für das Besteigen des Mount Everest auf wenige Wochen im Frühjahr begrenzt. Jedes Jahr versuchen Hunderte Bergsteiger in dem kurzen Zeitfenster, den Gipfel des Berges an der Grenze zwischen Nepal und dem von China verwalteten Tibet von nepalesischer Seite zu bezwingen. Seit der ersten Besteigung des Everest im Jahr 1953 schafften es inzwischen mehr als 5000 Menschen auf den Gipfel. Mehrere Hundert kamen bei dem Versuch ums Leben.


Saudi-Arabiens 86 Jahre alter König Salman im Krankenhaus

RIAD: Saudi-Arabiens König Salman ist im Alter von 86 Jahren für eine Reihe medizinischer Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht worden. Der Monarch werde in einem Spezialkrankenhaus in der Küstenstadt Dschidda behandelt, teilte der Königshof am Sonntag laut der staatlichen Nachrichtenagentur SPA mit. Details der ärztlichen Untersuchungen wurden nicht bekannt.

Schon im Jahr 2017 hatte König Salman die meisten seiner Kompetenzen an seinen Sohn übertragen, Kronprinz Mohammed bin Salman. Dieser ist der faktische Herrscher des Königreichs. Über den Gesundheitszustand des altersschwachen Königs gibt es immer wieder Spekulationen. Im März wurde die Batterie seines Herzschrittmachers ausgetauscht, 2020 war ihm bei einer Operation die Gallenblase entfernt worden.


EU bedauert «Verletzung demokratischer Grundsätze» bei Hongkong-Wahl

BRÜSSEL: Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat im Namen der Europäischen Union den Wahlprozess des neuen Regierungschefs in Hongkong kritisiert. «Die Europäische Union bedauert diese Verletzung der demokratischen Grundsätze und des politischen Pluralismus und sieht in dem Auswahlverfahren einen weiteren Schritt zur Abschaffung des Grundsatzes «Ein Land - zwei Systeme»», teilte Borrell am Sonntag mit.

Der ehemalige Sicherheitsminister John Lee war am Sonntag nahezu einstimmig zum nächsten Regierungschef für Hongkong gewählt worden. 1416 von 1424 Delegierten des pekingtreuen Wahlkomitees stimmten für den 64-Jährigen, der als alleiniger Kandidat für die Nachfolge der scheidenden Regierungschefin Carrie Lam angetreten war.

Borrell teilte mit, die EU fordere die Behörden in China und Hongkong auf, sich an ihre nationalen und internationalen Verpflichtungen zu halten - dazu gehöre auch das Ziel des allgemeinen Wahlrechts bei der Auswahl des Regierungschefs und des Legislativrats. Er kritisierte, dass die Anzahl der Wähler für das Wahlkomitee erheblich reduziert worden sei. Dies habe die demokratischen Elemente in der Regierung Hongkongs weiter geschwächt.

Seit dem 1. Juli 1997 gehört Hongkong wieder zu China. Eigentlich soll es nach dem Grundsatz «Ein Land, zwei Systeme» eigenständig regiert werden. Auch bekamen die sieben Millionen Hongkonger seinerzeit die Zusage, bis 2047 ein «hohes Maß an Autonomie» und viele politische Freiheiten genießen zu können. Seit dem Erlass eines umstrittenen Sicherheitsgesetzes reden viele aber nur noch von «Ein Land, ein System», weil Hongkong damit China immer ähnlicher werde.

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