Neues aus dem Ausland am Montag

Neues aus dem Ausland am Montag

Mordanklage gegen Autofahrerin nach Unfall mit sechs Toten

LOS ANGELES: Nach einem schweren Autounfall nahe Los Angeles mit sechs Toten hat die Staatsanwaltschaft in Kalifornien Mordanklage erhoben. Eine 37-jährige Frau, die den Unfall am 4. August verursacht hatte, wird wegen Mordes und fahrlässiger Tötung vor Gericht gestellt, wie die Behörde am Montag (Ortszeit) mitteilte. So viele Menschenleben seien «sinnlos» zerstört worden, sagte Bezirksstaatsanwalt George Gascón in einer Mitteilung.

Die Frau war in der Ortschaft Windsor Hills angeblich mit hoher Geschwindigkeit bei Rot über eine Kreuzung gerast und hatte dabei mehrere Fahrzeuge mit sich gerissen. Einige Autos gingen in Flammen auf. Eine hochschwangere Frau, ihr einjähriger Sohn, ihr Verlobter sowie zwei weitere Frauen kamen ums Leben. Die Fahrerin erlitt leichte Verletzungen.

Die Mordanklage schließt das ungeborene Kind ein. Für eine Verurteilung wegen «second degree murder» muss rücksichtsloses und böswilliges Verhalten und Missachtung von menschlichem Leben nachgewiesen werden. Alkohol am Steuer oder frühere Verkehrsvergehen können eine Anklage verschärfen.

Die Unfallursache wird noch untersucht. Hinweise auf Drogen- oder Alkoholkonsum wurden zunächst nicht bekannt. Laut der «Los Angeles Times» soll die Frau schon früher in schwere Autounfälle verwickelt gewesen sein.


Trump: Anwesen in Mar-a-Lago von Bundespolizei durchsucht

WASHINGTON: Die Bundespolizei FBI hat nach Angaben von Ex-US-Präsident Donald Trump dessen Anwesen in Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida durchsucht. «Mein wunderschönes Zuhause, Mar-A-Lago in Palm Beach, Florida, wird derzeit von einer großen Gruppe von FBI-Agenten belagert, durchsucht und besetzt», schrieb Trump am Montagabend (Ortszeit) auf dem von ihm mitbegründeten Netzwerk «Truth Social». «Diese unangekündigte Razzia in meinem Haus war weder notwendig noch angemessen», schrieb Trump weiter. Es sei auch sein Safe geöffnet worden.

Trump nannte den Vorgang «politische Verfolgung». Warum das Anwesen durchsucht wurde, war zunächst unklar. Medien berichteten, dass das FBI am Montagabend (Ortszeit) die Durchsuchung beendet hatte. Eine CNN-Reporterin sagte, dass Trump während der Aktion nicht zu Hause gewesen sei. Der Ex-Präsident war bei den öffentlichen Anhörungen des Untersuchungsausschusses zur Kapitol-Attacke zuletzt von Zeugen schwer belastet worden. Demnach habe Trump gewusst, dass die Demonstranten am 6. Januar 2021 bewaffnet waren und sie bewusst zum Kapitol geschickt.

Zuletzt hatten sich die Hinweise verdichtet, dass das Justizministerium das Verhalten Trumps selbst genauer untersucht. Im Raum steht die Frage, ob Justizminister Merrick Garland strafrechtliche Schritte gegen Trump einleiten könnte. Trump wurde außerdem vorgeworfen, er habe Akten und Dokumente aus seiner Zeit im Weißen Haus zurückgehalten und sogar die Toilette heruntergespült. Trump wies das zurück. Eigentlich muss in den USA jede Korrespondenz des Präsidenten archiviert und für die Nachwelt aufgehoben werden.

Die «New York Times» berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, dass die Untersuchung im Zusammenhang mit den Dokumenten stünde. Trump hatte nach seiner Amtszeit mehrere Kisten mit Akten in sein Anwesen nach Mar-a-Lago mitgenommen. Darunter sollen Berichten nach wichtige Kommunikationsunterlagen gewesen sein - auch Briefe des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un und ein Schreiben von Trumps Vorgänger Barack Obama. Trump hatte schließlich mehrere Dokumente der Nationalen Verwaltungsstelle für Archivgut und Unterlagen übergeben.


US-Stadt Albuquerque erhöht Polizeipräsenz nach Mordserie an Muslimen

WASHINGTON: Die Polizei in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico hat nach den Morden an Muslimen ihre Präsenz verstärkt. «Wir sorgen zunächst einmal für eine sichtbare Polizeipräsenz in den Moscheen, um deutlich zu machen, dass wir da sind und beobachten», sagte der Bürgermeister der Stadt, Tim Keller, dem Sender CNN am Montagabend (Ortszeit). In bestimmten Gegenden der Stadt patrouilliere die Polizei nun außerdem häufiger. In dieser Woche starte auch die Schule wieder, so Keller. Dort werde es spezielle Programme für die Sicherheit muslimischer Schülerinnen und Schüler geben, kündigte er an. «Wir versuchen also, extrem sichtbar zu sein.»

Die Polizei in Albuquerque hatte am Samstagabend mitgeteilt, dass sie einen Mord an einem muslimischen Mann untersucht, der möglicherweise in Verbindung mit drei ähnlichen Taten in der Stadt stehe. In allen vier Fällen aus den vergangenen neun Monaten habe es sich bei den Ermordeten um muslimische Männer aus Südasien gehandelt. Die Bundespolizei FBI unterstütze die örtliche Polizei bei den Ermittlungen.

Die drei jüngsten Morde ereigneten sich innerhalb von zwei Wochen und versetzten die Stadt in Aufregung. US-Präsident Joe Biden sagte dazu: «Diese hasserfüllten Angriffe haben keinen Platz in Amerika.»


Migrantenbusse nach New York: Weißes Haus verurteilt Texas-Gouverneur

WASHINGTON/NEW YORK: Im Streit um die US-Flüchtlingspolitik hat das Weißes Haus den texanischen Gouverneur Greg Abbott scharf kritisiert. Der konservative Republikaner hatte Dutzende Migranten per Bus in die liberalen Hochburgen New York und Washington geschickt, um seinen eigenen Worten zufolge gegen die «Politik der offenen Grenzen» der US-Regierung zu protestieren. Die Sprecherin von Präsident Joe Biden reagierte am Montag verärgert: «Er benutzt Politik, um sich einen persönlichen Vorteil zu verschaffen, und schickt diese verzweifelten Migranten hierher», sagte Karine Jean-Pierre.

Es gebe einen gesetzlich festgelegten Prozess zur Verteilung von Migranten, die über die südliche US-Grenze kommen, so Jean-Pierre weiter. Doch Abbott habe sich dafür entschieden, aus der Situation politisches Kapital schlagen zu wollen. Auch der New Yorker Bürgermeister Eric Adams ging Abbott hart an: «Es ist unvorstellbar, was der Gouverneur von Texas getan hat, wenn Sie an dieses Land denken - ein Land, das immer offen war für diejenigen, die vor Verfolgung und anderen unangemessenen, unerträglichen Bedingungen fliehen.» Adams betonte, New York werde die Menschen aufnehmen und sich um sie kümmern.

Die Zahl der unerlaubten Grenzübertritte von Mexiko in die USA war in den vergangenen Monaten auf einem sehr hohen Stand. Abbott, der sich im Wahlkampf befindet, macht Bidens Migrationspolitik dafür verantwortlich. Der Republikaner tritt im November gegen den Demokraten Beto O'Rourke für das Gouverneursamt an. O'Rourke liegt im konservativen Texas deutlich hinter Abbott, hatte in den Umfragen aber zuletzt etwas aufgeholt.


UN-Vermittler: Gaza-Waffenruhe ist zerbrechlich

NEW YORK/TEL AVIV/GAZA: Die Vereinten Nationen haben Israelis und Palästinenser zum Einhalten der vereinbarten Waffenruhe im Gazastreifen aufgefordert. «Ich möchte den Rat auf Folgendes aufmerksam machen: Die Waffenruhe ist zerbrechlich», sagte UN-Vermittler Tor Wennesland am Montag bei einer Sitzung des Weltsicherheitsrats in New York. Jede Wiederaufnahme der Feindseligkeiten würde verheerende Folgen haben und jeden politischen Fortschritt erschweren. Eine politischer Weg - bekräftigte Wennesland - könne nur in einer Zwei-Staaten-Lösung liegen. Gleichzeitig begrüßte er die Öffnung der Grenzübergänge nach Gaza, das am Rande einer humanitären Katastrophe gestanden habe.

Nach dreitägigen Kämpfen war die Waffenruhe zwischen Israel und dem Islamischen Dschihad am Sonntag um 23.30 Uhr Ortszeit (22.30 Uhr MESZ) in Kraft getreten. Beide Seiten hatten zuvor separat ein Ende der Angriffe erklärt. Zunächst hatte die von Ägypten vermittelte Feuerpause Bestand.

Das israelische Militär hatte am Freitag die Militäraktion «Morgengrauen» mit Luftangriffen gegen den Islamischen Dschihad im Gazastreifen gestartet. Während der Operation wurden zwei Dschihad-Militärchefs getötet. Zudem starben 44 Menschen und 360 wurden verletzt, wie das palästinensische Gesundheitsministerium mitteilte. Unter den Toten waren den Angaben zufolge auch 15 Kinder und 4 Frauen. Die Palästinenser machten Israel dafür verantwortlich. Israels Armee betonte dagegen, fehlgeleitete Raketen des Dschihad hätten zivile Opfer im Gazastreifen gefordert.


Kabeldiebstahl legt Hochgeschwindigkeitsverkehr Madrid-Barcelona lahm

MADRID: Ein Kabeldiebstahl hat am Montag den Verkehr der Hochgeschwindigkeitszüge zwischen den spanischen Metropolen Madrid und Barcelona mehr als fünf Stunden lang lahmgelegt. 22 Züge seien bis Montagmittag ausgefallen, mehr als 7000 Passagiere seien betroffen gewesen, berichteten der staatliche Fernsehsender RTVE und andere Medien unter Berufung auf die Bahngesellschaft Adif.

Die Polizei der Region Katalonien teilte unterdessen mit, ein 19-Jähriger sei in Tarragona unter dem Verdacht festgenommen worden, etwa 600 Meter Glasfaserkabel gestohlen zu haben. Die Tat habe das Signalisierungssystem zum Erliegen gebracht. Die mit Geschwindigkeiten von bis zu 310 Stundenkilometern verkehrenden AVE-Züge sind für Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bekannt.


Eisbär verletzt Touristin auf Spitzbergen und wird getötet

LONGYEARBYEN: Ein Eisbär hat auf der zu Norwegen gehörenden Inselgruppe Spitzbergen eine Touristin aus Frankreich verletzt und ist getötet worden. Der Bär sei am Morgen in ein Zeltlager eingedrungen und habe der Frau Verletzungen am Arm zugefügt, hieß es am Montag in einer Mitteilung auf der Website des Gouverneurs von Spitzbergen. Die Verletzungen seien nicht lebensgefährlich. Das Tier sei mit Schüssen verjagt worden. Dabei wurde es den Angaben zufolge aber so schwer verletzt, dass es getötet werden musste.

Die Frau war Teil einer Gruppe von 25 Touristen, die am nördlichen Teil des Isfjords in Zelten übernachteten. Sie wurde in einem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Longyearbyen, der größten Siedlung auf Spitzbergen gebracht. Die Inselgruppe liegt im Arktischen Ozean.


Kolumbiens neuer Präsident Petro will Friedensprozess wiederbeleben

BOGOTÁ: Der neue kolumbianische Präsident Gustavo Petro will den Friedensprozess in dem einstigen Bürgerkriegsland wieder anschieben. Ziel sei es, das Friedensabkommen mit der linken Guerillaorganisation Farc konsequent umzusetzen, die abgebrochenen Verhandlungen mit der kleineren Rebellengruppe ELN wieder aufzunehmen und mit dem aus den rechten Paramilitärs hervorgegangenen Verbrechersyndikat Golf-Klan in den Dialog zu treten, sagte der Linkspolitiker einen Tag nach seinem Amtsantritt am Montag. Die konservative Vorgängerregierung hatte den Vertrag mit den Farc nur halbherzig umgesetzt und nach einem Bombenanschlag die Gespräche mit der ELN abgebrochen.

Chile bot sich für den Friedensprozess als Vermittler und Garantiemacht an. Das südamerikanische Land war bereits vor dem Friedensschluss mit den Farc eine der Garantiemächte und sei bereit, diese Aufgabe wieder zu übernehmen, sagte Chiles Präsident Gabriel Boric bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Bogotá. Zuletzt hatte er sein Land bereits als Verhandlungsort für neue Gespräche mit der ELN angeboten.

Kolumbien litt 52 Jahre lang unter einem Bürgerkrieg zwischen linken Rebellen, rechten Paramilitärs und dem Militär. 220.000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden vertrieben. Nach dem Friedensabkommen 2016 zwischen Regierung und Farc verbesserte sich die Sicherheitslage zwar zunächst. Allerdings sind mittlerweile viele Kämpfer wieder in den Untergrund gegangen und haben sich kriminellen Banden angeschlossen. Immer wieder werden Gewerkschafter, soziale Aktivisten und Umweltschützer gezielt getötet.


Geschwächter Belugawal soll aus der Seine ins Meer gebracht werden

PARIS: Der in einer Seine-Schleuse in Frankreich feststeckende geschwächte Belugawal soll ins Meer zurückgebracht werden. «Es erscheint uns möglich, über einen Transport Richtung Meer nachzudenken», sagte die stellvertretende Präfektin Isabelle Dorliat-Pouzet am Montag in Évreux dem Sender BFMTV.

Bislang habe man diese Option eher ausgeschlossen, weil der Wal dafür zu schwach erschien. Experten rieten nun aber dazu, den Transport Richtung Ärmelkanal zu wagen. Seit Montagmorgen werde an der Option gearbeitet. Der weiße Wal habe sich am Montag außerdem etwas dynamischer verhalten als zuvor, sagte Dorliat-Pouzet dem Sender.

Wie die Präfektur am Montag mitteilte, wird der rund 70 Kilometer von Paris entfernt in der Flussschleuse lokalisierte Weißwal weiterhin von Experten beobachtet, die Feuerwehr und Gendarmerie seien vor Ort. Die Organisation «Sea Shepherd France» berichtete, dass der Belugawal weiterhin keine Nahrung zu sich nehme, sich aber neugierig zeige. Am frühen Morgen habe er sich 30 Minuten lang an der Schleusenwand gerieben und somit Flecken entfernt, die sich auf seinem Rücken gebildet hatten. Möglicherweise hätten ihm verabreichte Antibiotika auch geholfen.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein großer Wal in den französischen Fluss verirrt hat: Im Mai verhungerte ein Orca nach wochenlanger Odyssee in der Seine, im Juli wurde mutmaßlich ein Finnwal in der Flussmündung bei Le Havre gesichtet.


Mord an schwarzem Jogger - erneut lebenslange Haft für Schützen

WASHINGTON: Zweieinhalb Jahre nach dem Mord an dem schwarzen Jogger Ahmaud Arbery ist gegen einen der verurteilten weißen Männer erneut eine lebenslangen Haftstrafe verhängt worden. Das entschied am Montag eine Richterin eines US-Bundesgerichts im Bundesstaat Georgia, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Der Schütze Travis M. war im Februar nach Bundesrecht wegen Hassverbrechen für schuldig befunden worden. Eine Jury kam im Februar zu dem Schluss, dass die drei Männer Arberys verfassungsmäßige Rechte verletzt hätten.

Der 25-jährige Arbery war im Februar 2020 nahe der Stadt Brunswick in Georgia beim Joggen erschossen worden. Die Ermittlungen kamen erst richtig in Gang, als der Fall später durch ein verstörendes Handy-Video von der Tat national und internationale Aufmerksamkeit erlangte. Wenig später - am 25. Mai 2020 - wurde der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota getötet. Danach kam es über Monate hinweg zu Protesten gegen Rassismus und auch gegen Polizeigewalt in den USA.

Eine Geschworenenjury hatte die drei Männer bereits in einem Verfahren des Bundesstaates Georgia für schuldig befunden und im Januar zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Schütze Travis M. wurde damals von den Geschworenen des Mordes für schuldig befunden. Die beiden Mitangeklagten, Travis M.s Vater Gregory M. und der Nachbar William B., wurden unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und Totschlagsdelikten für schuldig befunden. Alle drei Männer wurden wegen des rassistischen Hintergrunds der Tat auch nach Bundesrecht angeklagt.

Während des aktuellen Prozesses vor dem Bundesgericht hatte die Staatsanwalt gezeigt, dass die Angeklagten in der Vergangenheit etwa rassistische Textnachrichten schrieben oder sich rassistisch äußerten. Die Verteidigung argumentierte, dass Arbery nicht aus rassistischen Motiven gejagt worden sei, sondern weil die Männer ihn eines Verbrechens verdächtigten.


Rebellen und Regierung des Tschad unterzeichnen Friedensabkommen

N'DJAMENA/DOHA: Die Übergangsregierung des zentralafrikanischen Tschad hat ein Friedensabkommen mit Rebellengruppen unterzeichnet. Das teilte das katarische Außenministerium, das in dem Friedensprozess eine Vermittlerrolle hat, am Montag in Doha mit. Die Europäische Union begrüßte das Abkommen.

Die Rebellen der «Front für Wandel und Eintracht im Tschad» (FACT) unterzeichneten das Abkommen von Doha nicht, wie sie bereits vorab am Sonntag auf Twitter mitteilten. Die EU forderte in ihrer Mitteilung sämtliche Rebellengruppen auf, das Abkommen noch zu unterstützen.

Der erdölreiche aber von Armut geprägte Tschad mit knapp 17 Millionen Einwohnern wird von einer Übergangsregierung geleitet. Zuvor war Langzeitherrscher Idriss Déby Itno nach offiziellen Angaben im April 2021 bei schweren Zusammenstößen mit der FACT-Rebellenbewegung im Norden des Landes getötet worden. Débys Sohn Mahamat wurde als Präsident des Militärrats eingesetzt, der umgehend Dutzende Rebellen festnahm.

Für die ehemalige Kolonialmacht Frankreich und für Europa ist der Tschad ein militärisch wichtiger Partner in der von zahlreichen bewaffneten Gruppen umkämpften Sahel-Region.


Kenia wählt neuen Präsidenten

NAIROBI: Im ostafrikanischen Kenia sind die Menschen am Dienstag zur Wahl eines neuen Präsidenten aufgerufen. Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet: Umfragen sehen den ehemaligen Premierminister Raila Odinga mit knappem Vorsprung vor dem bisherigen Vizepräsidenten William Ruto. Odinga, der bereits zum fünften Mal bei einer Präsidentschaftswahl antritt, hat sich im Vorfeld als harter Kämpfer gegen Korruption im Land inszeniert. Ruto verspricht radikale Wirtschaftsreformen, die Kleinstunternehmer und Landwirte besser stellen sollen. Beide Kandidaten setzen sich für eine Enge Anbindung Kenias an den Westen ein. Die Wahllokale schließen um 16.00 Uhr MESZ (17.00 Uhr Ortszeit).

Für das Land mit seinen 56 Millionen Einwohnern ist es die fünfte Präsidentschaftswahl seit seiner Unabhängigkeit 1963. Der Wahlgewinner muss mehr als die Hälfte der Stimmen auf sich vereinigen. Angesichts des erwarteten knappen Ergebnisses dürfte es zu einer Stichwahl kommen.

In dem bei Touristen beliebten Land sind Unruhen und Gewalt bei Wahlen nicht ungewöhnlich. Hintergrund sind ethnische Spannungen zwischen den verschiedenen Volksgruppen. Hinzu kommt derzeit die angespannte Lage durch steigende Lebensmittel- und Kraftstoffpreise.


Klagen gegen Ergebnis von Verfassungsreferendum scheitern

TUNIS: Zwei Wochen nach der Volksabstimmung über eine neue Verfassung in Tunesien hat ein Gericht die mittlerweile dritte Klage gegen das Ergebnis abgewiesen. Das Verwaltungsgericht lehnte eine Anfechtungsklage der liberalen Partei Afek Tounes ab, wie die Staatsagentur TAP am Montag berichtete. Die Klage habe formelle Anforderungen nicht erfüllt. Am Freitag hatte das Gerichte bereits zwei weitere Klagen gegen das Ergebnis abgewiesen. Die Verfassung kann damit wie geplant voraussichtlich Ende August in Kraft treten.

Beim Referendum Ende Juli hatten 94,6 Prozent der Tunesier für die neue Verfassung und damit einen weitreichenden Machtausbau für Präsident Kais Saied gestimmt - begleitet von einem großen Boykott. Nur ein knappes Drittel der Wahlberechtigten nahm teil. Staatschef Saied kann nun ohne Zustimmung des Parlaments etwa die Regierung sowie Richter ernennen und entlassen. Die Verfassung sieht überhaupt keine Instanz mehr vor, die den Präsidenten kontrollieren oder ihn gar des Amtes entheben könnte.

«Dass die Gegner der neuen Verfassung (beim Referendum) zu Hause blieben, spielt jetzt kaum noch eine Rolle», schrieb das Magazin «Foreign Policy» zur Lage in dem nordafrikanischen Land. «Der Präsident hat seine Verfassung durchbekommen mit einer nach Ansicht seiner Unterstützer überwältigenden Mehrheit.» Vielen Tunesiern würden die Folgen des Referendums erst langsam bewusst.

Tunesien war 2010 Ausgangspunkt der Aufstände in der arabischen Welt und galt seitdem als einziges Land, dem dort der Übergang zur Demokratie gelang. Politische Machtkämpfe, häufige Regierungswechsel und grassierende Korruption verhinderten aber einen dauerhaften Wandel. Viele Menschen in Tunesien haben inzwischen das Vertrauen in die Politik verloren.


Belarus: Opposition diskutiert über Lage in ihrer Heimat

VILNIUS: Hunderte Vertreter der belarussischen Opposition sind im baltischen EU-Land Litauen zu einer Konferenz zusammengekommen. Zwei Jahre nach der als gefälscht geltenden Präsidentschaftswahl in Belarus wollen sie in Vilnius über die Lage in ihrem Heimatland und ihr weiteres Vorgehen diskutieren. Zum Auftakt des zweitägigen, auch im Internet übertragenen Treffens rief Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja zur Geschlossenheit auf. «Wir müssen zusammenstehen für Belarus», sagte sie in ihrer Rede. «Wir müssen erkennen, dass der Weg zu einem neuen Belarus unser gemeinsamer Weg ist.»

Nach Angaben Tichanowskajas eint die Teilnehmer der Konferenz fünf gemeinsame Ziele: das unrechtmäßige Regime in Belarus beseitigen, alle politischen Gefangenen zu befreien und zu rehabilitieren, die Unabhängigkeit des Landes zu verteidigen und ausländische Truppen abzuziehen, faire und freie Wahlen abzuhalten und die Demokratie wiederherzustellen. Wie dies erreicht werden könne, solle auf der Konferenz «Neues Belarus» offen diskutiert werden, sagte sie. Die Vorschläge und Ergebnisse der Diskussionen sollen anschließend veröffentlicht werden.

Bei der Wahl am 9. August 2020 hatte sich der autoritäre Machthaber Alexander Lukaschenko erneut zum Sieger der Wahl ausrufen lassen - und damit beispiellose Proteste in Belarus ausgelöst. Viele sehen Tichanowskaja als Siegerin des Urnengangs in der Ex-Sowjetrepublik - sie war nach der Wahl in das EU-Nachbarland Litauen geflüchtet. Auch viele andere Oppositionelle sind im Exil in dem Baltenstaat oder auch in Polen. In Belarus gibt es aufgrund massiver staatlicher Repressionen inzwischen gut wie keine größeren Demonstrationen mehr.

«Die Erfahrung der letzten zwei Jahre hat mich gelehrt, dass man nicht auf Wunder hoffen kann. Wenn etwas getan werden muss, muss man es einfach tun», sagte Tichanowskaja. «Und wenn es anfängt zu funktionieren, werden sich andere anschließen.»


Auschwitz-Überlebende und Autorin Zofia Posmysz gestorben

WARSCHAU: Die polnische Autorin und Auschwitz-Überlebende Zofia Posmysz-Piasecka ist am Montag im Alter von 98 Jahren gestorben. Das teilte die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau auf Twitter mit. Das Internationale Auschwitz-Komitee würdigte die Schriftstellerin und Zeitzeugin. «Für Auschwitz-Überlebende war es immer ein großer Trost, daß die Stimme von Zofia Posmysz in der ganzen Welt hörbar war», betonte Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Komitees. Mit ihren literarischen Werken sei sie «eine Übersetzerin der Empfindungen und Erinnerungen vieler Überlebender » gewesen.

Der polnische TV-Nachrichtensender TVN24 berichtete online unter Berufung auf die Stadtverwaltung von Auschwitz (Oswiecim), Zofia Posmysz sei am Montagmorgen im Hospiz der Stadt gestorben. Die Schriftstellerin und Drehbuchautorin sei auch Ehrenbürgerin der Stadt gewesen.

Als 18-Jährige wurde Posmysz 1942 verhaftet, als sie in ihrer Heimatstadt Krakau Flugblätter für den polnischen Widerstand verteilte. Nach zweieinhalbjähriger Haft in Auschwitz wurde sie nach Ravensbrück verschleppt. Dort erlebte sie als 21-jährige Frau die Befreiung am 2. Mai 1945.

Nach ihrer Rückkehr nach Polen arbeitete sie unter anderem für den polnischen Rundfunk. Sie wurde durch ihr auch auf Deutsch veröffentlichtes Hörspiel «Die Passagierin» international bekannt. In dem Werk geht es um die Wiederbegegnung einer Auschwitz-Überlebenden mit ihrer ehemaligen KZ-Wächterin während einer Schiffsreise. Das Hörspiel diente als Vorlage für einen Film und eine Oper.


VW-Finanzsparte verdient weiter prächtig und erhöht Prognose

BRAUNSCHWEIG: Die Volkswagen-Finanzsparte geht nach einem bisher starken Geschäftsverlauf auch im Gesamtjahr von mehr Gewinn aus als bisher. Hohe Wiederverkaufspreise von Leasing-Rückläufern und niedrige Kredit- und Restwertrisiken lassen das Management zuversichtlicher werden: Bisher hatte der Absatzfinanzierer Volkswagen Financial Services (VWFS) mit einem operativen Ergebnis von rund 4 Milliarden Euro gerechnet, nun soll es dann doch deutlich mehr werden. Allerdings werde das Ergebnis unter dem Wert des Vorjahres von 5,7 Milliarden Euro bleiben. Finanzchef Frank Fiedler warnte am Montag vor hoher Inflation und knapperen Geldbeuteln bei den Kunden.

Zwar hätten auch die Kunden von VWFS dank hoher Sparquoten in der Vergangenheit noch einiges auf der hohen Kante. Unter anderem mit den absehbar steigenden Energiepreisen würden aber wohl einige in «existenzielle Situationen» geraten, sagte Fiedler in einer Telefonkonferenz. «Da kommen wir jetzt in eine echte Konkurrenz.» Das Unternehmen aus Braunschweig habe aber schon immer sehr vorsichtig agiert und ein Mehrfaches dessen für Kreditausfälle zurückgelegt, als letztlich nötig gewesen sei.

Zu den «extrem günstigen Zinsen» der jüngeren Vergangenheit werde man nicht mehr zurückkommen, sagte Fiedler. In jüngster Zeit war das Zinsniveau am Finanzmarkt gestiegen. «Das müssen wir durchpreisen und das wird natürlich auch das Konsumverhalten beeinflussen», verwies der Manager auf Risiken für künftige Vertragsabschlüsse. Der Boom bei den Gebrauchtwagenwerten werde im zweiten Halbjahr ebenfalls zurückgehen. Dennoch erwartet er nach eigener Aussage ein operatives Jahresergebnis von rund 5 Milliarden Euro.

Die Finanzsparten der Autokonzerne stehen derzeit gut da, weil sie aus dem Leasing zurückkehrende Gebrauchtwagen zu hohen Preisen weiterverkaufen können. Neuwagen sind wegen Produktionseinschränkungen knapp, daher greifen die Kunden verstärkt auch zu Gebrauchtwagen. Zudem sind die Kreditausfälle weiter sehr niedrig. Die Geschäfte liefen für VWFS zwar auch im ersten Halbjahr mit einem Anstieg des operativen Ergebnisses um 27,5 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro prächtig. Wegen der Absatzflaute im VW-Konzern infolge des Teilemangels ging aber der Vertragsbestand zurück: Er sank um 1,2 Prozent auf knapp 22 Millionen Verträge.


Athener Abhörskandal: Mitsotakis weist Verantwortung von sich

ATHEN: Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis hat jede Verantwortung für das monatelange Abhören des Handys eines Oppositionspolitikers durch den griechischen Geheimdienst (EYP) zurückgewiesen. «Das, was passiert ist, mag gesetzmäßig gewesen sein, aber es war falsch. Ich wusste davon nichts, und offensichtlich hätte ich so etwas auch nie genehmigt», sagte der Regierungschef am Montag in einer Ansprache, die vom Staatssender ERT übertragen wurde.

Zuvor hatte der EU-Parlamentarier und Chef der griechischen sozialdemokratischen Partei Pasok, Nikos Androulakis, Anzeige gegen Unbekannt erstattet mit dem Verdacht, dass sein Handy abgehört werde. Die Ermittlungen brachten zu Tage, dass das Handy tatsächlich monatelang vom griechischen Geheimdienst abgehört worden war. Im Zuge der Enthüllungen traten am Freitag der Chef des Nachrichtendienstes (EYP), Panagiotis Kontoleon, sowie der Generalsekretär des Regierungsbüros, Grigoris Dimitriadis, zurück.


SPD-Kommission: Schröder hat nicht gegen Parteiordnung verstoßen

HANNOVER: Der frühere deutsche Kanzler Gerhard Schröder hat mit seinem Engagement für russische Staatskonzerne nicht gegen die Parteiordnung der deutschen Sozialdemokraten verstoßen. Ein Verstoß könne dem 78-Jährigen nicht nachgewiesen werden, entschied die Schiedskommission des SPD-Unterbezirks Region Hannover am Montag in erster Instanz.

Die Kommission sieht damit keine Grundlage für eine Rüge oder gar einen Parteiausschluss. Gegen die Entscheidung kann binnen zwei Wochen Berufung eingelegt werden. Schröder steht seit langem wegen seiner Nähe zu Putin und zur russischen Öl- und Gaswirtschaft in der Kritik. Er war von 1998 bis 2005 deutscher Regierungschef.


ADAC rechnet mit vielen Staus durch Rückreisewelle

BERLIN: Reiserückkehrer müssen sich in den nächsten Tagen und am Wochenende auf stockenden Verkehr und viele Staus einstellen. Laut ADAC werden vor allem Menschen aus Bayern und Baden-Württemberg auf den Straßen erwartet, denn in diesen Bundesländern beginnt nun die dritte Ferienwoche. In Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und der Mitte der Niederlande enden die Ferien hingegen in Kürze.

Allen flexiblen Reisenden empfiehlt der ADAC daher, unter der Woche zu fahren - vor allem Dienstag und Mittwoch seien günstige Reisetage, hieß es am Montag. Als besonders staugefährdete Strecken nannte der ADAC die Fernstraßen zur und von der Nord- und Ostsee, die Großräume Hamburg, Berlin und München und außerdem folgende Autobahnen in beide Richtungen: A1 Lübeck -Bremen- Dortmund-Köln, A3 Passau - Nürnberg - Würzburg - Frankfurt, A5 Basel - Karlsruhe - Frankfurt, A6 Mannheim - Heilbronn - Nürnberg, A7 Flensburg - Hamburg, A8 Salzburg - München - Stuttgart, A24 Berlin - Hamburg und die A61 Ludwigshafen - Koblenz - Mönchengladbach.

An den Grenzen der europäischen Nachbarländer müssen Reisende mit Wartezeiten von 30 bis 60 Minuten rechnen - darunter an den Übergängen Suben (A3 Linz - Passau), Walserberg (A8 Salzburg - München) und Kiefersfelden (A93 Kufstein - Rosenheim). Für Fahrten nach Slowenien und Kroatien, Griechenland und in die Türkei und zurück könne es sogar noch länger dauern.

Auch im Ausland wird laut ADAC die Rückreisewelle den Verkehr ins Stocken bringen. Italiens Fernstraßen seien in diesem Jahr besonders stark belastet. Am Wochenende vor Ferragosto (Feiertag am 15. August) bricht traditionell das ganze Land zum Urlaub am Meer auf. Die staugefährdetsten Strecken: Tauern-, Fernpass-, Arlberg-, Rheintal-, Brenner-, Karawanken- und Gotthard-Route sowie die Fernstraßen von und zu den italienischen, französischen und kroatischen Küsten. Besonderheit Österreich: Entlang der Inntal-, Tauern- und Brennerautobahn sei wegen der Sperre von Ausweichrouten mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen, teilte der ADAC mit.


Pakistanische Taliban: Anführer Khorasani bei Bombenangriff getötet

ISLAMABAD: Die pakistanischen Taliban haben den Tod eines Anführers bei einem Bombenanschlag bestätigt. Demnach kamen Omar Khalid Khorasani sowie zwei weitere Kommandeure bei einem gezielten Anschlag in der afghanischen Provinz Paktika ums Leben, wie die militanten Islamisten am Montag in einer WhatsApp-Gruppe mitteilten. Zu dem Angriff hat sich bislang niemand bekannt.

Die USA hatten auf den gebürtigen Pakistaner, der mit bürgerlichem Namen Abdul Wali Mohmand heißt, ein Kopfgeld in Höhe von drei Millionen Dollar (rund drei Millionen Euro) ausgesetzt. Er soll den Gründern des Terrornetzwerkes Al-Kaida, Osama bin Laden und Aiman al-Sawahiri, nahe gestanden haben.

Khorasani soll unter anderem hinter der Bombenattacke 2016 in der pakistanischen Stadt Lahore gestanden haben, bei der mindestens 70 Menschen ihr Leben verloren. 2017 gab es Berichte, wonach Khorasani bei einem US-Drohnenangriff ums Leben kam. Diese stellten sich jedoch als unwahr heraus.


Bericht offenbart enorme Versorgungslücke bei britischen Zahnärzten

LONDON: In weiten Teilen Großbritanniens ist es einem Bericht zufolge schwer bis unmöglich, als neuer Patient einen Zahnarzttermin zu bekommen. Neun von zehn Praxen des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS nehmen keine neuen erwachsenen Patienten an, wie eine am Montag veröffentlichte BBC-Recherche zeigt. Acht von zehn nehmen auch keine Kinder als neue Patienten an. Patienten müssen - anders als für normale Hausarzttermine - in Zahnarztpraxen des NHS für Behandlungen zahlen, allerdings werden diese staatlich bezuschusst. Private Zahnarztbehandlungen können sich viele Briten nicht leisten.

Dem BBC-Bericht zufolge hat das dramatische Folgen: So würden viele Britinnen und Briten für Behandlungen Wege von Hunderten Kilometern auf sich nehmen, sich ohne Betäubung selbst Zähne ziehen oder auf selbstimprovisierten Zahnersatz setzen. So bastelte sich etwa Caroline Young aus Blackpool, nachdem ihre Kronen ausgefallen waren, mithilfe einer im Internet bestellten Plastikform einen temporären Ersatz. Ärzte warnen, dass solche Maßnahmen zu einer Verschlechterung der Zahngesundheit führen können.

Auch in anderen Bereichen des britischen Gesundheitsdienstes gibt es enorme Probleme: Gesundheitsminister Steve Barclay warnte am Montag im «Telegraph» davor, Krankenhäuser sähen sich Richtung Herbst «sehr ernsten Herausforderungen» ausgesetzt. Wegen des akuten Personalmangels sprach er sich dafür aus, mehr ausländische Fachkräfte in den Gesundheitsdienst zu holen. Entscheidungen wie diese könnten nicht warten, bis ein neuer Premier im Amt sei. Mit dem Brexit haben viele ausländische Fachkräfte das Land verlassen.

Die neue Premierministerin oder der neue Premierminister soll Anfang September ins Amt starten. Derzeit stimmen die Mitglieder der konservativen Tory-Partei darüber ab, ob Außenministerin Liz Truss oder Ex-Finanzminister Rishi Sunak in die Downing Street einzieht.


Künsterin Al Qadiri aus Kuwait erhält Preis der Fellbacher Triennale

FELLBACH: Die kuwaitische Künstlerin Monira Al Qadiri wird in diesem Jahr mit dem Preis der 15. Triennale Kleinplastik in Fellbach ausgezeichnet. Die mit 5000 Euro dotierte Ehrung erhält Al Qadiri am 1. Oktober. «Sie beeindruckt mit ihren poetisch-kritischen künstlerischen Arbeiten», würdigte Kuratorin Elke aus dem Moore am Montag die Preisträgerin. Al Qadiri arbeite mit verschiedenen Medien, komme in ihrem Werk aber immer wieder auf die Skulptur zurück. Bei der diesjährigen Triennale (4. Juni bis 3. Oktober) stellt die Künstlerin die drei Werke «Holy Quarter», «Spectrum» und «OR-BIT IV» aus. Die Arbeiten seien unter anderem aus ihren Recherchen über das historische und kulturelle Erbe des Perlenhandels in der Golfregion hervorgegangen.

Die 1983 im Senegal geborene Al Qadiri setzt sich in ihren Performances, Skulpturen und Videoarbeiten mit spekulativen Zukunftsentwürfen auseinander, darunter auch mit der Frage, wie es in ihrer Heimat nach der Zeit der Öl-Förderung weitergehen könnte. Sie beschäftigt sich zudem mit den Folgen von Korruption. Al Qadiri lebt und arbeitet in Berlin.

Die Fellbacher Triennale wurde 1980 als Forum zeitgenössischer Plastik ins Leben gerufen. Sie findet seitdem alle drei Jahre statt und hat sich zu einer international beachteten Ausstellung entwickelt.


Dürregeplagter Stausee gibt menschliche Überreste frei

LAS VEGAS: Im Stausee Lake Mead nahe der US-Metropole Las Vegas sind zum vierten Mal seit Mai dieses Jahres menschliche Überreste zum Vorschein gekommen. Nach einem Notruf seien am Samstag an einem Strand im Erholungsbereich des Sees, dessen Wasserstand infolge der Dürre stark gesunken ist, Teile eines menschlichen Skeletts gefunden worden, teilte die Nationalparkverwaltung NPS mit. Polizeitaucher hätten die Überreste geborgen. Der Gerichtsmediziner versuche nun, die Todesursache festzustellen. In der gleichen Gegend waren bereits am 25. Juli skelettierte Überreste eines Menschen entdeckt worden.

Lake Mead, an der Grenze der Bundesstaaten Nevada und Arizona gelegen, ist einer der wichtigsten Stauseen der USA und versorgt rund 40 Millionen Menschen. Angesichts der anhaltenden schweren Dürre im Westen des Landes sind die Pegelstände allerdings stark gefallen. Seit 1983 sei der Wasserstand um fast 52 Meter zurückgegangen, berichteten örtliche Medien. Derzeit sei der See nur zu rund 27 Prozent seiner maximalen Kapazität gefüllt, hieß es unter Berufung auf Satelliten-Aufnahmen der Weltraumbehörde Nasa.

Die ersten menschlichen Überreste in dem Stausee waren am 1. Mai entdeckt worden: Die Leiche wies eine Schusswunde auf und war in einem Fass in dem See versenkt worden, vermutlich zwischen Mitte der 1970er und Anfang der 1980er Jahre. Es habe sich ohne Zweifel um einen Mord gehandelt, zitierte der Sender CNN einen Ermittler. Dass die Mafia im Spiel gewesen sein könnte, sei nach jetzigem Stand der Ermittlung reine Spekulation, betonte er.

Weitere Überreste wurden am 7. Mai gefunden und einer 23 bis 37 Jahre alten Person zugeordnet. Bei den anderen Toten handele es sich vermutlich um Menschen, die vor Jahren in dem See ertrunken seien, sagte eine Sprecherin der Nationalparkverwaltung dem Sender.


Drei Frauen sterben bei Ansturm auf indischen Tempel

NEU DELHI: In Indien sind mindestens drei Frauen bei einem großen Ansturm auf einen hinduistischen Tempel gestorben. Weitere Gläubige seien verletzt worden, berichteten indische Medien am Montag unter Berufung auf die Polizei.

Die Betroffenen hätten am frühen Montagmorgen noch vor Sonnenaufgang mit vielen anderen Menschen vor dem Tempel gewartet, denn es handelte sich um einen Glückstag im hinduistischen Kalender, hieß es. Als dann die Tore des Tempels im Bundesstaat Rajasthan geöffnet worden seien, sei eine Frau ohnmächtig geworden und umgefallen. Daraufhin seien auch weitere Menschen in der Pilgerstätte gestürzt, es hätte ein Chaos gegeben und die Frauen seien gestorben. Die Polizei habe später die Menge kontrollieren können.

Der Regierungschef des Bundesstaates Rajasthan, Ashok Gehlot, versprach den Familien der Opfer je 500.000 Rupien (ca. 6166 Euro) Entschädigung und je 20.000 Rupien (ca. 247 Euro) für die Verletzten.


UN-Fonds: Sri Lankas Krise gefährdet Gesundheit von Schwangeren

NEW YORK/COLOMBO: Die schwere Wirtschaftskrise in Sri Lanka bedroht nach Einschätzung des UN-Bevölkerungsfonds die Gesundheit von schwangeren Frauen und Mädchen in dem Inselstaat. Wie die Vereinten Nationen am Montag in New York mitteilten, steht das einst robuste Gesundheitssystem angesichts von Energieknappheit und Mangels an lebenswichtigen Gütern einschließlich Medikamenten «am Rande des Zusammenbruchs». Für lebensrettende Gesundheitsmaßnahmen seien binnen eines halben Jahres 10,7 Millionen Dollar (etwa 10,5 Millionen Euro) erforderlich. Betroffen seien mehr als zwei Millionen Frauen.

Jahrelange Bemühungen hätten die Lage für Frauen und Mädchen in dem einst aufstrebenden Land stetig verbessert. So brächten inzwischen etwa 99 Prozent der Frauen ihre Kinder in Gesundheitseinrichtungen mit Hilfe medizinischen Personals zur Welt. «Aber diese Errungenschaft ist jetzt bedroht», warnte der Bevölkerungsfonds. Auch Schutzmechanismen für Frauen und Mädchen in Not seien durch die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten beeinträchtigt.


Ältester Kardinal im Alter von 98 Jahren gestorben

BRATISLAVA/ROM: Der älteste Kardinal, der Slowake Jozef Tomko, ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Tomko war jahrelang ein enger Mitarbeiter des früheren Papstes Johannes Paul II. Über seinen Tod informierte am Montag die Konferenz der Bischöfe der Slowakei auf ihrer Internetseite.

Tomko wirkte seit 1945 im Vatikan und bekleidete dort wichtige politische Funktionen. Unter anderem war er jahrelang Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker - eine Funktion, die sich vereinfacht als oberster Leiter der weltweiten katholischen Mission definieren lässt. Auch nach seinem altersbedingten Rücktritt 2001 blieb Tomko im Vatikan noch jahrelang einflussreich und war bis 2007 Präsident des Päpstlichen Komitees für die Eucharistischen Weltkongresse.

Der inzwischen emeritierte Papst Benedikt XVI. berief ihn 2012 in die Kardinalskommission zur Klärung des sogenannten Vatileaks-Skandals. Dabei ging es um vertrauliche Dokumente, die an die Öffentlichkeit gelangt waren und den Verdacht von Korruption und Günstlingswirtschaft im Vatikan enthüllten.


Berliner Feuerwehr: Autobahn Avus bleibt weiter gesperrt

BERLIN: Die Berliner Autobahn Avus bleibt wegen des Brands im Grunewald weiterhin gesperrt. Das teilte die Feuerwehr am Montagvormittag mit. Der Grund dafür sei die weiterhin gefährliche Lage. Ziel der Feuerwehr ist es, den Gefahrenbereich zu verkleinern.

Das Feuer war in der Nacht zu Donnerstag auf dem Sprengplatz ausgebrochen. Tonnenweise alte Granaten, Munition und beschlagnahmte Feuerwerkskörper lagerten in Gebäuden auf dem Gelände.


Nach Waffenruhe: Israel öffnet Grenzübergänge zum Gazastreifen

TEL AVIV: Israel hat nach der vereinbarten Waffenruhe seine Grenzübergänge zum Gazastreifen wieder geöffnet. Nach Beurteilung der Sicherheitslage seien der Erez-Grenzübergang und der Warenübergang Kerem Schalom wieder offen, teilte die israelische Koordinierungsstelle für Aktivitäten in den Palästinensergebieten (COGAT) am Montag mit. Erste Treibstofftanks und humanitäre Hilfsgüter passierten einer Sprecherin zufolge am Morgen die Grenze.

Die Stromversorgung in dem Küstengebiet war am Samstag wegen fehlendem Treibstoff von zwölf auf vier Stunden reduziert worden. Das palästinensische Gesundheitsministerium warnte daraufhin vor einer Einstellung der medizinischen Versorgung.

Israel hatte die Übergänge vergangenen Montag nach der Festnahme eines Anführers des Islamischen Dschihads im Westjordanland geschlossen. Begründet wurde dies mit der Sorge vor Angriffen. Wenige Tage später kam es zum gewaltsamen Konflikt der israelischen Streitkräfte mit der militanten Palästinenserorganisation. Eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe trat am späten Sonntagabend in Kraft.

Rund zwei Millionen Einwohner leben unter sehr schlechten Bedingungen in dem Küstenstreifen am Mittelmeer. Die Hamas hatte 2007 gewaltsam die Macht an sich gerissen. Israel verschärfte daraufhin eine Blockade des Gebiets, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Staaten begründen die Maßnahme mit Sicherheitsinteressen.


Tata Motors übernimmt Produktionsstätte von Ford in Indien

NEU DELHI: Der größte indische Autohersteller Tata Motors kauft für 7,3 Milliarden Rupien (knapp 90 Mio Euro) eine Produktionsstätte des US-Autobauers Ford in Indien. Die Tata-Motors-Tochterfirma für Elektrofahrzeuge soll Gebäude, Maschinen und Ausrüstung sowie alle in Frage kommenden Angestellten der Produktionsstätte im westindischen Bundesstaat Gujarat übernehmen, teilte Tata Motors am Montag mit.

Tata Motors, der auch die Automarken Jaguar und Land Rover gehören, will die Produktionskapazitäten erweitern. Ford hingegen stellte seine Produktion in Indien vor knapp einem Jahr ein, nachdem die Firma es dort jahrelang schwer hatte, Geld zu verdienen. Auch deutsche Autobauer haben Mühe, sich in Indien zu etablieren. Das Land ist zwar als zweitbevölkerungsreichste Nation der Welt ein interessanter Markt. Allerdings sind Inder beim Autokauf sehr preisorientiert und die einheimischen Anbieter sehr günstig.


China setzt Manöver um Taiwan überraschend fort

PEKING: Ungeachtet seiner anfänglichen Ankündigung, dass die chinesischen Manöver um Taiwan am Sonntag eigentlich enden sollten, hat die Volksbefreiungsarmee die Übungen am Montag fortgesetzt. Wie Chinas Staatsfernsehen berichtete, hätten sich die Kampfübungen in der Luft und See der Meerenge der Taiwanstraße auf «gemeinsame Einsätze gegen Unterseeboote und zum Angriff auf See konzentriert».

Bei der Ankündigung der Manöver am vergangenen Dienstag hatte China ursprünglich einen Abschluss am Sonntag in Aussicht gestellt. Bisher wurde allerdings kein formelles Ende mitgeteilt. Einige chinesische Kommentatoren hatten vielmehr geäußert, dass die Militärübungen regelmäßig stattfinden und eine neue Normalität werden könnten.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Wu Qian, bezeichnete die Manöver am Montag als «notwendige Warnung» an die USA und Taiwan. Es sei eine «angemessene» Reaktion auf deren «Provokationen». Die Spannungen seien «bewusst» von den USA geschaffen worden, indem die Vorsitzende des amerikanischen Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, gegen den Widerstand aus Peking nach Taipeh gereist sei.

Die chinesische Führung lehnt solche offiziellen Kontakte anderer Länder zu Taipeh ab, weil es die Insel nur als Teil der Volksrepublik ansieht. Hingegen versteht sich Taiwan längst als unabhängig. Mit den Manövern übte die Volksbefreiungsarmee nicht nur eine See- und Luftblockade, sondern auch eine mögliche Eroberung der Insel.

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