Neuer Trendsport erreicht Bangkok

Anyone, anytime, anywhere – Street Racket fördert eine bewegte Schule

Angsana Scholtan (im Bild) stellte Schülerinnen und Schülern der RIS Swiss Section die neue Trendsportart vor. Fotos: Scholtan
Angsana Scholtan (im Bild) stellte Schülerinnen und Schülern der RIS Swiss Section die neue Trendsportart vor. Fotos: Scholtan

BANGKOK: Rahel und Marcel Straub aus dem Zürcher Oberland haben vor drei Jahren während einer karitativen Auszeit eine neue, eigene Sportart erfunden und diese nebenberuflich laufend weiterentwickelt. Heutzutage widmet sich das Ehepaar vollzeitlich seinem „Street Racket“, eine Art einfaches Straßentennis, das ohne Infrastruktur auskommt und sogar den weiten Weg in die thailändische Hauptstadt Bangkok gefunden hat.

Unter dem Motto „anyone, anytime, anywhere“ fördert Street Racket Bewegung, Gesundheit, Gemeinschaft sowie Integration und bekämpft erfolgreich negative gesellschaftliche Probleme des digitalen Zeitalters wie Inaktivität, Übergewicht und Diabetes oder auch die Vereinsamung und übermäßigen Smartphone- oder Computerkonsum. Die neue Sportart kann unabhängig von Alter, Geschlecht und Niveau sofort erlernt und gespielt werden. Ein paar wenige Linien am Boden reichen aus, und schon kann es losgehen mit dem gemeinsamen, sicheren und gesunden Spielspaß – draußen sowie auch drinnen! Dank einfacher, aber spezifischer Regeln sind lange Ballwechsel, viel Bewegung und das Gefühl von Kompetenz und Selbstvertrauen garantiert – eine wichtige Grundlage, um sich regelmäßig zu bewegen.

Spielspaß – gänzlich ohne Infrastruktur

Die charakteristischen Courts mit den drei Quadraten – von denen das mittlere anstelle eines Netzes überspielt wird – werden in Sekunden mit Straßenkreide oder Klebeband installiert oder einfach in trockene Naturstraßen und Wege geritzt. Gespielt wird mit eigens entwickelten leichten Holzrackets sowie Softbällen. Mittlerweile gibt es schon über 200 Spiel- und Übungsformen, die vom einfachen Familienspiel bis hin zur Trainingsgestaltung von Spitzensportlern genutzt werden können. Auch im Behinderten- und Alterssport kann Street Racket sehr gut eingesetzt werden.

Match in der RIS Swiss Section: Ein paar Linien auf dem Boden mit Kreide aufgemalt und das Spiel kann beginnen.
Match in der RIS Swiss Section: Ein paar Linien auf dem Boden mit Kreide aufgemalt und das Spiel kann beginnen.

Nachdem sich Street Racket bereits in vielen Schulen in der Schweiz erfolgreich etabliert hat, reiste das Ehepaar mitsamt seiner vier Kinder im Alter zwischen eins und acht Jahren nach Thailand und Kambodscha. Ziel der Reise war es, ihre Sportart auch der Jugend Südostasiens näherzubringen. Auf eigene Kosten besuchten sie viele Organisationen und Schulen in den beiden Ländern, um ihr Konzept vorzustellen, das auch spannende Lern-Settings in den Bereichen Mathematik, Sprachen und Allgemeinbildung beinhaltet. „Kinder sind nicht zum längeren Sitzen geeignet und brauchen für eine gesunde Entwicklung viel mehr bewegte Einheiten, als dies normalerweise der Fall ist“, erklärt Marcel. Zu diesem Zweck motivieren Rahel und Marcel Schulen auf der ganzen Welt zur Schaffung von Street-Racket-Spielfeldern, um mit kleinstem Aufwand jegliche Flächen in bewegte Orte der Begegnung und einen nahen und vielseitigen Sportplatz für jedermann zu verwandeln. In Thailand und Kambodscha wurden zudem erste Instruktoren ausgebildet, um die Nachhaltigkeit zu unterstützen. Auf diese Weise können weitere (Hilfs-)Organisationen und Schulen Street Racket kennenlernen, indem Sie einen Kurs mit Instruktor buchen. Auch die umfassenden Street-Racket-Lehrmittel werden in Zusammenarbeit mit der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA ins Thailändische und auf Khmer übersetzt.

Kinder der RIS Swiss Section sind begeistert

Um den Siegeszug ihrer neuen Sportart fortzusetzen, freuen sich Rahel und Marcel sehr, in Thailand mit dem Ehepaar Angsana und Michael Scholtan einen engagierten Partner gewonnen zu haben, der sich mit viel Herzblut dafür einsetzt, dass sich Street Racket auch in den Schulen und auf den Straßen des Königreichs etabliert. Nach Koh Phangan erfolgte der Auftakt in Bangkok in der RIS Swiss Section – Deutschsprachige Schule Bangkok, wo die neue Sportart – sowohl von den Kindern als auch von den Lehrkräften – gut aufgenommen wurde. Besonders die Überlegungen, Street Racket als Nachmittagskurs an der RIS Swiss Section anzubieten, freut die Erfinder der Sportart Rahel und Marcel natürlich sehr.

Wer sich über Street Racket und das Konzept informieren möchte, erfährt mehr auf der Webseite www.streetracket.net. Ein YouTube-Video stellt zudem die verschiedenen Spielmodi vor.

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Marcel Straub 14.08.19 10:19
Gegendarstellung durch den Erfinder Marcel Straub
Sehr geehrter Oliver Harms. Da es sich bei Street Racket um unser Lebenswerk und jahrelange Aufbauarbeit handelt möchte ich mich kurz selber zu Ihrem sehr negativen Kommentar äussern. 1. Wir wären dankbar wenn sich die Menschen zuerst über Street Racket informieren bevor sie falsche Äusserungen dazu verbreiten. 2. Das Konzept ist einzigartig und sehr innovativ, es sind keineswegs "alte Räder". Das quadratische Felderkonzept wurde von uns entwickelt. Die Rackets und Bälle wurden ebenfalls so gestaltet, dass sie perfekt zu den Feldern und unseren Visionen passen, dass nämlich jung und alt, Könner und Anfänger sowie auch Menschen mit Behinderung sofort den Zugang finden. Auch das Bundesamt für Sport ist von Street Racket begeistert und empfiehlt der Bevölkerung die Spiele auszuprobieren; es gibt bereits über 300 Anwendungsformen. 3. Wir engagieren uns neben der Bewegungsförderung wie Sie im Artikel gelesen haben mit einem eigenen Lehrmittel auch in der Bildung - ich denke nicht dass dies mit "alten Rädern" bereits möglich war. Die Kinder müssen sich auch im Schulalltag noch viel mehr bewegen was uns mit den spannenden Lern-Settings sehr gut gelingt, auch in Fächern wie Mathematik, Allgemeinbildung und Sprachen. 4. Das gesamte Engagement in Thailand und Kambodscha haben wir privat finanziert um etwas Gutes zu tun. Wir arbeiten auch in Flüchtlingslagern, in Gefängnissen und in Waisenheimen. Ich hoffe Ihre Meinung wurde ein bisschen revidiert. Danke.
Oliver Harms 11.08.19 21:09
aus dem spielzeug museum geklaut?
alte räder wieder aufgelegt und als neu erfunden verkaufen,nicht einmal diese holzschläger sind etwas neuartiges!mein respekt!! das eigentlich schon sehr traurige da bei ist,dass die jugendlichen selbst die einfachsten dinge im web vorgekaut bekommen müssen um es dann umsetzen zukönnen. nicht mal diese holzschläger sind etwas neu erfundenes.
Jurgen Steinhoff 11.08.19 16:21
Alles was die Leute vom passiven
an der Glotze hängen, PC-Spiele, übertriebenen facebook Gebrauch u.s.w. weglocken kann, ist nur gut. Ja zu mehr Bewegung, ja zu Kontackt mit Menschen
mar rio 11.08.19 13:51
Scheint noch nie da gewesen zu sein
und sollte auf keinen Fall mit dem Family Tennis oder anderen Strandsportarten aus den 80ern verwechselt werden. Ich sehe da eine große Zukunft für die Erfinder voraus.