BANGKOK: Nach dem Ende der touristischen Hochsaison verzeichnen viele Hotels in Thailand sinkende Buchungszahlen – und damit wachsende Sorgen vor einem erneuten Preiskrieg. Während in der Hauptsaison die Zimmerpreise teils kräftig stiegen und bei Reisenden auf Kritik stießen, beobachten Branchenvertreter nun eine zunehmende Zurückhaltung der Gäste – insbesondere im Vergleich zu aufstrebenden Destinationen wie Vietnam.
Laut Thienprasit Chaiyapatranun, Präsident des thailändischen Hotelverbands (THA), stieg der durchschnittliche Zimmerpreis in Thailand im März 2025 um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 57 US-Dollar, basierend auf Daten des Branchenanalysten HotStats. Zum Vergleich: In Vietnam betrug der Durchschnittspreis lediglich 29 US-Dollar – bei ebenfalls steigender Nachfrage. Dort kletterte die Auslastung von 55 auf 60 Prozent, während Thailand eine Belegung von 72 Prozent erreichte. Auch im Luxussegment hatte Thailand mit einer Quote von 69 Prozent im Jahr 2024 gegenüber 61 Prozent in Vietnam die Nase vorn.
Trotzdem sei Vietnam erstmals in einem Quartal beliebter bei chinesischen Touristen gewesen als Thailand, so Thienprasit. Besonders auffällig sei auch die Entwicklung auf Phuket, wo die Zimmerpreise in der Hochsaison besonders kräftig angezogen hätten. Laut Suksit Suvunditkul, Vorsitzender des südlichen THA-Zweigs, lagen die Preise in der Hochsaison bei 10.000 Baht für Fünf-Sterne-Hotels und bei 25.000 bis 30.000 Baht für luxuriöse Pool-Villen. In der aktuellen Nebensaison sinken die Preise auf 5.000 bis 6.000 Baht beziehungsweise rund 15.000 Baht im Luxussegment.
Die Preissteigerungen seien notwendig gewesen, um gestiegene Betriebskosten – etwa durch höhere Löhne und Energiekosten – aufzufangen. Phuket zahlt mit 400 Baht mittlerweile den höchsten Tagesmindestlohn im Land. Dennoch hätten die Betreiber aus früheren Preisrunden gelernt: Preisnachlässe um jeden Preis seien langfristig schädlich für die Region, die mit rund 14 Millionen Besuchern pro Jahr ohnehin an ihre infrastrukturellen Grenzen stoße.
Zudem falle der chinesische Markt weiter zurück: Im ersten Quartal 2025 wurden nur knapp 197.000 chinesische Ankünfte auf Phuket gezählt – deutlich weniger als aus Russland (über 429.000). Indien und Großbritannien liegen mittlerweile vor China. Viele Hotels setzen inzwischen auf Vielfalt und richten sich nicht mehr auf einzelne Herkunftsmärkte aus, sondern auf eine breiter gefächerte Gästestruktur. Die Auslastung lag im März bei 76 Prozent, ein Rückgang gegenüber 82 Prozent im Vorjahr – doch der durchschnittliche Tagespreis konnte im ersten Quartal dennoch um 10 Prozentpunkte gesteigert werden.