Nachrichten aus der Wirtschaft am Mittwoch

Leute genießen den sonnigen Spätnachmittag auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin. Foto: epa/Filip Singer
Leute genießen den sonnigen Spätnachmittag auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin. Foto: epa/Filip Singer

Corona-Prämien: Der Staat gibt am meisten

BERLIN: Netto wie brutto: Zehntausende Beschäftigte in Deutschland erhalten Corona-Prämien. Mal sind es einige hundert Euro, manchmal vierstellige Summen ohne Abzug von Steuern oder Abgaben, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Am besten schnitten in diesem Punkt zuletzt die 1,1 Million Beschäftigten der Länder im Tarifpoker ab. Sie bekommen bis spätestens März 1300 Euro als Corona-Prämie. 1000 bis 1100 Euro wurden im Herbst rund 170.000 Beschäftigten der bundeseigenen Deutschen Bahn zugesagt.


«Auf hohem Niveau stabilisiert»: Deutschland und seine Aktienkultur

FRANKFURT/MAIN: Auf den Boom folgt die Ernüchterung. Es gibt wieder weniger Aktionärinnen und Aktionäre in Deutschland. Ein Grund zur Sorge? Nein, meint das Deutsche Aktieninstitut. Schließlich sei die Zahl nicht gleich wieder unter die 12-Millionen-Marke gefallen. Die Treue vieler Anleger zur Börse werten die Frankfurter Experten als positives Signal. Die Hoffnung ist groß, dass die neue Ampel-Koalition das Aktiensparen populärer macht.


Bundesrichter: Kein Mindestlohn bei Pflichtpraktikum

ERFURT: Angehende Studenten haben nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) keinen Anspruch auf gesetzlichen Mindestlohn während eines Pflichtpraktikums, das für die Hochschulzulassung verlangt wird. Es sei der Wille des Gesetzgebers, dass nicht nur obligatorische Praktika während des Studiums, sondern auch Pflichtpraktika davor vom Mindestlohnanspruch ausgeschlossen seien, erklärten die höchsten deutschen Arbeitsrichter am Mittwoch in Erfurt (5 AZR 217/21).


Gläubigerschutz für Genting ist Rückschlag für MV Werften

WISMAR/HONGKONG: Nach den MV Werften hat nun auch der Hongkonger Mutterkonzern Genting den Gang zum Gericht angetreten, weil er seine Rechnungen absehbar nicht mehr bezahlen kann. Das Unternehmen beantragte beim zuständigen Gerichtshof auf den Bermudas Gläubigerschutz, wie aus einer Mitteilung der Firma vom Mittwoch hervorgeht. Für die MV Werften wurde bereits am 10. Januar am Amtsgericht Schwerin Insolvenz beantragt, nachdem das Land Mecklenburg-Vorpommern einen Kredit an Genting über 78 Millionen Euro nicht auszahlte. Der asiatische Konzern, der unter anderem Kreuzfahrten und Glücksspiele anbietet, ist infolge der Pandemie in Schwierigkeiten geraten.


Inflation steigt sprunghaft - «Der finanzielle Spielraum schrumpft»

WIESBADEN: Nach einem Sprung der Inflation auf den höchsten Stand seit fast 30 Jahren können die Menschen in Deutschland Experten zufolge zunächst nicht auf eine rasche Entspannung hoffen. Im Schnitt des vergangenen Jahres erhöhten sich die Verbraucherpreise um 3,1 Prozent. Das Statistische Bundesamt bestätigte am Mittwoch eine erste Schätzung. Ein stärkerer Anstieg der Jahresteuerung war zuletzt 1993 mit 4,5 Prozent gemessen worden. Im Corona-Krisenjahr 2020 waren es 0,5 Prozent. Viele Ökonomen rechnen angesichts von Lieferengpässen und vergleichsweise hohen Energiepreisen auch in diesem Jahr im Schnitt mit einer 3 vor dem Komma.


Immobilien-Gutachter: Party geht weiter - Bauzinsen dürften steigen

BERLIN: Wer in den Metropolen eine Wohnung oder ein Haus sucht, muss sich nach Einschätzung von Experten auf weiter anziehende Preise einstellen. In den acht größten deutschen Städten zeichnet sich keine Trendwende ab, wie Vertreter der jeweiligen amtlichen Gutachterausschüsse am Dienstagabend schilderten. «Die Party geht weiter», sagte der Berliner Ausschussvorsitzende Reiner Rössler. Von Preisanstiegen berichteten auch Vertreter aus Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig.


Eurokurs gefallen - EZB-Referenzkurs: 1,1345

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist am Mittwoch gefallen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1345 (Dienstag: 1,1367) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8815 (0,8797) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83168 (0,83673) britische Pfund, 129,86 (130,39) japanische Yen und 1,0383 (1,0414) Schweizer Franken fest.


EU-Kommission treibt Millionenstrafe von Polen ein

BRÜSSEL: In einem einmaligen Vorgang will die EU-Kommission für Polen vorgesehene EU-Mittel einbehalten und so ausstehende Strafzahlungen ausgleichen. Das Land habe die Frist einer Zahlungsaufforderung vom November verstreichen lassen, sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde am Mittwoch. Deshalb werde nun geprüft, von welchen EU-Zahlungen an das Land die fragliche Summe einbehalten werden könne. Anschließend würden die polnischen Behörden darüber informiert und hätten noch zehn Tage Zeit, sich zu äußern. Dann werde die EU-Kommission das Geld einbehalten.

Es geht um eine Strafe in Höhe von 500.000 Euro täglich seit dem 20. September, die Polen einer Entscheidung des EuGH zufolge zahlen muss. Insgesamt sind das bislang rund 60 Millionen Euro.

Der EuGH hatte bereits im Mai angeordnet, dass Polen den Braunkohle-Abbau im Tagebau Turow an der Grenze zu Sachsen aussetzen muss. Weil Polen dieser Anordnung nicht nachkam, verhängte das höchste EU-Gericht auf Antrag des Nachbarlandes Tschechien die Geldstrafe. Die EU-Kommission schickt die Zahlungsaufforderungen mit Blick auf diese Entscheidung jeweils für den Zeitraum von einem Monat. Bislang gab es nach Angaben der Behörde noch nie einen Fall, in dem ein Mitgliedstaat vom EuGH verhängte Strafen nicht gezahlt hat. Zahlungen wie diese fließen in den EU-Haushalt.

Weitere Strafen drohen Warschau, weil es eine andere Anordnung des EuGH zur polnischen Justizreform nicht umsetzt. Deshalb wird seit dem 3. November eine Million Euro täglich fällig. Eine offizielle Zahlungsaufforderung dazu hat die EU-Kommission noch nicht verschickt. EU-Justizkommissar Dider Reynders stellte jedoch kürzlich in der «Financial Times» in Aussicht, dass bald eine Zahlungsaufforderung in Höhe von 69 Millionen Euro nach Warschau geschickt werden könnte.


Lindner ruft wegen gestiegener Renditen zu Ausgabendisziplin auf

BERLIN: Bundesfinanzminister Christian Lindner hat angesichts steigender Renditen auf dem Kapitalmarkt eine größere Ausgabendisziplin angemahnt. «Staatsverschuldung ist nicht umsonst zu haben. Die Entwicklung bei den Staatsanleihen erinnert uns daran», sagte der FDP-Politiker am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Er bestätige das Ziel, im kommenden Jahr zur Schuldenbremse zurückzukehren. «Wenn Zinsausgaben steigen, dann muss die Politik erst recht Prioritäten setzen», sagte Lindner. Man müsse bei den Konsumausgaben der Gegenwart Maß halten, damit Spielraum für Investitionen in Zukunftsaufgaben entstehe.

Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen, die auf den Finanzmärkten ein wichtiger Gradmesser ist, war am Mittwoch zum ersten Mal seit fast drei Jahren wieder in den positiven Bereich geklettert. Lange konnte der Bund einen Gewinn machen, indem er sich bei Investoren Geld lieh. Wegen der gestiegenen Inflation steigen die Renditen auf dem Kapitalmarkt inzwischen wieder. Das bedeutet, dass Schuldenmachen teurer wird.


US-Geldhaus Morgan Stanley steigert Gewinn deutlich

NEW YORK: Die US-Bank Morgan Stanley hat zum Jahresende dank eines Booms bei Übernahmen und Fusionen glänzend verdient. Im vierten Quartal nahm der Gewinn gegenüber dem Vorjahreswert um zehn Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar (3,2 Mrd Euro) zu, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Obwohl das Handelsgeschäft mit Wertpapieren weniger rund lief, stiegen die Erträge insgesamt um sieben Prozent auf 14,5 Milliarden Dollar. Die Zahlen fielen deutlich besser als beim Rivalen Goldman Sachs und anderen US-Banken. Morgan Stanleys Aktien reagierten vorbörslich mit Kursaufschlägen.

Noch deutlicher fielen die Geschäftszuwächse über das gesamte vergangene Jahr betrachtet aus. Hier erhöhte Morgan Stanley den Gewinn um 39 Prozent auf unterm Strich 14,6 Milliarden Dollar. Die Erträge legten um 23 Prozent auf 59,8 Milliarden Dollar zu. Dem Wall-Street-Haus spielten dabei die Börsengänge, Fusionen und Übernahmen in die Karten, an denen Banken als Berater durch Gebühren verdienen. Zudem profitierte die Bilanz von der Auflösung von Rückstellungen für befürchtete Kreditausfälle, die aufgrund der Pandemie vorsorglich gebildet worden waren.


Ölpreise steigen auf siebenjährige Höchststände

NEW YORK/LONDON: Der Höhenflug der Ölpreise setzt sich fort. Am Mittwoch stiegen die beiden wichtigsten Rohölsorten Brent und WTI abermals auf siebenjährige Höchststände. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete in der Nacht bis zu 89,05 US-Dollar. Ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) wurde mit bis zu 87,08 Dollar gehandelt. Das sind jeweils die höchsten Niveaus seit Oktober 2014.

Am Mittag gaben die Ölpreise einen Teil ihrer deutlichen Aufschläge zwar ab, sie notierten aber immer noch rund einen Dollar in der Gewinnzone. Haupttreiber am Ölmarkt war zuletzt eine Explosion an einer wichtigen Erdölpipeline zwischen dem Irak und der Türkei. Der Grund ist bisher unbekannt. Türkische Offizielle sagten jedoch der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass die Pipeline wieder in Betrieb sei.

Die Explosion fällt in eine Zeit mit angespanntem Angebot. Schon seit Wochen bleibt der Ölverbund Opec+ mit seiner Produktion hinter den Erwartungen zurück. Hinzu kommen Spannungen zwischen den jemenitischen Huthi und einer gegnerischen Koalition, angeführt von dem Ölriesen Saudi-Arabien. Zugleich wird die Nachfrage durch die Omikron-Welle weniger stark beeinträchtigt als ursprünglich befürchtet.

Ähnlich äußerte sich am Mittwoch die Energieagentur IEA. Das globale Ölangebot gehe zurück, während die Nachfrage in Richtung Vor-Pandemie-Niveau steige, teilte die IEA in Paris mit. Das Ölkartell Opec hatte in seinem Monatsbericht vom Dienstag ebenfalls von einer robusten Erdölnachfrage gesprochen.


Slowakei verschärft Corona-Maskenpflicht und erlaubt Versammlungen

BRATISLAVA: In der Slowakei sind am Mittwoch neue landesweit einheitliche Corona-Regeln in Kraft getreten. Sie ersetzen ein als unübersichtlich geltendes Ampel-System namens «Covid-Automat», das für die über siebzig Landkreise unterschiedlich strenge Regeln je nach lokaler Infektionslage vorsah. Wegen zahlreicher Ausnahmen und Abstufungen umstritten sind aber auch die neuen Regeln. Sie sehen verschieden strenge Impf- und Testpflichten je nach erwartbarer Kontaktintensität für Gastronomie, Handel und Veranstaltungen vor.

Auch im Freien müssen seit Mittwoch FFP2-Masken getragen werden, wenn kein Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Personen sichergestellt werden kann. Im Gegenzug sind nun aber wieder Versammlungen von mehr als sechs Personen aus verschiedenen Haushalten erlaubt. Die Oppositionsparteien hatten der Vier-Parteienregierung vorgeworfen, mit dem bisherigen Versammlungsverbot nicht die Pandemie, sondern regierungskritische Proteste zu bekämpfen.


Aktionärszahlen in Deutschland nach Boom wieder gesunken

FRANKFURT/MAIN: Die Zahl der Aktionäre in Deutschland ist nach dem Boom 2020 im vergangenen Jahr wieder gesunken. Knapp 12,07 Millionen Menschen hierzulande hatten im Jahresdurchschnitt Aktien, Aktienfonds und/oder börsengehandelte Indexfonds (ETFs) im Depot, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) ermittelt hat. Das waren gut 280.000 weniger als ein Jahr zuvor, als die Zahl der Aktionärinnen und Aktionäre in Deutschland mit 12,35 Millionen den höchsten Stand seit fast 20 Jahren erreicht hatte. Seit 2020 werden in der DAI-Statistik auch ausländische Aktionäre mit Wohnsitz in Deutschland erfasst.

«Nach dem starken Anstieg im Jahr 2020 haben sich die Aktionärszahlen auf hohem Niveau stabilisiert», stellte die Chefin des Aktieninstituts, Christine Bortenlänger, am Mittwoch in Frankfurt fest. Der aktuellen Erhebung zufolge seien in Deutschland 17,1 Prozent der Bevölkerung am Aktienmarkt engagiert, das sei etwa jeder Sechste ab 14 Jahren. «2021 war also erneut ein gutes Jahr für die Aktienkultur in Deutschland», bilanzierte Bortenlänger.

Den Rückgang erklärte das Institut damit, dass einige Anleger nach Kurssteigerungen Gewinne mitnahmen. Neueinsteiger hätten zudem womöglich gezögert, weil sie glaubten, den «richtigen» Einstiegszeitpunkt verpasst zu haben.

Für Vermögensaufbau und Altersvorsorge seien Aktienanlagen gerade angesichts derzeit niedriger Sparzinsen unverzichtbar, argumentiert das Aktieninstitut. «Damit noch mehr Menschen davon profitieren, muss die neue Bundesregierung die Rahmenbedingungen für die Aktienanlage weiter verbessern», forderte Bortenlänger. «Veräußerungsgewinne bei Aktien sollten nach dem Ablauf einer Haltefrist steuerfrei gestellt und Aktien zu einem festen Baustein der Altersvorsorge gemacht werden.»


Britische Inflation erreicht 30-Jahreshoch

LONDON: Der Preisauftrieb in Großbritannien wird immer stärker. Im Dezember stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,4 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch mitteilte. Das ist die höchste Rate seit Beginn der Erhebung 1997. In den Jahren zuvor war die Rate letztmalig 1992 höher gewesen, wie sich aus Modellrechnungen des ONS ergibt. Die Erwartungen von Experten, die mit 5,2 Prozent gerechnet hatten, wurden übertroffen.

Der Preisauftrieb kam im Jahresvergleich von haushaltsnahen Dienstleistungen und vom Verkehrssektor. Teurer wurden unter anderem Lebensmittel, nichtalkoholische Getränke, Restaurant- und Hotelbesuche, Möbel und Bekleidung.

Die britische Notenbank hat auf die Teuerung bereits reagiert und im vergangenen Jahr die Zinsen erstmals seit Ausbruch der Pandemie erhöht. In diesem Jahr werden weitere Anhebungen erwartet.


Luxuskonzern Richemont im Weihnachtsgeschäft über Vorkrisenniveau

GENF: Der Luxuswarenhersteller Richemont ist im Weihnachtsquartal stark gewachsen. Der Umsatz übertraf erneut das Vorkrisenniveau. Insbesondere im Schmuckgeschäft konnten die Genfer deutlich zulegen. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 (bis Ende Dezember) stieg der Umsatz um 35 Prozent auf knapp 5,7 Milliarden Euro, wie Richemont am Mittwoch mitteilte. Um Währungseffekte bereinigt beläuft sich das Plus auf 32 Prozent.

Die Verkäufe liegen wie bereits im ersten Geschäftshalbjahr über dem Vorkrisenniveau von vor zwei Jahren. Die Expertenschätzungen wurden damit übertroffen. Zahlen zum Gewinn veröffentlicht Richemont zum dritten Geschäftsquartal nicht.

Insbesondere das Schmucksegment, angeführt von der wichtigsten Marke Cartier, profitierte von einer hohen Nachfrage und verzeichnete ein Wachstum von 38 Prozent. Aber auch bei Uhren mit Marken wie Piaget und IWC legte Richemont um ein Viertel zu. Bei den Märkten zogen die Verkäufe in der Region Amerika am stärksten an.


Ölpreise steigen erneut auf siebenjährige Höchststände

SINGAPUR: Der Höhenflug der Ölpreise setzt sich fort. Am Mittwoch stiegen die beiden wichtigsten Rohölsorten Brent und WTI abermals auf siebenjährige Höchststände. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete in der Nacht bis zu 89,04 US-Dollar. Ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) wurde mit bis zu 86,41 Dollar gehandelt. Das ist jeweils das höchste Niveau seit Oktober 2014.

Am Morgen gaben die Ölpreise einen Teil ihrer deutlichen Aufschläge aber ab und notierten etwa einen halben Dollar in der Gewinnzone. Haupttreiber am Ölmarkt war zuletzt eine Explosion an einer wichtigen Erdölpipeline zwischen dem Irak und der Türkei. Der Grund ist bisher unbekannt. Türkische Offizielle gingen jedoch laut der Nachrichtenagentur Bloomberg von einer raschen Wiederinbetriebnahme aus.

Die Explosion fällt in eine Zeit mit angespanntem Angebot. Schon seit Wochen bleibt der Ölverbund Opec+ mit seiner Produktion hinter den Erwartungen zurück. Hinzu kommen Spannungen zwischen den jemenitischen Huthi und einer gegnerischen Koalition, angeführt von dem Ölriesen Saudi-Arabien. Zugleich wird die Nachfrage durch die Omikron-Welle weniger stark beeinträchtigt als ursprünglich befürchtet.


Euro hält sich bei 1,13 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der Euro hat zur Wochenmitte weiter bei gut 1,13 US-Dollar notiert. Am Mittwochmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1330 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag noch auf 1,1367 Dollar festgesetzt.

Zuletzt wurde der Euro vor allem durch den aufwertenden Dollar unter Druck gesetzt. Grund sind steigende Zinserwartungen an die US-Notenbank Federal Reserve. An den Finanzmärkten werden für dieses Jahr bis zu vier Zinsanhebungen durch die Fed erwartet, um der hohen Inflation von zuletzt sieben Prozent zu begegnen. In der Eurozone wird für dieses Jahr hingegen nicht mit Zinsanhebungen gerechnet.

Datenseitig stehen am Mittwoch Inflationszahlen aus Deutschland und Großbritannien zur Veröffentlichung an. In den USA werden Daten vom Immobilienmarkt erwartet.


Schuldenschnitt von 80 Prozent für Puerto Rico vereinbart

SAN JUAN: Knapp fünf Jahre, nachdem Puerto Rico eine Art Staatsbankrott erklärt hat, ist eine Vereinbarung über einen deutlichen Schuldenschnitt erzielt worden. Die zuständige Richterin segnete den sogenannten Anpassungsplan ab, mit dem die Schulden des US-Außengebiets um rund 80 Prozent gesenkt werden, wie das vom US-Kongress eingesetzte Kontrollgremium FOMBPR am Dienstag auf Twitter mitteilte. Puerto Rico spare damit mehr als 50 Milliarden Dollar (rund 44 Milliarden Euro) an Schuldendienstzahlungen. Die Forderungen der Gläubiger würden von 33 Milliarden Dollar auf gut 7,4 Milliarden reduziert, erklärte FOMBPR-Chefin Natalie Jaresko.

Puerto Rico steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Zu Beginn des Konkursverfahrens im Mai 2017 war die Schuldenlast mit rund 70 Milliarden Dollar angegeben worden. Hinzu kamen ungedeckte Pensionsansprüche in Höhe von etwa 50 Milliarden Dollar. Seitdem musste die Insel zudem mehrere Naturkatastrophen bewältigen, darunter die verheerenden Folgen des Hurrikans «Maria» im Jahr 2017.

Die Vereinbarung sei nicht perfekt, aber sehr gut für Puerto Rico, schrieb Gouverneur Pedro Pierluisi auf Twitter. Sie senke die Verschuldung der Regierung auf ein tragfähiges Niveau, so dass diese ihren Verpflichtungen nachkommen und gleichzeitig die Wirtschaft ankurbeln sowie den Bürgern wichtige Dienstleistungen gewährleisten könne. Nun beginne ein neues Kapitel in der Geschichte Puerto Ricos, das gleichwohl um weitere Reformen nicht herumkomme, hieß es vom FOMBPR.

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