Nachrichten aus der Wirtschaft am Mittwoch

Rene Benko, österreichischer Geschäftsmann. Archivfoto: epa/MICHAEL GRUBER
Rene Benko, österreichischer Geschäftsmann. Archivfoto: epa/MICHAEL GRUBER

Gläubiger fordern zwei Milliarden Euro von insolventem René Benko

INNSBRUCK: Gläubiger des Signa-Gründers René Benko haben rund zwei Milliarden Euro an Forderungen gegen ihn angemeldet. Das berichteten Gläubigerschutzverbände nach einem Gerichtstermin im Rahmen von Benkos Insolvenzverfahren, zu dem der österreichische Immobilien- und Handelsunternehmer am Mittwoch in Innsbruck erschien. Der 46-jährige Ex-Milliardär zeigte sich gegenüber anwesenden Medien schweigsam.


Eurokurs gestiegen - EZB-Referenzkurs: 1,0686

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist am Mittwoch gestiegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0686 (Dienstag: 1,0674) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9358 (0,9368) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85945 (0,86050) britische Pfund, 165,57 (165,23) japanische Yen und 0,9774 (0,9724) Schweizer Franken fest.


Brüssel untersucht mögliche Benachteiligung von EU-Medizinprodukten in China

BRÜSSEL: Die EU-Kommission hat wegen mutmaßlicher Benachteiligung europäischer Medizinprodukte in China eine Untersuchung eingeleitet. Das sei eine Reaktion auf «Maßnahmen und Praktiken auf dem chinesischen Beschaffungsmarkt für Medizinprodukte, die europäische Unternehmen und Produkte ungerecht diskriminieren», teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Es sei die erste Untersuchung der Kommission im Rahmen des sogenannten Instruments für das internationale Beschaffungswesen.


Alterseinkünfte von Frauen gut ein Viertel niedriger als bei Männern

WIESBADEN: Frauen in Deutschland sind auch im Alter finanziell meist schlechter gestellt als Männer. Mit Jahreseinkünften von im Schnitt 18.663 Euro brutto lagen Frauen im Alter ab 65 Jahren 2023 deutlich hinter gleichaltrigen Männern, die im Schnitt auf 25.599 Euro kamen. Das Gefälle betrug damit 27,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Als wichtige Gründe gelten die höhere Teilzeitquote bei Frauen, geringer bezahlte Jobs und häufigere Auszeiten etwa zur Kinderbetreuung.


VW will es mit Chinas E-Autobauern aufnehmen

PEKING: Volkswagen rechnet bei seiner Aufholjagd im chinesischen E-Auto-Markt mit zwei schwierigen Jahren. «Wir laufen auf Hochgeschwindigkeit, um uns in diesem Segment zu verbessern», sagte der Chef der Volkswagen-Gruppe, Oliver Blume, am Mittwoch in Peking. Für Volkswagen geht es darum, sich technologisch und kostentechnisch auf den Konkurrenzkampf mit den Herstellern auf dem chinesischen E-Automarkt einzustellen.


Nach Absatz-Rückgang: Günstigere Teslas kommen schneller

AUSTIN: Nach einem deutlichen Absatz-Rückgang bei Tesla will Firmenchef Elon Musk schneller als geplant günstigere Modelle auf den Markt bringen. Sie sollen schon vor dem ursprünglich angepeilten Termin im zweiten Halbjahr 2025 in die Produktion gehen. Der Tech-Milliardär wollte keine Angaben dazu machen, wann genau und zu welchem Preis die günstigeren Teslas auf den Markt kommen sollen. Der Elektroauto-Vorreiter geriet zuletzt unter Druck durch billigere Konkurrenz aus China und das Interesse an Hybrid-Modellen.


Bundesregierung hebt Konjunkturprognose leicht an

BERLIN: Die Bundesregierung hat ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr leicht angehoben. Es mehrten sich die Anzeichen dafür, dass die deutsche Wirtschaft im Frühjahr an einem konjunkturellen Wendepunkt stehe, teilte das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mit. Erwartet wird nun ein Wachstum von 0,3 Prozent. Im Februar hatte die Regierung ihre Prognose gesenkt - auf ein Plus des Bruttoinlandsprodukts von nur noch 0,2 Prozent.


EU-Parlament stimmt für europäisches Lieferkettengesetz

STRAßBURG: Das EU-Parlament hat den Weg für ein europäisches Lieferkettengesetz zum Schutz der Menschenrechte freigemacht. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Mittwoch in Straßburg für das Vorhaben, wie das Parlament bekannt gab. Das Gesetz hatte zuletzt auch für Streit in der Bundesregierung gesorgt. Ziel des Vorhabens ist unter anderem, dass Unternehmen künftig vor europäischen Gerichten zur Verantwortung gezogen werden können, wenn sie von Menschenrechtsverstößen in ihren Lieferketten profitieren.


Ökonomen: Putin geht das Geld für den Krieg nicht aus

WIEN: Russlands Kriegswirtschaft wird laut der Prognose einer Wiener Denkfabrik dieses Jahr um 2,8 Prozent zulegen und nächstes Jahr mit 2,5 Prozent etwas langsamer expandieren. Präsident Wladimir Putin könne in dieser Boomphase auf sprudelnde Steuereinnahmen zurückgreifen, sagte Vasily Astrov vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) am Mittwoch. «Putin wird das Geld für den Krieg nicht ausgehen», meinte der Russland-Experte. «Für die russische Wirtschaft stellt sich eher die Frage, was nach dem Krieg kommt, da sie momentan vollkommen von ihm abhängig ist», sagte Astrov.

Wegen des Fachkräftemangels und der staatlich gesteuerten Kriegswirtschaft seien russische Reallöhne voriges Jahr um fast 8 Prozent gestiegen, während sich der private Konsum um 6,5 Prozent erhöht habe, hieß es in dem Bericht des auf das östliche Europa spezialisierten Instituts. Das Bruttoinlandsprodukt sei um 3,6 Prozent gewachsen.

Für die Ukraine erwartet das WIIW dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent, nach 5,3 Prozent im Vorjahr. Doch die fehlende Flugabwehr in der Ukraine werde immer mehr zum ökonomischen Problem, weil die Energieversorgung und wichtige Industriebetriebe immer öfter getroffen würden. «Letztlich steht und fällt alles mit ausreichender und rechtzeitiger Militär- und Finanzhilfe durch den Westen», sagte Studienautorin Olga Pindyuk. Allein dieses Jahr klaffe in der Ukraine in diesem Bereich eine Finanzierungslücke von 40 Milliarden US-Dollar.


Ifo-Geschäftsklima steigt drittes Mal in Folge

MÜNCHEN: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April erneut verbessert. Das Ifo-Geschäftsklima stieg zum Vormonat um 1,5 Indexpunkte auf 89,4 Zähler, wie das Ifo-Institut am Mittwoch mitteilte. Es ist der dritte Anstieg des Konjunkturbarometers in Folge. Ökonomen sprechen nach einer solchen Serie häufig von einer konjunkturellen Wende zum Besseren. Auch andere Frühindikatoren hatten zuletzt positiv überrascht.

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