Nachrichten aus der Wirtschaft am Dienstag

Der amerikanische Notenbankchef Jerome Powell erscheint vor dem Bankensenat. Foto: epa/Michael Reynolds
Der amerikanische Notenbankchef Jerome Powell erscheint vor dem Bankensenat. Foto: epa/Michael Reynolds

US-Notenbank Fed legt weiteren Kurs der Geldpolitik fest

WASHINGTON: Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) berät angesichts einer robusten Wirtschaftsentwicklung und einer hohen Inflationsrate über den weiteren Kurs ihrer Geldpolitik. Experten warten mit Spannung darauf, ob die Zentralbank am Mittwoch (20.00 Uhr MESZ) eine Drosselung ihrer milliardenschweren Wertpapierkäufe ankündigen wird. Dies wäre die erste Abkehr von der extrem lockeren Geldpolitik der Fed seit Beginn der Corona-Pandemie. Am Leitzins hingegen, der in der extrem niedrigen Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent liegt, dürfte sich bis auf Weiteres nichts ändern.

Die Fed kauft derzeit jeden Monat Anleihen im Wert von rund 120 Milliarden Dollar. Das Programm soll die Liquidität der Finanzmärkte verbessern und die Bereitstellung von Krediten für Haushalte und Firmen erleichtern. Nach der turnusgemäßen Sitzung Ende Juli hatte der Zentralbankrat erklärt, das Programm bei den «kommenden Sitzungen» mit Blick auf die konjunkturelle Entwicklung zu prüfen. Ende August sagte Notenbankchef Jerome Powell dann, «es könnte angemessen sein, in diesem Jahr mit dem Tapering zu beginnen».

Viele Analysten gingen daher zuletzt davon aus, dass die Fed noch vor dem Jahresende eine baldige Drosselung des Programms ankündigen dürfte. Jüngste Konjunkturdaten ließen wegen des erneuten Aufflammens der Pandemie aber auf eine Verlangsamung des Wachstums schließen, weswegen die Notenbank auch noch weiter abwarten könnte.


Ost-Ausschuss zu hohen Gaspreisen: Gazprom erfüllt Lieferverträge

BERLIN: Die derzeit hohen Gaspreise sind aus Sicht des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft nicht Folge einer bewussten Verknappung durch Russland. Es gebe dafür eine Reihe von Erklärungen. Gründe seien neben der weltweiten Konjunkturerholung auch notwendige Wartungs- und Reparaturarbeiten an europäischen Pipelines und die große Nachfrage nach verflüssigtem Gas in Asien, teilte der Vorstandschef des Ost-Ausschusses, Oliver Hermes, am Dienstag mit.

Er bezog sich auf Spekulationen, wonach Russland über hohe Gaspreise die schnelle Inbetriebnahme der Ostseepipeline Nord Stream 2 erzwingen wolle. «Gazprom erfüllt seine Lieferverträge», sagte Hermes. Russisches Pipelinegas sei aktuell deutlich günstiger als Gas auf dem Spotmarkt: «Dies schirmt Europa ein Stück weit gegen die hohen Weltmarktpreise ab.»

Es würde laut Hermes «aber zur Beruhigung der Marktsituation beitragen», wenn Gazprom zusätzliche Liefermengen anbieten würde. Extrem hohe Gaspreise könnten langfristig nicht im Interesse von Gazprom sein, weil die Konkurrenz durch Flüssiggas-Anbieter oder andere Energieträger zunehmen würde. Eine kurzfristige Entlastung durch Nord Stream 2 erwarte er nicht, so Hermes. Bei der Zertifizierung gehe Sorgfalt ganz klar vor Eile.


Brexit-Versprechen: Johnson unsicher über Handelspakt mit USA

LONDON/NEW YORK: Der britische Premierminister Boris Johnson hat ausweichend auf die Frage reagiert, ob ein Handelsabkommen zwischen Großbritannien und den USA in den kommenden drei Jahren zu erreichen ist. «Ich habe jede Menge Gründe, optimistisch zu sein. Aber die Amerikaner verhandeln sehr hart», sagte Johnson dem Nachrichtensender Sky News am Dienstag vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York.

Die Freiheit, auf eigene Faust Handelsabkommen zu schließen, war eines der wichtigsten Argumente für den EU-Austritt Großbritanniens. Doch bislang sind Abkommen mit den größten Märkten wie den USA, Indien und China nicht in Sicht.

Johnson hatte vor allem auf den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump gehofft, der ein rasches Freihandelsabkommen versprochen hatte. Der aktuelle Präsident Joe Biden ist diesbezüglich aber weit weniger enthusiastisch als sein Vorgänger. Zudem pochen die US-Demokraten darauf, dass der Brexit den Frieden in Nordirland nicht gefährdet. «Wenn das Karfreitagsabkommen ausgehebelt werden sollte, ist es sehr unwahrscheinlich, dass es einen Handelsvertrag zwischen Großbritannien und den USA geben wird», sagte die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, vergangene Woche bei einem Besuch in London.


Kollaps-Angst: Evergrande-Chef will «dunkelsten Moment» überwinden

PEKING: Der Chef des schwer angeschlagenen chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande hat Mitarbeitern in einem Brief Mut zugesprochen. Er sei fest davon überzeugt, dass man den «dunkelsten Moment» überwinden könne, hieß es in dem Schreiben von Vorstandschef Xu Jiayin, das von Staatsmedien verbreitet wurde. Evergrande werde in der Lage sein, die Wiederaufnahme des Baus und der Produktion in vollem Umfang zu beschleunigen und das Hauptziel der «Sicherstellung der Übergabe von Gebäuden» zu erreichen, um Hauskäufern, Investoren, Partnern und Finanzinstituten eine «verantwortungsvolle Antwort» zu geben. Evergrande hat Schulden von mehr als 300 Milliarden US-Dollar (256 Mrd Euro) angehäuft. Anleger befürchten einen Zahlungsausfall.


Shell verkauft Schiefergasvorkommen in Texas

DEN HAAG: Der Ölkonzern Shell hat für 9,5 Milliarden US-Dollar in bar ein Schiefergasvorkommen im US-Bundesstaat Texas verkauft und will einen Großteil der Einnahmen für Aktienrückkäufe verwenden. Das Gebiet befindet sich im Permian Basin im Westen Texas. Käufer ist die US-Ölfirma ConocoPhillips, wie Shell in Den Haag mitteilte. Mit der Ölpreis-Erholung versuchen Ölkonzerne ihre Investoren zu umgarnen, in dem vorher gekürzte Dividenden wieder erhöht werden und viel Geld in Aktienrückkäufe gesteckt wird. Shell hatte erst im Juli höhere Ausschüttungen an die Aktionäre angekündigt.


Gastgewerbe sucht händeringend Personal

NÜRNBERG: Dem deutschen Gastgewerbe fehlen auch Monate nach den pandemiebedingten Lockdowns in der Corona-Krise zahlreiche Arbeitskräfte. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Die Situation führe teilweise zur Ausdünnung des Service in den Betrieben bis hin zu Schließungen, beklagt der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Den Zahlen der Bundesagentur zufolge hat sich die Zahl der offenen Stellen in der Gastronomie seit April praktisch verdoppelt. Im August hätten Gastwirte deutschlandweit 20.686 offene Stellen gemeldet, Hoteliers weitere 7678 offene Stellen.


Studie: Große Unterschiede bei Wohnnebenkosten in Deutschland

BERLIN: Die Gebühren für Abwasser, Müll sowie die Höhe der Grundsteuer variieren in Deutschland einer neuen Studie zufolge stark zwischen den einzelnen Kommunen. So liegen diese jährlichen Wohnnebenkosten für einen Musterhaushalt in der bayerischen Stadt Regensburg im Schnitt bei rund 915 Euro, wie ein Vergleich des Forschungsunternehmens IW Consult für den Eigentümerverband Haus und Grund ergab. Im nordrhein-westfälischen Leverkusen wiederum zahlte der gleiche Haushalt demnach mit 2046 Euro mehr als doppelt soviel.


Urlaub am Mittelmeer in diesem Herbst gefragt - Hoffnung auf US-Markt

BERLIN: Badeziele rund um das Mittelmeer sind nach Angaben des Reiseverbandes DRV bei Urlaubern aus Deutschland in diesem Herbst besonders gefragt. Besonders groß ist vor allem die Nachfrage nach Pauschalreise-Zielen in Spanien, Griechenland und der Türkei, wie der DRV am Dienstag mitteilte. Viele Länder am Mittelmeer - darunter Griechenland, Italien und Türkei - haben demnach in diesem Jahr die Saison verlängert. Hotels und Ferienanlagen seien länger als üblich geöffnet und kämen auch noch Ende Oktober und im November als Urlaubsziel in Frage. Erleichtert reagierten Veranstalter und die Lufthansa auf die Ankündigung der US-Regierung, ab November Ausländer mit einer Corona-Impfung wieder einreisen zu lassen.


Börsenstart von Universal Music freut Vivendi-Aktionäre

FRANKFURT/MAIN: Der größte europäische Börsengang in diesem Jahr ist für Aktionäre des französischen Medienkonzerns Vivendi ein lukratives Geschäft: Die Papiere der abgespaltenen Musiksparte Universal Music Group (UMG) starteten am Dienstag an der Euronext-Börse mit 25,25 Euro. Den Referenzwert der Papiere hatte der Konzern tags zuvor auf 18,50 Euro beziffert.

Auch Vivendi-Papiere laufen für die Anleger gut. Sie kosteten am späten Vormittag 11,15 Euro. Rechnet man den Börsenkurs des UMG-Anteils von 24,90 Euro hinzu, ergibt dies 36,05 Euro. Zum Vivendi-Schluss vom Montag ergibt sich ein Aufschlag von über 14 Prozent.

Vivendi spaltet UMG sich jahrelangem Druck großer Investoren ab. Sie hoffen, dass UMG höher bewertet wird, wenn die Unternehmen getrennte Wege gehen. 60 Prozent der UMG-Anteile gingen an Vivendi-Aktionäre, 30 Prozent liegen bei Investoren und 10 Prozent behält Vivendi.

«Der erfolgreiche Börsengang ist ein großes Kompliment für unser Unternehmen und ein Meilenstein in unserer Firmengeschichte», sagte UMG-Europachef Frank Briegmann. Das Unternehmen habe gezeigt, dass die musikalischen Inhalte wertvoll und wertstabil seien.


OECD: Anziehende Weltwirtschaft vom Impffortschritt abhängig

PARIS: Die Weltwirtschaft wächst nach einer Prognose der Industriestaaten-Organisation OECD deutlich stärker als angesichts der Pandemie vor einem Jahr erwartet. Allerdings verläuft die vom Impffortschritt und Stützungsmaßnahmen angetriebene Erholung uneinheitlich, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag in Paris mit. Sie rechnet mit einem Weltwirtschaftswachstum von 5,7 Prozent in diesem Jahr und 4,5 Prozent im kommenden. Für Deutschland erwartet die OECD ein Wachstum von 2,9 beziehungsweise 4,6 Prozent.

«Die Weltwirtschaft zieht wieder kräftig an», sagte OECD-Generalsekretär Mathias Cormann. «Das verdanken wir dem entschlossenen Handeln der Regierungen auf dem Höhepunkt der Krise.» Der Fortschritt sei jedoch ungleichmäßig. «Um eine nachhaltige und möglichst umfassende Erholung zu sichern, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich - von wirkungsvollen Impfkampagnen in allen Ländern bis hin zu konzertierten öffentlichen Investitionsstrategien, die den Boden für die Zukunft bereiten.»

Die Erholung sei kein Selbstläufer, warnte die OECD. Um den Aufschwung auf Kurs zu halten, brauche es stärkere internationale Bemühungen, um ärmeren Länder bei Impfungen zu helfen - zu ihrem eigenen Nutzen und zum Nutzen der ganzen Welt.

Verschiedene Impfquoten und erneute Corona-Ausbrüche mit neuen Einschränkungen führten dazu, dass die wirtschaftliche Erholung unausgewogen verlaufe. Der rapide Nachfrageanstieg, der mit dem Hochfahren der Wirtschaft einhergegangen sei, habe die Preise für wichtige Rohstoffe wie Öl und Metalle sowie Nahrungsmittel in die Höhe getrieben, was in den aufstrebenden Volkswirtschaften eine stärkere Teuerung auslöse, erklärte die OECD. Die pandemiebedingt gestörten Lieferketten hätten den Kostendruck zusätzlich erhöht. Transportkosten seien erheblich gestiegen.


Britischer Verband: CO2-Krise kann zu fehlenden Lebensmitteln führen

LONDON: Wegen einer CO2-Krise in Großbritannien drohen nach Ansicht der Lebensmittelindustrie bald Versorgungsprobleme in Supermärkten und Gastronomie. Vor allem die Produktion von Hühner- und Schweinefleisch sowie von Backwaren sei betroffen, sagte Ian Wright, Chef des Lebensmittel- und Getränkeherstellerverbands FDF, am Dienstag dem Sender BBC Radio 4. «Wir haben noch etwa zehn Tage, bevor Verbraucher, Kunden und Restaurantbesucher merken, dass diese Produkte nicht vorrätig sind.»

Wegen Zehntausender fehlender Lastwagenfahrer kam es bereits zu Lücken in den Regalen. Derzeit belastet zudem ein Mangel an Kohlenstoffdioxid (CO2) die Herstellung etwa von Fleischprodukten. Das Gas wird benötigt, um Verpackungen vakuumsicher zu versiegeln. Es handle sich um eine echte Krise, sagte Wright. Die Lieferketten zur Versorgung von Supermärkten und Gastronomie stünden so stark unter Druck wie seit 40 Jahren nicht mehr.

CO2 fällt bei der Düngemittelproduktion an. Hersteller wurden aber zuletzt von den gestiegenen Erdgaspreisen getroffen. Der wichtige Produzent CF Industries legte deshalb vorerst zwei Fabriken in Großbritannien still. Nun könnte eine akute Krise abgewendet worden sein: Nach Verhandlungen mit Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng kündigte das US-Unternehmen am Dienstag an, den Betrieb wiederaufzunehmen. CF und die Regierung hatten über Finanzhilfen verhandelt.

Die in die Höhe geschnellten Gaspreise - das Plus seit Jahresbeginn beträgt rund 250 Prozent - sorgen auch unter britischen Verbrauchern für Unruhe. Kwarteng räumte ein, dass vor allem ärmeren Familien ein harter Winter bevorstehe. Der Anstieg der Gaspreise fällt mit der Kürzung einer Sozialleistung zusammen, die die Regierung wegen der Pandemie erhöht hatte. Kwarteng und die Aufsichtsbehörde Ofgem kündigten an, die Preisobergrenze für Energiekosten solle anders als geplant vorerst nicht erhöht werden.


Deutsche Elektroexporte auch im Juli mit Zuwächsen

FRANKFURT/MAIN: Die deutsche Elektroindustrie macht nach dem Tiefschlag in der Corona-Krise 2020 weiter Boden gut. Im Juli des laufenden Jahres lagen die Exporte der Branche mit 18,0 Milliarden Euro um 6,8 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats, wie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) am Dienstag in Frankfurt mitteilte. «Damit fiel der jüngste Zuwachs geringer aus als in den vier vorangegangenen Monaten, in denen - nicht zuletzt aufgrund von Basiseffekten - jeweils zweistellige Steigerungsraten erzielt worden waren», erläuterte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann.

In den ersten sieben Monaten insgesamt summierten sich die Ausfuhren der Branche den Angaben zufolge auf 126,7 Milliarden Euro - ein Plus von 12,0 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Die deutsche Elektroindustrie hatte sich im Juni vorgenommen, die minus sechs Prozent Produktionseinbußen des Jahres 2020 bereits im laufenden Jahr wieder aufzuholen. Der ZVEI setzte seinerzeit die Prognose für das Produktionsplus im Gesamtjahr 2021 von fünf auf acht Prozent herauf.


Dax erholt sich von Kursrutsch zum Wochenstart

FRANKFURT/MAIN: Nach seinem Kursrutsch zum Wochenstart hat sich der Dax am Dienstag gefangen. Der deutsche Leitindex stand am Nachmittag mit 1,52 Prozent im Plus bei 15.361,72 Zählern. Der MDax der mittleren Werte notierte zuletzt 0,70 Prozent höher bei 35.043,08 Punkten. Auf europäischer Ebene legte der Leitindex EuroStoxx 50 um 1,27 Prozent auf 4095,10 Zähler zu. Auch der Euro legte wieder etwas zu. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1734 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Montag noch auf 1,1711 Dollar festgesetzt. Am Anleihemarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,38 Prozent am Vortag auf minus 0,37 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel leicht um 0,01 Prozent auf 145,01 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,12 Prozent auf 171,90 Punkte zu.


Euro stabil über 1,17 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der Euro hat sich am Dienstag über der Marke von 1,17 US-Dollar stabilisiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1730 Dollar, nachdem sie zu Wochenbeginn mit 1,17 Dollar auf den tiefsten Stand seit etwa einem Monat gefallen war. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1711 Dollar festgesetzt.

Nicht nur der Euro, auch viele andere Währungen erholten sich gegenüber als besonders sicher empfundenen Währungen wie dem US-Dollar. Der japanische Yen, der in unruhigen Marktphasen auch häufig zulegt, stand am Morgen ebenfalls unter Druck. Am Montag hatten die Finanzprobleme des chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande Sorgen über die wirtschaftliche Stabilität der Volksrepublik ausgelöst.

Am Dienstag stehen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Programm, die für Bewegung an den Finanzmärkten sorgen könnten. In den USA werden Zahlen vom Immobilienmarkt und vom Außenhandel erwartet. In Europa äußern sich einige hochrangige Zentralbanker, darunter EZB-Vize Luis de Guindos.


Studie: Deutschland braucht für Energiewende flexiblen Strommarkt

HAMBURG/BONN: Will Deutschland seine Klimaziele erreichen, muss es einer Studie zufolge bei der Energiewende deutlich zulegen. Vor allem die Flexibilität des Strommarkts und die Beteiligung der Bürger seien stark ausbaufähig, heißt es in der Vergleichsstudie von zwölf europäischen Ländern durch den größten britischen Fachverband für erneuerbare Energien - die Association for Renewable Energy and Clean Technology (REA) - und das Energiemanagement-Unternehmen Eaton. Untersucht wurden den Angaben zufolge sozio-politische Faktoren, der Marktzugang sowie Innovationskraft und technologische Faktoren. Das Ergebnis: Während Finnland, Norwegen und Schweden Spitzenwerte erzielen, schafft Deutschland nur drei von fünf möglichen Punkten.

Deutschland habe zwar von allen untersuchten Ländern den größten Strommarkt und produziere gleichzeitig die größte Strommenge aus erneuerbaren Energien. Dennoch betrage sein Anteil wegen des hohen Bedarfs nur 41 Prozent am gesamten Stromverbrauch - während etwa Norwegen mehr Strom aus erneuerbaren Energien produziere als es brauche. Um das erklärte Ziel von 65 Prozent grünem Strom bis 2030 zu erreichen, müsste Deutschland der Studie zufolge zusätzlich 138 Terawattstunden Strom aus Solar- und Windenergie gewinnen, was einer Wachstumsrate von 85 Prozent entspreche.

Um das schaffen zu können, benötige Deutschland mehr Flexibilität auf dem Strommarkt. Insbesondere müssten die Bürger mitgenommen werden. So würden Energiespeichersysteme hinter dem Zähler, durch die Konsumenten selbst Teil des Strommarkts werden können, einerseits immer wichtiger. Andererseits verfügten in der Bundesrepublik erst 17 Prozent der Bevölkerung über intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter. Die wiederum seien aber essenziell für die Überwachung und Abrechnung etwa von Solardächern. Nicht nur die skandinavischen Länder, auch Italien und Spanien seien da deutlich weiter. Noch schlechter stehe es um die Möglichkeit, Strom in Elektroautos zwischenzuspeichern und bei Bedarf in das öffentliche Netz zurückführen.

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