Nachrichten aus der Wirtschaft am Dienstag

Foto: Freepik/Vaksmanv
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Tesla kündigt Aktiensplit an - Kurs schießt nach oben

PALO ALTO: Der US-Elektroautobauer Tesla hat einen Aktiensplit angekündigt. Aktionäre sollen für je ein Papier vier weitere Anteilscheine als Dividende erhalten, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Damit solle es mehr Angestellten und Investoren ermöglicht werden, Aktionär zu werden. Wirksam werden soll das Verfahren am 31. August.

Da durch einen Aktiensplit das Kaufinteresse gesteigert werden kann, reagierten Anleger erfreut und trieben den Tesla-Kurs im nachbörslichen Handel um fast 6 Prozent auf mehr als 1450 US-Dollar nach oben.


Gewinnmitnahmen beenden Aufholjagd des Dow

NEW YORK: Nach einem weiteren starken Lauf an der Wall Street haben Anleger am Dienstag im späten Geschäft doch noch Gewinne mitgenommen. Allem Anschein nach könnte es noch bis September dauern, bis das nächste Corona-Hilfspaket fertig geschnürt ist. Eine Einigung zwischen Republikanern und Demokraten sei nach wie vor nicht in Sicht, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die wichtigsten Akteure hätten seit Freitag nicht mehr miteinander gesprochen.

Der Dow Jones Industrial schloss letztlich 0,38 Prozent schwächer auf 27686,91 Punkten. Seit Ende Juli war der US-Leitindex um gut 2000 Punkte nach oben gespurtet. Dabei hatte er gleich zu Handelsbeginn an diesem Tag auch wieder die Marke von 28.000 Punkten zurückerobert und bei etwas über 28.150 Punkten den höchsten Stand seit Ende Februar erreicht.

Der marktbreite S&P 500 drehte ebenfalls in die Verlustzone und gab um 0,80 Prozent auf 3333,69 Zähler nach. Der in den vergangenen Wochen stark gestiegene Nasdaq-100-Index sackte um 1,89 Prozent auf 10876,08 Punkte ab. Er leidet nach seinem im Juni neu gestarteten Rekordlauf bereits seit Freitag unter Gewinnmitnahmen.


Positiver Nachrichtenmix schiebt den Dax an

FRANKFURT/MAIN: Der Dax hat am Dienstag zu alter Stärke zurückgefunden. Am frühen Nachmittag schaffte er es aber nicht mehr über die runde Marke von 13.000 Punkten, die er zuvor erstmals seit fast drei Wochen wieder übersprungen hatte. Er verbuchte zuletzt ein Plus von 2,29 Prozent auf 12.978,60 Zählern. Der MDax der mittelgroßen Werte legte um 1,69 Prozent auf 27.634,11 Punkte zu. Auch europaweit war das Börsenumfeld geprägt vom Optimismus der Anleger: Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann 2,45 Prozent auf 3339,69 Punkte. Der Euro legte zu und kostete im Nachmittagsgeschäft 1,1795 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,1763 Dollar festgesetzt.


Biontech peilt weiter Impfstoffzulassung im Oktober an

MAINZ: Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen bei einem Erfolg der aktuellen klinischen Studie zu ihrem möglichen Corona-Impfstoff weiterhin im Oktober den Antrag auf Marktzulassung stellen. Die Biontech-Mitarbeiter hätten es geschafft, die Studie «in Rekordzeit zu starten», sagte Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin am Dienstag bei der Vorlage der Unternehmenszahlen für das zweite Quartal. Ende Juli hatte eine weltweite Studie zu dem möglichen Impfstoff mit bis zu 30.000 Teilnehmern begonnen. Für die klinische Untersuchung der Phasen II/III - mit dem Ziel einer Überprüfung der Wirksamkeit, der Bestimmung der geeigneten Dosis und schließlich dem Nachweis der Wirksamkeit - war der Wirkstoff BNT162b2 als Hauptkandidat ausgewählt worden.


Corona lässt auch Bruttolöhne sinken

WIESBADEN: Die Corona-Krise hat sich im zweiten Quartal auch auf die Bruttoverdienste der Beschäftigten in Deutschland ausgewirkt. Vor allem der verbreitete Einsatz von Kurzarbeit und die damit verbundenen geringeren Arbeitszeiten (-4,7 Prozent) drückten auf die Bruttoeinkommen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete. Die Einkommen sanken im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,2 Prozent. Allerdings glich das Kurzarbeitergeld für die Betroffenen einen Großteil der Einkommensverluste netto wieder aus. Auf die Arbeitsstunde gerechnet waren die Bruttoverdienste im zweiten Quartal sogar 2,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor.


Bundesgerichtshof schützt Mieter vor überhöhten Modernisierungskosten

KARLSRUHE: Erneuern Vermieter noch funktionstüchtige, aber schon in die Jahre gekommene Bauteile und Einrichtungen, dürfen sie dem Mieter nicht die vollen Kosten aufbrummen. Vor einer Mieterhöhung müsse der Anteil herausgerechnet werden, der der Instandhaltung dient, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Sonst würde dem Vermieter die Möglichkeit eröffnet, ohnehin in naher Zukunft anfallende Kosten «durch geschicktes Vorgehen, namentlich durch Vornahme der Modernisierung kurz vor «Fälligkeit» der Erhaltungsmaßnahmen, auf den Mieter abzuwälzen». (Az. VIII ZR 81/19) Zur Instandhaltung zählen alle Arbeiten, die notwendig sind, damit die Wohnung oder das Haus in ordentlichem, bewohnbaren Zustand bleibt. Der Vermieter ist dazu verpflichtet und muss die Kosten selbst tragen.


Dem britischen Arbeitsmarkt droht ein schwarzes Jahresende

LONDON: Großbritannien steht Experten zufolge in diesem Jahr ein erheblicher Anstieg der Arbeitslosigkeit infolge der Corona-Krise bevor. In den am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Statistikamts ONS schlug sich das zwar noch nicht nieder: In den drei Monaten bis Juni verharrte die Arbeitslosenquote demnach auf 3,9 Prozent. Die Aussichten sind aber düster. Bislang hatte das Land die Folgen der Pandemie mit einem Programm abgefedert, das der deutschen Kurzarbeit nachempfunden ist, dem Job Retention Scheme. Doch das läuft nun phasenweise bis Ende Oktober aus. Zahlte der Staat noch bis Ende Juli 80 Prozent der Gehälter und den Arbeitgeberanteil der Sozialabgaben, müssen Unternehmen seit August wieder selbst für die Sozialbeiträge aufkommen. Im September und Oktober kommen jeweils zehn Prozent des Gehalts hinzu. Im November zieht sich der Staat dann komplett zurück.


Schlag gegen mutmaßliche Geldwäscher und Steuerhinterzieher

FRANKFURT/MAIN: Russische Geldwäsche und Steuerhinterziehung über eine Bank in Puerto Rico - die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat auf der Grundlage internationaler Finanzdaten in ganz Deutschland Geschäfts- und Privaträume durchsuchen lassen. Im Steuerbetrugsfall wird bislang gegen sechs deutsche Beschuldigte ermittelt, die mit Hilfe einer Bank in Puerto Rico Offshore-Gesellschaften gegründet haben sollen, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt am Dienstag mitteilten. Ziel sei es gewesen, Kapitalerträge vor den deutschen Steuerbehörden zu verbergen und die anfallenden Steuern zu hinterziehen. Privatwohnungen in den Rhein-Main-Orten Frankfurt, Neu-Anspach, Oberursel, Schwalbach und Hattersheim sowie in Bonn wurden ebenso durchsucht wie die Geschäftsräume mehrerer Banken im gesamten Bundesgebiet.


Umfrage: Im Gastgewerbe sehen 60 Prozent ihre Existenz bedroht

BERLIN: Etwa 60 Prozent der Betreiber von Gaststätten und Hotels in Deutschland sehen die Corona-Krise inzwischen als Existenzbedrohung an. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga unter 7200 Gastronomen und Hoteliers, über die die «Bild»-Zeitung (Dienstag) berichtete. Demnach gaben 59,6 Prozent der teilnehmenden Betriebe an, sie kämpften wegen der Folgen der Seuche ums wirtschaftliche Überleben. Für den Zeitraum Januar bis Juli nannten die Befragten im Durchschnitt einen Umsatzverlust von 60,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei betrugen die Einbußen im März 63 Prozent, im April 86,8 Prozent, im Mai 73,7 Prozent, im Juni 52,2 Prozent und im Juli 43,2 Prozent.


Uniper sorgt sich um Nord Stream 2 - «bedeutendes Einzelrisiko»

DÜSSELDORF: Der an der Finanzierung der Ostseepipeline Nord Stream 2 beteiligte Energiekonzern Uniper hält ein Scheitern des Projekts für möglich. Wegen der zunehmenden Sanktionsdrohungen der USA gegen die Gasleitung von Russland nach Deutschland, habe «sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es zu Verzögerungen im Bau der Gasleitung oder überhaupt nicht zu einer Fertigstellung kommt», schreibt Uniper in dem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht für das erste Halbjahr 2020. Bei einem Aus für die Pipeline müsse Uniper «gegebenenfalls den für Nord Stream 2 bereitgestellten Kredit wertberichtigen» und könne geplante Zinserträge «nicht realisieren». Uniper ist mit 950 Millionen Euro an der Finanzierung der Leitung beteiligt. Das Geld ist Uniper zufolge bereits komplett geflossen.


Dax schließt klar im Plus

FRANKFURT/MAIN: Die Hoffnungen auf ein weiteres US-Konjunkturpaket und stark steigende Automobilwerte haben den Dax am Dienstag kräftig angeschoben.

Der deutsche Leitindex hatte im Handelsverlauf zum ersten Mal seit fast drei Wochen wieder die Marke von 13.000 Punkten übersprungen und schloss noch 2,04 Prozent höher bei 12.946,89 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 1,60 Prozent auf 27.609,69 Punkte.


Chinas Automarkt legt zu - Deutliches Plus im Juli

PEKING: Der für die deutschen Autobauer so wichtige chinesische Markt ist auf Erholungskurs. Das zeigen auch die neuesten Daten des Branchenverbandes PCA (China Passenger Car Association) - nach den bereits positiven Zahlen des Herstellerverbandes CAAM in der vergangenen Woche. Im Juli seien 1,63 Millionen Pkw, SUVs und kleinere Nutzfahrzeuge an die Kunden gegangen, meldete der Branchenverband PCA am Dienstag in Peking. Das sei ein Plus von 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der PCA zählt den Verkauf von Autos an die Endkunden. Der Herstellerverband CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) hingegen misst den Absatz der Hersteller an die Händler. Vor einer Woche hatte der CAAM erste Juli-Zahlen vorgelegt. Danach stieg der Absatz von Pkw und Nutzfahrzeugen von den Herstellern an die Händler im Jahresvergleich um 14,9 Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge.

China ist der mit Abstand wichtigste Einzelmarkt der deutschen Autokonzerne Volkswagen (inklusive Audi und Porsche), Daimler und BMW. Die Covid-19-Pandemie hatte in China früh im Jahr das Wirtschaftsleben lahmgelegt, allerdings fuhren die Autofabriken auch früher als in Europa und Nordamerika wieder hoch.


Ölpreise legen weiter zu

SINGAPUR: Die Ölpreise sind am Dienstag etwas gestiegen und haben damit an die leichten Kursgewinne vom Vortag angeknüpft. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 45,19 US-Dollar. Das waren 20 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 32 Cent auf 42,26 Dollar.

Am Markt wurde der Anstieg der Ölpreise weiter mit einer höheren Nachfrageprognose durch den saudi-arabischen Ölkonzern Saudi Aramco und der jüngsten Entwicklung der Corona-Pandemie in den USA erklärt. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen in wichtigen US-Bundesstaaten wieder gesunken.

Darüber hinaus wurden die Ölpreise auch durch einen vergleichsweise niedrigen Kurs des Dollar gestützt. Zwar konnte sich der Dollar seit Beginn der Woche etwas erholen, er hatte aber in der vergangenen Woche deutlich an Wert verloren. Da Rohöl auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt wird, macht eine Kursschwäche der amerikanischen Währung den Rohstoff außerhalb des Dollar-Raums günstiger und stärkt so die Nachfrage.


Eurokurs kaum verändert

FRANKFURT/MAIN: Der Euro hat die Kursverluste der vergangenen Handelstage vorerst nicht weiter fortgesetzt. Am Dienstagmorgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1752 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Montagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1763 (Freitag: 1,1817) Dollar festgesetzt.

Zuletzt hatte eine Dollar-Stärke den Euro belastet. Besser als erwartet ausgefallene Daten vom US-Arbeitsmarkt und die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, bestehende Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise per Erlass zu verlängern, sorgten für Auftrieb bei der US-Währung.

Am Morgen sprachen Marktbeobachter von einem eher impulsarmen Handel. Im Tagesverlauf stehen nur wenige wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm, an denen sich die Anleger orientieren könnten. Am späten Vormittag könnten die Konjunkturerwartungen für Deutschland des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für etwas Kursbewegung beim Euro sorgen.


Rekordernte von Sonnenblumenkernen erwartet

BERLIN: Die Ernte von Sonnenblumenkernen in den EU-Ländern dürfte 2020 größer ausfallen als je zuvor. Nach Schätzungen der Europäischen Kommission wird ein Rekordertrag von 10,8 Millionen Tonnen erwartet, wie die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) am Dienstag mitteilte. Das wären acht Prozent mehr als im Vorjahr. Damit würde auch die Erntemenge von Ölsaaten insgesamt - also von Pflanzensamen, aus denen Öl gewonnen wird - im Vergleich zum Vorjahr steigen. Der Ölsaaten-Ertrag 2020 würde aber trotzdem noch unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre liegen, wie aus einer Statistik der EU-Kommission hervorgeht.

Neben Sonnenblumenkernen sind Raps und Sojabohnen in der EU die mengenmäßig wichtigsten Ölsaaten. Die Ernte der beiden Pflanzen bleibt den Schätzungen zufolge 2020 auf dem Niveau des Vorjahres (Soja: 2,7 Millionen Tonnen, Raps: 15,4 Millionen Tonnen). Wichtige Anbauländer von Sonnenblumen in der EU sind etwa Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Frankreich und Spanien. In Deutschland spielt der Anbau eine untergeordnete Rolle, wichtigstes deutsches Anbaugebiet ist Brandenburg. Laut UFOP profitierte der Sonnenblumenanbau in einigen EU-Staaten von günstigen Aussaatbedingungen und Flächenumwidmungen.


ZEW-Konjunkturerwartungen steigen überraschend

MANNHEIM: Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im August überraschend aufgehellt. Wie das Mannheimer Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte, stieg der von ihm erhobene Indikator um 12,2 Punkte auf 71,5 Zähler. Dies ist der höchste Stand seit Januar 2004. Analysten hatten im Mittel mit einem Rückgang auf 55,8 Punkte gerechnet. Im Juli hatten sich die Erwartungen noch eingetrübt.

Enttäuschend entwickelte sich hingegen die Bewertung der aktuellen Konjunkturlage. Der Indikator fiel um 0,4 Punkte auf minus 81,3 Punkte. Hier war hingegen ein Anstieg auf minus 69,5 Punkte erwartet worden. «Die Hoffnung auf eine schnelle Konjunkturbelebung ist wieder größer geworden, die Lageeinschätzung verbessert sich bisher allerdings nur schleppend», kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach.

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