Nachrichten aus der Wirtschaft

Bund und Autobranche wollen Ladenetz für E-Autos ausbauen

BERLIN (dpa) - Mit einem engeren Ladenetz für E-Autos wollen Bundesregierung und Autobranche den schleppenden Absatz elektrischer Pkw ankurbeln und den Klimaschutz voranbringen.

Das Laden solle «immer für alle und überall möglich» sein, um «die letzten Bedenken» zu E-Autos zu zerstreuen, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Dienstag. Bei einem Gespräch im Kanzleramt am Vorabend hatten Vertreter der Industrie und der Großen Koalition beschlossen, zunächst einen «Masterplan» für den Ausbau der Stromtankstellen zu erarbeiten. Umweltschützer zeigten sich enttäuscht. Es solle unter anderem einfacher werden, in Tiefgaragen Ladepunkte einzubauen, sagte Scheuer. Ein Gesetzentwurf werde nun in der Regierung abgestimmt.


Bahlsen: Möchten Lehren ziehen aus Zwangsarbeiter-Debatte

HANNOVER (dpa) - Die Eigentümer-Familie der Bahlsen-Keksdynastie will Konsequenzen aus der Debatte um Zwangsarbeiter bei dem Unternehmen im Zweiten Weltkrieg ziehen.

«Die Geschichte der Zwangsarbeiter bei Bahlsen nicht aufzuarbeiten, war ein Fehler - wir haben daraus gelernt», erklärte Werner M. Balsen der Deutschen Presse-Agentur. Kurz vor dem 130-jährigen Bestehen des Unternehmens (1. Juli) betonte er: «Wir möchten nicht nur wissen, was damals passiert ist, sondern auch darüber sprechen, welche Lehren wir daraus ziehen.» Es gehe bei der eingeleiteten Aufklärung auch um die Frage nach den Werten eines verantwortlichen Unternehmertums sowie die Aufstellung der Gruppe für die Zukunft.


Erstes Umsatzplus für Schiffbau-Zulieferer seit drei Jahren

HAMBURG (dpa) - Die deutschen Zulieferbetriebe für die Schiffbau- und Offshore-Industrie haben erstmals seit drei Jahren ihre Geschäfte ausgeweitet.

Der Umsatz der Branche erhöhte sich um 1,1 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro, teilte die Arbeitsgemeinschaft für Schiffsausrüstung des Verbandes VDMA am Dienstag in Hamburg mit. «Wir sind durch die Talsohle hindurch», sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Martin Johannsmann. Die Zulieferer folgen damit ihren Kunden, denen es ebenfalls wieder etwas besser geht. Der Welt-Schiffbau hatte im Jahr 2016 mit rund 1.000 neuen Schiffen einen Tiefpunkt erreicht. Gegenwärtig liegen die Produktionszahlen bei rund 2.000 Schiffen, mit einer Perspektive auf 2.500.


Fernsehhersteller Loewe ist pleite und stellt Betrieb ein

KRONACH (dpa) - Der Fernsehhersteller Loewe ist pleite und will zum Wochenende kurzfristig den Betrieb einstellen.

Dem oberfränkischen Traditionsunternehmen ist das Geld ausgegangen, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung der Geschäftsführung hervorging. Demnach waren die Gläubiger nicht gewillt, ein weiteres Darlehen zur Fortsetzung des Betriebs zu geben. «Wir sind daher aus insolvenzrechtlichen Gründen zum Schutz unserer Gläubiger verpflichtet, den Geschäftsbetrieb voraussichtlich zum 01.07.2019 vorläufig bei geringster Kostenlast ruhend zu stellen», erklärte Geschäftsführer Ralf Vogt am Dienstag in seiner Stellungnahme. Die Geschäftsführung hofft aber nach wie vor auf einen Investor, der das Unternehmen retten könnte.


Studie: Im Handel wird geklaut, was nicht niet- und nagelfest ist

KÖLN (dpa) - Egal ob Rasierklingen, Parfüm oder Designerjeans: «Im Handel wird nach wie vor gestohlen, was nicht niet- und nagelfest ist», klagt Frank Horst, Sicherheitsexperte des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI.

Allein 2018 summierten sich dadurch die Verluste im Einzelhandel laut EHI auf rund 3,75 Milliarden Euro - eine Steigerung von rund sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dazu zählten Einbußen durch diebische Kunden, Langfinger unter den eigenen Mitarbeitern sowie Gauner bei Lieferanten oder Servicekräften. Der Löwenanteil entfiel dabei auf Diebstähle durch Kunden. «An jedem Verkaufstag entsteht dem deutschen Einzelhandel ein Schaden in Höhe von fast 7,7 Millionen Euro durch Kundendiebstahl», heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Studie.


Lichtkonzern Osram verkauft schwächelndes Leuchtengeschäft

MÜNCHEN (dpa) - Der Lichtkonzern Osram verkauft sein traditionelles Beleuchtungsgeschäft an den Münchner Finanzinvestor Stern Stewart Capital.

Das teilte Osram am Dienstag in München mit. Die schwächelnde Sparte, die unter dem Namen Siteco firmiert, sitzt im oberbayerischen Traunreut und stellt im Wesentlichen Beleuchtung für Straßen, Tunnel, Büros und Fabriken her. Einen Kaufpreis für den Bereich, der den Angaben zufolge im vergangenen Geschäftsjahr mit rund 900 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro erwirtschaftete, nannte das Unternehmen nicht. Mit dem Verkauf wolle Osram seine Transformation zum Hightech-Unternehmen konsequent fortsetzen. Das Geschäft mit traditioneller Beleuchtung läuft seit längerem nicht mehr gut.


Ökonom fordert starkes Engagement zur Bekämpfung des Klimawandels

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Der Ökonom Nicholas Stern hat zu massiven Investitionen in nachhaltige Infrastrukturen aufgerufen.

«Wir müssen schnell handeln», sagte der ehemalige Chefvolkswirt der Weltbank am Dienstag bei einer Veranstaltung in Frankfurt mit Blick auf den Klimawandel. Die Rahmenbedingungen dafür seien angesichts neuer Technologien, niedriger Zinsen und hoher Sparquoten gut. Die öffentliche Hand könne die Investitionen aber nicht allein stemmen, sagte Stern, der derzeit Professor an der London School of Economics ist. Der Finanzindustrie komme daher eine wichtige Rolle zu. Nach Einschätzung des Ökonomen kann der Kampf gegen den Klimawandel die Wachstumsstory des 21. Jahrhunderts werden.


Dax gibt leicht nach - Iran und G20 im Fokus

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Die Anleger haben sich am Dienstag angesichts des Iran-Konflikts und des immer noch ungelösten internationalen Handelsstreits im Dax weiter zurückgehalten.

Der deutsche Leitindex gab bis zum Nachmittag um 0,11 Prozent nach auf 12 260,62 Punkte. Der MDax, in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, lag zuletzt kaum verändert bei 25 469,56 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 lag leicht im Minus. Der Euro blieb stabil und kostete zuletzt 1,1387 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1394 Dollar festgesetzt.

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