Gedenken an Jota: Portugiesen spielen mit Armband-Geschenk
PALM BEACH GARDENS: Vor einem Jahr starb Portugals Nationalspieler Diogo Jota bei einem Autounfall. Bei der WM treten seine Teamkollegen nun mit einer besonderen Erinnerung an ihn an.
Mitfavorit Portugal ist mit einem besonderen Andenken an den tödlich verunglückten Nationalspieler Diogo Jota zur Fußball-WM gereist. Premierminister Luis Montenegro überreichte jedem Spieler vor dem Abflug in die USA ein Armband in den Landesfarben Grün und Rot. Darauf sind die Namen aller WM-Fahrer und ein Schriftzug zu Ehren Jotas zu lesen. Der Stürmer des FC Liverpool starb am 3. Juli 2025 bei einem Autounfall in Spanien.
«Wir wissen das sehr zu schätzen», sagte Portugals Mittelfeld-Star Vitinha von Paris Saint-Germain bei der ersten Pressekonferenz im WM-Quartier in Palm Beach Gardens in Florida. Der Premierminister habe den Spielern «die Entscheidung überlassen, ob und wie wir es tragen wollen». Und die Spieler, so Vitinha, hätten alle gemeinsam entschieden, das Armband während des gesamten Turniers zu tragen: auch beim Training und bei den Spielen.
Experte Kramer findet Halbzeit-Interviews «katastrophal»
BERLIN: Für TV-Experte Christoph Kramer kommt bei den neuen WM-Halbzeit-Interviews wenig herum. Der Weltmeister von 2014 erklärt, warum sie den Spielern sogar schaden.
TV-Experte Christoph Kramer ist kein Freund der neuen Halbzeit-Interviews bei der Fußball-WM. «Katastrophal», antwortete der Weltmeister von 2014 auf die Frage von ZDF-Moderator Jochen Breyer, wie Per Mertesacker und er diese fänden. Mertesacker sagte nur: «Schwierig.» Direkt zuvor war Brasiliens Kapitän Marquinhos im Spiel gegen Marokko (1:1) zum Pausen-Interview gebeten worden. «Wir schauen einfach, wie es weitergeht», hatte er laut Übersetzer unter anderem gesagt.
«Das geht wirklich nicht. Weil du bist schon in einem Fokus. Und du nimmst auch jedem Spieler dann ja drei Minuten», legte Kramer nach. «Du nimmst Marquinhos drei Minuten von einer echt wichtigen Halbzeit.» Außerdem komme bei so einem Gespräch «ja auch nix Vernünftiges bei herum. Also was willst du da sagen?» Marquinhos' Antworten seien «nullachtfünfzehn» gewesen.
Schräge Flötentöne bei Frankreichs Mbappé
BOSTON: Frankreichs Kapitän Kylian Mbappé könnte bei der Fußball-Weltmeisterschaft einen neuen Torjubel präsentieren. Was dahintersteckt.
Superstar Kylian Mbappé von Fußball-Weltmeister Frankreich spuckt an der Querflöte keine großen Töne. Der 27 Jahre alte Torjäger plauderte in James Cordens Comedy-Show beim amerikanischen Pay-TV-Sender Fox über seine musikalische Früherziehung - von der nichts mehr übriggeblieben ist.
«Ich habe alles verlernt»
Mbappé bekam eine Flöte in die Hände gedrückt, bekam aber nur mühsam wenige Töne raus. «Meine Eltern wollten, dass ich alles ausprobiere, man weiß ja nie», sagte der Kapitän des französischen WM-Teams und Profi von Real Madrid. Er erklärte schallend lachend: «Ich habe alles verlernt.» Dabei habe er das Instrument für ein, zwei Jahre gelernt.
Mbappé ließ sich aber von Corden überreden, dass er bei seinem ersten WM-Treffer anstelle seines üblichen Torjubels mit verschränkten Armen an der Eckfahne auf einer imaginären Flöte spielen wird: «Okay, das tu' ich für dich.» Seine Mannschaft trifft am Dienstag (21.00 Uhr MESZ/MagentaTV) in ihrem Auftaktspiel auf Senegal.
WM als Chance: Kimmich wünscht sich «positiven Patriotismus»
HOUSTON: In einem Interview zum WM-Start spricht Kapitän Kimmich über Stimmung und Unzufriedenheit in Deutschland. Warum er in diesem Fußball-Turnier eine große Chance sieht.
Deutschlands Nationalmannschafts-Kapitän Joshua Kimmich erhofft sich von der Fußball-WM auch einen Beitrag gegen die schlechte Stimmung im Land. «Selbstverständlich spüre ich die aktuelle Unzufriedenheit in Deutschland und auch, dass es politisch und gesellschaftlich ziemlich unruhig ist. Der Sport kann hier eine große Chance sein», sagte der Profi des FC Bayern München in einem Interview der «Bild am Sonntag» vor dem ersten WM-Spiel gegen Curacao (19.00 Uhr/ARD und MagentaTV).
Kimmich erinnerte in diesem Zusammenhang an die Weltmeisterschaft im eigenen Land vor 20 Jahren. «Im Sommer 2006 hat die WM Deutschland extrem geholfen und verändert», sagte der 31-Jährige. «Wir haben der ganzen Welt eine Offenheit gezeigt, die das Bild über uns bis heute prägt.» Vielleicht könne die deutsche Mannschaft bei dieser WM «eine Botschaft nach innen ins eigene Land, anstatt nach außen übertragen».
Persönlich wünscht sich Kimmich, dass «in Deutschland wieder ein positiver Patriotismus und gesellschaftlicher Zusammenhalt möglich sind - ohne dabei andere auszuschließen». Er habe «oft das Gefühl, dass das aufgrund unserer Vergangenheit nicht immer möglich ist».