Ecuadors Coach nach WM-Aus: Muss mich verabschieden
MEXIKO-STADT: Sebastián Beccacece erklärt seine Zeit als Nationaltrainer von Ecuador für beendet. Ein Abschied mit Dankbarkeit, Gelassenheit und innerem Frieden, wie er sagt.
Sebastián Beccacece hat das Ende seiner Amtszeit als Nationaltrainer von Ecuador nach dem WM-Aus im Sechzehntelfinale bekanntgegeben. «Die Ergebnisse geben den Ton an, und heute muss ich mich von einer wunderschönen, wunderbaren Familie verabschieden», sagte de 45 Jahre alte Argentinier nach dem 0:2 im K.-o.-Spiel bei Mit-WM-Gastgeber Mexiko.
Er verabschiede sich aber mit «großer Dankbarkeit, großer Gelassenheit und innerem Frieden, denn wir haben alles gegeben». Gegen die Mexikaner war Ecuador vor allem in der ersten Hälfte klar unterlegen und lag nach einer guten halben Stunde bereits 0:2 zurück. Qualifiziert hatte sich Ecuador für die Runde der besten 32 überhaupt erst durch den 2:1 Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland.
«Es ging darum, das Ziel zu erreichen, das wir uns gesetzt hatten. Nun ja, so ist der Fußball eben», meinte Beccacece: «Ich denke, dass wir ein Erbe hinterlassen. Es war ein großartiges Abenteuer mit einem bittersüßen Ende.» Er hatte den Posten im August 2024 übernommen. «Ich werde nun erstmal Zeit mit meiner Familie verbringen, mich erholen und zurückschauen, was ich besser hätte machen können.»
«De Telegraaf»: Fußball soll Menschen verbinden statt zu spalten
AMSTERDAM: Nach dem Ausscheiden der Niederlande bei der Fußball-WM kam es bei Feiern von Anhängern Marokkos in niederländischen Städten zu Ausschreitungen. Dazu meint die Amsterdamer Zeitung «De Telegraaf» am Mittwoch:
«Der Sieg war für die Fans der marokkanischen Mannschaft zu Recht ein Grund zur Freude und zum Feiern. Doch bei einem Teil der Anhänger scheinen nach dem Spiel tief sitzende Frustrationen zum Vorschein gekommen zu sein. Diese marokkanischen Niederländer konnten sich nicht beherrschen und benahmen sich inakzeptabel. (...)
In Rotterdam und Den Haag musste die Bereitschaftspolizei eingreifen, um die Ruhe wiederherzustellen. Damit machen die Fans Marokkos alles andere als gute Werbung für sich selbst. Sie erweisen der marokkanischen Gemeinschaft in unserem Land, die sich oft unter Beobachtung fühlt, keinen Gefallen. Umso weniger, als die Loyalität gegenüber Marokko im Vorfeld des Spiels Niederlande gegen Marokko ohnehin schon ein heikles Thema war.
Derweil bereitet sich die Polizei auf weitere Ausschreitungen am Samstag vor, wenn Marokko gegen Kanada spielt. Es würde den Marokko-Anhängern gut zu Gesicht stehen, wenn sie dann zeigen würden, dass sie sich benehmen können. Fußball soll Menschen verbinden. Er darf nicht dazu dienen, vorhandene Gräben und Gegensätze noch weiter zu vertiefen.»