Nachrichten aus der Sportwelt am Freitag

Thomas Roehler aus Deutschland tritt beim Speerwurf der Herren beim Internationalen Leichtathletik-Meeting in Luzern an. Foto: epa/epa07706242
Thomas Roehler aus Deutschland tritt beim Speerwurf der Herren beim Internationalen Leichtathletik-Meeting in Luzern an. Foto: epa/epa07706242

Röhler zu Olympia-Prämien: Anreizsystem muss überprüft werden

BERLIN: Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler sieht höhere Prämien für Olympia-Erfolge auch als Anreiz für junge Talente. «Das Anreizsystem ist definitiv eines, was ein Stück weit auf den Prüfstand gehört», sagte Röhler dem Portal «t-online» und betonte dabei, noch vor die finanzielle Diskussion stelle er den gesellschaftlichen Wert des Sports. Gerade junge Talente spürten sehr schnell, ob das, was sie anstrebten, und ihre sportlichen Ziele als erstrebenswert gelten würden. Röhler holte 2016 in Rio Gold, hat für die momentan laufenden Spiele in Tokio aber wegen einer Rückenverletzung abgesagt.

Für einen Olympiasieg gibt es von der Deutschen Sporthilfe eine Prämie von 20.000 Euro. Das findet Röhler zu wenig. «Man muss mit sehr viel Zeitaufwand etwas aus dem olympischen Erfolg machen, um am Ende vom Sport auch leben zu können», sagte der 29-Jährige aus Jena in dem Beitrag vom Freitag und betonte: «Wenn der direkte sportliche Payout höher wäre, wäre gewährleistet, dass die Sportler sich stärker und intensiver voll auf ihren Sport konzentrieren können.»

Die Sporthilfe hat Forderungen nach einer Erhöhung der Olympia-Prämien jüngst zurückgewiesen. «Das ist nicht unsere Aufgabe, weil wir dauerhafte Förderung, also die Unterstützung des Wegs zum Erfolg als unsere Mission definiert haben», sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Berlemann im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Wenn jedoch ein Sponsor käme, der sagen würde, er wolle diese Prämie erhöhen, «sind wir offen dafür», fügte er hinzu.


Hertha gewinnt mit Talente-Team Test gegen Al-Hilal 3:2

BRUCK: Hertha BSC hat mit einer verstärkten Talente-Auswahl ein Testspiel gegen Al-Hilal Riad mit 3:2 (2:1) gewonnen. Einen Tag nach dem 4:3-Sieg in der Saison-Vorbereitung gegen den FC Liverpool, bei dem Trainer Pal Dardai die derzeit erste Elf auf das Feld geschickt hatte, setzte sich der Berliner Fußball-Bundesligist mit einer komplett anderen Mannschaft in Bruck an der Großglocknerstraße gegen den Erstligisten aus Saudi-Arabien durch.

Jonas Michelbrink (9. Minute), Maximilian Mittelstädt (20.) und Dennis Jastrzembski (53,) drehten am Freitag in Österreich das Spiel, nachdem Marega Moussa (7.) Al-Hilal zeitig in Führung gebracht hatte. Gomis Bafetimbi schaffte für den Kontrahenten nur noch den Anschluss (78.). Am Samstag steht für die Berliner im Rahmen des Trainingslagers in Leogang der dritte und letzte Test gegen den türkischen Erstligisten Gaziantep FK auf dem Programm.

Luca Netz, der mit einem Abschied von Hertha liebäugelt, kam in der zweiten Halbzeit zum Einsatz. An dem 18 Jahre alten Außenbahnspieler soll Liga-Konkurrent Borussia Mönchengladbach interessiert sein.


Bach: Umgang von Biles mit mentalen Problemen «sehr mutig»

TOKIO: IOC-Präsident Thomas Bach hat Turnstar Simone Biles nach ihrem Rückzug aus den ersten Olympia-Finals in Tokio die Unterstützung des Dachverbands zugesichert. «Wir sind bei ihr und wünschen ihr alles Gute. Ich bewundere, wie sie mit der Situation umgeht», sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees am Freitag in einer Medienrunde. Die viermalige Rio-Olympiasiegerin Biles hatte wegen mentaler Probleme ihre Teilnahme am Team-Wettkampf abgebrochen und dann ihren Start im Mehrkampf abgesagt.

«Dass sie sich zu diesem Problem bekennt, das ist schon sehr mutig», sagte Bach. Dass die Amerikanerin Biles dennoch ihr Team angefeuert und ihrer US-Kollegin Sunisa Lee als ihrer Nachfolgerin als Olympiasiegerin im Mehrkampf gratuliert habe, zeige «eine große menschliche Stärke», sagte der 67-Jährige und ergänzte: «Das ist olympischer Geist im besten Sinne.»


Schwimmerin Köhler Medaillen-Kandidatin - Basketballer gefordert

TOKIO: Bronze-Schwimmerin Sarah Köhler gilt am Samstag bei den Olympischen Spielen in Tokio auch über die 800 Meter Freistil als Medaillen-Kandidatin. Die Diskuswerfer suchen den Nachfolger von Rio-Olympiasieger Christoph Harting - Daniel Jasinski und Clemens Prüfer haben sich ins Finale gezittert. Außerdem werden die ersten Sprintmedaillen vergeben. Über die 100 Meter der Frauen haben es Tatjana Pinto und Alexandra Burghardt ins zuvor gelaufene Halbfinale geschafft. Um Edelmetall geht es auch bei der Olympia-Premiere über die 4 x 400 Meter im Mixed-Wettbewerb.

Deutschlands Basketballer sind im letzten Vorrundenspiel gegen Australien gefordert. Mit einem Sieg wäre die Qualifikation für das Viertelfinale sicher, selbst eine Niederlage dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit für den erstmaligen Einzug in die Runde der besten acht Mannschaften bei Sommerspielen seit 1992 reichen.


Wer holt die Pole in der Puszta? - Letzte K.o.-Runden vor Ferien

BUDAPEST: Die Formel 1 tritt an diesem Samstag (15.00 Uhr/Sky) zum letzten Mal vor der Sommerpause zum Kampf um die Pole Position an. Auf dem Hungaroring erwartet die Fans vor allem wieder ein Duell der WM-Rivalen Lewis Hamilton von Mercedes und Max Verstappen von Red Bull. Der britische Superstar holte nordöstlich von Budapest schon siebenmal den besten Startplatz, sein niederländischer Herausforderer einmal. Zu rechnen sein dürfte aber auch mit Hamiltons Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas, der Finne fuhr am Freitag im Training die Tagesbestzeit.

Eine Garantie auf den Sieg ist die Pole auf der Strecke mit Kartkurs-Charakter aber nicht unbedingt. In den vergangenen zehn Jahren gewann fünfmal der Pilot von Position eins auf dem Grid, viermal davon war es Hamilton, der in Ungarn achtmal siegte. Am Sonntag würde der 36-Jährige mit einem weiteren Erfolg den 100. Grand-Prix-Sieg feiern und womöglich die WM-Führung zurückerobern. Er liegt acht Punkte hinter dem 23 Jahre alten Verstappen.


UEFA Super Cup: Chelsea gegen Villarreal vor 13.000 Zuschauern

BERLIN: Zum UEFA Super Cup zwischen Champions-League-Sieger FC Chelsea und Europa-League-Gewinner FC Villarreal lässt die Europäische Fußball-Union insgesamt 13.000 Zuschauer zu. Das Duell zwischen Chelsea mit Coach Thomas Tuchel und dem spanischen Erstligisten findet am 11. August im National Football Stadium in Nordirlands Hauptstadt Belfast statt.


Crash-Kapitel von Silverstone für Red Bull abgeschlossen

BUDAPEST: Red Bull hat sich mit dem Scheitern bei seinem Protestversuch nach dem Crash von Silverstone abgefunden. «Was uns angeht, ist das Kapitel nun abgeschlossen», sagte Teamchef Christian Horner am Freitag. Am Abend zuvor hatten die Formel-1-Rennkommissare eine neue Betrachtung des Unfallhergangs von vor knapp zwei Wochen abgelehnt. Mercedes-Superstar Lewis Hamilton war beim Grand Prix in Großbritannien mit WM-Spitzenreiter Max Verstappen kollidiert. Er gewann trotz einer Zehn-Sekundenstrafe. Verstappen schied aus.


Dynamo Dresden plant im DFB-Pokal mit etwa 16.000 Fans

DRESDEN: Dynamo Dresden plant in der ersten Runde des DFB-Pokals mit einer Stadionauslastung von rund 50 Prozent. Das teilte der Fußball-Zweitligst am Freitag mit. Am 6. August gegen den SC Paderborn dürfen somit rund 16.000 Fans das Heimspiel im für 32.249 Zuschauer ausgelegten Rudolf-Harbig-Stadion verfolgen. Es erhalten aber nur getestete, geimpfte oder genesene Personen Zugang.


Nationalspieler Rashford muss sich an Schulter operieren lassen

LONDON: Der englische Nationalspieler Marcus Rashford fällt wegen einer Schulterverletzung vorerst aus. Wie sein Club Manchester United am Freitag mitteilte, wird der 23-Jährige operiert. «Er wird sich jetzt auf seine Rehabilitation konzentrieren, um so schnell wie möglich zurückzukehren», hieß es in der Mitteilung. Wie lange der Offensivspieler ausfällt, teilte der Premier-League-Club nicht mit.


Wolfsburgs Rexhbecaj vor Leih-Wechsel zum VfL Bochum

WOLFSBURG: Mittelfeldspieler Elvis Rexhbecaj steht vor einem Wechsel auf Leihbasis vom Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg zum Aufsteiger VfL Bochum. «Bochum hat Interesse, der Spieler hat Interesse, wir haben Interesse», sagte VfL-Sportchef Jörg Schmadtke dem «Sportbuzzer» in einem Bericht vom Freitag. In Wolfsburg besitzt der 23-Jährige noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023. Beim Ruhrpott-Club soll er für ein Jahr Spielpraxis sammeln.


Fußball-Coach Hyballa wehrt sich gegen Vorwürfe aus Esbjerg-Team

KOPENHAGEN: Der Fußballtrainer und TV-Experte Peter Hyballa hat sich gegen heftige Anschuldigungen aus dem Spielerkreis seiner Zweitliga-Mannschaft in Dänemark gewehrt. «Für mich ist das alles ein Komplott, eine ganz, ganz fiese Geschichte von Mobbing!», sagte der 45-Jährige am Freitag auf dpa-Anfrage. Zuvor hatten ihm 21 Spieler seines dänischen Clubs Esbjerg fB in einem offenen Brief das Misstrauen ausgesprochen. Die Nachrichtenagentur Ritzau sowie die Zeitungen «Ekstra Bladet» und «B.T.» hatten am Donnerstag aus einem offenen Brief an die Vereinsführung zitiert, in dem die Spieler Hyballa vorwarfen, nicht die fachlichen und menschlichen Qualitäten zu haben, um die Mannschaft zu führen.


«Bild»: Wechsel von HSV-Profi Onana zum OSC Lille nahezu perfekt

HAMBURG: Der Wechsel von Amadou Onana vom Hamburger SV zum französischen Fußball-Meister OSC Lille ist nach Informationen der «Bild»-Zeitung so gut wie perfekt. Es fehle nur noch die Unterschrift des 19 Jahre alten Belgiers unter einen Vertrag mit Lille, meldete die Zeitung am Freitag. Dem Bericht zufolge kassiert der hanseatische Zweitligist sieben Millionen Euro für den im Vorjahr ablösefrei von der TSG 1899 Hoffenheim geholten Jungstar aus Belgien.


Rapinoe und Co. feiern: USA im Fußball-Halbfinale gegen Kanada

YOKOHAMA: Superstar Megan Rapinoe hat den amerikanischen Fußballerinnen beim Elfmeterschießen ins Halbfinale der Olympischen Spiele verholfen. Die 36-Jährige verwandelte am Freitag in Yokohama gegen Europameister Niederlande den entscheidenden Ball vom Punkt. Am Ende hieß es 4:2 im Elfmeterschießen. US-Torhüterin Alyssa Naeher hielt dabei Schüsse von Vivianne Miedema und Aniek Nouwen. Nach Verlängerung hatte es 2:2 (2:2, 2:1) gestanden.

Miedema hatte in der regulären Spielzeit zweimal für das Oranje-Team getroffen (18. und 54. Minute). Mit ihrem neunten und zehnten Turniertor in Tokio stellte sie in ihrem 100. Länderspiel einen olympischen Rekord auf. Ihre Teamkollegin Lieke Martens vergab dann einen Strafstoß (81.).

Sam Mewis (28.) und Lynn Williams (31.) erzielten die Tore für die USA, die nun am Montag gegen einen Nachbarn um den Einzug ins Finale spielen: Kanada setzte sich ebenfalls im Elfmeterschießen gegen Brasilien mit 4:3 durch, nachdem beide Teams zuvor in 120 Minuten keinen Treffer erzielt hatten. Australien bezwang Großbritannien mit 4:3 nach Verlängerung und trifft nun auf die Schwedinnen, die Gastgeber Japan mit 2:1 besiegten.


Bobic: Umgang mit Zuschauern macht Kopfschmerzen - Vorsicht bleibt

LEOGANG: Die Ungewissheit in der Corona-Pandemie gerade bei der Rückkehr von Fans ins Stadion ordnet Hertha-Manager Fredi Bobic als weiter sehr gefährlich für den deutschen Profifußball ein. «Das Zuschauer-Thema bewegt uns gerade sehr stark in der Liga», erklärte der Geschäftsführer Sport des Berliner Erstligisten am Freitag. «Das kann noch mal einen brutalen negativen Impact auf den Fußball und auch andere Sportarten und die Kultur haben», erklärte Bobic. Diese Furcht begleitet derzeit das finanzielle Handeln der Clubs, auch in Transferfragen, machte Bobic deutlich: «Das macht uns schon Kopfschmerzen.» Die Angst im Markt sei spürbar.


Olympiastart von Skateboarder Edtmayer ungewiss: Arm gebrochen

TOKIO: Der Olympia-Start des deutschen Skateboarders Tyler Edtmayer ist ungewiss.

Der 19 Jahre alte Lenggrieser hat sich in Tokio verletzt. «Ich habe mir heute den Arm gebrochen, weiß nicht, ob ich bei Olympia skaten kann», erklärte der Sportler aus Bayern via Instagram und postete am Freitag auch ein Foto aus dem Krankenhaus mit Armschlinge und einem bis zum Ellenbogen verbundenen linken Arm. Die Olympia-Premiere im Skateboard in der Disziplin Street hatte der Japaner Yuto Horigome gewonnen. Edtmayer soll am 5. August in der Skateboard-Disziplin Park antreten.


Bottas Tagesschnellster in Ungarn - Mercedes-Duo vor Verstappen

BUDAPEST: Valtteri Bottas hat beim Training zum Großen Preis von Ungarn am Freitag die Tagesbestzeit aufgestellt. Der 31 Jahre alte Finne verwies im schnelleren zweiten Durchgang Lewis Hamilton auf den zweiten Platz. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister war im Mercedes allerdings nur 27 Tausendstelsekunden langsamer als Bottas. Dritter wurde WM-Spitzenreiter Max Verstappen im Red Bull. Sebastian Vettel (34) wurde im zweiten Training Achter im Aston Martin, Mick Schumacher (22) kam im Haas auf Rang 18.


Kuntz bringt Olympia-Abstellungspflicht für Bundesliga ins Gespräch

FRANKFURT/MAIN: Nach dem frühen Scheitern seines Rumpf-Teams in Tokio hat Trainer Stefan Kuntz eine Olympia-Abstellungspflicht für die Fußball-Bundesliga ins Gespräch gebracht. Das Problem könne man nur umgehen, «wenn es eine Abstellungspflicht gibt, so wie bei den Länderspielen auch», sagte der 58 Jahre alte Fußball-Trainer in einem vom Deutschen Olympischen Sportbund verbreiteten Video. «Aber das ist hanebüchen, jetzt daran zu denken», schränkte Kuntz ein.

Der Deutsche Fußball-Bund hatte das Maximalkontingent an Spielern nicht ausgeschöpft, war nur mit 18 statt der erlaubten 22 Spieler nach Japan gereist. Eine Reihe von Clubs gab angefragte Profis nicht frei, andere Spieler verzichteten selbst auf eine Teilnahme. «Egoistische Gründe» nannte Kuntz dieses Verhalten. «Teilweise von Spielern, teilweise von Vereinen». Olympia spiele vom Zeitpunkt her keine richtig große Rolle bei den Fußball-Vereinen. Ein «Gentlemens Agreement» würde schon helfen. «Dass jeder Verein sich an die Absprachen hält», sagte Kuntz.

Auch der DOSB hatte die Fußball-Bundesliga nach dem Scheitern in die Pflicht genommen. «Es wäre schön, wenn künftig auch im Bereich des Fußballs die besondere Bedeutung der Olympischen Spiele mehr Anerkennung erfährt», sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Die deutsche Olympia-Mannschaft war am Mittwoch durch ein 1:1 gegen die Elfenbeinküste bereits nach der Vorrunde bei Olympia ausgeschieden.


Ovtcharov-Bezwinger Ma Long erneut Tischtennis-Olympiasieger

TOKIO: Der Chinese Ma Long hat beim olympischen Tischtennis-Turnier in Tokio seinen Triumph von Rio 2016 wiederholt.

Im Finale setzte sich der 32-Jährige am Freitag gegen seinen Landsmann und Weltranglisten-Ersten Fan Zhendong in 4:2-Sätzen (11:4, 10:12, 11:8, 11:9, 3:11, 11:7) durch. Bronze hatte sich zuvor der Deutsche Dimitrij Ovtcharov mit 4:3-Sätzen gegen Lin Yun-Ju aus Taiwan gesichert. Gegen Ma Long hatte Ovtcharov einen Tag zuvor im Halbfinale denkbar knapp erst in sieben Sätzen verloren.


Tennisprofi Altmaier scheidet im Halbfinale von Kitzbühel aus

KITZBÜHEL: Tennisprofi Daniel Altmaier hat auch im zweiten Anlauf innerhalb von einer Woche den erstmaligen Einzug in das Endspiel eines ATP-Turniers verpasst. Der 22-Jährige verlor am Freitag im Halbfinale des Sandplatzturniers in Kitzbühel 6:4, 3:6, 3:6 gegen den Spanier Pedro Martinez.


Deutsche Mixed-Staffel verpasst bei Olympia-Premiere Finale

TOKIO: Bei der Olympia-Premiere der Mixed-Staffeln über 4 x 400 Meter in der Leichtathletik hat das deutsche Quartett nach einem kuriosen Hin und Her am Ende das Finale verpasst. Weil die Jury die Disqualifikationen der Dominikanischen Republik und der USA wieder zurücknahm, belegte die DSV-Staffel nur Rang neun.

Marvin Schlegel, Corinna Schwab (beide Chemnitz), Ruth Sophia Spelmeyer-Preuß (Oldenburg) und Manuel Sanders (Dortmund) kamen am Freitag als Fünfte des zweiten Vorlaufs nach 3:12,94 Minuten ins Ziel. Die Zeit gilt als deutsche Bestleistung, einen offiziellen Rekord gibt es hier nicht. Die bisherige Bestzeit stand bei 3:16,85 Minuten von Yokohama 2019.

Erster im Lauf mit der deutschen Staffel wurde nach der Rücknahme der Disqualifikationen die US-Staffel (3:11,39) vor der Dominikanischen Republik (3:12,74), Belgien (3:12,75) und Irland (3:12,88).


Lagen-Staffel der Männer und Frauen scheiden aus

TOKIO: Die deutschen Lagen-Staffeln haben zum Abschluss der Vorläufe in den olympischen Beckenrennen keine weiteren Finalplätze beisteuern können. Sowohl die Männer als auch die Frauen schieden über 4 x 100 Meter Lagen aus. Das Quartett aus Marek Ulrich, Lucas Matzerath, Marius Kusch und Damian Wierling schwamm am Freitag bei den Olympischen Spielen in Tokio in 3:34,08 Minuten auf Rang elf. Die beste Vorlaufzeit legte die Staffel aus Italien hin.

Laura Riedemann, Anna Elendt, Lisa Höpink und Annika Bruhn beendeten den Wettkampf nach 4:00,16 Minuten ebenfalls als Elfte. Vorlaufbeste waren hier die Damen aus Kanada.

Insgesamt erreichte der Deutsche Schwimm-Verband in Tokio in den Beckenrennen acht Finalplätze. In Rio waren es sieben gewesen.


Kroatische Tennisprofis Mektic/Pavic holen Olympia-Gold im Doppel

TOKIO: Die Tennisprofis Nikola Mektic und Mate Pavic sind in Tokio die Olympiasieger im Doppel und damit die Nachfolger von Rafael Nadal und Marc Lopez. Im kroatischen Endspiel setzte sich das Duo bei der ersten Goldmedaillen-Entscheidung im Ariake Tennis Park am Freitag 6:4, 3:6, 10:6 gegen Marin Cilic und Ivan Dodig durch. Der dritte Satz wurde als Match-Tiebreak gespielt.

Marcus Daniell und Michael Venus holten mit einem 7:6 (7:3), 6:2 gegen Austin Krajicek und Tennys Sandgren aus den USA Bronze. Es war die erste olympische Medaille im Tennis für Neuseeland.

Fünf Jahre nach seinem Erfolg im Doppel von Rio de Janeiro ist der spanische Tennis-Star Nadal ebenso wie sein Landsmann Lopez bei Olympia in der japanischen Hauptstadt nicht am Start gewesen. Die beiden deutschen Doppel hatten ihre Medaillenchancen vertan. Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff waren im Viertelfinale ausgeschieden, für Tim Pütz und Kevin Krawietz war im Achtelfinale Schluss.


Nach Rassismus-Skandal um Moster: Bahnrad-Team will Wirbel ausblenden

TOKIO: Die beiden Bahnrad-Bundestrainer André Korff und Sven Meyer hoffen, dass der Wirbel um den inzwischen abgereisten Sportdirektor Patrick Moster nach dessen rassistischer Entgleisung keinen Einfluss auf die deutsche Olympia-Mannschaft hat. «Natürlich betrifft uns das schon. Wir versuchen, alles - so weit es geht - von den Sportlern fernzuhalten und den Fokus komplett auf das Rennen zu legen», sagte Frauen-Bundestrainer Korff in einem Pressegespräch am Freitag. Auch Meyer betonte, dass es «nicht unbedingt positiv ist, wenn die Unruhe auf die Mannschaft einprasselt».

Moster hatte beim Einzelzeitfahren am Mittwoch den Kölner Radprofi Nikias Arndt an der Strecke mit den rassistischen Worten «Hol' die Kameltreiber, hol' die Kameltreiber, komm» angefeuert, die vor ihm fahrenden Azzedine Lagab (Algerien) und Amanuel Ghebreigzabhier (Eritrea) noch einzuholen. Die Rufe waren vom Fernsehen eingefangen und live übertragen worden. Moster hatte sich später entschuldigt, war am Donnerstag aber vom Deutschen Olympischen Sportbund nach Hause geschickt und vom Rad-Weltverband suspendiert worden.

Das Fehlen von Moster sei aus sportlicher Sicht bei den Bahnrad-Wettkämpfen aber kompensierbar, betonten beide Trainer. Er sei verantwortlich für die organisatorischen Sachen gewesen, habe aber im Team keine entscheidende, tragende Rolle gehabt, so Korff.

Mit Blick auf die am Montag beginnenden Entscheidungen auf der Bahn peilt Korff mit dem Vierer der Frauen eine Medaille an. So formuliert es auch Lisa Klein: «Edelmetall ist im Kopf drin.» Schwieriger ist die Ausgangslage für den Vierer der Männer. «Ab Platz drei, vier ist das Feld extrem eng zusammen», so Meyer. Um da zu bestehen, müsse der deutsche Rekord her.


Zweite Einzel-Medaille nach 2012: Ovtcharov holt Tischtennis-Bronze

TOKIO: Der deutsche Tischtennisspieler Dimitrij Ovtcharov hat bei den Olympischen Spielen in Tokio die Bronze-Medaille gewonnen.

Der 32-Jährige entschied am Freitag das Spiel um Platz drei gegen Lin Yun-Ju aus Taiwan in 4:3 Sätzen (13:11, 9:11, 6:11, 11:4, 4:11, 15:13, 11:7) für sich. Für den früheren Weltranglisten-Ersten Ovtcharov ist es die zweite Olympia-Medaille im Einzel. Auch 2012 bei den Spielen in London hatte er Bronze geholt. Von Sonntag an kämpft Ovtcharov noch mit dem deutschen Team um Medaillen.


Nach Farahs Gold-Herrschaft: Äthiopier Barega gewinnt 10.000 Meter

TOKIO: Der Äthiopier Selemon Barega hat bei den Olympischen Spielen in Tokio über die 10.000 Meter Gold gewonnen. Der 21-Jährige verwies am Freitag in einem rasanten Finish das ugandische Duo Joshua Cheptegei und Jacob Kiplimo auf die Plätze zwei und drei.

Nach zwei Goldmedaillen nacheinander des Briten Mo Farah, der sich für die Spiele in Japan nicht qualifiziert hatte, triumphierte nun Barega über die 25 Runden in 27:43,22 Minuten. Das Medaillentrio drehte anschließend mit Landesflaggen um die Schultern eine Ehrenrunde.


Wellbrock als Dritter ins Olympia-Finale über 1500 Meter Freistil

TOKIO: Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock hat bei den Olympischen Spielen sicher das Finale über 1500 Meter Freistil erreicht. Der 23 Jahre alte Schwimmer schlug am Freitag in Tokio im Vorlauf nach 14:48,53 Minuten an. Damit qualifizierte er sich als Dritter für den Endlauf am Sonntag. Einen Tag nach der knapp verfehlten Medaille im 800-Meter-Rennen, in dem Wellbrock Vierter wurde, zeigte Wellbrock eine souveräne Vorstellung.

Für Wellbrocks Magdeburger Teamkollegen Lukas Märtens reichte es nicht für das Finale. Er belegte nach 14:59,45 Minuten Rang elf.

Vorlaufschnellster war in 14:45,99 Minuten der Ukrainer Michailo Romantschuk vor dem Amerikaner Robert Finke, der über 800 Meter gewonnen hatte. Wellbrock geht als Weltjahresbester über 1500 Meter als Goldkandidat in die Entscheidung. Der gebürtige Bremer, der in Magdeburg trainiert, wurde 2019 Weltmeister über 1500 Meter im Becken und zehn Kilometer im Freiwasser. Das gelang keinem Schwimmer vor ihm.


Premiere: Zwei Männer holen Medaillen in Frauen-Ruder-Rennen

TOKIO: Über die Medaillen nach dem Finale der Frauen-Achter bei den Olympischen Spielen jubelten 25 Frauen - und zwei Männer. Caleb Shephard aus Neuseeland bekam Silber, Dechang Zhang aus China Bronze und damit schrieben beide ein Kapitel Olympia-Geschichte. Denn die beiden Steuermänner sind die ersten, die in einem olympischen Frauen-Rennen als Mann eine Medaille bekommen haben. Seit einer Regeländerung 2017 ist das Geschlecht auf der Position nicht mehr an die Bootsklasse gebunden.

Mit 0,91 Sekunden Rückstand hinter Olympiasieger Kanada jubelten Ella Greenslade, Emma Dyke, Lucy Spoors, Kelsey Bevan, Grace Prendergast, Kerri Gowler, Beth Ross und Jackie Gowler bei der Siegerehrung über Silber und damit die erste Medaille für das Land in dieser Bootsklasse überhaupt - und das gemeinsam mit dem vollbärtigen Steuermann Shepherd. Auf dem Gruppenfoto mit allen Medaillengewinnerinnen ist auch Zhang gut zu erkennen.

«Es war unglaublich, wir haben alles gegeben, es war so gut», sagte Shepherd dem TV-Sender Sky Sport nach Angaben der neuseeländischen Nachrichtenseite «Stuff». Auch im Herren-Rennen, in dem der Deutschland-Achter Silber hinter Neuseeland holte, gab es nicht nur Steuermänner: Eline Berger als Steuerfrau im Herren-Achter der Niederlande musste sich aber mit Rang fünf zufrieden geben.


Russland kontert Olympia-Kritik: Sind zu Recht hier

MOSKAU: Russland hat sich gegen Kritik an der Olympia-Teilnahme seiner Athleten gewehrt. «Ja, wir sind hier bei den Olympischen Spielen. Absolut zu Recht. Ob das jemandem gefällt oder nicht», erklärte das Russische Olympische Komitee am Freitag auf Twitter. Zuvor hatte der amerikanische Rückenschwimmer Ryan Murphy Zweifel an der sportlichen Chancengleichheit bei den Rennen geäußert, nachdem er im Finale über 200 Meter Rang zwei hinter dem Russen Jewgeni Rylow belegt hatte. Die Russen beklagten daraufhin «englischsprachige Propaganda» und das Hervorholen einer «alten Leier» über russisches Doping.

In Tokio treten russische Sportler als Athleten des Russischen Olympischen Komitee (ROC) an. Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hatte Russlands Mannschaft wegen jahrelangen staatlich organisierten Dopings für vier Jahre von den wichtigsten Sportereignissen der Welt ausgeschlossen. Ende 2020 halbierte der Internationale Sportgerichtshof Cas die Sperre. Die russischen Hymne darf aber bei Olympia nicht gespielt, die Flagge nicht verwendet werden.

Der Kreml riet den russischen Athleten, Kritik nicht an sich heranzulassen. «Unsere Leute sollen Medaillen gewinnen, vorzugsweise goldene - und all dem keine Aufmerksamkeit schenken», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Das Russische Olympische Komitee kritisierte, einige Sportler seien einfach keine guten Verlierer. «Wir verzeihen denen, die schwächer sind. Gott ist ihr Richter - und unser Helfer.»


Berichte: Rodgers unterschreibt neuen Vertrag bei Green Bay Packers

GREEN BAY: Star-Quarterback Aaron Rodgers wird nun wohl doch bei den Green Bay Packers bleiben. Das berichten mehrere US-Medien. Demnach hat der Spielmacher am Donnerstag (Ortszeit) einen neu ausgearbeiteten Vertrag unterschrieben, wie unter anderem ESPN berichtete. In der Saisonpause gab es zahlreiche Spekulationen, dass Rodgers, Spieler des Jahres der National Football League, die Packers nach 16 Spielzeiten verlassen möchte oder gar seine Karriere beendet. Der 37 Jahre alte Spielmacher war im Mai und Juni unter dem Trainingsauftakt und ersten Pflichtterminen ferngeblieben.


Franz Wagner von Orlando Magic in NBA-Draft als Achter ausgewählt

NEW YORK: Basketball-Talent Franz Wagner ist beim Draft der nordamerikanischen Profiliga NBA bereits an der achten Position ausgewählt worden. Die Orlando Magic entschieden sich am Donnerstag (Ortszeit) für den 19 Jahre alten Berliner, der damit neben Detlef Schrempf 1985 als frühester gebürtiger Deutscher der NBA-Geschichte gezogen wurde. In der vergangenen Saison hatte bereits Wagners älterer Bruder Moritz für die Magic gespielt. Franz Wagner spielte zuletzt in der US-Collegemeisterschaft für die Michigan Wolverines und entschied sich frühzeitig für den Sprung in die NBA.


Schumacher-Dokumentation ab 15. September bei Netflix

BUDAPEST: Die Dokumentation «SCHUMACHER» über Formel-1-Ikone Michael Schumacher steht nach langem Warten nun kurz vor der Veröffentlichung. Ab dem 15. September wird der Film bei Netflix gezeigt. Das teilte Schumachers Management am Freitag mit. In der Dokumentation würden auch seine Ehefrau Corinna sowie die Kinder Gina und Mick «in sehr persönlichen Interviews» über Michael Schumacher sprechen. Der Film sei «das Geschenk seiner Familie an den geliebten Ehemann und Vater», sagte Managerin Sabine Kehm.


Ex-Nationalspieler Nowotny komplettiert Trainerteam der U18 beim DFB

FRANKFURT/MAIN: Der frühere Fußball-Nationalspieler Jens Nowotny arbeitet künftig als Co-Trainer beim U18-Nationalteam. Dies teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag mit. «Im Fußball und auch nach meiner Profikarriere habe ich einiges erlebt, von dem ich glaube, dass ich es den Jungs gut vermitteln kann und sie davon profitieren», sagte Nowotny, der in seiner Laufbahn 48 Länderspiele bestritten hat und nun gemeinsam mit Guido Streichsbier und Gunther Metz die Nachwuchsakteure des Jahrgangs 2004 anleiten wird.


BVB-Sportdirektor Zorc dementiert Gerüchte um Haaland: «Heiße Luft»

BAD RAGAZ: Michael Zorc hat die wochenlangen Spekulationen über einen drohenden Vereinswechsel des Dortmunder Torjägers Erling Haaland als «heiße Luft» bezeichnet. Damit reagierte der BVB-Sportdirektor auf eine angebliche Mega-Offerte des FC Chelsea für den 21 Jahre alten Norweger in Höhe von 175 Millionen Euro. «Dieses Angebot ist nicht da und wird auch nicht erwartet. Als diese Zahlen medial kursierten, haben wahrscheinlich einige Protagonisten noch von der Super League geträumt. Wir müssen Erling nicht verkaufen», sagte Zorc in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur ungeachtet der durch die Corona-Krise verursachten finanziellen hohen Verluste.


Erst Pleite, dann Sieg: Laser-Weltmeister Buhl im Medaillenrennen

ENOSHIMA: Mit gehöriger Wut auf sich selbst ist Laser-Weltmeister Philipp Buhl bei den olympischen Regatten vor Enoshima in das Medaillenrennen gesegelt. Nach einem 32. Rang in der ersten Wettfahrt des Tages sicherte sich der 31-Jährige aus Sonthofen am Freitag mit dem Sieg im zehnten und letzten Rennen vor dem Medalrace noch einen Platz unter den ersten Zehn des Klassements.

Er startet am Sonntag als Fünfter mit 14 Punkten Rückstand auf den Silber- und mit elf Zählern Abstand auf den Bronze-Rang ins doppelt gewertete Medaillenfinale der besten Zehn. Den Olympiasieg hat sich der Australier Matthew Wearn bereits uneinholbar gesichert. Er muss das Finale nur noch bestreiten. «Es ist vieles schlecht gelaufen bei dieser olympischen Serie», sagte Buhl. «Das Gute: Ich bin trotzdem noch Fünfter, stehe im Finale und habe sogar noch eine kleine Chance auf eine Medaille.»

Buhls Teamkameraden Erik Heil und Thomas Plößel eröffneten ihre zweite Renn-Halbzeit in der 49er-Flotte mit einem Tagessieg, mussten anschließend mit den Rängen sieben und zwölf zwei Dämpfer im Kampf um die Skiff-Medaillen hinnehmen. «Wir waren auf dem Kurs zu nett unterwegs, aber der Speed stimmte und es ist noch alles im grünen Bereich», sagte Steuermann Heil.

Die 49erFX-Seglerinnen Tina Lutz und Susann Beucke verbesserten sich auf Platz fünf und wahrten drei Rennen vor dem Finale ebenfalls ihre Medaillenchancen. Die 470er-Seglerinnen Luise Wanser und Anastasiya Winkel kehrten mit den Rängen 16 und acht als Gesamt-14. nach sechs Rennen in den Hafen zurück. «Das war ein enttäuschender Tag. Uns fehlt in diesen leichten und unbeständigen Winden wohl noch die Erfahrung», sagte Wanser. Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger beendete ihre Olympia-Premiere als Gesamt-16. ohne Finalteilnahme.


Aus in der Qualifikation: Kugelstoßerin Schwanitz scheitert in Tokio

TOKIO: Ex-Weltmeisterin Christina Schwanitz hat bei den Olympischen Spielen in Tokio das Finale im Kugelstoßen deutlich verpasst. Die 35-Jährige vom LV 90 Erzgebirge kam in der Qualifikation am Freitag zum Auftakt der Leichtathletik-Wettbewerbe mit 18,08 Metern nur auf Rang acht in ihrer Gruppe. Damit ist Schwanitz nicht beim Medaillenkampf am Sonntag (03.35 Uhr/MESZ) dabei. Sie blieb deutlich hinter ihrer Saisonbestweite von 19,11 Meter zurück.

Die Europameisterin von 2014 und 2016 und WM-Dritte von 2019 konnte bei ihren drei vorherigen Olympia-Teilnahmen keine Medaillen erkämpfen und hatte mindestens Platz acht in Japan angestrebt. Schwanitz-Clubkollegin Katharina Maisch schied mit 17,89 Metern ebenfalls aus. Dafür kam Sara Gambetta (Halle/Saale) mit 18,57 Meter als Gesamtzwölfte gerade noch ins Finale.


Trainingsauftakt in Ungarn: Verstappen schlägt Mercedes-Duo

BUDAPEST: Max Verstappen hat beim Trainingsauftakt zum Großen Preis von Ungarn die schnellste Runde gedreht. Der 23 Jahre alte Niederländer zeigte sich am Freitag bestens erholt von seinem Rennunfall in Silverstone und verwies Valtteri Bottas um 61 Tausendstelsekunden auf den zweiten Platz. Dritter wurde dessen Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton im Mercedes. Dem siebenmaligen Weltmeister fehlten 0,167 Sekunden auf Red-Bull-Pilot Verstappen. Im ersten Freien Training kam Sebastian Vettel im Aston Martin nicht über den 13. Platz hinaus, Mick Schumacher wurde im Haas 17.


Zverev nach Sieg über Djokovic im Olympia-Finale - Gegen Chatschanow

TOKIO: Alexander Zverev ist sensationell ins Finale von Tokio eingezogen und hat Olympia-Silber sicher. Deutschlands bester Tennisspieler gewann das Halbfinale am Freitag gegen den serbischen Weltranglistenersten Novak Djokovic in 2:03 Stunden mit 1:6, 6:3, 6:1. Damit tritt der 24-jährige Hamburger am Sonntag als Favorit im Endspiel gegen den russischen Überraschungsfinalisten Karen Chatschanow an und kann sich zum ersten deutschen Olympiasieger im Herren-Einzel küren. Die zuvor letzte olympische Einzel-Medaille holte Tommy Haas mit Silber vor 21 Jahren. Bei den Damen wurde Angelique Kerber vor fünf Jahren ebenfalls Olympia-Zweite.

Nach schwachem Beginn kam Zverev immer besser ins Spiel. Nach dem in 37 Minuten klar verlorenen ersten Satz wurde der Hamburger immer stärker, verwandelte in dem dann 45 Minuten dauernden zweiten Durchgang seinen zweiten Satzball. Im entscheidenden Satz gelang Zverev gleich im ersten Spiel ein Break gegen den diesjährigen Australian-Open-Champion, French-Open- und Wimbledon-Sieger - von da an war er überlegen und verwandelte seinen zweiten Matchball. Für Djokovic platzte damit der Traum vom Golden Slam, dem Gewinn aller vier Grand-Slam-Turniere und Olympia-Gold innerhalb eines Jahres.

Zuvor hatte Chatschanow überrascht. Der Weltranglisten-25. vom Russischen Olympischen Komitee entschied das Überraschungs-Halbfinale gegen den Spanier Pablo Carreno-Busta mit 6:3, 6:3 für sich, machte seinen Erfolg unerwartet klar in 79 Minuten perfekt. Bei den Grand-Slam-Turnieren war der russische Tennisprofi noch nie über das Viertelfinale hinausgekommen, bei diesen Sommerspielen hat der 25-Jährige jetzt genau wie Zverev Silber sicher.


Französischer Judo-Star Riner holt vierte Olympia-Medaille

TOKIO: Der französische Judoka Teddy Riner hat auch bei seiner vierten Olympia-Teilnahme eine Medaille gewonnen. Der 32-Jährige besiegte in einem der Bronze-Kämpfe der Gewichtsklasse über 100 Kilogramm am Freitag den Japaner Hisayoshi Harasawa. Nach seinem Aus im Viertelfinale war der über zwei Meter große Schwergewichtler über die Hoffnungsrunde noch in eines der kleinen Finals eingezogen. 2008 in Peking hatte Riner ebenfalls Bronze gewonnen, bei den Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro jeweils Gold.

Rekord-Olympiasieger bei den Männern ist nach wie vor der Japaner Tadahiro Nomura, der zwischen 1996 und 2004 dreimal Gold erkämpfte. In der Liste der männlichen Judoka mit den meisten Olympia-Medaillen liegt Riner nun mit Angelo Parisi, der zwischen 1972 und 1984 vier Edelmetalle für Großbritannien und Frankreich gewann, an der Spitze.


Ungeimpft und ohne Maske: Lagenschwimmer Andrew polarisiert weiter

TOKIO: Der amerikanische Lagenschwimmer Michael Andrew polarisiert mit seinem Verhalten in der Corona-Pandemie weiter. Nachdem der 22-Jährige bereits dafür kritisiert worden war, dass er sich vor den Olympischen Spielen in Tokio nicht hatte impfen lassen, wurde nun sein Verhalten nach den 200 Meter Lagen moniert. Es gibt Bilder, die den Fünftplatzierten nach dem Rennen ohne Maske in der Interviewzone zeigen. Der Sieg auf der Strecke, die bei den Spielen 2016 in Rio US-Superstar Michael Phelps gewonnenen hatte, ging am Freitag in Tokio an den Chinesen Wang Shun.

Andrew hatte seinen Impfverzicht damit begründet, dass er nicht wisse, wie sich eine Impfung auf die Vorbereitung und auf seinen Körper auswirke. Auch wollte er keine Trainingspause einlegen. Er fühle sich sicher, da das Risiko minimiert sei, sagte Andrew. Er ließ nicht erkennen, sich in Zukunft impfen lasse zu wollen. Man werde sehen, wie sich die Dinge entwickeln würden, sagte er. Kritik hatte es unter anderem durch die zweimalige Olympiasiegerin Maya DiRado gegeben.

Diese wiederum wurde von Andrews amerikanischem Schwimmkollegen Tom Shields für den Zeitpunkt der Kritik kurz vor den Wettkämpfen kritisiert. Der dreimalige Olympiasieger Anthony Ervin erklärte, Andrew müsse sich nach seiner Corona-Erkrankung im vergangenen Jahr nicht impfen lassen.

Andrew ist dafür bekannt, seinen eigenen Weg zu gehen. Früh wurde er Schwimm-Profi, bei seiner Trainingsmethode verzichtete er auf lange Ausdauerserien und stellte die Wettkampfgeschwindigkeit in den Fokus.


Internationale Test-Agentur: Rund 3100 Doping-Kontrollen bei Olympia

TOKIO: Die Internationale Test-Agentur hat seit der Eröffnungsfeier am 23. Juli rund 3100 Doping-Kontrollen während der Olympischen Spiele in Tokio vorgenommen. Wie die ITA am Freitag mitteilte, sind etwa 2240 Athleten aus 150 Ländern getestet worden. Verteilt waren die Kontrollen jeweils zur Hälfte auf die Wettkampf- und Trainingstests. Dabei gehörten Schwimmer, Ruderer, Leichtathleten, Radfahrer und Gewichtheber zu den zehn bisher in Tokio am meisten zur Doping-Kontrolle gebetenen Athleten.

Auch vor Beginn der Sommerspiele hat die ITA im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees ein umfangreiches Anti-Doping-Programm aufgelegt. Auf der Basis von 25.000 Kontrollempfehlungen der internationalen Sportverbände und nationalen Anti-Doping-Organisationen waren in den vergangenen sechs Monaten potenzielle Olympia-Starter getestet worden. Dabei konnten nach Ita-Angaben 80 Prozent der Empfehlungen umgesetzt werden.


Olympia-Gastgeber Japan feiert eigenen Goldmedaillen-Rekord

TOKIO: Für Olympia-Gastgeber Japan sind die umstrittenen Sommerspiele zumindest nach der Medaillenbilanz die erfolgreichsten der Geschichte. Mit dem Sieg im Teamwettbewerb der Degenfechter sicherte sich die Nation die 17. Goldmedaille. Einen großen Beitrag zur Rekordausbeute lieferten Nippons Judoka um Naohisa Takato, der sich als erster seines Landes eine Goldmedaille umhängen durfte.

Bei der Olympia-Premiere der Skateboarder holte in Yuto Horigome als erster ebenfalls ein Japaner Gold. Einen gleich doppelten Triumph konnte Yui Ohashi für ihre Heimat erzielen: die japanische Lagenschwimmerin gewann sowohl über die 200 als auch 400 Meter-Distanz die Gold-Medallie und wurde von Teamkollegen, Volunteers und japanischen Journalisten ausgelassen gefeiert. Sie lief sogar eine Ehrenrunde im Aquatics Centre.

Überschattet wird die Freude in Japan über die Erfolge der eigenen Olympioniken durch die andauernde Corona-Pandemie. Die Zahl der landesweiten Neuinfektionen stieg am Freitag am dritten Tag in Folge auf einen Höchststand: 10.743 Fälle waren es binnen 24 Stunden gewesen. Auf die Olympia-Stadt Tokio entfielen allein 3300 Fälle, womit die Zahl der Neuinfektionen dort seit drei Tagen über der Marke von 3000 liegt. Die Organisatoren und das Internationale Olympische Komitee betonen jedoch, dass die Olympischen Spiele mit dem Infektionsgeschehen in Japans Bevölkerung nichts zu tun hätten.


Europameisterin Punzel im Halbfinale vom Drei-Meter-Brett

TOKIO: Tina Punzel hat sich bei den Olympischen Spielen im Kunstspringen vom Drei-Meter-Brett nach etwas Nervenkitzel zu Beginn doch noch sicher für das Halbfinale qualifiziert. Die Europameisterin erwischte am Freitag in Tokio keinen perfekten Wettkampf. Nach schwachem Start reichten 287,00 Punkte und Rang 14 für die nächste Runde der 18 besten Wasserspringerinnen. Vorkampfbeste war die dreimalige Olympiasiegerin und Favoritin Shi Tingmao aus China mit 350,45 Punkten.

«Ich glaube, im ersten Sprung wünscht sich keiner, Letzter zu sein. Das hat mich vielleicht ein bisschen aufgeweckt», sagte Punzel nach dem missglückten ersten Durchgang. «Mir fiel es sehr schwer, in den Rhythmus zu kommen.» Bundestrainer Lutz Buschkow schmunzelte und verglich die gemeisterte Qualifikation von Punzel mit der Leistung eines «Turnierpferdes». «Von der Trainingsleistung her bin ich ganz optimistisch», sagte Buschkow.

Nur zwei Sportlerinnen aus Europa schafften es in die Top 12, die Punzel für den Finaleinzug erreichen müsste. «Ich nehme trotzdem ein gutes Gefühl mit», sagte Punzel. Zwei Bronzemedaillen stehen bereits in der Olympia-Bilanz der deutschen Wasserspringer, besser waren sie zuletzt in Peking 2008. Damals gab es Silber und Bronze.

Punzel strebt nach Bronze mit Lena Hentschel im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett zum Auftakt nun eine gute Finalplatzierung im Einzel-Wettbewerb an. Das Halbfinale steht am Samstag an, um die Medaillen geht es am Sonntag.


US-Turnerin Biles zu Rückzug: «Geist und Körper nicht im Einklang»

TOKIO: Turn-Superstar Simone Biles hat ihren Rückzug vom olympischen Mehrkampf-Finale im Team und im Einzel in Tokio noch einmal erklärt. «Für alle, die sagen, dass ich aufgegeben habe: Ich habe nicht aufgegeben», schrieb die 24-jährige Amerikanerin am Freitag in ihrer Instagram-Story. «Mein Geist und mein Körper sind einfach nicht im Einklang.»

Biles hatte wegen mentaler Probleme am Mittwoch ihren Start im Einzel-Mehrkampf bei den Olympischen Spielen in Tokio abgesagt. Nach ihrem Verzicht gewann ihre Landsfrau Sunisa Lee am Donnerstag Mehrkampf-Gold. Zuvor war die viermalige Olympiasiegerin Biles aus dem Mehrkampf-Finale im Team nach nur einem Gerät ausgestiegen. Sie hatte sehr viel Zuspruch erhalten, weil sie offen über ihre mentalen Probleme gesprochen hatte.

Biles schrieb am Freitag in der teilweise in Frage/Antwort-Form verfassten Story bei Instagram über sogenannte «Twisties». So werden in den USA mentale Blockaden im Turnen genannt. Vor der Reise nach Tokio habe sie keine Probleme gehabt. Diese hätten erst nach der Qualifikation begonnen.

Unbekannt sind ihr «Twisties» nicht. «Ich habe sie schon einmal erlebt. Es macht keinen Spaß, damit umzugehen», schrieb Biles. «Es ist wirklich erschreckend, wenn man versucht, eine Übung zu machen, bei der Körper und Geist nicht im Einklang sind.» Ob sie bei den Geräte-Finals vom Sonntag an dabei ist, ließ sie offen. Sie wisse nicht, wie lange die Probleme dauerten. «Ehrlich gesagt, kann ich das nicht sagen.»


Überraschung: Rugby-Frauen sorgen bei Olympia für beste TV-Quote

BERLIN: Bei den Einschaltquoten der TV-Übertragungen von den Olympischen Spiele in Tokio hat es am Donnerstag einen überraschenden Gewinner gegeben. Die Rugby-Frauen von Neuseeland und Großbritannien sahen durchschnittlich 2,30 Millionen Menschen in der ARD und sorgten für einen Marktanteil von 25,4 Prozent. Der erfolgreiche Bericht am frühen Nachmittag war allerdings nur sieben Minuten lang.

Die fast zweistündige Übertragung vom Turnen im Ersten schauten im Schnitt 2,20 Millionen (Marktanteil 25,5). Ansonsten schafften es am sechsten kompletten Wettkampftag nur Zusammenfassungen im «Olympia-Telegramm» der ARD über die Zwei-Millionen-Marke.


Judoka Wagner gewinnt Bronze mit Bänderverletzung - Einsatz im Team

TOKIO: Judoka Anna-Maria Wagner hat ihre Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio mit einer Bänderverletzung gewonnen, geht aber trotzdem von einem Einsatz im Mixed-Team-Wettbewerb an diesem Samstag (04.00 Uhr MESZ) aus. Wie die 25-Jährige am Freitag berichtete, hat sie sich im verlorenen Halbfinal-Kampf am Vortag zwei Bänder im rechten Ellenbogen verletzt. «Da wird nicht alles so krass durch sein, dass ich eine Operation haben muss. Aber klar ist, da muss eine Pause rein. Die gönne ich mir nach den Olympischen Spielen», sagte die Ravensburgerin.

Im Halbfinale war die Weltmeisterin in der Klasse bis 78 Kilogramm von der späteren Olympiasiegerin Shori Hamada gehebelt worden und hatte dabei die Verletzung erlitten. «Der Arm hat höllisch wehgetan», gab sie zu. Anschließend habe sie sich kurz zur Behandlung zurückgezogen und ein paar Tränen weggewischt.

Zum kleinen Finale dann war der Schmerz plötzlich weg. «Der Kopf hat eine sehr große Rolle gespielt. Ich habe es geschafft, den Schalter umzulegen, dass ich den Arm nicht mehr gespürt habe, als ich auf die Matte gegangen bin», berichtete sie. Ihre Gegnerin Kaliema Antomarchi aus Kuba habe von dem lädierten Ellenbogen nichts mitbekommen. «Die weiß jetzt noch nicht, dass ich verletzt bin», meinte die Judoka.

Trotz des Handicaps will sie im Mixed Team kämpfen, bei dem drei Männer und drei Frauen als Mannschaft antreten. Sie gehe auf jeden Fall über die Waage, sagte Wagner. «Wir pokern noch ein bisschen.» Die ersten Kämpfe im Limit über 70 Kilogramm wird Jasmin Grabowski (+78 kg) bestreiten. «Wenn es um eine Medaille geht, gehe ich nochmal auf die Matte», sagte Wagner. Den ersten Kampf bestreitet die deutsche Mannschaft gegen das olympische Flüchtlingsteam.


Athletenvereinigung fordert bessere Quarantäne-Bedingungen

TOKIO: Die Interessenvereinigung Athleten Deutschland hat das Internationale Olympischen Komitee aufgefordert, sich für bessere Bedingungen für Sportler in Quarantäne-Hotels in Tokio einzusetzen. «Es steht außer Frage, dass die strengen Quarantänebedingungen bei den Spielen nach bestätigtem positivem Corona-Test einzuhalten sind», hieß es in einer Mitteilung am Freitag. Der Gesundheitsschutz aller müsse oberste Priorität haben. Dafür hätten die Athleten absolutes Verständnis. «Sie dürfen jedoch erwarten, die verordnete Quarantäne unter angemessenen Bedingungen zu verbringen», hieß es weiter.

Athleten in Quarantäne würden über Mangelversorgung in grundlegenden Bereichen wie spezifische Ernährung, unzureichende Frischluftzufuhr und mangelnde Kommunikation berichten. «Ihnen ist unklar, wie der genaue Ablauf der Quarantäne ist und welche Schritte nach Beendigung unternommen werden müssen», lautete die Kritik.

«Das IOC hat von Beginn an auf einen Plan B verzichtet und steht daher in besonderer Verantwortung gegenüber allen Beteiligten, auch gegenüber den Athleten», sagte Maximilian Klein, Beauftragter für Internationale Sportpolitik.

Das IOC erziele mit deren Arbeit und deren Leistungen Milliardenerlöse, ohne sie als unverzichtbare Leistungsträger daran zu beteiligen. «Obendrein wurden die Restrisiken durch Hitze und Covid-19 auch noch vom IOC auf die Athleten per Haftungsausschluss abgeladen», erklärte Klein. «Es mutet daher grotesk an, dass sie in gefängnisartigen Zuständen ihre Quarantäne absitzen müssen, während IOC-Mitglieder im teuren Luxushotel absteigen und mit hohen Tagespauschalen versorgt werden.»


Japanischer Architekt Kuma: Olympia-Stadion ist Symbol neuer Ära

TOKIO: Mit dem Beginn der Leichtathletik-Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen in Tokio rückt zugleich eines der Prestigebauten des weltweit bekannten japanischen Architekten Kengo Kuma in den Fokus der Weltöffentlichkeit: Das neue imposante Olympiastadion im Herzen der japanischen Hauptstadt. «Ich wollte ein Design für eine neue Ära schaffen», die von wirtschaftlicher Stagnation und sinkenden Geburtenraten geprägt sei, erzählte der 66-jährige Kuma dieser Tage einer Gruppe ausländischer Journalisten am Rande des Mega-Spektakels. Statt wie in anderen asiatischen Großstädten immer höher zu bauen, sollte es in Tokio nach seiner Vorstellung um eine Rückbesinnung auf Japans «Ästhetik» und «Schönheit» alter japanischer Gebäude gehen.

Das neue Olympiastadion entstand an der Stelle jenes Stadions, wo 1964 die ersten Olympischen Spiele in Japan stattgefunden hatten. Die damalige von seinem Landsmann Kenzo Tange entworfene Arena, ein architektonisches Meisterwerk, habe der wirtschaftlichen Expansion Japans in den 1960ern entsprochen, so Kuma. Heute müsse es dagegen um «Menschlichkeit, Natur und Intimität» gehen und nicht um Expansion, sagte Kuma. Er habe denn auch bewusst einen «intimen, sehr subtilen Kontrast» zu Tanges «dramatischem, gigantischem, monumentalem» Design schaffen wollen, erzählt Kuma, dessen Ausstellung «Five Purr-fect Points for a New Public Space» im Rahmen der Japan Cultural Expo gerade in Tokios Nationalmuseum für moderne Kunst zu sehen ist.

Dabei war die Auswahl des Entwurfs für das neue Olympia-Stadion anfangs alles andere als glatt verlaufen. Ein erster Bauplan der aus dem Iran stammenden und inzwischen gestorbenen britischen Architektin Zaha Hadid war wegen scharfer öffentlicher Kritik unter anderem an den explodierenden Kosten verworfen worden. Daraufhin hatte die damalige japanische Regierung des rechtkonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe einen neuen Entwurf ausgelobt, diesmal nur unter japanischen Bewerberteams. Am Ende setzte sich Kuma 2015 zusammen mit dem Bauriesen Taisei und dem Konzern Azusa durch.

Damals habe man nicht erwartet, dass es zur Corona-Pandemie kommen würde, so Kuma. Doch das neue Stadion mit seiner «natürlichen Ventilation» und der Verwendung von Holz aus heimischem Anbau erfülle «glücklicherweise» auch in Bezug auf die Pandemie die Erfordernisse der heutigen Zeit, meint Kuma. Er verweist dabei auch auf die Sitze, die in fünf erdigen Farbtönen gestaltet sind und ein Mosaik bilden, das an einen von Sonnenstrahlen durchfluteten Wald erinnern soll. Dank dieses Mosaiks wirke das Stadion in Japan mit seiner schrumpfenden Bevölkerung gar nicht leer, wenn nur wenige Zuschauer da seien - oder wie jetzt zur Pandamie sogar gänzlich ohne Publikum.


Chatschanow spielt als Überraschungsfinalist um Tennis-Gold in Tokio

TOKIO: Karen Chatschanow steht im Tennis-Endspiel der Olympischen Spiele in Tokio.

Der Weltranglisten-25. vom Russischen Olympischen Komitee entschied am Freitag das Überraschungs-Halbfinale gegen den Spanier Pablo Carreno-Busta mit 6:3, 6:3 für sich. Vor dem Vorschlussrunden-Duell zwischen Alexander Zverev und dem serbischen Topfavoriten Novak Djokovic machte Chatschanow seinen Erfolg unerwartet klar in 79 Minuten perfekt. Bei den Grand-Slam-Turnieren war der russische Tennisprofi noch nie über das Viertelfinale hinausgekommen, bei diesen Sommerspielen hat der 25-Jährige jetzt Silber sicher. Das Finale im Herren-Einzel wird am Sonntag ausgetragen. Das Spiel um Bronze steigt am Samstag.


Japans Kronprinz geht statt Kaiser zu Olympia-Abschlusszeremonie

TOKIO: Japans Kronprinz Akishino wird an Stelle seines älteren Bruders, Kaiser Naruhito, der Abschlusszeremonie bei den Olympischen Spielen in Tokio beiwohnen. Das gab das kaiserliche Haushofamt am Freitag bekannt. Die Zeremonie wird am 8. August im Olympia-Stadion wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer stattfinden. Kaiser Naruhito hatte die Spiele am vergangenen Freitag in dem Stadion für eröffnet erklärt. Doch anders als 1964, als Naruhitos Großvater die ersten Sommerspiele in Tokio eröffnet hatte, fehlte in der japanischsprachigen Eröffnungserklärung das Wort «iwai» (Feier).

Das «auffällige» Fehlen des Wortes spiegele die momentane Stimmung in der japanischen Öffentlichkeit wider, die «tief gespalten» in der Frage sei, ob die Spiele inmitten der Pandemie stattfinden sollten, hatte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo daraufhin geschrieben. Ein feierlicher Ton wäre in der gegenwärtigen Lage mit steigenden Infektionszahlen und dem nunmehr vierten Corona-Notstand in Tokio nicht passend gewesen, zitierte Kyodo Kreise im Haushofamt.

Der Großhofmeister des Hofamtes hatte zuletzt für großes Aufsehen gesorgt, als er der Öffentlichkeit mitteilte, dass Kaiser Naruhito nach seiner Einschätzung die Sorgen vieler Untertanen vor einer Ausbreitung des Coronavirus durch die Olympischen Spiele teile. Am Donnerstag war die Zahl der Neuinfektionen in Tokio am dritten Tag in Serie auf einen Höchststand von 3865 Fällen gestiegen. Landesweit verzeichnete der Olympia-Gastgeber erstmals mehr als 10.000 Fälle.


US-Schwimmer Murphy bei Olympia: Rennen «wahrscheinlich nicht sauber»

TOKIO: Der amerikanische Rückenschwimmer Ryan Murphy hat nach Olympia-Silber über 200 Meter Zweifel an der Sauberkeit des Rennens geäußert. «Wenn mir so eine Frage gestellt wird, habe ich ungefähr 15 Gedanken», sagte der 26-Jährige zum Thema Doping-Sorgen. «13 davon würden mich in große Schwierigkeiten bringen.» Murphy ergänzte: «Ich versuche, mich nicht darin zu verfangen. Es ist das ganze Jahr über eine große mentale Belastung für mich, zu wissen, dass ich in einem Rennen schwimme, das wahrscheinlich nicht sauber ist, und das ist es auch.»

Murphy hatte am Freitag in Tokio hinter dem Russen Jewgeni Rylow Rang zwei belegt. Dritter wurde Luke Greenbank aus Großbritannien. Über die halbe Distanz hatte Murphy Bronze hinter Rylow und dessen Landsmann Kliment Kolesnikow geholt.

Bei einer Pressekonferenz mit den anderen Medaillengewinnern sagte Murphy am Freitag, er wolle keine Anschuldigungen erheben und gratulierte Rylow. Der Sieger wollte sich nicht zu Murphys Aussagen äußern, da er sie nicht gehört habe. «Ich war immer für saubere Wettkämpfe. Ich bin immer getestet worden», sagte Rylow. Er sei für «sauberen Sport».

Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hatte Russland im Dezember 2019 eigentlich für vier Jahre von den wichtigsten Sportereignissen der Welt ausgeschlossen. Doch Ende 2020 halbierte der Internationale Sportgerichtshof Cas die Sperre. In Russland existierte ein staatlich organisiertes Doping-System. In Tokio dürfen russische Sportler als neutrale Athleten ohne Flagge und Hymne unter dem Namen «Russisches Olympisches Komitee» (ROC) antreten.


Slalomkanute Aigner holt in Tokio Bronze

TOKIO: Slalomkanute Hannes Aigner hat sich im olympischen Finale in Tokio die Bronzemedaille gesichert. Der Dritte von London 2012 musste sich am Freitag im Einer-Kajak mit einem fehlerfreien Lauf nur dem neuen Olympiasieger Jiri Prskavec aus Tschechien und Jakub Grigar aus der Slowakei geschlagen geben.

Für den Deutschen Kanu-Verband (DKV) gehen damit in Japan historische Tage zu Ende. Nach dem Gold von Ricarda Funk sowie den Bronzemedaillen von Sideris Tasiadis und Andrea Herzog war Bronze von Aigner die vierte Medaille im vierten Wettbewerb. So eine olympische Erfolgsbilanz hatten die Slalomkanuten seit München 1972 - als die DDR-Sportler dreimal Gold und einmal Bronze holten - nicht mehr.

Auch wenn der 32-jährige Augsburger, der 2018 Weltmeister wurde, sich kleine Patzer erlaubte und Probleme an Tor fünf hatte, gelang ihm ein insgesamt solider Finallauf, in dem er grobe Fehler vermeiden konnte. Aigner hatte im Halbfinale kleinere Probleme und war nur als Siebter in den Kampf um die Medaillen eingezogen. Im Kasai Canoe Slalom Centre waren in der Vorschlussrunde die Mitfavoriten Peter Kauzer aus Slowenien und der Italiener Giovanni de Gennaro bereits gescheitert.


Pistolenschützin Vennekamp Siebte - Olympia-Gold an Bazaraschkina

TOKIO: Pistolenschützin Doreen Vennekamp hat bei den Olympischen Spielen in Tokio eine Medaille klar verpasst. Die 26-Jährige aus Hüttengesäß belegte am Freitag beim Ausscheidungsschießen mit der Sportpistole aus 25 Metern den siebten Platz. Gold ging an die Russin Witalina Bazaraschkina vor Kim Minjung aus Südkorea und der Chinesin Xiao Jiaruixuan. Mitfavoritin Monika Karsch aus Regenburg war zuvor überraschend in der Qualifikation ausgeschieden.

Olympia-Debütantin Vennekamp war nach einem fast perfekten Qualifikations-Wettkampf im Schnellfeuer noch in den Finaldurchgang gerutscht, nachdem sie am Vortag im Präzisionsschießen noch enttäuscht hatte. Der Deutsche Schützenbund hat bei den Sommerspielen in Tokio bislang Bronze beim Bogenschießen im Teamwettbewerb der Frauen verbucht.


Deutsche Mixed-Staffel bei Olympia-Premiere im Finale

TOKIO: Bei der Olympia-Premiere der Mixed-Staffeln über 4 x 400 Meter in der Leichtathletik ist das deutsche Quartett ins Finale gerannt. Marvin Schlegel, Corinna Schwab (beide Chemnitz), Ruth Sophia Spelmeyer-Preuß (Oldenburg) und Manuel Sanders (Dortmund) kamen am Freitag als Dritte des zweiten Vorlaufs nach 3:12,94 Minuten ins Ziel.

Die Zeit gilt als deutsche Bestleistung, einen offiziellen Rekord gibt es hier nicht. Die bisherige Bestzeit stand bei 3:16,85 Minuten von Yokahama 2019. Erster im Lauf mit der deutschen Staffel wurde Belgien (3:12,75) vor Irland (3:12,88). Das Finale steht am Samstag (14.35 Uhr/MESZ) an.


Basketballer Voigtmann vor Gruppen-Finale: «Wird ein harter Brocken»

SAITAMA: Deutschlands Basketballer gehen ohne Furcht in das abschließende Olympia-Vorrundenspiel gegen den noch ungeschlagenen Medaillenkandidaten Australien. «Es wird ein harter Brocken. Aber wie wir gegen Italien gesehen haben, ist es nicht unmöglich», sagte Center Johannes Voigtmann vor der entscheidenden Begegnung am Samstag (10.20 Uhr) in Saitama nördlich von Tokio und ergänzte zum Gegner: «Es gibt Stellen, wo sie verwundbar sind. Die werden wir versuchen auszunutzen. Dann denke ich, dass wir eine sehr gute Leistung abliefern und hoffentlich ins Viertelfinale einziehen.»

Nach der vermeidbaren Auftaktniederlage gegen Italien und dem ersten Sieg gegen Nigeria ist die Qualifikation für die K.o.-Runde für die Auswahl des Deutschen Basketball Bunds mit einem weiteren Erfolg sicher. Auch eine Niederlage könnte reichen, denn die zwei besten Gruppendritten kommen weiter. «Das Weiterkommen ist das klare Ziel. Wir sind konzentriert auf das, was jetzt vor uns liegt», sagte der gebürtige Thüringer Voigtmann, der seit 2019 für ZSKA Moskau spielt.

«Die Tür ist jetzt offen für uns, wir haben es in der eigenen Hand. Das ist ein sehr, sehr gutes Gefühl», sagte Voigtmann. Allerdings gilt der WM-Vierte Australien als schwierigster Gegner in der Gruppe B. Das Team ist mit dem klaren Ziel angetreten, endlich die erste Olympia-Medaille zu gewinnen. Verzichten müssen sie dabei auf Center Aron Baynes. Der NBA-Profi der Toronto Raptors zog sich eine Nackenverletzung zu und verpasst den Rest der Sommerspiele.


Deutsches Vielseitigkeits-Team nur auf Platz fünf

TOKIO: Das deutsche Vielseitigkeits-Team liegt nach den ersten beiden Starterinnen in der Dressur nur auf Platz fünf bei den Olympischen Spielen in Tokio. Nach einem guten Start am Freitagmorgen durch Julia Krajewski aus Warendorf mit Amande zeigte Sandra Auffarth aus Ganderkesee mit Viamant zu viele Fehler. Es führt Großbritannien vor Schweden und Japan.

«Das war schade mit Sandra, mit dem verkehrten Angaloppieren», sagte Bundestrainer Hans Melzer. «Das ist teuer bei dieser Aufgabe. Der Abstand ist größer, als wir erhofft hatten.» Vor dem Ritt des dreimaligen Olympiasiegers Michael Jung (Horb) mit Chipmunk am Samstag sagte der Coach: «Wir haben noch einen Trumpf im Ärmel. Der kann den Abstand reduzieren.»

Erste Reiterin des Trios war Krajewski. Die 32-Jährige erhielt für ihren Ritt umgerechnet 25,20 Strafpunkte. «Amande ist jetzt kein Dressurpferd, das fällt ihr nicht ganz so leicht», kommentierte die Reiterin: «Springen ist mehr ihr Metier.» Zum Ergebnis sagte sie: «Mein Ziel waren 25 Punkte - und das haben wir geschafft.»

Auffarth erhielt für ihre Dressur 34,10 Strafpunkte. Die 34-Jährige sagte danach: «Wir haben einen guten Anfang hinbekommen. Aber dann hatte ich teure Fehler.» Nach dem Geländeritt am Sonntag fällt die Entscheidung im abschließenden Springen am Montag.


Segler Heil/Plößel rücken mit Tagessieg bei Olympia-Regatta vor

ENOSHIMA: Die 49er-Segler Erik Heil und Thomas Plößel sind mit einem Tagessieg in die zweite Halbzeit ihrer Olympia-Regatta gestartet.

Die Rio-Bronzemedaillengewinner rückten nach sieben Rennen auf Platz vier vor. Die Crew vom Norddeutschen Regatta Verein in Hamburg hatte am Freitag noch zwei weitere Wettfahrten zu bestreiten. Ebenfalls am Freitag ist Laser-Weltmeister Philipp Buhl in den letzten beiden Rennen seiner Hauptrunde gefordert. Für den Siebten im Zwischenklassement der Einhand-Jollensegler geht es dabei um den Einzug ins Medaillenfinale der besten zehn Laser-Akteure am 1. August und um die bestmögliche Ausgangsposition im Kampf um Edelmetall.


Nach Aus in Tokio: Hochspringer Przybylko sucht den «alten Matze»

TOKIO: Hochsprung-Europameister Mateusz Przybylko möchte wieder den «alten Matze» finden. Nach seinem Aus in der Qualifikation der Olympischen Spiele in Tokio will der 29-Jährige vom TSV Bayer 04 voll gesund wieder angreifen. «Ich bin jetzt richtig motiviert», sagte Przybylko am Freitag nach seinem besten Sprung über 2,21 Meter, der für das Finale aber nicht reichte. Er hoffe, «dass ich wieder der alte Matze» werde. Er wolle «nun richtig ackern, dann wird das schon».

Przybylko ging mit großer Anspannung in den Wettbewerb. «Ich war richtig nervös», räumte der EM-Champion von Berlin 2018 ein und verwies auf seine schwierige Saison mit einer Fußverletzung. Auch durch Corona sei er «vier bis fünf Wochen raus» gewesen. «Mir hat in diesem Jahr einfach die Routine gefehlt», befand Przybylko, der 2016 in Rio de Janeiro mit 2,22 Metern das Finale verpasst hatte.

«Im Anlauf hat es mega gefehlt, dass ich nicht durchlaufen konnte», benannte Przybylko sein großes Problem. 2024 bei Olympia in Paris will er wieder dabei sein und dann auch ins Finale kommen. «Der Fuß hält, ich bin gesund und ich weiß, dass da jetzt wirklich was geht.»


Japans Gold-Judoka Hamada stärkt sich mit Straußenfleisch

TOKIO: Japans Küche ist berühmt für frischen Fisch, Reis, Gemüse und andere gesunde Köstlichkeiten, doch Judo-Ass Shori Hamada nennt als Quelle für ihre Kraft eine exotische Vogelart: den afrikanischen Strauß.

«Dank ihres Verzehrs von Straußenfleisch hat sie die Goldmedaille gewonnen», zitierte der japanische Fernsehsender NHK am Freitag eine Botschaft ihres Bruders, nachdem Hamada bei den Olympischen Spielen in Tokio Gold in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm gewonnen hatte. Seit vergangenem Jahr habe sie in einem Geschäft ihrer Heimatstadt Kirishima auf der südlichen Hauptinsel Kyushu häufig Fleisch von Straußen gekauft, die dort gezüchtet werden. Der Besitzer des Ladens, der die Kämpfe seiner Kundin im Fernsehen verfolgte, freute sich denn auch mächtig über ihren Sieg.


Schwere Stürze überschatten BMX-Rennen bei Olympia

TOKIO: Zwei schwere Stürze haben die BMX-Rennen bei den Olympischen Spielen in Tokio überschattet. In den Halbfinal-Läufen am Freitag verletzten sich Rio-Olympiasieger Connor Fields aus den USA und die Australierin Saya Sakakibara offenbar schwerer, beide mussten mit einer Trage weggebracht werden. «Wir können bestätigen, dass er wach und stabil ist und jetzt weiter medizinisch begutachtet werden soll. Er wird im Krankenhaus unter Beobachtung bleiben», schrieb der US-Verband bei Twitter zu Fields.

Fields, der zu den Stars der Szene gehört, kam in seinem dritten Halbfinal-Lauf im Ariake Urban Sports Park kurz nach dem Start zu Fall. Der Franzose Sylvain André und Twan van Gendt aus den Niederlanden konnten nicht mehr ausweichen und krachten in Fields hinein. Zum Finale trat der 28 Jahre alte Fields nicht mehr an. Den Olympiasieg sicherte sich der Niederländer Niek Kimmann, der vor einigen Tagen beim Training heftig mit einem Streckenposten kollidiert war.

Bei Sakakibara kam es im Zweikampf an der Spitze mit der Amerikanerin Alise Willoughby zum Sturz. Willoughby konnte noch weiterfahren, verpasste aber den Einzug ins Finale. Dort triumphierte die Britin Bethany Shriever.


Pistolenschützin Vennekamp im Olympia-Finale - Karsch raus

TOKIO: Die Pistolenschützin Doreen Vennekamp aus Hüttengesäß hat beim Schießen mit der Sportpistole das olympische Finale erreicht. Nach einem fast perfekten zweiten Qualifikations-Wettkampf im Schnellfeuer und zwei 100er Serien belegte die Olympia-Debütantin mit insgesamt 586 Ringen Platz vier und zog in die Endrunde der besten Acht ein. «Ich bin einfach mega glücklich gerade. Mein Ziel war es, ins Finale zu rücken und das habe ich geschafft», sagte eine strahlende Vennekamp. Im Finale sei jetzt alles möglich.

Ausgeschieden ist dagegen Mitfavoritin Monika Karsch aus Regenburg. Die Olympia-Zweite von Rio mit der Sportpistole musste sich auf der Asaka Shooting Range mit insgesamt 580 Ringen und Platz 20 zufrieden geben. Möglich waren 600 Ringe. «Das schaffe ich normalerweise im Schlaf besser», sagte die enttäuschte 38-Jährige.

Nach dem enttäuschenden Präzisionsschießen am Vortag, dem ersten Teil der Qualifikation, hatten beide Athletinnen eigentlich nur noch geringe Chancen auf das Finale. Dank einer enormen Leistungssteigerung mit einer 99er Serie und zwei 100er Reihen schoss Vennekamp jedoch am Freitag nahezu fehlerfrei. Karsch ließ nach einer guten 98er Serie zum Auftakt leicht nach und kam auf 292 Ringe.


Frühere EM-Zweite Lückenkemper nicht über 100 Meter am Start

TOKIO: Die frühere Europameisterschaftszweite Gina Lückenkemper ist bei den Olympischen Spielen in Tokio über 100 Meter nicht an den Start gegangen.

Als Ersatz für die verletzten Sprinterinnen Lisa Mayer (Wetzlar) und Lisa Nippgen (Mannheim) war die 24-jährige Berlinerin kurzfristig in das Olympia-Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes nachgerückt. DLV-Cheftrainerin Annett Stein hatte einen Doppelstart von Lückenkemper, die wegen einer Muskelverletzung die Tokio-Norm nicht schaffte, zuvor schon eher ausgeschlossen und einen Einsatz in der Sprint-Staffel avisiert.


Gewitterwarnung: Olympisches Golfturnier erneut unterbrochen

TOKIO: Auch die zweite Runde des olympischen Golfturniers ist wegen einer Gewitterwarnung unterbrochen worden.

Um 12.00 Uhr Ortszeit (5.00 MESZ) wurden die Spieler am Freitag von der Anlage des Kasumigaseki Country Clubs geholt. Zu diesem Zeitpunkt waren die deutschen Golfprofis Hurly Long und Maximilian Kieffer noch auf dem Par-71-Kurs im Norden von Tokio unterwegs. Bereits am Vortag musste die Auftaktrunde für über zwei Stunden wegen Gewitters unterbrochen werden.


Vierter Sieg im vierten Spiel für Hockey-Damen bei Olympia

TOKIO: Angeführt von Doppel-Torschützin Lisa Altenburg haben die deutschen Hockey-Damen auch ihr viertes Gruppenspiel bei Olympia in Tokio gewonnen. Gegen Schlusslicht Südafrika gelang dem Team von Bundestrainer Xavier Reckinger am Freitag ein souveräner 4:1 (3:0)-Erfolg. Damit schloss die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes zum ebenfalls noch unbezwungenen Weltmeister Niederlande auf, der die Gruppe A anführt. Das Viertelfinal-Ticket hatten die deutschen Damen schon vorher sicher. Gegen Topfavorit Niederlande geht es nun am Samstag (11.30 Uhr MESZ) um den Gruppensieg.

Lisa Altenburg brachte ihr Team gegen Südafrika schon in der zweiten Minute in Führung. Nach einer Strafecke erhöhte Sonja Zimmermann (10.), ehe erneut Altenburg (24.) schon vor der Pause für die Vorentscheidung sorgte. In der zweiten Hälfte vergab die deutsche Auswahl eine Reihe guter Chancen, ehe Anne Schröder (49.) den vierten Treffer erzielte. Südafrikas Toni Marks (53.) stellte den Endstand her.

Die Partie im Oi Hockey Stadium hatte wegen heftiger Regenfälle mit 65 Minuten Verspätung begonnen. Jedes Teams sang zwar noch seine Hymne, dann verließen die Spielerinnen aber fluchtartig und schon pitschnass das Feld. Erst nach einer Stunde hatte sich das Gewitter verzogen.


Diskuswerfer Jasinski nach Qualifikation: «Schon enttäuschend»

TOKIO: Diskuswerfer Daniel Jasinski versuchte seinen Ärger bei Olympia in Tokio wegzulächeln. «Es ist schon enttäuschend», räumte der 31-Jährige aus Wattenscheid nach der Qualifikation am Freitag ein. Mit seinem weitesten Wurf über 63,29 Meter landete der Bronze-Medaillengewinner von Rio de Janeiro in Gruppe A nur auf dem siebten Platz und musste auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. «In Rio war es auch knapp, mal guck'n», sagte Jasinski, dessen gute Laune «vielleicht auch ein bisschen Show» war.

«Es war einfach ein bisschen zu vorsichtig, das reicht dann eben nicht, um eine gute Leistung abzurufen», berichtete er in der Mixed Zone des Olympiastadions. «Die Aggressivität hat ein bisschen gefehlt, schwer zu sagen.» Mit «95 oder 97 Prozent» der eigentlichen Leistungsfähigkeit sei es schwierig, meinte er weiter.

Clemens Prüfer aus Potsdam landete in der Qualifikationsgruppe direkt hinter Jasinski, der in Rio mit 67,05 Metern eine Medaille gewonnen hatte. «Ich habe versucht, im Kopf aggressiv in den Ring reinzugehen, im Endeffekt habe ich mich dann doch zurückgehalten», sagte der 23-Jährige nach seinem besten Wurf über 63,18 Meter. «Da war locker ein Meter mehr drin.»


Zweite Golfrunde bei Olympia nach Gewitter abgebrochen

TOKIO: Die zweite Runde des olympischen Golfturniers ist am Freitag wegen einer erneuten Gewitterwarnung kurz vor dem Ende abgebrochen worden. Am frühen Abend (Ortszeit) wurden die Spieler zum zweiten Mal von der Anlage des Kasumigaseki Country Clubs geholt. 16 Spieler müssen nun am frühen Samstagmorgen ihre zweite Runde beenden. Zum Zeitpunkt des Abbruchs lag der US-Amerikaner Xander Schauffele auf dem Par-71-Kurs im Norden von Tokio mit elf Schlägen unter Par an der Spitze. Bereits am Vormittag war die Runde für über zwei Stunden wegen Gewitters unterbrochen. Auch am Vortag hatte ein Unwetter für eine zweistündige Unterbrechung gesorgt.

Die deutschen Golfprofis Maximilian Kieffer und Hurly Long konnten sich bis dahin im Feld der 60 Starter nicht entscheidend verbessern und lagen weiter im Mittelfeld. Der Düsseldorfer Kieffer spielte nach seiner 73er-Auftaktrunde von gestern am Freitag eine 69. Der Mannheimer Long war zum Zeitpunkt des Abbruchs noch auf dem Platz unterwegs.

Einige Stars nutzten den zweiten Tag, um sich für die beiden entscheidenden Runden in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Japans Golf-Idol und Masters-Sieger Hideki Matsuyama lag nach 16 gespielten Löchern mit acht Schlägen unter Par ebenso in der Spitzengruppe wie Rory McIlroy. Der Nordire, der bei den Olympischen Spielen für Irland antritt, lag bei sieben Schlägen unter Par.


Pistolenschützin Vennekamp im Olympia-Finale - Karsch raus

TOKIO: Die Pistolenschützin Doreen Vennekamp aus Hüttengesäß hat beim Schießen mit der Sportpistole das olympische Finale erreicht. Nach einem fast perfekten zweiten Qualifikations-Wettkampf mit dem Schnellfeuer und zwei 100er Serien belegte die Olympia-Debütantin mit insgesamt 586 Ringen Platz vier und zog in die Endrunde der besten Acht ein.

Ausgeschieden ist dagegen Mitfavoritin Monika Karsch aus Regenburg. Die Olympia-Zweite von Rio mit der Sportpistole musste sich auf der Asaka Shooting Range mit insgesamt 580 Ringen und Platz 20 zufrieden geben. Möglich waren 600 Ringe.

Nach dem enttäuschenden Präzisionsschießen am Vortag, dem ersten Teil der Qualifikation, hatten beide Athletinnen eigentlich nur noch geringe Chancen auf das Finale. Dank einer enormen Leistungssteigerung mit einer 99er Serie und zwei 100er Reihen schoss Vennekamp jedoch am Freitag nahezu fehlerfrei. Karsch ließ nach einer guten 98er Serie zum Auftakt leicht nach und kam auf 292 Ringe.


Corona-Zahlen bei Olympia steigen an - 27 Neuinfektionen

TOKIO: Die Corona-Zahlen bei den Olympischen Spielen in Tokio steigen weiter an. Mit 27 positiven Fällen im Umfeld der Spiele wurde ein neuer Tages-Höchstwert registriert, nachdem es am Vortag 24 Neuinfektionen gegeben hatte. Das gaben die Organisatoren der Spiele am Freitag bekannt. So viele Fälle waren seit Beginn der Erfassung am 1. Juli zuvor noch nicht an einem Tag verzeichnet worden. Unter den Positivfällen sind auch wieder drei Athleten. Die Namen der Sportler werden von den Organisatoren nicht veröffentlicht.

Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe in Japan stieg damit auf 220. Insgesamt infizierten sich demnach bislang 27 Sportler mit dem Coronavirus. Im deutschen Team hatte es am vergangenen Freitag in Radsportler Simon Geschke den ersten Corona-Infizierten gegeben. Einen weiteren prominenten Fall gab es mit dem positiv getesteten Stabhochsprung-Weltmeister Sam Kendricks aus den USA.

Der Anstieg der Corona-Fälle verläuft damit parallel zu den steigenden Neuinfektionen in Japan. Am Donnerstag waren landesweit erstmals mehr als 10.000 neu Infizierte festgestellt worden, 3865 Fälle davon in Tokio.


Große Freude nach Premiere: Schoenmaker schwimmt Weltrekord und weint

TOKIO: Tatjana Schoenmaker war deutlich anzusehen, was ihr das gerade Erreichte bedeutete. Beim Blick auf die Anzeigetafel im Tokyo Aquatics Centre brach die 24-Jährige noch im Schwimmbecken in Tränen aus. Die Brustschwimmerin feierte nicht nur ihre Gold-Premiere bei Olympia. Ihr gelang im Rennen über 200 Meter am Freitag zudem etwas, was zuvor noch keine Schwimmerin und kein Schwimmer bei diesen Olympischen Spielen geschafft hatte: Am siebten Wettkampftag stellte Schoenmaker als erste einen Einzel-Weltrekord auf. In 2:18,95 Minuten unterbot die Südafrikanerin die vorherige Bestmarke der Dänin Rikke Møller Pedersen aus dem Jahr 2013 um 16 Hundertstelsekunden.

«Es ist hart, morgens Finals zu schwimmen. Du wachst auf und bist ein bisschen müder. Deshalb habe ich es überhaupt nicht erwartet», sagte Schoenmaker nach dem Endlauf gegen 10.45 Uhr Ortszeit. Auch die zweitplatzierte Lilly King aus den USA habe Anteil an der herausragenden Zeit: «Sie hat mich wirklich gepusht.»

Über die halbe Distanz hatte Schoenmaker in Japan Silber gewonnen. Bei der Siegerehrung weinte sie erneut, ihre Teamkollegen auf der Tribüne sangen laut die Nationalhymne mit. «Es hätte kein besseres Rennen sein können», sagte Schoenmaker, die auf der Pressekonferenz der Medaillengewinnerinnen mit ihren Konkurrentinnen scherzte.


Schnelles Olympia-Ende: Aus für Hindernisläufer Bebendorf im Vorlauf

TOKIO: Die Olympia-Premiere von Karl Bebendorf dauerte nur 8:33,27 Minuten. Als erster deutscher Leichtathlet musste der dreimalige nationale Meister am Freitag als Vorlauf-Elfter über 3000 Meter Hindernis bei den Tokio-Spielen seine Sachen wieder packen. «Die Strecke hat sich von ihrer besten Seite gezeigt, nämlich, wie hart sie sein kann», sagte der 25-jährige Dresdner. «Da kam der Punkt, wo es hart wurde und ich kopfmäßig nicht mehr mithalten konnte und gnadenlos zugrunde ging.» Im Finale der deutschen Titelkämpfe sei man nach 2000 Metern sieben Sekunden langsamer gewesen.

Vor seiner Reise nach Japan hatte er für Aufmerksamkeit gesorgt, weil er sich als Genesener nicht gegen Corona impfen lassen wollte. «Ich habe die Krankheit durchgemacht und bin zum Glück sehr gut davon gekommen», sagte Bebendorf. «Die wissenschaftliche Bestätigung gibt es nicht. Ich glaube aber, dass mein Körper gegen Corona immun ist.»

Er habe keine Angst, erneut zu erkranken, hatte aber die Furcht gehabt, durch Impfnebenwirkungen vor Olympia aus der Bahn geworfen zu werden. «Da wäre man als Sportler, der seinen Körper jeden Millimeter zu Höchstleistungen braucht, nicht begeistert gewesen.» Rund 95 Prozent der 431 deutschen Olympia-Starter hatten sich für eine Impfung vor der Reise nach Tokio entschieden.


Deutschland-Achter fährt zu Silber bei Olympischen Spielen

TOKIO: Der Deutschland-Achter hat bei den Olympischen Spielen in Tokio die Silbermedaille gewonnen, sein großes Ziel aber verpasst.

Nach zuletzt drei WM-Titeln in Serie musste sich das Paradeboot des Deutschen Ruder-Verbandes (DRV) am Freitag im Finale auf dem Sea Forest Waterway der neuseeländischen Mannschaft geschlagen geben. Dritter wurde Großbritannien. Damit wartet der Achter weiter auf die erste Goldmedaille seit den Sommerspielen 2012 in London. Vor fünf Jahren in Rio hatte es ebenfalls zu Silber gereicht.


Heftiges Gewitter: Hockey-Damen müssen auf Südafrika-Spiel warten

TOKIO: Wegen heftiger Regenfälle hat sich der vierte Auftritt der deutschen Hockey-Damen bei den Olympischen Spielen in Tokio verzögert.

Über das Oi Hockey Stadium zog am Freitagmorgen ein heftiges Gewitter hinweg, die DHB-Auswahl und Gegner Südafrika verließen nach den Hymnen fluchtartig und schon pitschnass das Spielfeld. Der Platz stand nach kurzer Zeit unter Wasser. Unter einem schützenden Dach warteten beide Teams auf das Ende des ergiebigen Regengusses. Die Damen des Deutschen Hockey-Bundes hatten ihre ersten drei Partien gewonnen und standen schon vor der Partie gegen Schlusslicht Südafrika sicher im Viertelfinale.


Einer-Ruderer Zeidler gewinnt B-Finale deutlich

TOKIO: Einen Tag nach seinem überraschenden Aus im Halbfinale hat Einer-Ruderer Oliver Zeidler bei den Olympischen Spielen in Tokio das B-Finale gewonnen. Der 25-Jährige setzte sich am Freitag souverän vor dem Italiener Gennaro di Mauro und dem Kanadier Trevor Jones durch. Damit beendete der als Gold-Kandidat in den Wettbewerb gegangene Ingolstädter die Sommerspiele auf Platz sieben.

Bei deutlich schwächerem Wind und geringerem Wellengang kam Zeidler auf dem Sea Forest Waterway viel besser zurecht als noch etwa 24 Stunden zuvor. Der Weltmeister führte schon zur Halbzeit der 2000 Meter mit exakt zwei Sekunden Vorsprung vor di Mauro und baute das Polster bis zur Ziellinie auf 2,94 Sekunden aus, was über einer Bootslänge entsprach.


Vor Bronze-Match: Ovtcharov kann nicht in Olympia-Halle trainieren

TOKIO: Keine optimale Vorbereitung auf das Match um Bronze: Der deutsche Tischtennisspieler Dimitrij Ovtcharov kann vor seinem Spiel gegen Lin Yun-Ju aus Taiwan am Freitag (13.00 Uhr/MESZ) nicht in der Olympia-Halle trainieren. Wie der Deutsche Tischtennis-Bund mitteilte, habe das Organisationskomitee für den Zeitraum vor den für den Abend (Ortszeit) angesetzten Partien «weder Sicherheitspersonal noch Volunteers eingeplant» und könne «dies kurzfristig auch nicht einrichten». Daher sei ein Training für die drei Nationen, die am Spiel um Platz drei und am Finale beteiligt sind, nur im eine Autostunde entfernten Nakano City General Gymnasium möglich.

«Wir und auch die Chinesen sind sehr unzufrieden mit dieser Situation», sagte DTTB-Sportdirektor Richard Prause. «Das ist nicht nachzuvollziehen und reichlich irritierend. Unser Trainer-Team hat alle Olympischen Spiele seit 1988 mitgemacht. Eine Hallenschließung hat es noch nie gegeben.» Neben der Fahrstrecke bemängelte der Verband auch, dass in der anderen Halle nicht die gleichen Tische stehen wie im Tokyo Metropolitan Gymnasium. Daher man umgeplant. Ovtcharov werde am Morgen nicht trainieren, sondern früher als ursprünglich geplant in die Hauptspielhalle fahren. «Das lässt unser ganzes Team hier sehr unzufrieden zurück», sagte Prause.

Der 32 Jahre alte Ovtcharov kämpft um seine zweite Einzelmedaille bei Olympischen Spielen nach Bronze 2012 in London. Im anschließenden Endspiel (14.00 Uhr) stehen sich die beiden chinesischen Weltklassespieler Fan Zhendong und Ma Long gegenüber. Gegen Ma Long hatte Ovtcharov im Halbfinale knapp in sieben Sätzen verloren.


Ex-Zehnkämpfer Busemann sehnt Tag der Freiheit in Tokio herbei

TOKIO: Der frühere Zehnkampf-Star Frank Busemann fiebert den Leichtathletik-Wettkämpfen bei den Olympischen Spielen entgegen - und dem Ende seiner Arbeitsquarantäne. «Ich sehne diesen Tag herbei, wo ich den Fuß über die Bordsteinkante setze und frei bin sozusagen», sagte der ARD-Experte am Donnerstagabend bei einem Studioauftritt für seinen Sender. Medienvertreter wie Busemann dürfen sich die ersten 14 Tage in Tokio nur in einer Blase mit Wettkampfstätte, Hotel und Medienzentren aufhalten.

«Ich werde mich natürlich zusammenreißen. Ich werde nicht rausgehen und sagen: Hallo, hier bin ich - und Tokio erkunden», sagte der 46 Jahre alte Olympia-Zweite von Atlanta 1996. Die Leichtathletik-Wettbewerbe beginnen an diesem Freitag.

«Wir waren bei der Probe gestern, das ist ein unglaublich tolles Stadion», sagte Busemann und ergänzte zähneknirschend: «Es ist schon verwerflich, dass da keine Menschen drinsitzen. Aber was wollen wir machen... Die Athleten sind darauf eingestellt.» Er sei gespannt, so der Leverkusener, wie die Atmosphäre sein werde: «Du kannst ein 67.000-Mann-Stadion nicht mit 500 Männeken stimmungsvoll kriegen.» In die Arena dürfen neben Athleten nur Offizielle, Betreuer, Kampfrichter und Berichterstatter.


KSC gegen Darmstadt findet statt - Kein weiterer positiver Coronatest

DARMSTADT: Das Fußball-Zweitligaspiel zwischen dem Karlsruher SC und Darmstadt 98 kann an diesem Freitag (18.30 Uhr) wie geplant stattfinden. Wie die Darmstädter am Donnerstag mitteilten, ist kein weiterer Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Somit können die Lilien genügend Spieler für die Partie aufbieten. Nach drei Corona- und zusätzlich fünf Quarantänefällen in der vergangenen Woche waren am Mittwoch erneut vier Darmstädter Spieler positiv auf das Virus getestet worden. Deshalb hatten die Hessen zunächst eine Absetzung des Zweitligaspiels angestrebt, da sie die Wettbewerbsgleichheit in Frage stellen.


Keine nachträgliche Strafe für Hamilton: Red Bull scheitert

BUDAPEST: Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton wird nicht noch nachträglich für den Rennunfall vor knapp zwei Wochen bei seinem Heimsieg in Silverstone bestraft. Nach einer Anhörung der Teamverantwortlichen von Red Bull und Mercedes am Donnerstag auf dem Hungaroring in Budapest entschieden die Rennkommissare, es bei der Zehn-Sekunden-Strafe zu belassen, die Hamilton (36) nach seinem Unfall mit Max Verstappen (23) noch während des Rennens bekommen hatte. Den Rennkommissaren reichten die von Red Bull vorgelegten angeblichen neuen Beweise nicht aus. «Aus diesem Grund weisen die Stewards den Antrag auf Überprüfung ab», hieß es weiter.


Doppelpack von Neuzugang Jovetic: Hertha im Test 4:3 gegen Liverpool

INNSBRUCK: Ein Einstand nach Maß von Neuzugang Stevan Jovetic hat Hertha BSC einen Testspielsieg gegen den FC Liverpool beschert. Der 31 Jahre alte Montenegriner, erst zwei Tage zuvor vom Berliner Fußball-Bundesligisten neu verpflichtet, markierte gleich in seinem ersten Spiel als Einwechsler die entscheidenden beiden Tore (66. und 80.) zum 4:3 (2:2)-Sieg. Santiago Ascacibar (21.) und Suat Serdar (31.) hatten Hertha am Donnerstag im Tivoli-Stadion von Innsbruck vor über 10.000 Fans in Führung gebracht. Sadio Mané (37.) und Minamino Takumi (42.) schafften zwischendurch den Ausgleich für das Team von Trainer Jürgen Klopp. Das dritte Tor für die Reds durch Alex Oxlade-Chamberlain (88.) kam zu spät. Bei Liverpool feierte der niederländische Star Virgil van Dijk neun Monate nach seinem Kreuzbandriss ein Comeback.


Aufsteiger Bochum verliert erstes Testspiel - 1:2 gegen Arnheim

BOCHUM: Der VfL Bochum hat sein erstes Testspiel in der Saisonvorbereitung für die Fußball-Bundesliga verloren. Am Donnerstag unterlag der Aufsteiger mit 1:2 (0:0) gegen den niederländischen Erstligisten Vitesse Arnheim. Bei den Treffern der Gäste durch den ehemaligen Wolfsburger Riechedly Bazoer (63. Minute) sowie durch Lois Openda (80.) gelang VfL-Neuzugang Takuma Asano lediglich der zwischenzeitliche Ausgleich (76.).


Vereinsloser Messi macht Urlaub auf Ibiza

BARCELONA: Dass er seit gut vier Wochen vertrags- und vereinslos ist, scheint Fußball-Weltstar Lionel Messi nicht sonderlich zu beunruhigen: Der Argentinier flog am Donnerstag zu einem neuen Urlaub mit der Familie nach Ibiza, wie die katalanische Fachzeitung «Mundo Deportivo» und andere spanische Medien berichteten. Beim FC Barcelona sei man unterdessen weiterhin zuversichtlich, dass Messi auch kommende Saison beim katalanischen Verein, bei dem er über 20 Jahre lang unter Vertrag stand, auf Torejagd gehen wird, versicherte «Mundo Deportivo». Man hoffe, dass er schon am Montag in Barcelona das Training aufnehmen werde.


Bericht: Dänen-Star Eriksen kehrt nächste Woche nach Mailand zurück

BERLIN: Der dänische Fußball-Nationalspieler Christian Eriksen soll Medieninformationen zufolge in der kommenden Woche nach Mailand zurückkehren, um sich dort weiteren medizinischen Tests zu unterziehen. Wie der britische Sender Sky Sports am Donnerstag berichtete, gehe es nicht nur darum, ob der Inter-Profi wieder auf Hochleistungsniveau trainieren und spielen könne, sondern auch darum, ob er in Zukunft ohne den implantierten Defibrillator auskommen könnte. Eriksen war im Juni zu Beginn der EM in Kopenhagen während des Spiels gegen Finnland auf dem Rasen zusammengebrochen und musste wiederbelebt werden. Danach wurde dem 29-Jährigen ein Defibrillator implantiert, mit dem er aber in Italien nicht spielen darf.


Tour-de-France-Sieger Pogacar verlängert bis 2027 bei UAE

FRANKFURT/MAIN: Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar und sein UAE Team Emirates wollen langfristig zusammenarbeiten und haben den gemeinsamen Vertrag frühzeitig bis 2027 verlängert. Dies teilte der Rennstall am Freitag mit. «Ich freue mich sehr, meine Zukunft diesem Team widmen zu können und die nächsten Jahre hier zu bleiben», wurde der 22 Jahre alte Slowene in der Mittelung zitiert. Pogacar hatte in diesem Jahr zum zweiten Mal die Tour de France gewonnen und direkt im Anschluss auch Bronze im olympischen Straßenrennen von Tokio geholt.


Corona-Verdachtsfälle: Manchester United sagt Testspiel ab

BERLIN: Der englische Fußball-Rekordmeister Manchester United hat als Vorsichtsmaßnahme das Testspiel gegen Preston North End an diesem Samstag abgesagt. Wie der Premier-League-Club am Donnerstagabend mitteilte, seien bei Routinetests der ersten Mannschaft eine «kleine Anzahl positiver Corona-Verdachtsfälle» identifiziert worden. Die betroffenen Personen wurden isoliert, bis weitere Tests anstehen, hieß es in der Vereinsmitteilung.

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