Mord an Deutscher: Berufungsprozess vertagt

Die Aufnahme zeigt den Angeklagten nach seiner Festnahme auf der Insel Si Chang in der Provinz Chonburi im April 2019. Foto: The Nation
Die Aufnahme zeigt den Angeklagten nach seiner Festnahme auf der Insel Si Chang in der Provinz Chonburi im April 2019. Foto: The Nation

BANGKOK: Der Berufungsprozess wegen des Mordes an einer deutschen Touristin in Thailand ist am Donnerstag vom zuständigen Gericht in Chon Buri auf den 23. Februar 2021 vertagt worden. Das sagte ein Justizsprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die 26 Jahre alte Frau aus dem Kreis Hildesheim in Niedersachsen war während eines Urlaubs auf der Insel Ko Si Chang Anfang April 2019 vergewaltigt und getötet worden. Im Juli vergangenen Jahres war ein Thailänder wegen der Tat zum Tode verurteilt worden.

Gründe für die Vertagung wurden zunächst nicht bekannt. Jedoch war die Berufung bereits Ende September erstmals verschoben worden. Damals hieß es, das Gericht müsse den Fall noch weiter untersuchen.

Der 25-jährige Angeklagte, der sein Geld mit dem Einsammeln von Müll verdient, hatte die Tat gestanden. Er gab an, zum Zeitpunkt des Vorfalls unter Drogen gestanden zu haben. Berichten zufolge hatte der Mann sich darüber geärgert, dass die Touristin nicht mit ihm sprechen wollte. Er sei ihr gefolgt und habe sie an einem abgelegenen Ort überwältigt, teilte die Polizei im vergangenen Jahr mit. Aus Angst, dass die Frau ihn anzeigen würde, habe er sie schließlich getötet.

Der Fall hatte im vergangenen Jahr für viel Aufsehen gesorgt. Das Gericht muss entscheiden, ob es die Todesstrafe für den Angeklagten aufrecht erhält oder diese in eine Haftstrafe umgewandelt wird. Todesurteile werden in Thailand nur noch selten vollstreckt. Zuletzt war dies 2018 der Fall - zum ersten Mal in neun Jahren.

Thailand ist eines der beliebtesten Reiseziele weltweit und lockte vor der Corona-Pandemie jährlich 40 Millionen Urlauber aus aller Welt an. Allein aus Deutschland kamen knapp 900.000 Gäste in das südostasiatische Land. Jedoch warnt das Auswärtige Amt (AA) in seinen Reisehinweisen vor zunehmender Kriminalität in Thailand, speziell vor Diebstählen, Vergewaltigungen und Raubüberfällen, teilweise mit Todesfolge.

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Oliver Harms 20.11.20 21:37
Ausgerechnet vor Thailand warnt das A A.
Die Realität in Deutschland wird ja von Herrn Maas Heiko geleugnet um typisch GROKO
mit dem Finger auf andere Länder zu zeigen um damit von der traurigen Wirklichkeit Deutschlands
abzulenken.Die warnen vor dem was in Deutschland inzwischen leider Alltag geworden ist.
Benno Schönholzer 20.11.20 17:52
Die TAT kann man ohne Probleme aufloesen!! Total realitaetsfremd!!
Ulm 20.11.20 14:01
Kritik, Diskutiern im Dialog oder ein Nein sind Fremdwörter.
Smile or Fight !!!
Fehlverhalten und Einsicht kennt man nicht.

Und nein, ich rede nicht schlecht es sind Fakten.
Die Bandbreite ist noch viel größer!!!
Zu Wohl
Ingo Kerp 20.11.20 13:07
Bei den Reisehinweisen aus dem deutschen AA, duerften auch nach Grenzoeffnung in TH von den bisher 900.000 deutschen Gaesten keine Urlauber zu erwarten sein.