Mehr Ölreserven gegen Engpässe

Regierung reagiert auf Lage am Weltenergiemarkt

Das Öllager im Bangkoker Stadtteil Klong Toey gehört zu den zentralen Anlagen für die nationale Treibstoffversorgung Thailands. Foto: epa/Vinai Dithajohn
Das Öllager im Bangkoker Stadtteil Klong Toey gehört zu den zentralen Anlagen für die nationale Treibstoffversorgung Thailands. Foto: epa/Vinai Dithajohn

BANGKOK: Die thailändische Regierung hat eine Reihe von Notfallmaßnahmen beschlossen, um mögliche Engpässe bei der Kraftstoffversorgung zu verhindern. Dazu gehören eine Aufstockung der nationalen Ölreserven sowie die weitgehende Aussetzung von Kraftstoffexporten. Zugleich betonte die Regierung, dass die Energieversorgung des Landes weiterhin gesichert sei.

Energieminister Auttapol Rerkpiboon erklärte am Donnerstag (5. März 2026) im Government House, dass die Maßnahmen während einer Sitzung unter Leitung von Premierminister Anutin Charnvirakul mit den zuständigen Behörden erörtert worden seien. Dabei sei die Energieversorgungslage des Landes umfassend überprüft worden.

Ölreserven decken Bedarf für 95 Tage

Nach Angaben des Ministers reichen die derzeitigen Ölreserven Thailands aus, um den inländischen Bedarf für bis zu 95 Tage zu decken. Die zuvor häufig genannte Spanne von 60 bis 65 Tagen beziehe sich auf den Zeitraum, den das Land ohne weitere Ölimporte überbrücken könnte. Inzwischen seien jedoch zusätzliche Lieferungen aus Regionen außerhalb des Nahen Ostens gesichert worden.

Nach Angaben des Energieministers wurden bereits zusätzliche Lieferungen für rund 30 Tage bestätigt, wodurch sich die Gesamtreichweite der Reserven auf 95 Tage erhöhe. Die Zahlen würden laufend angepasst, da weitere Lieferungen bis April geplant seien und zusätzliche Bestätigungen für Mai erwartet würden.

Pflichtreserven für Öl werden erhöht

Zur weiteren Absicherung der Versorgung will das Energieministerium die verpflichtenden Mindestreserven für Ölunternehmen von derzeit einem auf drei Prozent anheben. Ein Teil der zusätzlichen Reserven soll durch die Zurückhaltung von Lieferungen aufgebaut werden, die ursprünglich für den Export vorgesehen waren.

Die Ausfuhr raffinierter Kraftstoffe wurde bereits ausgesetzt. Ausnahmen gelten lediglich für Laos und Myanmar, da zwischen diesen Ländern und Thailand gegenseitige Energieabhängigkeiten bestehen, unter anderem durch grenzüberschreitenden Stromhandel aus Wasserkraft- und Gaskraftwerken.

Stufenplan für mögliche Energiekrise

Der Minister stellte zudem einen stufenweisen Notfallplan vor, falls sich die Lage auf den internationalen Energiemärkten weiter verschärfen sollte. In einer ersten Phase würden Exporte gestoppt und inländische Vorräte aufgebaut. Da die Raffineriekapazitäten Thailands derzeit über dem heimischen Bedarf liegen, könnten einzelne Raffinerien ihre Produktion vorübergehend drosseln, während Händler ihre Lagerbestände erhöhen.

Weitere mögliche Maßnahmen betreffen die Beimischung von Biodiesel zu Diesel. Der Anteil könnte von derzeit fünf Prozent auf sieben oder sogar zehn Prozent angehoben werden, falls die weltweiten Dieselpreise deutlich steigen oder es zu Lieferengpässen kommt.

Lockerung der Kraftstoffnormen denkbar

Sollte sich die Versorgungslage weiter verschlechtern, könnten Importeure außerdem erlaubt bekommen, neben Rohöl auch fertige Mineralölprodukte wie Benzin und Diesel einzuführen. In diesem Fall könnte das Ministerium vorübergehend auch die derzeit vergleichsweise strengen Umweltstandards für Kraftstoffe lockern.

Darüber hinaus will die Regierung in der kommenden Woche dem Kabinett eine landesweite Energiesparkampagne vorschlagen.

Das Energieministerium werde die Lage innerhalb von 15 Tagen erneut überprüfen, sagte Auttapol. Sollte es zu stärkeren Preisschwankungen auf den Weltmärkten kommen, könne der staatliche Oil Fuel Fund eingesetzt werden, um die Inlandspreise zu stabilisieren. Der Fonds weist inzwischen wieder einen positiven Saldo auf, nachdem Schulden von rund 120 Milliarden Baht bis Oktober des vergangenen Jahres auf etwa 20 Milliarden Baht reduziert worden waren.

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Rainer Stutz 08.03.26 07:50
Mühsam...
Tatsache ist, dass hier im Norden einige Tankstellen nicht mehr nachkommen mit der Nachschublieferung (Wirklich im Norden, gleich = Provinz Phayao) Am 5.3. lief eine PT leer (Diesel und 91er) in Chiang Mai an der 121, am 6.3. sah ich ca. 50 Auto vor einer Tankstelle bei der 120 stehen (?), gestern hat die PT bei Chiang Kham (Richtung Nan) dicht gemacht.
Normalerweise tanken die Leute halt hier nicht voll! Jetzt haben sie Angst oder trauen den Mitteilungen nicht und sie stehen an - und tanken nun voll.
Seltsamerweise sah ich das nur bei PT, nicht bei PTT oder Shell (sah normal aus).
Empfehle allen mit einem vollen Tank hier raufzufahren, dann geht es auch wieder problemlos zurück.
Sky 06.03.26 18:50
Aktuell könnten die Ölreserven etwas schneller fallen...bei den langen Pickup-Schlangen an den Tankstellen rund um Rayong/Map Tha Phut. ;o) Da merkt man deutlich die Angst der Menschen vor steigenden Preisen, was sich wiederum auf andere Wirtschaftszweige niederschlagen wird, da dann dort das Geld fehlen wird. Insgesamt wird das noch sehr interessant auf der ganzen Welt werden, dank Onkel Donald und Co..
Michel Maillet 06.03.26 13:40
@Kowalsky
Sie haben möglicherweise Wasser im Tank. Das dauert allerdings eine Zeit bis sich durch Biodiesel die sogenannte Dieselpest entwickelt. Sie haben doch nur einen Dieselfilter, oder? Sollte öfters gewechselt werden. Eine Tankreinigung wäre zu überprüfen, Wasser gibt es leider mit dazu bei schlecht gewarteten Tankstellen oder nach Überschwemmungen. Bei Biodiesel der hygroskopisch ist kann aber auch schon bei der Herstellung, Transport oder langer Lagerung der Wassergehalt steigen.
Ingo Kerp 06.03.26 12:20
Warum nutzt Thailand nicht seine guten Beziehungen zu Rußland und läßt sich mit einem der Schiffe der Schattenflotte beliefern? Vielleicht fließt ja auch noch Öl von einem der arabischen Staaten ab, das in Thailand verarbeitet werden kann. Es gibt doch einige Bezugsmöglichkeiten, ist nur eine Frage des Preises.
Dieter Kowalski 06.03.26 10:00
Der Standard-Diesel in Thailand ist B7 also 7% Beimischung und nicht B5.
B5 wird ebenfalls, aber unter anderem Namen und teurer angeboten.
B10 gab es schon in der Vergangenheit, und kommt mir nicht mehr in den Tank, da mein Auto dafür nicht ausgelegt ist. Ein paarmal getankt - danach schlechtere Motorleistung und sämtliche Dieselfilter kohlschwarz.

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