BANGKOK/LOS ANGELES: Mit drei Eröffnungsfeiern in Mexiko, Kanada und den USA will die FIFA zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 neue Akzente setzen. Während in Toronto unter anderem der kanadische Sänger Michael Bublé und in Mexiko-Stadt der kolumbianische Künstler J Balvin auftreten sollen, richtet sich die internationale Aufmerksamkeit vor allem auf das SoFi Stadium in Los Angeles. Dort wird neben Katy Perry auch die thailändische Sängerin Lalisa „Lisa“ Manobal Teil der Eröffnungszeremonie sein.
Nach einer Analyse von FIFA und dem thailändischen Medienunternehmen Nation Group steht hinter der Besetzung ein strategisches Konzept unter dem Titel „Shared Heartbeat“. Verantwortlich dafür ist Amy Hopfinger, Chief Strategy and Planning Officer der FIFA für die USA. Ziel sei es, Sport, Musik und Popkultur stärker miteinander zu verbinden und damit weltweit neue Zielgruppen anzusprechen.
FIFA setzt auf Lisas Reichweite
Die Entscheidung für Lisa gilt dabei als bewusste strategische Maßnahme. Mit mehr als 100 Millionen Followern auf Instagram zählt die 29-Jährige zu den reichweitenstärksten Künstlerinnen der Welt. Die FIFA verspreche sich dadurch eine enorme internationale Aufmerksamkeit bereits vor dem Turnierstart. Gleichzeitig soll ihre Popularität vor allem Fans in Südostasien ansprechen. Obwohl sich keine ASEAN-Nation für die Weltmeisterschaft qualifizieren konnte, gilt die Region weiterhin als wichtiger Wachstumsmarkt für den internationalen Fußball.
Hinzu kommen geopolitische Überlegungen. Als thailändische Künstlerin gelte Lisa im politisch sensiblen ostasiatischen Raum als vergleichsweise neutrale Identifikationsfigur. Darüber hinaus verfüge sie bereits über große Bekanntheit auf dem US-Markt. Dazu beigetragen hätten unter anderem ihr Auftritt bei der Oscar-Verleihung 2025 sowie Kooperationen mit internationalen Künstlern wie Future und Tyla.
Mehr Show für junge Zuschauer
Die FIFA reagiert damit auch auf veränderte Sehgewohnheiten jüngerer Zielgruppen. Nach Einschätzung von Spring News reiche der klassische Fußball allein zunehmend nicht mehr aus, um die Generation Z langfristig zu binden. Musik, Mode und digitale Popkultur spielten eine immer größere Rolle. Lisa solle daher als Verbindung zwischen globaler Unterhaltungskultur und Sport dienen.
Für Thailand besitzt der Auftritt zusätzlich symbolische Bedeutung. Während das Land bei früheren Weltmeisterschaften vor allem durch Offizielle wie den Schiedsrichter Pirom Un-prasert oder den ehemaligen Funktionär Worawi Makudi vertreten war, wird erstmals eine thailändische Persönlichkeit im Mittelpunkt der kulturellen Inszenierung eines WM-Eröffnungsevents stehen. Beobachter werten dies als Zeichen dafür, dass thailändische Künstler inzwischen auch auf den größten internationalen Bühnen präsent sind.