Landwirte können giftiges Herbizid weiter verwenden

Der Einsatz hochgiftiger Insektizide stellt in Thailand eine große Gefahr für Landwirte und Verbraucher dar. Foto: epa/Narong Sangnak
Der Einsatz hochgiftiger Insektizide stellt in Thailand eine große Gefahr für Landwirte und Verbraucher dar. Foto: epa/Narong Sangnak

BANGKOK: Das giftige Herbizid Paraquat, das mit der Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht wird, wurde jetzt für mindestens zwei weitere Jahre für die Landwirtschaft freigegeben.

Paraquat gehört zu den drei umstrittenen Chemikalien, die noch für die landwirtschaftliche Nutzung zugelassen sind. Die anderen beiden sind Glyphosat und Chlorpyrifos. Die Verwendung der drei Herbizide und Pestizide ist für sechs Kulturen erlaubt: Kautschuk, Maniok, Mais, Zuckerrohr und Obstbäume. Am Donnerstag protestierten Mitglieder des Thai Pesticide Alert Network (Thai-PAN) und der Biothai Foundation vor dem Industrieministerium gegen die Zulassung der Chemikalie. Ein Farmer zeigte Reportern, welche Verletzungen er durch Paraquat erlitten hat. In einer Erklärung von Thai-PAN heißt es: „Eine solche Entscheidung (für Paraquat) zeigt die Gleichgültigkeit gegenüber den starken wissenschaftlichen Nachweisen und Forderungen verschiedener Organisationen." Paraquat ist der Hauptbestandteil von Gramoxone der Schweizer Syngenta AG - eines der drei weltweit am häufigsten verwendeten Unkrautvernichtungsmittel. Es ist in fast 50 Ländern, einschließlich ganz Europa, verboten, berichtet „Khao Sod“. Eine Studie der US-amerikanischen National Institutes of Health aus dem Jahr 2011 habe einen Zusammenhang zwischen der Chemikalie und der Parkinson-Krankheit bei Landarbeitern ergeben.

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Hansruedi Bütler 17.02.19 12:11
@Beat Sigrist
Danke für die Richtigstellung. Die Firma Syngenta AG war bis 2. Februar 2016, eine CHer-Firma. Das Unternehmen entstand am 13. November 2000 aus einer Fusion der Agrarsparten von Novartis (61 % des Aktienkapitals) und AstraZeneca (39 %). Das "Saugift" Gramoxone (Paraquat) sollte beispielsweise in Entwicklungsländern auf Palmöl-Plantagen, entgegen den Anwendungsvorschriften des Herstellers, ohne die notwendige Schutzkleidung eingesetzt werden. Erfunden haben's aber nicht die CHer. Es war ein aufgezwungenes und ungewolltes Erbe der englischen Firma Imperial Chemical Industries. Ein ebensolches "unrühmliches" Mitbringsel war die CHer Erfindung des Herbizides Atrazin (Ciba-Geigy), welches schon 2009 in der CH verboten wurde.
Hansruedi Bütler 17.02.19 09:56
Gift im Reis
@Oliver Harms, lieber Herr Harms, in TH wird viel genmodifizierter Reis, vorwiegend von Monsanto angebaut. Diese Sorten sind gegen Glyphosat und wichtiges Insektizid resistent. Mit diesen beiden Mitteln wird nun gesprüht, was die Rohre hergeben, natürlich OHNE entsprechende Schutzmaßnahme. Mit Gramoxone wäre der Reis in vier Stunden tot!!! Herr Dong liegt da schon richtig, denn wie ich selbst gesehen habe ("grünes Projekt" in den Bergen), kann Bioanbau nicht anderes als eine verkappte und gut getarnte Giftaustragung bedeuten. Bei Importware hüte man sich von China! Australien und Neuseeland, sowie auch einige europäische Produzenten sind akzeptabel.
Hansruedi Bütler 17.02.19 09:55
Gehören nicht nur die Firmen an den Pranger ....
Lieber Jürgen, interpretiere mal meine letzten zwei Sätze in dieser Richtung! Welche Aussage steht da zwischen den Worten???
Mike Dong 17.02.19 01:24
@Harms / nicht zugelassen - wie suess
Na dann brauchen Sie sich ja keine Gedanken über Bioanbau machen, und können bedenken das leckere Gemüse verspeisen. Ist Ihnen aufgefallen, daß das Foto Reisplantagen zeigt ? Aber nein, die Hammergifte dürfen da ja gar nicht für Reis verwendet werden. Dann ist ja alles sicher. Ich setze jedenfalls auf Eigenkulturen od Import.
Jürgen Franke 16.02.19 22:09
Lieber Hansruedi, wenn das Zeug
so giftig ist, wie von Dir beschrieben, gehören nicht nur die Firmen an den Pranger gestellt. In erster Linie ist doch der Gesetzgeber gefordert, denn die Firmen fabrizieren doch alles, was Geld bringt.