Korruption belastet Phukets Nachtleben

Illegale Nachtlokale und Bestechung sorgen für Kritik

Foto: iamdoctoregg/Adobe Stock
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PHUKET: Angesichts eines erneut aufgeflammten Bestechungsfalls im Zusammenhang mit Unterhaltungsbetrieben auf Phuket hat der private Sektor ein entschiedeneres Vorgehen gegen illegale Geschäftspraktiken gefordert. Genannt wurden insbesondere Nachtlokale, die unerlaubt über die vorgeschriebenen Zeiten hinaus geöffnet bleiben, sowie nicht lizenzierte Beherbergungsbetriebe. Diese Missstände schadeten dem Ruf der Touristeninsel und entzogen dem Staat erhebliche Steuereinnahmen.

Zu Wochenbeginn hatten Betreiber von Unterhaltungsstätten aus Patong und Phuket beim Damrongdham-Zentrum Beschwerde eingereicht und den Provinzgouverneur aufgefordert, Vorwürfe zu prüfen, wonach Beamte während der Neujahrsfeiertage Schmiergelder von Betreibern verlangt hätten. Auf einer Pressekonferenz unter Leitung des stellvertretenden Gouverneurs wurde den Betroffenen jedoch mitgeteilt, es gebe bislang nicht genügend Beweise, um entsprechende Straftaten zu bestätigen.

Strukturelle Probleme bei Kontrollen

Rangsiman Kingkaew, Präsident des Tourismusrates von Phuket, erklärte am Donnerstag (8. Januar 2026), dass Thailand insbesondere in wichtigen Touristenzentren ein wiederkehrendes Problem bei der Durchsetzung von Gesetzen habe. Bestechung entstehe häufig, weil Betreiber bewusst gegen Vorschriften verstießen und Beamten so die Möglichkeit eröffneten, im Gegenzug für Schutz oder Wegsehen Geld zu verlangen. Änderten sich Rahmenbedingungen oder stimmten die gegenseitigen Vorteile nicht mehr, kämen diese Konflikte regelmäßig wieder zum Vorschein.

Illegale Praxis lohnt sich für Betreiber

Einige Betreiber nähmen Rechtsverstöße gezielt in Kauf, etwa indem Nachtlokale unerlaubt über die vorgeschriebenen Zeiten hinaus geöffnet bleiben oder Betriebe ohne gültige Lizenz geführt würden. Die höheren Einnahmen überstiegen dabei häufig die Kosten für Bestechung, sagte Rangsiman. Die Regierung müsse diese Probleme entschlossen angehen und die Einhaltung der Gesetze fördern, insbesondere bei nicht lizenzierten Unterhaltungsbetrieben und illegalen Unterkünften. Gleichzeitig sollten die Behörden die oft langwierigen und komplexen Genehmigungsverfahren vereinfachen, da viele Unternehmen grundsätzlich bereit seien, sich registrieren zu lassen.

Schmiergeld als fester Kostenfaktor

Eine anonyme Quelle aus der Unterhaltungsbranche bestätigte gegenüber der „Bangkok Post“, dass Schmiergeldzahlungen in Phuket seit Langem üblich seien. Betreiber hielten sich nicht vollständig an die Vorschriften, indem Nachtlokale unerlaubt über die vorgeschriebenen Zeiten hinaus geöffnet bleiben, und zahlten informell, um einige Stunden länger zu öffnen und zusätzliche Einnahmen erzielen zu können. In Patong dürfen nur lizenzierte Betriebe regulär bis 04.00 Uhr morgens geöffnet bleiben, wobei sich die Höhe der Zahlungen häufig nach der Größe der Lokale richte.

Hohe Forderungen, schwache Nachfrage

Im aktuellen Fall hätten der starke Andrang während der Neujahrsfeiertage und personelle Veränderungen in der Provinzverwaltung dazu geführt, dass die geforderten Beträge für viele Betreiber zu hoch ausgefallen seien, so die Quelle. Als zentrale Ursache gilt zudem das komplizierte und zeitaufwendige Lizenzierungsverfahren. In der laufenden Hochsaison habe sich die Branche zudem mit rückläufigen Ausgaben ausländischer Touristen konfrontiert gesehen. Zwar seien Besucher vor allem aus Indien, Europa und Russland angereist, der chinesische Markt habe sich jedoch weiterhin schwach gezeigt.

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Ingo Kerp 09.01.26 14:40
Vor etlichen Jahren ist einmal eine Umfrage unter Thailändern durchgeführt worden mit der Frage: Wie stehen sie zur Korruption? Wenig erstaunlich haben fast 80% der Befragten ausgesagt, sie wüßten darüber und könnten damit leben, da sie dadurch recht schnell immer das bekämen, was sie haben wollten.

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