PHUKET: Die Polizei hat auf Phuket einen mutmaßlichen Serien-Einbrecher festgenommen, der sich als Fahrer des Fahrdienstes Grab ausgegeben haben soll, um Wohnhäuser auszuspähen und Wertgegenstände zu stehlen. Nach Angaben der Ermittler wurde dabei unter anderem ein Tresor mit mehr als 1,3 Millionen Baht aus dem Haus eines russischen Staatsangehörigen entwendet. Mehr als 800.000 Baht konnten inzwischen sichergestellt und dem Besitzer zurückgegeben werden.
Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Einbruchsversuch am 11. April 2026 in einem Haus der Wohnanlage Banyan Villa im Bezirk Mueang Phuket. Der Bewohner hatte verdächtige Geräusche bemerkt und einen Mann dabei überrascht, wie dieser versuchte, eine Tür aufzubrechen. Der Verdächtige flüchtete, konnte vom Hausbesitzer jedoch eindeutig beschrieben werden. Dies erklärte Polizeileutnant Chayakorn Tangsakul von der Polizeistation Chalong am Donnerstag (7. Mai 2026).
Millionenbeute aus Wohnanlage
Ein weiterer Einbruch ereignete sich am 16. April 2026 in derselben Wohnanlage. Nach Einschätzung der Ermittler nutzte der Täter die Songkran-Feiertage aus, während der Hausbesitzer abwesend war. Dabei wurde ein Tresor mit Bargeld im Wert von mehr als 1,3 Millionen Baht gestohlen.

Entscheidende Hinweise lieferten Aufnahmen von Überwachungskameras, auf denen sowohl der Verdächtige als auch dessen Motorrad zu erkennen gewesen seien. Der Mann, der von der Polizei unter dem Aliasnamen „Santi“ identifiziert wurde, sei zudem vom Opfer wiedererkannt worden.
Grab-Uniform diente als Tarnung
Nach Angaben der Polizei ging der Tatverdächtige planmäßig vor. Er habe Kleidung und Helm eines Grab-Fahrers getragen, um Wohngebiete mit ausländischen Bewohnern unauffällig auszukundschaften. Ziel seien insbesondere Häuser gewesen, die unverschlossen oder leicht zugänglich gewesen seien.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Verdächtige den gestohlenen Tresor später aufbrach, das Bargeld entnahm und den Tresor in einer ehemaligen Mine im Bezirk Mueang Phuket entsorgte, um Spuren zu beseitigen.
Sichergestelltes Geld zurückgegeben
Der russische Hausbesitzer erklärte bei der Rückgabe des sichergestellten Geldes am Donnerstag, dass die Summe ursprünglich für die Ausbildung eines Enkelkindes vorgesehen gewesen sei. Gleichzeitig bedankte er sich bei den Einsatzkräften für deren Arbeit.

Hintergrundprüfungen ergaben laut Polizei, dass der Verdächtige bereits drei ähnliche Diebstähle begangen haben soll. Einer der Fälle ereignete sich demnach im Jahr 2024, während der Mann gegen Kaution auf freiem Fuß gewesen sei und eine elektronische Fußfessel getragen habe. Zwei weitere Fälle wurden im Jahr 2025 im selben Gebiet registriert.
Polizei observierte Verdächtigen
Die Polizei verfolgte den Verdächtigen nach eigenen Angaben mehr als eine Woche lang, bevor er festgenommen wurde. Dabei seien Bargeld und weitere Wertgegenstände sichergestellt worden. Zunächst habe der Mann bestritten, den Aufenthaltsort des Tresors und des Geldes zu kennen.

Bei einer zweiten Durchsuchung seines Hauses fanden die Ermittler schließlich mehr als 800.000 Baht. Angesichts der Beweislage habe der Verdächtige später gestanden, den Tresor zerstört und in die Mine geworfen zu haben. Polizeitaucher bargen den Tresor später aus dem Wasser.
Ermittler prüfen weitere Beteiligte
Der Festgenommene behauptete laut Polizei, den restlichen Teil des Geldes bereits ausgegeben zu haben. Die Ermittler äußerten jedoch Zweifel an dieser Darstellung und prüfen weiterhin mögliche Komplizen oder Begünstigte.