"How about Love" – Eine glaubhafte Geschichte

Der neue Kinofilm verbindet Kulturen und berührt die Herzen

Die Haupthandlung des neuen Kinofilms "How about Love" (läuft seit Ende August in den deutschen und Schweizer Kinos) entspricht zwar auf den ersten Blick dem üblichen Klischee, das sich der Zuschauer von einer Liebesschnulze erwartet, beeindruckt allerdings durch das Verfilmen sorgfältig recherchierter Fakten in Verbindung mit einer glaubhaften Story, wie sie wirklich hätte sein können.

Leid und Liebe so nah beisammenDer für einen Urlaub aus der Schweiz nach Thailand angereiste Herzchirurg Fritz, welcher von Adrian Furrer gespielt wird, stattet auf seiner Reise durch das Land des Lächelns auch dem Flüchtlingslager an der Grenze zu Burma einen Besuch ab. Von strahlenden Gesichtern wird der Chirurg aus dem fernen Europa dort nicht begrüßt, sondern von den Verletzten, die einst den Landminen zum Opfer fielen und nun im Lager humpelnd und von Schmerzen begleitet ihr Leben fristen. Zusätzlich noch von dem raschen Kindssterben vor Ort emotional hart getroffen, kann Fritz weder beruflich noch privat seinen gewohnten und normalen Alltag weiter leben. Vieles erscheint dem Herzchirurgen mit einem Mal in einem ganz anderen Licht. Doch auch seine Liebe zu der Flüchtlingsfrau Say Paw erwächst in dieser Zeit und treibt ihn an. Der Mediziner will helfen und muss mit der Zeit allerdings feststellen, dass auch er selbst hilfloser ist als er zuvor gedacht hatte.

Und was soll mit seiner Familie in der Schweiz geschehen? Er will weder seine Ehe dort aufgeben noch die schöne Flüchtlingsfrau ziehen lassen. Im totalen Zwiespalt mit sich selbst, muss er sich wohl eingestehen, dass man weder alles haben noch allen helfen kann, denen man doch gern zur Seite stehen würde.

Ein Regisseur macht sich GedankenDer Schweizer Regisseur Stefan Haupt hat für seinen Spielfilm Recherchen in Thailand betrieben, die ernüchternd waren und Aufschluss gaben über das "andere Thailand" geben, weit ab von den Touristenzentren wie Bangkok und Pattaya, in denen sich Unterhaltungsetablissements, Hotels und weitere Annehmlichkeiten für die Besucher aus dem Ausland ballen und für einen kaum konsumierbaren Überfluss dieser sorgen. Eigens dafür besuchte Stefan Haupt unter "komplizierten Umständen", wie der Regisseur es selbst definierte, ein Flüchtlingslager an der burmesischen Grenze sowie eine illegale Klinik. "Da siehst du grün angelaufene Kinder liegen, und die Eltern starren ins Leere, es ist einfach nur himmeltraurig. Und du kommst und gehst wieder und fragst dich als Filmemacher: Spinnst du? Das offizielle Thailand will nicht, dass jemand davon weiß. Aber die Menschen, die das Elend kennen, sind froh, wenn jemand von außen es genau wissen will. Dann öffnen sie sich. Mir wurde viel zugetragen, wir haben uns medizinisch informiert. So kamen wir der Realität recht nahe, glaube ich. Und andererseits auch wieder nicht", berichtete der Regisseur unlängst in einem Interview.

Tina Oerlecke
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