Grenze zu Kambodscha bleibt geschlossen

Thailand knüpft Öffnung an Einhaltung des Waffenstillstands

Grenzübergang zwischen Thailand und Kambodscha bleibt vorerst geschlossen, nachdem die Regierung die Öffnung an Bedingungen geknüpft hat. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Grenzübergang zwischen Thailand und Kambodscha bleibt vorerst geschlossen, nachdem die Regierung die Öffnung an Bedingungen geknüpft hat. Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Thailand wird die Grenzübergänge zu Kambodscha vorerst nicht wieder öffnen. Verteidigungsminister Lt. Gen. Adul Boonthumjaroen erklärte, eine Wiederaufnahme des Grenzverkehrs komme erst in Betracht, wenn Kambodscha die Vereinbarungen des Waffenstillstands vollständig umsetze.

Der Minister äußerte sich am Freitag (24. April 2026) im Rahmen einer Veranstaltung zum 139-jährigen Bestehen des Verteidigungsministeriums. Zuvor hatte die Regierung die Aufkündigung des sogenannten Memorandum of Understanding 44 (MoU44) beschlossen. Adul, der sein Amt am selben Tag offiziell antrat, betonte, dass es derzeit keine Pläne zur Wiederöffnung der Grenzübergänge gebe.

Grenze bleibt zu, Gespräche nur offiziell

Die Regierung halte in ihrer Politik klar fest, dass die Grenze geschlossen bleibe, solange die im Dezember vereinbarte gemeinsame Erklärung zum Waffenstillstand nicht eingehalten werde. Gleichzeitig verwies der Minister darauf, dass bestehende bilaterale Mechanismen weiterhin arbeiteten. Dazu zählen das Regionale Grenzkomitee (RBC) unter Leitung regionaler Militärkommandeure, das General Border Committee (GBC) unter Führung des Verteidigungsministeriums sowie die Joint Boundary Commission (JBC) unter Verantwortung des Außenministeriums. Gespräche auf informeller persönlicher Ebene seien daher nicht vorgesehen.

Für seine Amtszeit kündigte Adul mehrere Vorhaben an. Dazu gehört der Aufbau eines Systems militärischer Freiwilliger zur Steigerung der Einsatzfähigkeit. Zudem solle die heimische Industrie gestärkt werden, um im Krisenfall unabhängiger von ausländischen Lieferketten zu werden.

Ausbau der Infrastruktur an der Grenze

Geplant sind darüber hinaus Investitionen in die Infrastruktur entlang der Grenzregionen, etwa in Wasser- und Stromversorgung, Straßenbau und Telekommunikation. Ziel sei es, die Lebensbedingungen der dort stationierten Soldaten zu verbessern. Auch soziale Leistungen, insbesondere medizinische Versorgung und Unterstützung für Angehörige gefallener Soldaten, sollen ausgebaut werden.

Die thailändische Marine bekräftigte unterdessen ihre Einsatzbereitschaft. Ein Sprecher erklärte, dass man weiterhin uneingeschränkt den Auftrag zum Schutz der nationalen Souveränität und der Interessen auf See erfülle, ohne die Intensität der Operationen zu reduzieren.

MoU44 aufgehoben, Unclos gilt künftig

Der Nationale Sicherheitsrat hatte am Donnerstag (23. April 2026) die Aufkündigung des MoU44 gebilligt und damit eine langjährige Vereinbarung mit Kambodscha zur Abgrenzung der maritimen Grenzen beendet. Künftig will sich die Regierung bei möglichen Spannungen im Seegebiet am Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (Unclos) orientieren.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.


Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.