BANGKOK: Die Goldpreise in Thailand dürften 2026 neue Höchststände erreichen. Marktbeobachter erwarten, dass der Preis für Gold auf bis zu 75.000 Baht je Baht-Gewicht (15,16 Gramm) steigen könnte. Aktuell liegt er bei etwa 66.800 bis 67.000 Baht. Historisch neigen Goldpreise dazu, in Phasen globaler Krisen und wirtschaftlicher Unsicherheit zuzulegen, da Investoren verstärkt auf als sicher geltende Anlageformen ausweichen.
Ein anhaltender Zufluss in goldgedeckte börsengehandelte Fonds (ETFs) wird auch für 2026 erwartet. Treiber sind unter anderem die Abschwächung des US-Dollars sowie fortgesetzte Goldkäufe durch Zentralbanken. Vor allem Notenbanken in preissensiblen Märkten wie China, Indien und Polen gelten als wichtige Nachfrager, da die sinkende Zuversicht in US-Dollar-Anlagen zu einer stärkeren Diversifizierung der Währungsreserven in Richtung Gold führt. Mit Blick auf 2026 könnten zudem weltweite Waffenstillstandsvereinbarungen und veränderte geopolitische Risikolagen Zentralbanken und Investoren dazu veranlassen, ihre Goldbestände neu zu bewerten.
Starke Nachfrage bei begrenztem Angebot
In Thailand bleibt die Binnennachfrage nach Gold strukturell robust. Sie wird durch das Sparverhalten privater Haushalte, die Schmucknachfrage sowie steigendes Investitionsinteresse in einem Umfeld erhöhter Wechselkursvolatilität gestützt. Gleichzeitig sorgt das begrenzte inländische Angebot – Thailand ist auf Goldimporte angewiesen – für eine hohe Preissensitivität gegenüber globalen Marktbewegungen und Wechselkursschwankungen. Gold gilt zudem als Absicherung gegen importierte Inflation, insbesondere bei energiebezogenen Preisschüben, was angesichts der Abhängigkeit des Landes von Energieimporten zusätzliche Bedeutung hat.
Weltweite Zinssenkungen stützen Gold
Auf internationaler Ebene wird erwartet, dass der US-Leitzins zum Monatsende bei rund sieben Prozent liegt. Weitere Zinssenkungen im Jahr 2026 könnten ihn auf etwa 6,5 Prozent drücken. Bereits 2025 senkten neun der Zentralbanken, die für die zehn meistgehandelten Währungen der Welt zuständig sind, ihre Leitzinsen. Dazu zählten unter anderem die US Federal Reserve, die European Central Bank, die Bank of England sowie die Zentralbanken von Australien, Neuseeland, Kanada, Schweden, Norwegen und der Schweiz. Auch Thailands geldpolitischer Ausschuss beschloss einstimmig eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte von 1,50 auf 1,25 Prozent, die am 17. Dezember 2025 in Kraft trat.
Zinsen als Treiber und Risikofaktor
Die Erwartung weiterer Zinssenkungen durch die US-Notenbank gilt als wichtiger Stützfaktor für den Goldpreis, da niedrigere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten unverzinslicher Anlagen wie Gold senken. Gleichzeitig bleiben Aufwärtsrisiken empfindlich gegenüber Bewegungen der Anleiherenditen, da steigende Renditen zeitweise Kapital aus dem Goldmarkt abziehen können.
Rekordpreise durch Krisen und Lockerungen
Bereits 2025 erreichten die Goldpreise Rekordniveaus. In der zweiten Monatshälfte kletterten sie auf über 4.400 bis 4.467 US-Dollar je Unze, was 136.500 bis 138.598 Baht entsprach. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch zunehmende geopolitische Spannungen, insbesondere zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela, sowie durch Erwartungen weiterer geldpolitischer Lockerungen. Zuvor hatte Gold zwischen April und Juni seine erste große Rally des Jahres verzeichnet und seit Jahresbeginn um 30 bis 50 Prozent zugelegt, getragen von globaler Unsicherheit, Handelskonflikten, schwächeren Konjunkturdaten und anhaltendem Währungsdruck.