Festnahmen in Vietnam wegen Buchs über Ho Chi Minh

Foto: Pixabay
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BANGKOK/HANOI: Zunächst wurde ein Buch über Vietnams Staatsgründer Ho Chi Minh sogar in Staatsmedien gelobt. Jetzt sitzen der Autor und weitere Beteiligte im Gefängnis. Ihnen droht lange Haft. Worum geht es?

Ein Buch über den vietnamesischen Staatsgründer Ho Chi Minh hat in dem kommunistischen Land zu mehreren Festnahmen geführt. Die Behörden haben nach Angaben von Menschenrechtlern seit Ende Juni fünf Menschen wegen ihrer Beteiligung an der Veröffentlichung des Werkes inhaftiert. Den Beschuldigten - darunter der prominente Autor Nguyen Thanh Nam - werde nach Artikel 117 des Strafgesetzbuches «Propaganda gegen den Staat» vorgeworfen, teilte Human Rights Watch (HRW) mit. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen bis zu 20 Jahre Haft.

Das Buch war im April erschienen und schildert das Leben Ho Chi Minhs in Form von Dialogen zwischen einem Lehrer und seinem Schüler in moderner Sprache. Auf Deutsch übersetzt heißt es in etwa: «Im Gespräch mit Thanh: Eine neue Erzählung vom Licht». Ho Chi Minh (1890-1969) wird in Vietnam als «Vater der Nation» und Nationalheld verehrt, da er das Land in die Unabhängigkeit führte.

Zunächst wurde das Werk von staatlichen Medien positiv aufgenommen. Nachdem ein pensionierter Parteifunktionär es aber öffentlich als respektlos gegenüber Ho Chi Minh kritisiert hatte, wurde es zurückgezogen.

Strafen auch für Zeitungen und Journalisten

Staatliche Medien schrieben zuletzt: «Der Inhalt dieses Buches verzerrt die Geschichte sowie die Politik und die Richtlinien der Partei und des Staates.» Es beleidige Ho Chi Minh sowie viele andere führende Persönlichkeiten der Partei und des Staates. Der Verlagsbetrieb wurde HRW zufolge vorübergehend ausgesetzt, zahlreiche Zeitungen erhielten Geldstrafen oder mussten Berichte über das Buch löschen. Mehrere Journalisten wurden demnach verwarnt oder entlassen.

HRW forderte die vietnamesische Regierung auf, die Anklagen sofort und bedingungslos fallen zu lassen und die Festgenommenen freizulassen. «Die Welle von Festnahmen (...) sendet eine erschreckende Botschaft an alle vietnamesischen Autoren, Journalisten und Verleger», sagte HRW-Asien-Direktorin Elaine Pearson.

Im kommunistischen Einparteienstaat Vietnam werden Regierungskritiker, unabhängige Journalisten, Blogger und Aktivisten regelmäßig verfolgt und zu teils langen Haftstrafen verurteilt. Internationale Menschenrechtsorganisationen werfen der Führung seit Jahren vor, die Meinungs- und Pressefreiheit systematisch einzuschränken.

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