EU und Vietnam vertiefen Partnerschaft

Strategische Annäherung auch als Reaktion auf Trumps Zölle

EU-Ratspräsident António Costa begrüßt Vietnams Präsidenten Luong Cuong bei einem Treffen im Präsidentenpalast in Hanoi. Foto: epa/Nhac Nguyen / Pool
EU-Ratspräsident António Costa begrüßt Vietnams Präsidenten Luong Cuong bei einem Treffen im Präsidentenpalast in Hanoi. Foto: epa/Nhac Nguyen / Pool

HANOI: Die EU und Vietnam vertiefen ihre Partnerschaft - auch als Reaktion auf US-Zölle. Was hinter dem Schritt steckt und welche Rolle die Handelspolitik von Donald Trump spielt.

Die Europäische Union und Vietnam rücken enger zusammen: Die Beziehungen zwischen der EU und dem südostasiatischen Schwellenland wurden zu einer umfassenden strategischen Partnerschaft aufgewertet. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung hervor.

«In einer Zeit, in der die internationale regelbasierte Ordnung von mehreren Seiten bedroht wird, müssen wir als verlässliche und berechenbare Partner zusammenstehen», erklärte der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi.

Konkret handelt es sich um eine enge, langfristig angelegte Kooperation in zentralen Bereichen wie Außenpolitik, Handel, Sicherheit, Technologie und Klimaschutz. Der vietnamesische Präsident Luong Cuong sprach von einem «historischen Meilenstein». Beide Seiten verwiesen zudem auf bereits bestehende Abkommen wie das EU-Vietnam-Freihandelsabkommen (EVFTA).

Neue Partnerschaften wegen Trumps Zollpolitik

Die Annäherung dürfte auch vor dem Hintergrund der US-Handelspolitik erfolgt sein. Die Vereinigten Staaten haben unter Präsident Donald Trump Zölle in Höhe von 20 Prozent auf Importe aus Vietnam verhängt.

Vietnam zählt bisher zu den wichtigsten Handelspartnern der USA in Südostasien. Die engere Zusammenarbeit mit der EU gilt aber auch als Zeichen dafür, dass Vietnam seine wirtschaftlichen Beziehungen breiter aufstellen und sich unabhängiger von einzelnen Absatzmärkten machen will.

«Die Exportmärkte müssen umstrukturiert und die Warenqualität verbessert werden, um andere potenzielle Märkte zu erschließen», hatte die Regierung bereits im vergangenen Jahr betont. Damals hatte Trump zunächst mit Zöllen von 46 Prozent auf Importe aus Vietnam gedroht.

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