Vietnam auf schwarzer Liste der Steueroasen

Eine Straßenhändlerin trägt Keramikwaren durch eine belebte Straße in Hanoi und bietet ihre Töpferarbeiten im Alltagsgeschäft zum Verkauf an. Foto: EPA/Luong Thai Linh
Eine Straßenhändlerin trägt Keramikwaren durch eine belebte Straße in Hanoi und bietet ihre Töpferarbeiten im Alltagsgeschäft zum Verkauf an. Foto: EPA/Luong Thai Linh

BRÜSSEL: Eine Steuerparadies-Liste der EU soll bestimmte Staaten und Gebiete dazu bewegen, ihre Praktiken zu ändern. Neben Vietnam gehört auch ein weiteres Gebiet neu zur Gruppe.

Die EU-Staaten setzen Vietnam und die britischen Turks- und Caicosinseln auf die schwarze Liste für Steueroasen. Das südostasiatische Land und die Inselgruppe in der Karibik hielten international vereinbarte Standards für Steuertransparenz und faire Besteuerung nicht ein, lautete die Begründung aus Brüssel.

Außerdem beschlossen die Finanz- und Wirtschaftsminister der EU, Fidschi, Samoa sowie Trinidad und Tobago von der schwarzen Liste zu streichen, «nachdem sie langfristige Mängel erfolgreich behoben haben», hieß es in einer Mitteilung zu dem Treffen.

Zehn Länder um Russland auf der Liste

Aktuell stehen auf der Liste damit zehn Länder beziehungsweise Steuergebiete, denen zweifelhafte Steuerpraktiken vorgeworfen werden: Amerikanisch-Samoa, Anguilla, Guam, Palau, Panama, Russland, die Turks- und Caicosinseln, die Amerikanischen Jungferninseln, Vanuatu und Vietnam. Mit der Nennung auf der schwarzen Liste will die EU die betroffenen Staaten in erster Linie durch Anprangern zum Einlenken bewegen.

Die «Liste nicht kooperativer Länder und Gebiete für Steuerzwecke» war im Dezember 2017 nach Enthüllungen in den «Panama Papers» und den «Paradise Papers» über Firmengeflechte und Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen erstellt worden. Sie wird zweimal jährlich aktualisiert.

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Ingo Kerp 18.02.26 14:00
Die sog. "Schwarze Liste" wird von den betroffenen Staaten zur Kenntnis genommen und dann beiseite gelegt. Eine Mahnung aus der EU wird die bisherigen schon blühenden Geschäfte nicht zum Erliegen bringen und die Betroffenen wollen ihre reiche Kundschaft auch nicht verärgern.
Dieter Kowalski 18.02.26 09:00
3 von 10 sind also US-amerikanische Überseegebiete mit zweifelhaften Steuergebieten.
Das wird sich auch wohl nicht ändern. Man will ja das gestohlene Volksvermögen auch irgendwo sicher parken können. Die Engländer liegen mit Anguilla und den Turks- und Caicosinseln auch gut im Rennen.

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