Erneut tödlicher Beschuss an Grenze

​Zwei Tote nach Angriff aus Afghanistan erschüttern Tadschikistan

Russische Grenzsoldaten patrouillieren am Stacheldraht an der tadschikisch-afghanischen Grenze nahe Pyanj in defensiver Rolle. Foto: EPA/Stringer Szene
Russische Grenzsoldaten patrouillieren am Stacheldraht an der tadschikisch-afghanischen Grenze nahe Pyanj in defensiver Rolle. Foto: EPA/Stringer Szene

DUSCHANBE: Wenige Tage nach einem tödlichen Überfall im Grenzgebiet zwischen der Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan und Afghanistan kommt es erneut zu einem blutigen Vorfall.

Bei erneutem Beschuss aus Afghanistan sind in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan zwei Menschen getötet worden. Das teilte der Pressedienst des seit mehr als 30 Jahren autoritär herrschenden tadschikischen Präsidenten Emomali Rachmon mit. Örtlichen Medien zufolge handelt es sich bei den Opfern erneut um chinesische Staatsbürger. Es gab keine Angaben zu den Hintergründen des Beschusses.

Dem afghanischen Nachrichtensender Tolonews zufolge wurden inzwischen zwei Verdächtige in Verbindung mit dem Angriff festgenommen.

Bereits vergangene Woche waren nach Angaben des tadschikischen Außenministeriums drei Chinesen bei einem bewaffneten Angriff aus Afghanistan getötet worden. Die Opfer waren Mitarbeiter einer Bergbaufirma. Das Außenministerium in Kabul bekundete in einer Reaktion darauf sein Beileid und sicherte den Behörden in Tadschikistan volle Kooperation bei der Ermittlung der Verantwortlichen zu. Aus Kabul gab es keine konkreten Angaben zu den möglichen Hintergründen des Vorfalls. Es hieß lediglich, an dem Angriff beteiligte «Elemente» versuchten Unordnung, Misstrauen und Instabilität zwischen den Ländern der Region zu verursachen.

Sitzung mit Sicherheitsorganen einberufen

Rachmon beriet sich wegen der Vorfälle mit den Sicherheitsbehörden seines Landes. Dabei ging es auch um die Verstärkung des Grenzschutzes. Er verurteilte «die illegalen und provokativen Taten afghanischer Bürger» und wies die Verantwortlichen an, effektive Maßnahmen zur Beilegung der Situation und Verhinderung ähnlicher Vorfälle zu ergreifen.

Unternehmen aus China sind im Nachbarland Tadschikistan breit aufgestellt. Tadschikistan hat eine 1.340 Kilometer lange, nur teilweise gesicherte Grenze mit Afghanistan, von wo aus auch Drogen nach Zentralasien geschmuggelt werden. In Tadschikistan sind auch russische Truppen stationiert, die in der Vergangenheit bei Manövern mit tadschikischen Soldaten die Sicherung der Staatsgrenze trainierten.

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