Treffen mit Pakistan zu Gesprächen

Unter Polizeibegleitung fahren Fahrzeuge mit afghanischen Migranten über die Bergstraße nahe Torkham zur Grenze, wo Pakistan die Rückführung organisiert. Foto: EPA/Bilawal Arbab
Unter Polizeibegleitung fahren Fahrzeuge mit afghanischen Migranten über die Bergstraße nahe Torkham zur Grenze, wo Pakistan die Rückführung organisiert. Foto: EPA/Bilawal Arbab

ISLAMABAD: Seit mehr als vier Wochen ist Pakistan in «offenem Krieg» mit Afghanistan. Schon im letzten Jahr gab es Verhandlungen zwischen den verfeindeten Nachbarn. Jetzt gibt es einen neuen Vermittler.

Pakistan und Afghanistan treffen sich wieder zu Gesprächen. Wie pakistanische Sicherheitskreise der Deutschen Presse-Agentur bestätigten, sollen sich Delegationen der beiden Länder heute in der südchinesischen Stadt Urumqi treffen. Zuvor hatten Medien in beiden Ländern über das geplante Treffen berichtet.

Seit etwa fünf Wochen gibt es Kämpfe zwischen den Nachbarländern und gegenseitige Angriffe. Islamabad wirft Kabul vor, Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben. Kabul bestreitet das.

Nach Angaben der Sicherheitskreise sind Beamte der mittleren Führungsebene des Außenministeriums und des Geheimdienstes Teil der pakistanischen Delegation. Demnach hatten die chinesischen Vermittler Urumqi in der Uiguren-Region Xinjiang als Ort vorgeschlagen. Sollte diese erste Gesprächsrunde gut verlaufen, würden höhere Beamte einbezogen werden.

Chinesische Diplomaten führten im aktuellen Konflikt mit beiden Konfliktparteien Gespräche. Die Volksrepublik gilt als strategischer Partner Pakistans und hegt auch in Afghanistan wirtschaftliche Interessen.

Pakistan ist militärisch überlegen

Die Taliban hatten schon früh im Konflikt mit Pakistan auf Vermittlung gedrängt. Pakistan ist den Islamisten militärisch überlegen.

Schon im vergangenen Herbst war es zu Kämpfen zwischen den Ländern gekommen. Vermittlungsbemühungen der Türkei, Saudi-Arabiens und Katars hatten keinen nachhaltigen Frieden gebracht. Die neuerlichen Gespräche seien eine Fortsetzung der letzten Verhandlungen, hieß es aus den pakistanischen Sicherheitskreisen.

UN-Experten hatten zuletzt kritisiert, Pakistan habe keine ausreichenden Belege geliefert, dass die afghanische Regierung die Terrorgruppe Tehrik-e-Taliban zu Angriffen in Pakistan angewiesen habe - womit Pakistan die eigenen Angriffe begründet. Ein Recht auf Selbstverteidigung Pakistans bestehe daher nicht.

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