Streit um Haftung und Sorge vor Umweltschäden

​Erdrutsch 

Der Dänische Minister für Gesundheit Magnus Heunicke. Foto: epa/Smads Claus Rasmussen DÄnemark Out
Der Dänische Minister für Gesundheit Magnus Heunicke. Foto: epa/Smads Claus Rasmussen DÄnemark Out

KOPENHAGEN: Nach einem Erdrutsch mit möglicherweise schwerwiegenden Umweltfolgen ist in Dänemark ein Streit darüber entbrannt, wer die Kosten für die umfassenden Aufräumarbeiten tragen muss. Das Unternehmen Nordic Waste sei der Verunreiniger und stehe daher in der Verantwortung, aufzuräumen und dafür zu bezahlen, sagte Umweltminister Magnus Heunicke am Freitag vor Journalisten in Kopenhagen.

Es geht um einen 75 Meter hohen Hügel aus verureinigter Erde, die in der Industrie entstanden ist. Starke Regenfälle brachten die Erde ins Rutschen. Heunicke sagte, man werde alle juristischen Möglichkeiten in dem Fall prüfen. Eine Garantie, dass die Rechnung am Ende nicht doch bei den dänischen Steuerzahlern landet, wollten er und Justizminister Peter Hummelgaard jedoch nicht aussprechen.

Wenige Stunden zuvor hatte Nordic Waste, das verunreinigte Erde zur Wiederverwertung reinigt, Insolvenz angemeldet und dabei die Haftungspflicht in dem Fall von sich gewiesen. Leider habe der Erdrutsch einen Umfang erreicht, dass man nicht länger im Stande sei, die Aufgabe zu bewältigen, ihn zu bekämpfen, teilte das Unternehmen laut der Nachrichtenagentur Ritzau mit. Damit werde ein völliger Mangel an sozialer Verantwortung bewiesen, monierte Heunicke.

Auf dem Gelände von Nordic Waste in der Nähe der dänischen Hafenstadt Randers hatte die Erde in Dezember zu rutschen begonnen. Nach dänischen Medienberichten sind bis zu 2,5 Millionen Tonnen Erdreich weiterhin in Bewegung.

Die Behörden setzen alles daran, Umweltschäden in nahen Gewässern zu vermeiden. Bislang ist es gelungen, einen nahegelegenen Fluss vor Verunreinigung zu schützen. Einem Bericht des Ingenieurbüros Cowi zufolge könnten die Aufräumarbeiten aber noch mehrere Jahre dauern und im schlimmsten Fall mehrere Milliarden dänische Kronen kosten. Umgerechnet entspricht das einem dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.

Der von der Familie eines dänischen Milliardärs geführte Dachkonzern von Nordic Waste, USTC, sprach von «einer Naturkatastrophe von einem Kaliber, das man nie zuvor in Dänemark gesehen» habe.

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