Ein Weltwunder ganz aus Eis geformt

Den sagenhaften Aletsch-Gletscher besuchen, bevor er endgültig verschwunden ist

Ich hatte vorher noch nie einen so großen, mächtigen Gletscher bestaunen können und war beeindruckt. Fotos: hf
Ich hatte vorher noch nie einen so großen, mächtigen Gletscher bestaunen können und war beeindruckt. Fotos: hf

Die zweite Covid-Impfung ist ohne die geringsten Nebenwirkungen absolviert, jetzt geht es auf Reisen in Europa. Zunächst zieht es mich ins schöne Wallis.

Sobald die zweite Spritze im Arm ist, bekomme ich eine Mail auf mein Schweizer Handy, dass das Covid Zertifikat bereit ist zum Herunterladen. Bald ist es in digitaler Form auf meinem Handy und auch als PD File vorhanden sowie zügig ausgedruckt. Darüber hinaus habe ich auch Belege für meine vollständige Impfung im alten gelben Impfbüchlein. Damit ist das Hauptziel meiner Reise in die Schweiz erfüllt, doch ins Ausland kann ich damit erst in vierzehn Tagen, also fahre ins Wallis zu meiner alten Freundin Eva.

Tolle Bergfahrt mit einer Zahnradbahn

Alpenrosen wachsen in großen Mengen entlang dem Weg zur Bettmeralp, sie sind streng geschützt.
Alpenrosen wachsen in großen Mengen entlang dem Weg zur Bettmeralp, sie sind streng geschützt.

Entlang der alten Gotthardroute fahre ich mit dem Zug in Richtung Innerschweiz. Schon allein diese Bahnstrecke ist äußerst attraktiv. Sie führt vorbei an verschiedenen Seen und hinauf in die faszinierende Bergwelt. Vorbei an den berühmten Kehrtunnel ist das Kirchlein von Wassen aus drei verschiedenen Perspektiven zu sehen.

Und schließlich erreichen wir Göschenen, wo wir auf die Zahnradbahn umsteigen müssen, die uns nach Andermatt hinauf bringt. Das ist gewissermaßen das Filetstück unserer Anfahrt ins Obergoms. Steil geht es hier durch die steinige und fast unüberwindlich erscheinende Schöllenen hinauf, über 300 Meter Höhendifferenz schaffen wir in nur 12 Minuten. Ja, hier ist sie zu sehen, die berühmte Teufelsbrücke. Sie soll der Sage nach der Teufel erbaut haben, gegen die Seele des ersten, der die Brücke überqueren sollte. Doch der Teufel wurde von den schlauen Urnern übertölpelt, indem sie als ersten einen Geißbock über die frisch gebaute Brücke scheuchten…

Eine Bildungslücke wird geschlossen

Eringer Kühe sind widerständsfähig und kampfeslustig, selbst die Weibchen haben ein klare Hyrarchie.
Eringer Kühe sind widerständsfähig und kampfeslustig, selbst die Weibchen haben ein klare Hyrarchie.

Der absolute Höhepunkt meiner Reise ins Wallis war der Besuch des sagenhaften Aletschgletschers. Dass ich dieses Weltwunder als Schweizer bislang noch nicht kannte, muss ich im nachhinein als unverzeihliche Bildungslücke bezeichnen. Von Fiesch aus führte eine Seilbahn hinauf zur Mittelstation. Doch dort – es war der einzige schöne Tag innerhalb einer Woche – standen sehr viele Leute an, die dieselbe Idee hatten. Also wanderten wir zuerst für eine gute Stunde in Richtung Bettmeralp, sahen zahllosen Drachenfliegern zu und genossen das einzigartige Panorama.

Am Wegrand konnten wir die berühmten Alpenrosen besichtigen, die im Wallis geschützt sind, nicht gepflückt werden dürfen. Und dann konnten wir einigen Eringer Kühen bei ihren ständigen Rangkämpfen zusehen. Es handelt sich um eine lokale, sehr kleine Rinderrasse, die äußert anspruchslos ist. Einmal pro Jahr werden unblutige Kuhkämpfe durchgeführt, da auch die Kühe eine ganz strikte Rangordnung untereinander haben.

Als wir zur Seilbahnstation zurückkehrten, um hinauf zum Eggishorn zu fahren, war die Warteschlange verschwunden, im Nu waren wir oben am berühmten Aletsch-Gletscher. Angesicht seiner Erhabenheit verstummt man unversehens. Klein wie eine Ameise wird da der Mensch und völlig unbedeutend. Ein paar Zahlen: 20 Kilometer Länge, 10 Milliarden Tonnen Gewicht, 800 Meter tief, 79 Quadratkilometer Fläche.

Mir hat es angesichts dieses Weltwunders die Sprache verschlagen!


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!

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