NAKHON SI THAMMARAT: Sichon? Noch nie gehört? Wen wunderts, steht es doch immer im Schatten des viel bekannteren Khanom. Und gerade jetzt ist Khanom in aller Munde, soll doch im Jahr 2029 das irrwitzige Brückenprojekt von dort aus nach Koh Samui durchgesetzt werden. Eine 37 km lange Brücke, über 50 Meter hoch, soll den Tourismus fördern. Sichon macht nicht so viel Wirbel um sich.
Momentan liegt die Region noch in einem Dornröschenschlaf, aus dem sie nur am Wochenende geweckt wird, wenn die Thais aus der Umgebung die Strände bevölkern, Jetski fahren und jauchzend auf den „Bananaboats“ sitzen, bevor sie abgeworfen werden. Wir erkunden die Strände und die Umgebung, fahren über die schönste Straße Südthailands an die wunderschönsten einsamen Strände der Provinz Nakhorn Si Thammarat, dem früheren Königreich Ligor.
Die schönste Straße Südthailands
Wir fahren von Khanom entlang der Küste Richtung Sichon. Die Straße geht zunächst durch Nai Plao einem sich mehr und mehr entwickelndem Örtchen. In den letzten Jahren sind Hotels und Resorts entstanden und es hat ein sehr schönes Live Seafood Restaurant, das Ao Khanom Seafood mit Blick über die Bucht bis zum Ende des langen, geraden Nadan Beach. Unbedingt die frischen Garnelen mit Tamarindensauce probieren und dazu einen Pomelosalat. Kurz vor dem Restaurant kann man rechts zum Moon Camp abbiegen. Hier kann man das Fahrzeug entlang der Straße parkieren und läuft durch den Dschungel zum Hin Lat-Wasserfall. Eine wunderschöne Wanderung mit Aussicht. Ca. 2,5 km pro Weg. Wasser mitnehmen und Turnschuhe.

Weiter Richtung Süden, verläuft die Straße wie eine Achterbahn kurvig rauf und runter. Linkerhand erstreckt sich der tiefblaue Golf von Thailand und rechts sind die Felsen dicht begrünt. Es gibt 2 Aussichtspunkte mit Salas. An den Wochenenden findet man schier keinen Parkplatz, denn die Thais schießen Selfies um die Wette. Wir machen Halt im Loma Cafe. Ein kleines Café mit traumhafter Aussicht. „Pla Loma“ ist das thailändische Wort für Delfin und oft sieht man die pinken Delfine sich im Wasser unter dem Café tummeln. Man kann sich in Beanbags kuscheln oder auch an Tischen sein warmes oder kühles Getränk genießen.
Die Straße fällt dann wieder ab und man gelangt zum Khao Plai Dam. Eine schöne sichelförmige Bucht mit einem großen Restaurant und in die Jahre gekommene Bungalows. Langnasen – Fehlanzeige. Hier isst man unter Thais. Sehr guter gebratener Reis mit Krabbenfleisch und dazu einen Meeresfrüchte-Salat, sitzt man in den Salas und genießt die Aussicht aufs Meer, das glatt wie ein Spiegel vor uns liegt und zum Baden einlädt.

Weiter geht es entlang der Küste Richtung Sichon. Der Ausblick ist grandios, man sieht kilometerweit nur weißen Sandstrand, Bucht neben Bucht, von Kasuarinen gesäumt, die sich wie Perlen an einer Schnur aufreihen. Zu unserer linken liegt das Goodwill Resort. Sehr schöne Zimmer im Kolonialstil gebaut mit Blick aufs Meer und schönem Swimmingpool. Das Restaurant läuft über Etappen den Hang hinab ans Meer und bietet schöne Fotomotive (www.sichongoodwill.com, DZ ab 2.600 Baht).
Dann geht es ein letztes Mal den Berg hinunter und die Straße wird flach. In den letzten Jahren haben sich an dem langgezogenen Strand Beachclubs und Resorts entwickelt. Sehr originell ist das Aiyara Camping Resort. Man hat seinen Wohnwagen mit einer gemauerten überdachten Veranda davor. Die Campingstühle und der Grill runden das Camping Gefühl ab (tinyurl.com/yck4duz3, ab 2.000 Baht). Es folgen einige Beach Clubs, alle sehr schön gestaltet, mit Liegen, Beanbags, Schirmen, Duschen, hipper Bar und Restaurants. Wir haben uns im Luca Beach Club sehr wohl gefühlt. Es läuft chillige Musik und man kann entspannt abhängen.

Fischerort mit Charme
Anschließend fährt man von Bucht zu Bucht, die alle mit Felsen voneinander abgegrenzt sind, und in denen man hervorragend baden kann, bis man zur Prince of Chumphon Statue gelangt. Die ca. 15 Meter hohe Statue zeigt den Prinzen die Hände auf einen Stock gestützt, mit Blick aufs Meer und das vertäute alte Marineschiff, das so langsam zerfällt. Es gibt in Thailand 217 Schreine und Statuen, die dem Prinzen von Chumphon (Abhakara Kiartivongse 1880-1923), dem 28. Kind Rama des V, Ehre erweisen. Er gilt als der Vater der thailändischen Marine. Auf der anderen Seite des Flusses, der hier ins Meer läuft, liegt Sichon. In Ermangelung einer Brücke fahren wir den Weg wieder retour, bis wir an die Kreuzung gelangen, an der es dann in das Städtchen geht.

Das kleine Fischerstädtchen Sichon ist ein geschäftiger Marktflecken. Vor den Läden sitzen die Frauen und tauschen den neuesten Dorf-Klatsch aus, auf den Märkten leuchten die Früchte bunt um die Wette und frischer kann das Seafood nicht sein, das in den Eisboxen der Fischverkäufer liegt. Beim Bummel durch den Ort stoßen wir auf einen sehr schönen chinesischen Tempel, passieren einen buddhistischen Tempel und die Lautsprecher der Moschee rufen Gläubige zum Gebet auf. Ein friedlicher Multi-Kulti-Mix herrscht vor.
Strände, Strände, Strände
Fährt man bis zum Hafen Sichons, geht es einen Hügel hinauf, hier hat es Affen, die sich in dem bewaldeten Gebiet niedergelassen haben und neugierig bettelnd jedes vorbeifahrende Fahrzeug anschauen. Dann gelangen wir an den Sichon Beach. Drei nette Resorts teilen sich den Strand alle ausgestattet mit Pool und modernen Zimmern. Der gelbe Sand hebt sich vom türkisfarbenen Meer ab. Man kann Kajaks mieten, leider auch Jetskis und Bananaboat fahren. Unter der Woche ist jedoch meist niemand an der schönen Bucht und man kann die Ruhe genießen. Sehr hübsch ist das Sasa Beach Cafe. Und die Dum Bar neben dem Andava Resort ist sehr originell, hier ist alles aus Treibgut gefertigt worden. Ein cooler Treffpunkt zum Sonnenuntergang.

Fährt man weiter in den Süden, reihen sich die Strände aneinander und man findet einen unberührteren Strand nach dem nächsten. Vereinzelt haben sich Bungalow-Anlagen niedergelassen, auch einige Resorts gibt es. Allerdings sehr abgelegen und mit wenig Infrastruktur. Aber nichtsdestotrotz einen Ausflug wert.