Das Ostsee-Pipeline-Projekt «Nord Stream 2»

Foto: epa/Sergei Ilnitsky
Foto: epa/Sergei Ilnitsky

BERLIN (dpa) - Für den Bau von Erdgas-Pipelines durch die Ostsee von Russland nach Deutschland hat sich bereits 2005 ein Konsortium großer Energiekonzerne gebildet. Nord Stream 1 transportiert seit 2011 Gas vom russischen Wyborg unter dem Meeresgrund bis ins deutsche Lubmin bei Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern).

Bei Nord Stream 2 ist Gazprom - Russlands mächtiger Gas-Monopolist - formal einziger Anteilseigner. Dazu kommen aber als «Unterstützer» die deutschen Konzerne Wintershall - eine Tochter der BASF - und Uniper (Abspaltung von Eon) sowie die niederländisch-britische Shell, Engie (einst GDF Suez) aus Frankreich und OMV aus Österreich. Nord-Stream-Aufsichtsratschef ist Altkanzler Gerhard Schröder (SPD), bei Nord Stream 2 ist er Präsident des Verwaltungsrats. Die Arbeiten für die Pipeline sollen im Frühjahr beginnen und Ende 2019 fertig sein.

Gegen das Projekt gibt es aber erhebliche Proteste. Länder wie Polen und die baltischen Staaten lehnen sie wegen der befürchteten zunehmenden Abhängigkeit der EU von russischen Gaslieferungen ab. Die Ukraine befürchtet eine sicherheitspolitische Verschlechterung, sollte sie als Erdgas-Transitland für Russland weniger wichtig werden. Für die Ukraine und andere osteuropäische Länder sind Transitgebühren für russisches Gas zudem eine wichtige Einnahmequelle. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zuletzt gesagt, die Ukraine müsse auch weiterhin eine große Rolle als Transitland für russisches Erdgas spielen.

US-Präsident Donald Trump hatte Deutschland wegen der Unterstützung von Nord Stream 2 wiederholt scharf kritisiert. Die USA haben selbst wirtschaftliche Interessen in der Region. Das Land exportiert Gas etwa nach Polen und Litauen.

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