Chemische Kastration von Sexualstraftätern

Foto: epa/Narong Sangnak
Foto: epa/Narong Sangnak

BANGKOK: Ein neues Gesetz, das die chemische Kastration von Sexualstraftätern erlaubt, wird am 25. Januar 2023 in Kraft treten.

Das Gesetz, das die Wiederholung von Vergewaltigungen und Sexualstraftaten gegen Minderjährige verhindern soll, erlaubt „medizinische Maßnahmen“, die die Injektion von hormonblockierenden Medikamenten zur Reduzierung des Sexualtriebs umfassen.

Dem Gesetz zufolge können verurteilte Sexualstraftäter eine solche Injektion als Gegenleistung für eine geringere Strafe oder eine vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis wählen.

Das Gesetz wurde am Dienstag in der „Royal Gazette“ veröffentlicht und wird in 90 Tagen in Kraft treten. Nach Angaben des Justizministeriums begehen mehr als 50 Prozent der wegen schwerer Verbrechen Verurteilten innerhalb von drei Jahren nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis dieselben Straftaten.

Mindestens drei Länder – Indonesien, die Tschechische Republik und die Ukraine – haben laut der thailändischen Tageszeitung „The Nation“ Kastrationsgesetze zur Bestrafung von Vergewaltigern erlassen, die entweder eine chirurgische oder chemische Kastration vorsehen.

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Guenter Scharf 28.10.22 21:12
Kastration und Sexualtrieb
@Egon, 28.10.22, 10:10: Chirurgische Kastration bedeutet Entfernung der Hoden. Damit geht die Produktion von Testosteron fast auf 0 % zurück und der Sexualtrieb kommt zum Stillstand. Was anderes ist die chemische Kastration, die jetzt in Thailand erlaubt werden soll.
Sexualtaten werden damit schon verhindert. Untersuchungen haben gezeigt, das es nur eine Rückfallquote von ca. 4 % gab.
Hartmut Wirth 28.10.22 21:11
@Egon
Die chemische Kastration KANN helfen, sexuelle Gewalt zu verhindern. Studien in der Schweiz, wo das erlaubt ist, belegen aber auch, dass das "Kopfkino" dann u.U. verrückt spielen kann und die Straftaten, sprich Gewalt, dann intensiver sein können. Um dieses Risiko zu verringern, bedarf es einer intensiven Betreuung der chemisch Kastrierten. Und ob das hier gegeben ist, habe ich so meine Zweifel.
thomas covenant 28.10.22 15:30
@marcel
gemäss diversen medizinischen gutachten, wird der sexualtrieb zwar reduziert (nicht unterbunden), die gewaltbereitschaft oder aggressives verhalten (was bei vergewaltigungen oft eine rolle spielt) wird dabei nicht verändert.
Ingo Kerp 28.10.22 14:00
Eine chem. Kastration hat nichts mit einer Vasektomie zu tun. Die Unterbindung des Sexualtriebs ist somit die einzige humane Loesung, um weitere sexuelle Straftaten zu unterbinden.
Marcel Edouard Petter 28.10.22 13:40
@Egon
Ich bin selber seit 35 Jahren chirurgisch unterbunden. Das hat auf den Sexualtrieb in der Tat keine Auswirkungen.
Bei der chemischen Kastration sieht es gemäss Artikel aber anders aus, die Medikamente sollen ja auch den Sexualtrieb reduzieren.

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