BANGKOK: Hunderte Läufer versammelten sich am Samstag (25. Mai 2025) im Suan Luang Rama IX Park, um am angekündigten „Run for Destination 2025“ teilzunehmen – doch stattdessen erwartete sie ein Fiasko: Kein Startbereich, keine Veranstalter, nur ein rätselhafter Banner mit dem Datum „28. Mai 2028“, berichtet „The Nation“. Der als gesundheitsfördernde Laufveranstaltung beworbene Event entwickelte sich schnell zu einem Internet-Phänomen – als Thailands wohl erster „No-Run“.
Laut Ablaufplan sollten ein 10-Kilometer-Lauf um 06.00 Uhr und ein 5-Kilometer-Lauf um 06.10 Uhr beginnen. Der Teilnahmebeitrag betrug 450 Baht. Viele der insgesamt 1.800 angemeldeten Teilnehmer erschienen früh am Morgen, doch weder Personal noch Ausrüstung waren vor Ort.
Verärgerte Teilnehmer erstatteten daraufhin Anzeige bei der Polizeiwache Prawet. Pol Col Thossapol Ampaiphipatkul bestätigte, dass zwei mit einem bekannten Privatunternehmen verbundene Personen befragt werden. Die Veranstalter gaben an, dass rund 600 Teilnehmende ihre Startpakete – mit Trikots, Startnummern, Mützen und digitalen Uhren – erhalten hätten. Die Polizei prüft derzeit, ob diese Angaben der Wahrheit entsprechen und wie die Verteilung erfolgte.
Sollte sich ein Betrugsverdacht bestätigen, drohen den Organisatoren strafrechtliche Konsequenzen nach Verbraucher- und Computerkriminalitätsgesetzen sowie zivilrechtliche Klagen. Die Polizei arbeitet dabei auch mit der zuständigen Umweltbehörde der Stadt Bangkok zusammen. Geschädigten wird geraten, Anzeige zu erstatten oder über ein offizielles Google-Formular ihre Angaben zu machen. Ob es Rückerstattungen geben wird, ist noch offen.
Eine Mitarbeiterin, die mit der Koordination von Wasserstationen beauftragt war, berichtete von chaotischen Zuständen. Ihr 63-köpfiges Team erhielt jeweils 500 Baht für den Einsatz, doch vor Ort fehlten Strom, Lautsprecher, Medaillen und eine professionelle Startinfrastruktur. Sie musste den Veranstalter mehrmals drängen, um schließlich die versprochenen über 30.000 Baht Lohn auszuzahlen.
Sie gab zudem an, am vergangenen Mittwoch (21. Mai 2025) von den Veranstaltern verklagt worden zu sein. Ihr wird Betrug beim Verkauf von 100 Event-Shirts vorgeworfen. Die T-Shirts seien für 600 bis 650 Baht verkauft worden, mit einer vereinbarten Provision von 50 Baht pro Stück. Sie habe 60.000 Baht an den Veranstalter überwiesen und ihre Provision ordnungsgemäß einbehalten. „Ich habe für alles Belege“, sagte sie.
Für weiteren Unmut sorgte die Präsenz des Logos der MK Restaurant Group auf Veranstaltungsbannern. In einer offiziellen Mitteilung distanzierte sich das Unternehmen deutlich von der Organisation des Events. Zwar habe man eine begrenzte finanzielle Unterstützung gewährt, jedoch keinerlei operative Rolle übernommen. Man prüfe rechtliche Schritte wegen Reputationsschäden.
„MK unterstützt seit jeher gesundheitsfördernde Projekte, aber wir waren in Durchführung oder Absage dieser Veranstaltung in keiner Weise involviert“, erklärte das Unternehmen.
Der Skandal wirft grundlegende Fragen zur Verantwortung bei Eventorganisationen auf – und unterstreicht die Notwendigkeit einer besseren Kontrolle zum Schutz der Verbraucher.
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