BANGKOK: Die Bangkok Bank hat ihre Anforderungen für die Kontoeröffnung und die Nutzung bestehender Konten durch ausländische Kunden verschärft. Betroffen sind derzeit Personen mit Touristen-, DTV- oder Bildungsvisa. Die Maßnahme ist Teil einer landesweiten Initiative zur Bekämpfung von Finanzbetrug und zur Stärkung der Cybersicherheit. Ziel ist es, sogenannte „Maultierkonten“ zu verhindern, die von Kriminellen für betrügerische Zwecke genutzt werden.
Die neuen Regeln gelten nicht nur für die Kontoeröffnung, sondern auch für mobile Banking-Dienste und Kreditkarten. Die Bank verweist darauf, dass Kunden, die als „verdächtig“ eingestuft werden, einer persönlichen Identitätsprüfung unterzogen werden müssen. In Einzelfällen kann dies auch eine Gesichtserkennung zur Verifizierung biometrischer Daten beinhalten.
Ausländer mit Kurzzeitvisa im Fokus
Wie Stefan Fabbro, Gründer der Dienstleistungsfirma FS Consulting Co., Ltd. in Pattaya, in einem aktuellen Video-Statement auf Facebook erklärt, richtet sich die aktuelle Maßnahme gezielt gegen Ausländer mit bestimmten Visaarten:
„Es ist derzeit so, dass die Bangkok Bank Bankkonten schließen will, die von Ausländern mit Touristenvisa, DTV-Visa oder Non Immigrant Education Visa (Studentenvisum) eröffnet wurden“, so Fabbro.
Er präzisiert: „Bis dato haben uns aber nur Meldungen erreicht von Bankkonteninhabern, die im Jahr 2025 mit einer dieser Visa-Arten ein Bankkonto eröffnet haben. Diese wurden von der Bank kontaktiert und dazu aufgefordert, zu ihrer Filiale zu gehen und dort mit Reisepass und Bankbuch den verfügbaren Betrag abzuheben und zurückerstattet zu bekommen. Uns ist noch kein Fall bekannt, bei dem ein früher eröffnetes Konto betroffen war.“
Fabbro ergänzt: „Wie genau die Bangkok Bank da vorgeht – ob die Schließungen z. B. erst von im Jahr 2025 eröffneten Bankkonten vollzogen werden und später auch andere folgen – entzieht sich zum bisherigen Zeitpunkt unseren Kenntnissen.“
Bank sperrt Konten ohne Vorwarnung
Viele Kunden fragen sich laut Fabbro, wie sie feststellen können, ob ihr Konto betroffen ist.
„Ihr bemerkt es gar nicht, die Bangkok Bank schließt euer Konto dann einfach. Wenn euer Konto noch funktioniert, wart oder seid ihr noch nicht betroffen.“
Fabbro betont außerdem: „Anders, als viele Medien berichten, betrifft es nicht nur Russen oder Chinesen, sondern auch Italiener, Deutsche, Schweizer – ich habe schon von den verschiedensten Nationalitäten Meldungen erhalten. Jedoch bis dato nur Bankkonten, die mit den genannten Visaarten im Jahr 2025 eröffnet wurden.“
Fabbros Rat: „Schaut regelmäßig in eure Banking-App. Wenn sie noch funktioniert, könnt ihr das Konto weiterhin nutzen. Trotzdem würde ich aktuell davon abraten, weiteres Geld auf ein Konto bei der Bangkok Bank einzuzahlen, wenn ihr das Konto mit den genannten Visakategorien eröffnet habt.“
Zudem rät Fabbro: „Wenn ihr inzwischen auf ein Non-Immigrant-Visum gewechselt habt und in Thailand lebt, solltet ihr eigentlich sicher sein. Sollte die Bank trotzdem euer Konto sperren, dann könnt ihr zur Bank gehen, euren aktuellen Visastatus nachweisen – und das Konto wird unseren Informationen nach wieder freigeschaltet.“
Er berichtet auch von häufigen Nachfragen: „Mich haben viele Anfragen erreicht von Personen, die Geld einzahlen wollen und uns fragen, was wir empfehlen würden. Ich empfehle klar: Aktuell kein Geld auf die Bank einzuzahlen, wenn das Konto mit einem Touristen-, DTV- oder Bildungsvisum eröffnet wurde.“
Wie sich die Lage weiter entwickelt, ist laut Fabbro offen. „Keine Panik – wer sein Bankkonto derzeit noch benutzen kann, kann es weiterhin verwenden. Trotzdem empfehlen wir, dranzubleiben und regelmäßig unseren Facebook-Kanal zu verfolgen.“
Fabbro betont abschließend, dass es sich um eine volatile Situation handelt. „Das Video wurde am 28. Mai 2025 aufgenommen – der Status Quo kann am 30. Mai 2025 bereits ganz anders aussehen. Alle Angaben erfolgen daher ohne Gewähr, da wir ausschließlich auf Rückmeldungen von Kunden sowie auf Informationen aus unserem direkten Kontakt bei der Bank zurückgreifen können.“
Zentralbank verlangt härtere Regeln
Auch die thailändische Zentralbank (Bank of Thailand) hat zuletzt Banken zur strikten Einhaltung neuer Vorschriften bei der Identitätsprüfung aufgerufen. Hintergrund ist ein Betrugsfall in Pattaya, bei dem ein Callcenter-Betrugsring von Bankkonten profitierte, die unrechtmäßig durch Mitarbeiter einer nicht namentlich genannten Bank eröffnet worden waren.
In den kommenden Tagen will die Zentralbank neue Leitlinien zur digitalen Betrugsprävention veröffentlichen. Diese sehen unter anderem vor, Kunden mit hohem Risiko zu identifizieren, ihre Namen mit den Datenbanken der Anti-Geldwäschebehörde abzugleichen und Sicherheitsmaßnahmen wie Transaktionslimits einzuführen.
Bangkok Bank: Neue Regeln für Ausländer
Betroffene Konten:
Ausländer mit Touristenvisum, DTV-Visum oder Bildungsvisum (Non-Immigrant ED)
Nur Konten betroffen, die im Jahr 2025 eröffnet wurden
Langzeitvisa (z. B. Non-Immigrant O, B, Retirement) derzeit nicht betroffen
Maßnahmen der Bank:
Konten werden gesperrt oder gekündigt, ohne vorherige Warnung
Inhaber werden aufgefordert, mit Reisepass und Bankbuch zur Filiale zu gehen, um ihr Guthaben abzuheben
Mobile-Banking- und Kartenzugriffe werden blockiert
Einschätzung von Stefan Fabbro (FS Consulting):
Bisher keine Fälle bekannt von Konten, die vor 2025 eröffnet wurden
Nicht nur Russen betroffen, sondern auch Deutsche, Italiener, Schweizer etc.
Keine Panik – wer noch Zugriff auf sein Konto hat, ist (noch) nicht betroffen
Empfehlung: Aktuell kein Geld auf betroffene Konten einzahlen
Bei Wechsel auf ein Langzeitvisum ist eine Reaktivierung möglich
Hintergrund:
Maßnahme folgt auf verschärfte Auflagen der Zentralbank
Ziel: Schutz vor Finanzbetrug und sogenannten „Maultierkonten“
Weitere Banken könnten ähnliche Schritte setzen